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Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur

Versuch einer Beschreibung mit Konzentration auf das Provenzalische

Title: Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur

Examination Thesis , 2007 , 112 Pages , Grade: 1

Autor:in: John Güldenpenning (Author)

Romance Studies - Other Languages

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Summary Excerpt Details

Geschichtliche und soziolinguistische Entwicklung des Provenzalischen in Teilen der Provence mit Feldstudienauszügen.

Dass sich Sprachen im Laufe der Geschichte stetig ändern, ist gewiss unumstritten. Doch
welche Faktoren müssen berücksichtigt werden, wenn wir die Auslöser für Sprachwandel
ergründen wollen? Zum einen stehen sicherlich Sprachkontakte im Vordergrund. Aufgrund
der Tatsache, dass Sprecher auf der Ebene der Diaphasik ihre Sprache den
Kommunikationssituationen -und Kontexten anpassen, ist es praktisch unumgänglich, dass
diese ihre Sprache sowie ihre Sprachwahl und Sprachgewohnheiten auf längere Sicht wandeln.
Einen weiteren bedeutenden Einfluss auf den Sprachwandel haben auch die
Einstellungen, welche Sprecher zu ihrer Sprache haben. Vor allem Gruppen mit
gesellschaftlich hoher Dominanz prägen sehr stark die Einstellungen zu einer Sprache. Um
sozial aufzusteigen, werden sich Sprecher gezwungenermaßen der Sprachform der sozial
Bessergestellten anpassen. Demnach kann man sagen, dass eine Sprache sich wandelt, sobald
es Veränderungen im sozialen Gefüge gibt, und somit die diastratischen Nivellierungen zum
Ausdruck kommen. So kam es zum Beispiel in Frankreich auf der diastratischen und
diaphasischen Ebene im 17. Jahrhundert zu einer Normsetzung durch eine kulturelle und
politische Elite, die diese Arbeit näher erläutern wird.
Was einen ganz besonderen Einfluss auf Sprachwandel ausüben kann, sind ferner
Regelungen und Maßnahmen auf politischer und wirtschaftlicher Ebene. Handel zwischen
zwei Regionen, deren Sprachensysteme zu distanziert voneinander sind, kann nur schwer
vollzogen werden, ohne dass es eine allgemeingültige Handels- und Verkehrssprache, eine
lingua franca oder koinè gibt, die überregionale Interkomprehensibilität sicherstellt. Dass
sprachpolitische Maßnahmen in diesen sowie in ideologischen und kulturellen
Angelegenheiten eine dominante Rolle spielen, soll einer der Hauptaspekte dieser Arbeit sein.
Ferner darf nicht vergessen werden, welche Schlagkraft medialer und technischer Wandel in
Bezug auf Sprachwandel besitzt. So spielen der Buchdruck und die modernen Medien wie das
Fernsehen, das Radio und das Internet eine ernstzunehmende Rolle.

[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung: Sprachwandel / Ziel und Aufbau der Arbeit

