Die folgende Arbeit beschäftigt sich mit der Problematik der Migrationspolitik und hauptsächlich der Asylpolitik auf europäischer Ebene. Anlässlich der vergangenen und immer wieder aufkeimenden Kontroversen um dieses Thema, soll ein Vergleich zwischen den EU-Mitgliedsländern Spanien und Italien die Problematik von unterschiedlichen politischen Standpunkten aus beleuchten und im Fazit beurteilen.
Als entscheidendes Kriterium für eine Flucht aus dem eigenen Land, wird die Situation im eigenen Land angesehen. „Wenn Menschen nicht flüchten müssen, dann tun sie es auch nicht“. Das sind die Worte von Ron Redmond einem Sprecher der UNHCR (United Nations High Commissioner for Refugees); der hohe Flüchtlingskommissar der Vereinten Nationen ist ein Amt
der Vereinten Nationen, welches mit dem Schutz von Flüchtlingen weltweit beauftragt ist und darüber hinaus im Bereich der humanitären Hilfe tätig ist. Das bedeutet, dass Menschen nur dann flüchten wenn es notwenig ist, wenn sie keinen anderen Ausweg sehen.
Die Asyl- und Flüchtlingspolitik in Europa ist immer wieder Anlass für Debatten. Diese Debatten beruhen vor allem auf den moralischen Wertvorstellungen, einerseits, die dafür sprechen möglichst allen Flüchtlingen Schutz zu gewähren, andererseits die politisch schwierige Umsetzung dieser Moralvorstellung, da ein Land auch finanziell für solche Flüchtlinge aufkommen muss.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Warum überhaupt Europa?
1.2 Geschichte der europäischen Migrations- und Asylgesetzgebung im Überblick
2. Zu den Begrifflichkeiten
2.1 Definition: Migrations- und Asylpolitik
2.2 Definition: Asylbewerber
3 Warum flüchten Menschen
4. Kontroversen um das Asylthema in Europa
4.1 Die Bedeutung des one-state-only-Prinzips
4.2. Debatten
4.2.1 Melilla
4.2.2 Lampedusa
4.2.3 Die Festung Europa
5. Italien und Spanien
5.1 Warum Italien und Spanien?
5.2 Länderprofil Italien
5.3 Länderprofil Spanien
5.4 Zusammenfassende Gegenüberstellung von Italien und Spanien
6 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Problematik der europäischen Asylpolitik durch einen vergleichenden Blick auf die EU-Mitgliedstaaten Italien und Spanien. Ziel ist es, die unterschiedlichen politischen Standpunkte und Herangehensweisen an illegale Migration zu analysieren und deren Auswirkungen kritisch zu beleuchten.
- Historische Entwicklung der europäischen Asylgesetzgebung
- Analyse kontroverser Asylthemen und Grenzproblematiken (z.B. Melilla, Lampedusa)
- Detaillierte Länderprofile zu Italien und Spanien
- Vergleich der staatlichen Migrationsstrategien und Integrationsansätze
- Bewertung der moralischen und politischen Aspekte der europäischen Abschottungspolitik
Auszug aus dem Buch
4.2.3 Die Festung Europas
In der Kritik steht in diesem Zusammenhang die Abschottung Europas gegenüber neuen Zuwanderungen. Es wird kritisiert dass durch diese Abschottung das Problem nicht behoben wird sondern lediglich verschoben wird. Problematisch ist hier, dass einerseits die Kosten der Schlepper steigen und die Flüchtlinge einen noch höheren Preis zahlen müssen. Der Meerweg wird außerdem gefährlich da sich die Routen verschieben und länger werden.
Andererseits ist aus moralischer Sicht die Vorenthaltung des Schutzes eines sicheren Lands problematisch. Länder wie Libyen, aktuell hinsichtlich des im Januar 2008 neu geschlossenen Abkommen mit Italien, haben keine Genfer Flüchtlingskonventionen, die eine Sicherheit der Flüchtlinge garantieren würde.
Europa schottet sich ab, mit dem Argument die hohen Flüchtlingszahlen nicht bewältigen zu können und sieht die Flüchtlingszahlen als ökonomische Bedrohung an. Da hingegen gibt es Ansichten, die in Migranten allerdings ein Potenzial für die Wirtschaft sehen, zum Beispiel in Form von Arbeitskräften, die gebraucht werden können. Des weiteren gibt es Vorschläge, die die Verteilung aller Flüchtlinge auf alle europäischen Länder vorsehen so das jedes Land nur einen geringen Anteil an Flüchtlingen zu bewerkstelligen hätte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Arbeit führt in die europäische Asylproblematik ein und begründet den Vergleich zwischen Italien und Spanien als Fokus der Untersuchung.
1.1 Warum überhaupt Europa?: Es wird die historische Notwendigkeit einer gemeinsamen europäischen Politik durch den Wegfall der Binnengrenzen erörtert.
