Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit der Frage, ob eine sogenannte Nachhaltigkeit von Anleihen, Aktien und verwandten Instrumenten überprüfbar ist.
In den letzten Jahren haben sich nachhaltige Geldanlagen zu einem zentralen Thema und wichtigen Anlagekriterium an den Finanzmärkten entwickelt. Der Markt für diese Anlagen wächst seit mehreren Jahren überproportional im Vergleich zu konventionellen Geldanlagen. Mittlerweile existieren in fast allen Assetklassen nachhaltige Investments.
Doch wie überprüfbar sind diese sogenannten nachhaltigen Anlagen? Ziel dieser Arbeit ist es, einen Beitrag zur Beschreibung, Erklärung und Gestaltung in Bezug auf die Überprüfbarkeit nachhaltiger Geldanlagen zu liefern. Hierzu werden der gegenwärtige Zeitpunkt sowie die zentralen Herausforderungen betrachtet und eine künftige Gestaltungsempfehlung anhand empirischer Ergebnisse aufgezeigt.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Gang der Untersuchung
2. Begriffliche und theoretische Grundlagen
2.1 Was ist Nachhaltigkeit?
2.2 Definition Anleihen
2.3 Definition Aktien
2.4 Definition Fonds
2.5 Regulierungen und gesetzliche Rahmenbedingungen
3. Perspektivengetriebene Diskussion
3.1 Definition der Untersuchungsperspektiven und deren Beurteilungskriterien
3.2 Analyse aus Perspektive 1: CEO eines DAX-Konzerns
3.3 Analyse aus Perspektive 2: Fondsmanager einer Investmentgesellschaft
3.4 Analyse aus Perspektive 3: Privatanleger mit nachhaltigen Geldanlagen
3.5 Analyse aus Perspektive 4: Großinvestor mit einem Vermögen von 65 Mrd. €
3.6 Konfligierende und harmonisierende Beziehungen
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die zentrale Forschungsfrage, ob eine so genannte Nachhaltigkeit von Anleihen, Aktien und verwandten Instrumenten (Fonds) zweifelsfrei überprüfbar ist. Unter Anwendung einer perspektivengetriebenen Analyse verschiedener Marktakteure werden die Herausforderungen der Transparenz und Überprüfbarkeit nachhaltiger Investments aufgedeckt und Gestaltungsempfehlungen abgeleitet.
- Theoretische Grundlagen zur Definition von Nachhaltigkeit und Finanzinstrumenten
- Analyse der Überprüfbarkeit aus der Sicht von Unternehmensführern, Fondsmanagern, Privatanlegern und Großinvestoren
- Untersuchung von ESG-Kriterien als Grundlage für "nachhaltige" Anlageentscheidungen
- Diskussion aktueller regulatorischer Rahmenbedingungen und deren Einfluss auf die Anlegertransparenz
- Bewertung der Diskrepanz zwischen freiwilliger Berichterstattung und regulatorischem Handlungsbedarf
Auszug aus dem Buch
3.1 Definition der Untersuchungsperspektiven und deren Beurteilungskriterien
Um die Forschungsfrage – „Ist eine so genannte Nachhaltigkeit von Anleihen, Aktien und verwandten Instrumenten überprüfbar?“ - objektiv und differenziert beantworten zu können, ist zwischen den verschiedenen Perspektiven eine Diskussion durchzuführen. Um dies zu verdeutlichen, werden zuerst die unterschiedlichen Blickwinkel vorgestellt und nachfolgend durch zu vergleichenden Beurteilungskriterien ergänzt.
Untersuchungsperspektive 1 repräsentiert einen 57-jährigen CEO eines DAX-Konzerns. Der Unternehmensleiter ist schon seit zwei Jahrzehnten im Unternehmen tätig und zielt mit seinem Schaffen als CEO auf sein eigenes Lebenswerk. Als Manager im Unternehmen ist er eine angestellte Führungsperson, welche das Unternehmen von innen leitet und Vorgaben der Eigentümer von außen erhält.
