Diskussion einer möglichen Münzstätte der Herren von Allerstedt in der Stadt Neumark im 1. Viertel des 14.Jahrhundert
Inhaltsverzeichnis
Neumark - eine Münzstätte am Ende der Brakteatenzeit
Zur Geschichte der Stadt und der Herren von Allerstedt
Das Wappen der Allerstedter
Neumarker Brakteaten
Zielsetzung & Themen
Das Hauptziel dieser Arbeit ist die Untersuchung der historischen und wirtschaftlichen Indizien für eine eigenständige Münzprägung in der Stadt Neumark während der Brakteatenzeit unter der Herrschaft der Herren von Allerstedt.
- Historische Analyse der Herrschaftsverhältnisse der Herren von Allerstedt
- Untersuchung der urkundlich belegten Stadtrechte und Münzrechte von Neumark
- Analyse der politischen Einordnung der Allerstedter im thüringischen Adelsgefüge
- Numismatische Betrachtung möglicher Beischläge zu Erfurter Martinspfennigen
- Diskussion über heraldische Anspielungen im Münzbild als Identifikationsmerkmal
Auszug aus dem Buch
Neumarker Brakteaten
Nach o.g. Verkaufsurkunde hatte Neumark alle Voraussetzungen für einen lokalen Markt mit entsprechender Münzprägung. Stadtrecht, Marktrecht und Münzrecht waren zumindest auf dem Papier verbrieft. Und warum sollten die Herren von Allerstedt diese Rechte nicht auch genutzt haben? Nicht nur aus direkten finanziellen Interesse, sondern auch um die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Stadt zu fördern.
Allerdings kennen wir (noch) keine Münzen, die durch Umschrift oder heraldische Beizeichen eindeutig Neumark oder den Allerstedtern zuzuordnen wären. Aufgrund der Lage Neumarks im Erfurter Währungsraum können wir aber davon ausgehen, dass hier Beischläge zu den Erfurter Martinspfennigen geprägt wurden.
Eine kritische Sichtung von Brakteaten, die bisher nach Erfurt gelegt wurden, könnte sicherlich auch eine Zuweisung zu Neumark wahrscheinlich machen.
In diesem Sinne möchte ich einen Brakteaten zur Diskussion stellen.
Bei Posern Klett finden wir unter der Nummer 364 einen Erfurt zugeordneten Martinspfennig:
Erzbischof von vorn mit Palmwedel und Krummstab, am Rande vier Ringe mit Kreuz.
Eindeutige Merkmale, die eine andere Münzstätte als Erfurt ausschließen ( Erfurter Rad, Umschrift ) finden wir nicht, so dass ein dynastischer Beischlag zumindest nicht ausgeschlossen werden kann.
Interessant ist die Frage, ob es sich bei den 4 „in einen Ring eingeschlossenen Kreuze“9 um dekoratives Beiwerk handelt oder aber um eine symbolische, heraldische Anspielung auf das Allerstedter Wappen.
Zusammenfassung der Kapitel
Neumark - eine Münzstätte am Ende der Brakteatenzeit: Einführung in die Thematik der möglichen Münzprägung in Neumark im 14. Jahrhundert basierend auf einer Verkaufsurkunde von 1326.
Zur Geschichte der Stadt und der Herren von Allerstedt: Detaillierte Darstellung der Herkunft und politischen Bedeutung der Herren von Allerstedt sowie deren Rolle in den kriegerischen Auseinandersetzungen im mittelalterlichen Thüringen.
Das Wappen der Allerstedter: Kurze Untersuchung der heraldischen Identität der Allerstedter Linie anhand von Siegeln und Wappenbeschreibungen.
Neumarker Brakteaten: Untersuchung der numismatischen Hinweise auf eine lokale Münzprägung und Diskussion über die Zuschreibung spezifischer Martinspfennig-Varianten an die Münzstätte Neumark.
Schlüsselwörter
Neumark, Brakteaten, Herren von Allerstedt, Münzprägung, Thüringen, Mittelalter, Martinspfennig, Stadtrecht, Münzrecht, Numismatik, Siegelkunde, Beischlag, Adelsgeschichte, 14. Jahrhundert, Erfurter Währungsraum
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?
Die Arbeit untersucht die historische Plausibilität und die numismatischen Indizien dafür, dass in der Stadt Neumark während der Brakteatenzeit eine eigene Münzprägung stattfand.
Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?
Die zentralen Felder sind die regionale Adelsgeschichte Thüringens, die Rechtsgeschichte der Stadt Neumark sowie die spezifische numismatische Forschung zu Brakteaten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, auf Basis urkundlicher Belege über Münzrechte und durch die Analyse numismatischer Merkmale eine wissenschaftliche Diskussion über die Existenz einer Neumarker Münzstätte anzustoßen.
Welche wissenschaftliche Methode wird angewandt?
Es wird eine quellenkritische historische Analyse durchgeführt, die historische Urkunden mit numismatischen Objekten (Brakteaten) und heraldischen Siegeln vergleicht.
Was steht im inhaltlichen Hauptteil im Fokus?
Der Hauptteil befasst sich mit der Aufarbeitung der Geschichte der Herren von Allerstedt und der Analyse der Verkaufsurkunde von 1326 sowie der Untersuchung potenzieller Neumarker Münzprägungen.
Welche Begriffe charakterisieren die Arbeit am besten?
Neumark, Brakteaten, Herren von Allerstedt, Münzrecht und die historische Verknüpfung zum Erfurter Währungsraum sind die entscheidenden Charakteristika.
Welche Rolle spielt der Weissenfelser Vertrag von 1249 für die Argumentation?
Der Vertrag dient als Beweis für die politische Bedeutung der Herren von Allerstedt als Vasallen, was ihre Fähigkeit und Stellung zur Ausübung eigener Münzrechte untermauert.
Wie begründet der Autor die Vermutung einer Münzprägung in Neumark?
Der Autor argumentiert mit der Existenz verbriefter Stadtrechte und der wirtschaftlichen Notwendigkeit für die Herren von Allerstedt, ihre eigene Position zu stärken, sowie mit der Interpretation spezifischer Symbole auf Erfurter Martinspfennigen.
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- uwe risch (Author), 2009, Neumark - eine Münzstätte am Ende der Brakteatenzeit, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/131886