1.2 Geschichte der europäischen Migrations- und Asylgesetzgebung im Überblick: Der Abschnitt skizziert die Entwicklung von einer koordinierten Politik hin zur Vergemeinschaftung der Asylproblematik.
2. Zu den Begrifflichkeiten: Definition der zentralen Termini wie Migrationspolitik und Asylbewerber im Kontext des EU-Rechts.
2.1 Definition: Migrations- und Asylpolitik: Abgrenzung der verschiedenen Handlungsfelder innerhalb der EU-Politik.
2.2 Definition: Asylbewerber: Erläuterung der verschiedenen Schutztypen, wie etwa Flüchtlinge mit subsidiärem Schutz.
3 Warum flüchten Menschen: Analyse der Fluchtursachen und der schwierigen Umstände, die Flüchtlinge zur riskanten Überquerung des Mittelmeeres bewegen.
4. Kontroversen um das Asylthema in Europa: Diskussion über die moralischen Konflikte und den Einfluss von Nicht-Regierungs-Organisationen auf die Gesetzgebung.
4.1 Die Bedeutung des one-state-only-Prinzips: Erklärung der Drittstaatenregelung und deren Auswirkungen auf die südeuropäischen Grenzstaaten.
4.2. Debatten: Einleitung in die kritische Auseinandersetzung mit der aktuellen Handhabung der Asylthematik.
4.2.1 Melilla: Untersuchung der spezifischen Grenzproblematik an der spanischen Exklave.
4.2.2 Lampedusa: Beleuchtung der Spannungen und Menschenrechtsproblematiken auf der italienischen Insel.
4.2.3 Die Festung Europa: Kritische Reflexion der Abschottungspolitik und deren Folgen für die Flüchtlinge.
5. Italien und Spanien: Vorstellung der beiden Vergleichsländer und deren unterschiedlicher Positionen in der Asylpolitik.
5.1 Warum Italien und Spanien?: Begründung für die Auswahl der Länder aufgrund ihrer geographischen Lage und ähnlicher Migrationsströme.
5.2 Länderprofil Italien: Detaillierte Darstellung der italienischen Gesetzeslage und der Herausforderungen in der Flüchtlingssteuerung.
5.3 Länderprofil Spanien: Analyse der spanischen Ansätze inklusive des Fokus auf Regularisierungen.
5.4 Zusammenfassende Gegenüberstellung von Italien und Spanien: Synthese der Unterschiede, insbesondere hinsichtlich der Liberalität der Gesetzgebung.
6 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ansätze und Plädoyer für eine moralisch fundierte politische Strategie.
Schlüsselwörter
Asylpolitik, Migrationspolitik, Italien, Spanien, Europäische Union, Flüchtlinge, Boat People, Festung Europa, Drittstaatenregelung, Menschenrechte, Regularisierung, Grenzüberwachung, One-state-only-Prinzip, Asylverfahren, Integration.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Migrations- und Asylpolitik auf europäischer Ebene mit einem gezielten Vergleich der EU-Mitgliedstaaten Italien und Spanien.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die Geschichte der Asylgesetzgebung, die Rolle des one-state-only-Prinzips, die spezifischen Grenzproblematiken an den Außengrenzen sowie die unterschiedlichen politischen Strategien der beiden Länder.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel der Arbeit ist es, die Problematik der Migrationspolitik aus unterschiedlichen politischen Perspektiven zu beleuchten, zu vergleichen und im Fazit eine eigene Bewertung der Ansätze vorzunehmen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine vergleichende Analyse der politischen Entwicklung, der Gesetzgebung sowie der aktuellen Debatten in den untersuchten Ländern Italien und Spanien.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Einführung in Begrifflichkeiten, die Analyse von Fluchtursachen, die Diskussion europäischer Kontroversen und eine detaillierte Gegenüberstellung der Länderprofile.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselbegriffe wie Asylpolitik, Festung Europa, Boat People, Migrationssteuerung und der Vergleich von Legalisierungspraxen prägen den Inhalt.
Warum wird Spanien im Fazit als der politisch bessere Ansatz bewertet?
Der Autor argumentiert, dass Spanien durch Ansätze wie Regularisierungen weiter gedacht habe und eine Ursachenbekämpfung der Fluchtgründe nachhaltiger einschätzt als die reine Abschottung Europas.
Welche Rolle spielen die "Boat People" in dieser Arbeit?
Sie dienen als exemplarisches Beispiel für die Migrationsströme aus Afrika, die Italien und Spanien vor massive logistische und politische Herausforderungen stellen.
- Quote paper
- Marina Anna Henn (Author), 2008, Europäische Migrations- und Asylpolitik. Ein Vergleich zwischen Italien und Spanien, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/132753