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Muster der Konfliktlösung in der rot-grünen Bundesregierung

Eine Analyse von Entscheidungsprozessen in der Regierungskoalition von 1998-2003

Title: Muster der Konfliktlösung in der rot-grünen Bundesregierung

Thesis (M.A.) , 2005 , 98 Pages , Grade: 1

Autor:in: Christian Neusser (Author)

Politics - Political Systems - Germany

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Summary Excerpt Details

Nach 16 Jahren unter Kanzler Kohl bedeutete die erste rot-grüne Regierung auf Bundesebene im Jahr 1998 eine Zäsur in der Geschichte der Bundesrepublik Deutschland. Die Koalition aus SPD und Bündnis 90/Die Grünen wurde dementsprechend mit hohen Erwartungen, aber auch einem gehörigen Maß an Skepsis konfrontiert. In der politischen und wissenschaftlichen Debatte wurde alsbald vom „rot-grünen Projekt“ gesprochen. Die frühzeitig zwischen den „Projektpartnern“ eintretenden Streitigkeiten verdeutlichten jedoch den Spannungsbogen einer Koalitionsbeziehung zwischen Merkmalen der Kooperation und des Konflikts. In dieser Studie wird der Frage nachgegangen, nach welchen Mustern Konflikte in der rot-grünen Bundesregierung gelöst wurden. Angeleitet durch den akteurszentrierten Institutionalismus werden dabei Entscheidungsprozesse im Konfliktmanagement zwischen Rot-Grün analysiert, um die Handlungsweisen dieses Regierungsbündnisses besser verstehen zu können. Anhand von drei Fallstudien – dem Atomausstieg, dem Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr sowie der Agenda 2010 – werden für den Zeitraum von 1998 bis 2003 solche Muster der Konfliktlösung herausgearbeitet und darüber hinaus weiterführende Erkenntnisse über das Konfliktmanagement in Koalitionen gewonnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

1. Untersuchungsgegenstand

2. Untersuchungsansatz

3. Quellenlage und Forschungsstand

II. Die Regierungsparteien und ihre Koalitionsbeziehungen

1. SPD

2. Bündnis 90/Die Grünen

3. Koalitionsbeziehungen zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen

III. Fallstudien zur Konfliktlösung

1. Atomausstieg

1.1 Akteurskonstellationen

1.1.1 Bundesregierung

1.1.2 Koalitionsparteien

1.2 Interaktionsformen

1.2.1 Verlauf der Konfliktlösung

1.2.2 Analyse der Interaktionsformen

1.2.2.1 Hierarchische Steuerung

1.2.2.2 Verhandlungen

1.3 Zusammenfassung

2. Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr

2.1 Akteurskonstellationen

2.1.1 Bundesregierung

2.1.2 Koalitionsparteien

2.2 Interaktionsformen

2.2.1 Verlauf der Konfliktlösung

2.2.2 Analyse der Interaktionsformen

2.2.2.1 Hierarchische Steuerung

2.2.2.2 Verhandlungen

2.3 Zusammenfassung

3. Agenda 2010

3.1 Akteurskonstellationen

3.1.1 Bundesregierung

3.1.2 Koalitionsparteien

3.2 Interaktionsformen

3.2.1 Verlauf der Konfliktlösung

3.2.2 Analyse der Interaktionsformen

3.2.2.1 Hierarchische Steuerung

3.2.2.2 Verhandlungen

3.3 Zusammenfassung

IV. Schlussfolgerungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Studie analysiert die Entscheidungsprozesse und Konfliktlösungsmuster innerhalb der rot-grünen Bundesregierung zwischen 1998 und 2003, um zu verstehen, wie Koalitionsregierungen trotz der Spannungen zwischen Kooperationszwang und parteipolitischem Wettbewerb funktionsfähig bleiben.

  • Charakterisierung von Koalitionsbeziehungen im politischen System Deutschlands.
  • Analyse der innerparteilichen Strukturen von SPD und Bündnis 90/Die Grünen.
  • Untersuchung von Entscheidungsprozessen in drei zentralen Fallstudien (Atomausstieg, Afghanistan-Einsatz, Agenda 2010).
  • Kategorisierung der Interaktionsformen in „hierarchische Steuerung“ und „Verhandlung“.
  • Identifikation von Mustern der Konfliktbewältigung in Regierungsbündnissen.

Auszug aus dem Buch

1. Untersuchungsgegenstand

Regierungen in der Bundesrepublik sind in aller Regel Koalitionsregierungen. In der Geschichte der Bundesrepublik setzten sich alle bisherigen Bundesregierungen aus Koalitionen zusammen. Damit sind Koalitionsregierungen ein fester Bestandteil im politischen System Deutschlands.

