Im Rahmen dieser Hausarbeit möchte ich die Reportage „Überleben in New York“ von Rosa von Praunheim, die 1989 in Zusammenarbeit mit dem WDR entstanden ist näher analysieren. Die deutsche Erstaus-strahlung lief am 16.07.1991 beim WDR. Uraufgeführt wurde die Reportage 1989 auf dem Filmfestival in Hof und lief 28 Wochen in Berlin im Kino. Die Reportage dauert 90 Minuten und ist vollständig, bis auf einige schwarz-weiße Fotos (beispielsweise aus dem Vietnam Krieg) in Farbe.
Um einen Überblick über die Reportage zu erhalten, werde ich erst die Grobstruktur ermitteln. Im Analyseteil versuche ich das Verhältnis von Bild- und Tonebene näher zu bestimmen, indem ich beide Ebenen separat untersuche. Ich möchte herausfinden, ob die beiden Ebenen gleichwertig ihren Teil zur Reportage beitragen oder ob vielleicht eine Ebene wichtiger für die Erzählung ist als die andere. Bei der Bildebene werde ich außerdem noch näher auf die Kameraarbeit von Jeff Preiss eingehen. Am Ende soll die Stellung des Reporters innerhalb der Reportage kurz erläutert werden.
Aufgrund der Länge der Reportage, kann im Rahmen dieser Hausarbeit vermutlich nicht auf alle Besonderheiten und Eigenarten der Reportage eingegangen werden. Deshalb versuche ich zumindest einen ersten tieferen Eindruck zu vermitteln, der noch Platz für weitere Analysen lässt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Analyse
Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Hausarbeit setzt sich zum Ziel, die Reportage „Überleben in New York“ von Rosa von Praunheim durch eine detaillierte Untersuchung der Bild- und Tonebene sowie der Grobstruktur zu analysieren, um das Verhältnis dieser Ebenen und die Rolle des Reporters zu bestimmen.
- Strukturelle Analyse der Reportage in sieben Sinnabschnitten
- Untersuchung des Verhältnisses von Bild- und Tonebene
- Kameratechnische Analyse der Arbeit von Jeff Preiss
- Analyse der Selbstdarstellung und Entwicklung der drei Protagonistinnen
Auszug aus dem Buch
Analyse
„Überleben in New York“ handelt von drei deutschen Frauen namens Claudia, Ulli und Anna, die in den 1980er Jahren nach New York gereist sind, um dort ein neues Leben zu beginnen. Claudia reiste gemeinsam mit ihrem damaligen Freund nach New York. Nach einiger Zeit gestand sie sich ein, dass sie lesbisch ist und zog daraufhin mit einer ihr damals völlig fremden Frau zusammen, mit der sie später eine Beziehung einging. Die im Film sehr naiv wirkende Ulli kam allein nach New York, bezog aber nach kurzer Zeit mit ihrem Freund gemeinsam eine Wohnung in Harlem. Die dritte Hauptperson Anna, ist zu Beginn noch nicht gebunden, doch aus Gründen der Aufenthaltsgenehmigung heiratet sie ziemlich überstürzt einen schwarzen Modedesigner. Schon kurz nach der Hochzeit trennt sie sich von ihm, um mit einem Richter zusammen zu sein, der seinen Job aufgibt um für sie eine Striptease Bar zu eröffnen.
Bevor Rosa von Praunheim mit den Dreharbeiten begann, führte er einzeln vierstündige Interviews mit den drei Frauen durch. Daraufhin drehte er „viele stumme Bilder“ und erst danach begann er genauere Fragen zu stellen. Die Dreharbeiten dauerten insgesamt vier Wochen. Zu Beginn der Reportage werden die Frauen gefragt wie sie sich New York vorstellen und welche Einstellung sie vor ihrem ersten Besuch Amerika gegenüber hatten. Auf diesen Fragen baut sich die gesamte Reportage auf und gipfelt in der Frage am Ende, ob sich die Frauen nun in New York wohlfühlen und wie ihre Zukunftspläne aussehen. Man kann diese Fragen als Leitgedanken der gesamten Reportage sehen und auf deren Antworten soll hingearbeitet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Vorstellung des Objekts der Untersuchung, der Reportage „Überleben in New York“ von Rosa von Praunheim, sowie Darlegung der Analyseziele bezüglich der Struktur, der Bild- und Tonebene und der Rolle des Reporters.
Analyse: Detaillierte Untersuchung der Reportage anhand von sieben Sinnabschnitten, wobei die persönlichen Überlebenswege der drei Frauen, ihre Beziehungen sowie die filmischen Mittel der Kameraarbeit und Tonspur analysiert werden.
Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Reportage als eines der erfolgreichsten Werke Praunheims, unterstrichen durch die Feststellung, dass die Kameraarbeit die Zuschauerrolle als Beobachter stärkt und die Struktur eine klare thematische Einteilung bietet.
Schlüsselwörter
Überleben in New York, Rosa von Praunheim, Reportage, Filmanalyse, Bildebene, Tonebene, New York, Kameraarbeit, Jeff Preiss, Dokumentation, Protagonistinnen, Lebensentwürfe, Sozialstudie, Struktur, Filmanalyse
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Hausarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Reportage „Überleben in New York“ von Rosa von Praunheim, um die filmische Umsetzung und die Lebensgeschichten der drei porträtierten deutschen Frauen in den 1980er Jahren zu verstehen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Zentrale Themen sind die Grobstruktur des Films, die filmischen Mittel wie Kamera und Ton sowie die individuelle Entwicklung und die Lebensumstände der drei Hauptdarstellerinnen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, das Verhältnis von Bild- und Tonebene zu bestimmen und zu klären, ob diese Ebenen gleichwertig sind oder eine Ebene die Erzählung stärker dominiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin verwendet eine strukturierte Analyse der Film-Grobstruktur, unterteilt die Reportage in Sinnabschnitte und führt eine separate Untersuchung der Bild- und Tonebene durch.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die inhaltliche Vorstellung der drei Frauen, die Untersuchung der Grobstruktur und die tiefgehende Analyse der Kamera- und Tonarbeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Filmanalyse, Bildebene, Dokumentarstil, Rosa von Praunheim und soziale Lebenswege charakterisieren.
Welche Rolle spielt die Kameraarbeit von Jeff Preiss für den Film?
Die Kameraarbeit nutzt Handkameras und statische Einstellungen, um dem Zuschauer ein Gefühl von Unmittelbarkeit und Authentizität zu vermitteln, als wäre er selbst als Beobachter vor Ort.
Wie unterscheidet sich die Tonebene von der Bildebene in ihrer Funktion?
Die Tonebene trägt die Lebensgeschichte durch Interviews und Kommentare, während die Bildebene häufig die Stadt New York illustriert und die Geschichten der Frauen durch „stumme Bilder“ ergänzt.
Was ist das Besondere an der Rolle des Reporters?
Der Reporter bleibt weitgehend im Hintergrund, ist nur einmal von hinten zu sehen und nur an zwei Stellen durch Fragen an die Frauen zu hören.
- Quote paper
- Anina Müller (Author), 2008, Struktur und filmische Gestaltung des Dokumentarfilms: „Überleben in New York“ , Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/131947