Untersuchungsperspektive 2 stellt ein 39-jähriger Fondsmanager einer Investmentgesellschaft dar. In seiner täglichen Arbeit ist er für die Portfoliozusammensetzung einiger von ihm verwaltenden Nachhaltigkeitsfonds zuständig. Durch seine langjährige Erfahrung und sein Wissen besitzt er die Fähigkeit Aktien, Wertpapiere und Immobilien, im Interesse seiner Anleger auszuwählen und das Risiko bei der Auswahl weitestgehend zu beschränken.
Untersuchungsperspektive 3 beschreibt einen 35-jährigen Privatanleger, der seit mehreren Jahren in einem mittelständischen Unternehmen als Projektleiter arbeitet. Im privaten Umfeld entwickelte er eine Begeisterung für den Finanzmarkt und setzt bei Geldanlagen vor allem auf nachhaltige Investments, die neben Rendite und Risiko auch die Risiken, die mit mangelnder Berücksichtigung von Nachhaltigkeitsaspekten verbunden sind einbeziehen.
Untersuchungsperspektive 4 repräsentiert einen 88-jährigen Großinvestor, der seit vielen Jahren in der Finanzbranche tätig ist. Durch sein Know-how geht er bei seinen Investments auch gerne höhere Risiken ein. Nachhaltige Geldanlagen haben auch für ihn in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in die Problemstellung der Überprüfbarkeit nachhaltiger Geldanlagen sowie Darlegung des methodischen Vorgehens der Arbeit.
2. Begriffliche und theoretische Grundlagen: Erläuterung nachhaltiger Anlagedefinitionen, der ESG-Kriterien sowie definitorische Abgrenzung von Anleihen, Aktien und Fonds.
3. Perspektivengetriebene Diskussion: Analyse der Überprüfbarkeit nachhaltiger Anlagen aus vier unterschiedlichen Marktakteurs-Perspektiven und Gegenüberstellung ihrer Interessenkonflikte.
4. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Überprüfbarkeit nachhaltiger Geldanlagen und Forderung nach einheitlichen gesetzlichen Regulierungen.
Schlüsselwörter
Nachhaltigkeit, Anleihen, Aktien, Fonds, ESG-Kriterien, Finanzmärkte, Transparenz, Überprüfbarkeit, Sustainable Finance, Portfoliomanagement, Rendite, Risiko, institutionelle Anleger, Privatanleger, Regulierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht, ob die oft propagierte "Nachhaltigkeit" von Finanzprodukten wie Aktien, Anleihen und Fonds bei genauerer Betrachtung tatsächlich verifizierbar und transparent ist.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf die Überprüfbarkeit nachhaltiger Investments, die Rolle von ESG-Kriterien, regulatorische Anforderungen sowie die Motivationen verschiedener Finanzmarktakteure.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: „Ist eine so genannte Nachhaltigkeit von Anleihen, Aktien und verwandten Instrumenten überprüfbar?“
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Autorin wählt einen perspektivengetriebenen Ansatz, bei dem vier unterschiedliche Rollen (CEO, Fondsmanager, Privatanleger, Großinvestor) definiert und ihre gegensätzlichen oder harmonisierenden Ansichten verglichen werden.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in theoretische Grundlagen zu den Anlageklassen und eine detaillierte Diskussion der vier Untersuchungsperspektiven sowie deren Interaktionen untereinander.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Nachhaltigkeit, ESG-Kriterien, Transparenz, Überprüfbarkeit, Green Washing und Sustainable Finance geprägt.
Welche Rolle spielt der Prinzipal-Agent-Konflikt in dieser Arbeit?
Der Konflikt wird insbesondere bei der Rolle des Fondsmanagers analysiert, da dieser einerseits ein treuhänderisches Interesse für Anleger hat, andererseits jedoch durch performanceabhängige Vergütungen zu höheren Risiken oder intransparenter Datenhaltung verleitet werden könnte.
Welches Fazit zieht die Verfasserin bezüglich der gesetzlichen Lage?
Das Fazit betont, dass eine vollständige Überprüfbarkeit ohne verbindliche gesetzliche Regulierungen derzeit kaum möglich ist; daher wird nachdrücklich ein einheitlicher Standard für Sustainable Finance gefordert.
- Quote paper
- Christina Unger (Author), 2019, Ist eine Nachhaltigkeit von Anleihen, Aktien und verwandten Instrumenten überprüfbar?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1324352