2. Begriffsklärungen

2.1. Bilinguismus und Diglossie

2.2. Dialekt und patois

3. Geschichte des Okzitanischen

3.1. Definitorische Vorbemerkungen: Zur Etymologie von „Okzitanisch“, „Provenzalisch“ und langue d’oc

3.2. Geschichte bis zum Jahre 600 n. Chr.

3.3. Geschichte von 600 bis 900

3.4. Die Trennung langues d’oc und langues d’oïl

3.5. Das Okzitanische und seine Dialekte

3.6. Die okzitanische Schriftsprache und das Vordringen des Französischen – Entwicklungen bis zum 15. Jahrhundert

3.7. Entwicklungen im 15. und 16. Jahrhundert und die Folgen des Edikts von Villers-Cotterêts

3.8. Entwicklungen vom 17. Jahrhundert bis zur Französischen Revolution

3.9. Die Folgen der Französischen Revolution und Entwicklungen im Napoleonischen Kaiserreich

3.9.1. Fazit: Soziolinguistische Folgen der französischen Sprachpolitik - Sprachkonflikt

3.9.2. Neuer Aufschwung für das Okzitanische

3.9.3. Die Entstehung von Widerstandsgruppen – der Félibrige als Begründer der Zweiten Renaissance

3.9.4. Antworten auf den Félibrige: Panokzitanische Sprachkodifikationen und ihre Folgen bis heute

4. Das Okzitanische im 20. Jahrhundert

4.1. Entwicklungen bis zum Zweiten Weltkrieg

4.2. Entwicklungen nach dem Zweiten Weltkrieg

4.2.1. Regionalistische Entwicklungen

4.2.2. Der provenzalische Sprachgebrauch: demo –und soziolinguistische Studien

4.2.3. Vergleich mit dem Languedokischen

4.2.4. Orale Praktiken in der Provence – persönliche Beobachtungen

4.3. Das Okzitanische im Schulwesen

5. Die okzitanische Kultur heute

5.1. Die provenzalische Kultur

5.2. Das okzitanische Theater

5.3. Die okzitanische Chanson

5.4. Die provenzalischsprachige Literatur

5.5. Das Okzitanische in den Medien

5.5.1. Die Presse

5.5.2. Das Okzitanische in den modernen Medien Radio und TV

6. Subjektive Einschätzungen und Stellungnahmen von provenzalofonen Interviewpartnern

6.1. Arbeitshypothese – Arbeitsbedingungen

6.1.1. Interview 1

6.1.2. Interview 2

6.1.3. Interview 3

6.2. Synthese der wichtigsten Aussagen der Befragten

7. Fazit: Zusammenfassung und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die historische Geschichte und die moderne soziolinguistische Dynamik der okzitanischen Sprache zu analysieren, wobei der Schwerpunkt auf dem Provenzalischen liegt. Untersucht wird dabei insbesondere, welche Faktoren – von der historischen Sprachpolitik bis zur heutigen sozioökonomischen Situation – dazu geführt haben, dass diese Regionalsprachen in Frankreich zunehmend an Bedeutung verloren haben und nur noch eine untergeordnete Rolle spielen.

  • Historische Entwicklung der langue d'oc und deren Abgrenzung zum Französischen.
  • Die Auswirkungen sprachpolitischer Maßnahmen auf das Sprachbewusstsein der Sprecher.
  • Soziolinguistische Untersuchung der gegenwärtigen Verwendung des Provenzalischen.
  • Analyse der Rolle von Minderheitensprachen im französischen Schulwesen und in den modernen Medien.
  • Gegenüberstellung von theoretischen Erkenntnissen und persönlichen Stellungnahmen von Interviewpartnern.

Auszug aus dem Buch

3.4. Die Trennung langues d’oc – langues d’oïl

Aufgrund der zeitlich nicht parallel ablaufenden Romanisierung Nord- und Südfrankreichs entstanden zwischen zirka 800 und 1300 zwei verschiedene romanische Sprachen. Die lingua d’oc (langue d’oc), das Altokzitanische in Südfrankreich und die lingua d’oïl (langue d’oïl), das Altfranzösische in Nordfrankreich, deren Sprachgrenze von Bordeaux nach Lussac, von Lussac nach Montluçon bis zum Süden des Departement Isère verläuft. Allerdings muss betont werden, dass diese Sprachtrennungslinie nur Gültigkeit in Bezug auf die Literatursprachen hat. Im Süden bejahte man mit dem Partikel oc, abgeleitet vom lateinischen hoc, im Norden mit dem Partikel oïl, vom lateinischen hoc ille.

Konsequenterweise weisen daher das Okzitanische und das Französische gravierende Unterschiede auf. So kann man auf der phonetischen Ebene anmerken, dass im Französischen das lateinische ca- einer Palatalisierung unterworfen wurde (lat. carricare > nfrz. charrier [∫]), während es im Okzitanischen, das Nordokzitanische wegen seiner geografischen Nähe ausgenommen, der lateinischen Lautung treu bleibt (okz. carrejar [ka]). Im Französischen wurde zudem ein langes e oder o in offenen, betonten Silben diphthongiert, ein auslautendes, unbetontes a wurde zu [ə] (lat. tela > nfrz. toile). Diese Entwicklung wird der im damaligen Nordfrankreich vorherrschenden Superstratsprache, dem Fränkischen, zugesprochen, woraus sich eine gewaltige Distanzierung vom Latein vollzog.

Ein weiteres Beispiel ist die häufige Elision von Personalpronomina, die im Französischen nicht vorkommt und welche dank der Nähe der okzitanischen Sprache zu den lateinischen Konjugationenformen nicht zu Missverständnissen führt (okz. Sès en vacanças?; fau / fas versus nfrz. Es-tu en vacances?; je fais / tu fais). Auch die Perfektbildung der okzitanischen Hilfsverben zu den deutschen sein und haben gleicht sich in beiden Sprachgruppen nicht, da im Okzitanischen das Perfekt von okz. èsser / èstre mit eben demselben Hilfsverb konstruiert wird und nicht mit okz. aver (nfrz. j’ai été / okz. soi estat). Was die syntaktischen Unterschiede betrifft, so schreibt man dem Okzitanischen eine weniger rigide Reihenfolge als dem Französischen zu, was sich erneut durch seine Nähe zum sehr synthetischen Latein begründen lässt. Diese wenigen Beispiele sollten ausreichen, einige bemerkenswerte Differenzen zwischen dem Französischen und dem Okzitanischen aufzuzeigen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Sprachwandel / Ziel und Aufbau der Arbeit: Erläutert die theoretischen Faktoren des Sprachwandels und legt das Ziel fest, die Dynamik der okzitanischen Dialekte zu untersuchen.