Eine Koalition ist ein Zweckbündnis auf Zeit. Zwei oder mehrere Parteien schließen sich zu einem solchen Bündnis zusammen, um eine notwendige Mehrheit für eine Regierungsbildung zu erreichen. Als eine Voraussetzung für die Zusammenarbeit muss ein Grundbestand an Gemeinsamkeiten zwischen den Koalitionspartnern vorhanden sein. Die Parteien versprechen sich von einer Kooperation, dass sie gemeinsame Interessen und Ziele in der Regierungsarbeit verwirklichen können. Trotz bestehender Gemeinsamkeiten sind die Interessenlagen der Koalitionsparteien jedoch in keinem Fall deckungsgleich. Auch wenn die Koalitionsparteien ein Bündnis eingegangen sind, so stehen sie auch weiterhin im Wettbewerb um die Durchsetzung politischer Konzepte und um die Gunst der Wähler. Koalitionsbeziehungen sind daher sowohl durch Merkmale der Kooperation als auch des Wettbewerbs gekennzeichnet. Dieser Umstand verdeutlicht den Charakter einer Koalition als Zweckgemeinschaft.

In diesem Spannungsfeld aus Kooperation und Wettbewerb kommt es unweigerlich zu Konflikten zwischen den Koalitionsparteien. Das Erkenntnisinteresse dieser Studie betrifft die Frage, nach welchen Mustern Konflikte in Koalitionsregierungen gelöst werden. Es sollen dabei Entscheidungsprozesse analysiert werden, um die Handlungsweise von Regierungsbündnissen besser erklären zu können. Zu diesem Zweck werden Konfliktlösungsprozesse in der Regierungskoalition zwischen SPD und Bündnis 90/Die Grünen betrachtet. Das Ziel dieser Studie ist es, aus den Handlungsweisen der rot-grünen Koalition Muster der Konfliktlösung herauszuarbeiten. Abschließend soll der Frage nachgegangen werden, welche allgemeinen Erkenntnisse über die Konfliktbewältigung in Regierungsbündnissen aus diesen Mustern gezogen werden können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Definiert den Untersuchungsgegenstand der rot-grünen Koalition und legt den methodischen Ansatz des akteurzentrierten Institutionalismus dar.

II. Die Regierungsparteien und ihre Koalitionsbeziehungen: Charaktersiert die SPD und Bündnis 90/Die Grünen und beleuchtet deren interne Strukturen sowie die Dynamik ihres koalitionären Verhältnisses.

III. Fallstudien zur Konfliktlösung: Analysiert anhand der Fälle Atomausstieg, Afghanistan-Einsatz und Agenda 2010 die konkreten Entscheidungsprozesse und Interaktionsformen.

IV. Schlussfolgerungen: Bündelt die Erkenntnisse aus den Fallstudien und leitet allgemeine Muster für das Handeln in Koalitionsregierungen ab.

Schlüsselwörter

Koalition, rot-grüne Bundesregierung, Konfliktlösung, Entscheidungsprozesse, SPD, Bündnis 90/Die Grünen, akteurzentrierter Institutionalismus, Hierarchische Steuerung, Verhandlung, Reformpolitik, Regierungsstil, Atomausstieg, Afghanistan-Einsatz, Agenda 2010, Koalitionsmanagement.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie die rot-grüne Koalition (1998–2003) mit internen Konflikten und politischen Herausforderungen in Regierungsbündnissen umging.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Zentrum stehen die Koalitionsbeziehungen, die interne Parteistruktur von SPD und Grünen sowie die Anwendung informeller und formeller Konfliktlösungsmechanismen.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, Muster der Konfliktlösung herauszuarbeiten, die erklären, wie Koalitionsregierungen trotz divergierender Interessenlagen handlungsfähig bleiben.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin stützt sich methodisch auf den „akteurzentrierten Institutionalismus“ von Fritz Scharpf und nutzt die qualitative Methode der Fallstudien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert drei spezifische Fallstudien: den Atomausstieg, den Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr und die Einführung der Agenda 2010.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Begriffe wie Koalitionsmanagement, hierarchische Steuerung, Verhandlung, Regierungspraxis und innerparteiliche Spannungen sind für das Verständnis der Untersuchung zentral.

Welche Bedeutung kommt der „hierarchischen Steuerung“ zu?

Hierarchische Steuerung wird als ein wesentliches Machtmittel identifiziert, das insbesondere vom Bundeskanzler genutzt wurde, um Regierungsvorhaben gegen Widerstände in Partei und Fraktionen durchzusetzen.

Wie unterscheidet sich die Konfliktlösung bei den drei Fallstudien?

Die Fallstudien zeigen unterschiedliche Intensitäten und Ebenen von Konfliktlinien (Interessen- vs. Wertkonflikte), wobei der Einsatz der Vertrauensfrage bei der Agenda 2010 und dem Afghanistan-Einsatz die hierarchische Komponente besonders scharf hervorhob.

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Details

Title
Muster der Konfliktlösung in der rot-grünen Bundesregierung
Subtitle
Eine Analyse von Entscheidungsprozessen in der Regierungskoalition von 1998-2003
College
LMU Munich  (Geschwister-Scholl-Institut für Politikwissenschaft)
Grade
1
Author
Christian Neusser (Author)
Publication Year
2005
Pages
98
Catalog Number
V132256
ISBN (Book)
9783640380060
ISBN (eBook)
9783640380145
Language
German
Tags
Muster Konfliktlösung Bundesregierung Eine Analyse Entscheidungsprozessen Regierungskoalition
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Neusser (Author), 2005, Muster der Konfliktlösung in der rot-grünen Bundesregierung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/132256
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