2. Begriffsklärungen: Definiert zentrale Konzepte wie Bilinguismus, Diglossie und den Unterschied zwischen Dialekt und patois im soziolinguistischen Kontext.

3. Geschichte des Okzitanischen: Dokumentiert die historische Entwicklung von der Antike bis zum 19. Jahrhundert sowie die Entstehung verschiedener Kodifizierungsbestrebungen.

4. Das Okzitanische im 20. Jahrhundert: Analysiert die Situation im Schulwesen sowie demo- und soziolinguistische Studien zur Sprachverwendung.

5. Die okzitanische Kultur heute: Beschreibt die aktuelle Präsenz der okzitanischen Kultur in Theater, Chanson, Literatur und den modernen Medien.

6. Subjektive Einschätzungen und Stellungnahmen von provenzalofonen Interviewpartnern: Wertet persönliche Interviews aus, um einen subjektiven Einblick in den Sprachgebrauch und Einstellungen der Sprecher zu gewinnen.

7. Fazit: Zusammenfassung und Ausblick: Zieht Bilanz über die Überlebenschancen des Provenzalischen und diskutiert die Möglichkeiten einer zukünftigen Entwicklung.

Schlüsselwörter

Okzitanisch, Provenzalisch, langue d'oc, Diglossie, Sprachwandel, Soziolinguistik, Sprachpolitik, Félibrige, Sprachkodifikation, Sprachgebrauch, Identität, Regionalismus, Minderheitensprachen, Frankreich, Sprachforschung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung, den aktuellen Status und die soziolinguistische Dynamik der okzitanischen Sprache, mit einem besonderen Fokus auf dem Provenzalischen in Südfrankreich.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den zentralen Themen gehören Sprachgeschichte, Soziolinguistik (insbesondere Diglossie und Bilinguismus), die Auswirkungen der französischen Sprachpolitik, Bildungswesen sowie moderne kulturelle Ausdrucksformen wie Medien und Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, die Einflüsse zu analysieren, die dazu geführt haben, dass okzitanische Dialekte heute eine untergeordnete Rolle spielen, und die Überlebenschancen der provenzalischen Sprache zu bewerten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Neben einer theoretisch-analytischen Auswertung historischer und soziolinguistischer Literatur basiert die Arbeit auf einer empirischen Komponente in Form von Interviews mit Muttersprachlern und der Analyse von soziolinguistischen Studien.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil behandelt die historische Entwicklung (von der Antike bis zum 20. Jahrhundert), Kodifizierungsversuche, die Rolle der Sprache in Medien und Bildung sowie detaillierte Interviews und eine Synthese der Erkenntnisse.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die wichtigsten Schlüsselwörter sind Okzitanisch, Provenzalisch, Soziolinguistik, Sprachpolitik, Diglossie und Sprachwandel.

Warum ist das "Schamgefühl" in Bezug auf die Sprache ein wichtiges Thema?

Das durch die französische Bildungspolitik (z.B. das Verbot von Regionaldialekten in der Schule) induzierte Schamgefühl hat über Generationen hinweg das Sprachbewusstsein geprägt, was dazu führte, dass viele Sprecher die Sprache nur noch in privaten oder intimen Kreisen verwenden.

Wie bewertet der Autor die Überlebenschancen des Provenzalischen?

Der Autor äußert sich skeptisch (mit einem klaren "Nein" zur Reversibilität) und betont, dass trotz einer starken kulturellen Verbundenheit der aktive, orale Gebrauch der Sprache stetig abnimmt, da sie kaum mehr als natürliche Verkehrssprache fungiert.

Welche Rolle spielt die "Identität" bei der Sprachpflege?

Kulturelle Identität dient als wichtiger, emotionaler Faktor, der zur Gründung von Organisationen und zur Organisation von kulturellen Veranstaltungen führt, selbst wenn der tägliche Gebrauch der Sprache selbst nur noch sehr begrenzt ist.

Excerpt out of 112 pages  - scroll top

Details

Title
Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur
Subtitle
Versuch einer Beschreibung mit Konzentration auf das Provenzalische
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg
Grade
1
Author
John Güldenpenning (Author)
Publication Year
2007
Pages
112
Catalog Number
V131912
ISBN (Book)
9783640377664
ISBN (eBook)
9783640378128
Language
German
Tags
Geschichte Dynamik Sprache Kultur Versuch Beschreibung Konzentration Provenzalische
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
John Güldenpenning (Author), 2007, Geschichte und Dynamik der okzitanischen Sprache und Kultur, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/131912
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