Leistungssport ohne gesundheitliches Risiko ist nur schwer vorstellbar. Unter der polarisierenden Fragestellung "Leistungssport oder Gesundheit?" soll in dieser Arbeit den geschlechtsspezifischen Motiven nachgegangen werden, warum Frauen, die bereits unter gesundheitlichen Beschwerden leiden, weiterhin ein leistungssportliches Training absolvieren. Dieses Phänomen, das in der Wissenschaft als "playing hurt" bezeichnet wird, beschreibt das Teilnehmen an Wettkämpfen trotz Schmerzen oder Verletzungen und das in Kauf nehmen von schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Leistungssport
3 Körperliche und psychische Gesundheit im Leistungssport
4 Beispiel einer sportspezifischen Erkrankung: „female athlete triad“
4.1 Störungen im Essverhalten
4.2 Amenorrhö
4.3 Osteoporose
5 „Playing hurt“ bei Frauen
6 Geschlechtsspezifische Motive im Leistungssport
7 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht das gesundheitliche Spannungsfeld im Leistungssport mit einem Fokus auf das Phänomen des "playing hurt" bei Athletinnen, die von der "female athlete triad" betroffen sind, und analysiert die geschlechtsspezifischen Motive hinter diesem gesundheitsgefährdenden Verhalten.
- Analyse der gesundheitlichen Risiken im Spitzensport
- Untersuchung der "female athlete triad" (Essstörung, Amenorrhö, Osteoporose)
- Definition und Hintergründe des "playing hurt"-Phänomens bei Frauen
- Exploration geschlechtsspezifischer Motive und psychologischer Erfolgsfaktoren
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Leistungssport ohne gesundheitliches Risiko ist nur schwer vorstellbar. Unter der polarisierenden Fragestellung „Leistungssport oder Gesundheit?“ soll in dieser Arbeit den geschlechtsspezifischen Motiven nachgegangen werden, warum Frauen, die bereits unter gesundheitlichen Beschwerden leiden, weiterhin ein leistungssportliches Training absolvieren. Dieses Phänomen, das in der Wissenschaft als „playing hurt“ bezeichnet wird, beschreibt das Teilnehmen an Wettkämpfen trotz Schmerzen bzw. Verletzungen und das in Kauf nehmen von schwerwiegenden gesundheitlichen Folgen.
Zuerst wird dazu der Begriff des Leistungssports definiert, um einen gesellschaftlichen Rahmen des Milieus zu ziehen. Darauf folgen soll eine kurze Darstellung des Gesundheitsdilemmas: Einerseits ist ein gesunder Körper die Voraussetzung, um überhaupt am Leistungssport teilnehmen zu können. Andererseits ist die körperliche und psychische Belastung im Leistungssport so hoch, dass die Gesundheit dort immer riskiert wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in das Spannungsfeld zwischen Leistungssport und Gesundheit sowie Vorstellung der zentralen Fragestellung zum Phänomen des "playing hurt".
2 Leistungssport: Definition des Leistungssportbegriffs und Erläuterung der damit verbundenen Anforderungen, extremen Belastungen und disziplinierten Lebensweisen.
3 Körperliche und psychische Gesundheit im Leistungssport: Analyse der gesundheitlichen Risiken und des Dilemmas zwischen Leistungsdruck und der Notwendigkeit körperlicher sowie psychischer Integrität.
4 Beispiel einer sportspezifischen Erkrankung: „female athlete triad“: Detaillierte Betrachtung der drei Komponenten Essstörung, Amenorrhö und Osteoporose, die insbesondere bei Athletinnen in sogenannten "Leanness Sports" auftreten.
4.1 Störungen im Essverhalten: Erläuterung der verschiedenen Ausprägungen von Essstörungen, von "nicht spezifizierten Formen" bis hin zur Anorexia athletica, motiviert durch den Wunsch nach einem leistungsoptimierten Körper.
4.2 Amenorrhö: Untersuchung der sportbedingten Dysfunktionen des Menstruationszyklus als physiologische Reaktion auf chronische Mangelernährung und exzessive Belastung.
4.3 Osteoporose: Beschreibung des verlustreichen Knochenumbaus als Folge des Östrogenmangels und der unzureichenden Nährstoffversorgung im Rahmen der Triade.
5 „Playing hurt“ bei Frauen: Analyse des Phänomens der Schmerzverdrängung und Risikobereitschaft bei Athletinnen trotz bekannter körperlicher Beeinträchtigungen.
6 Geschlechtsspezifische Motive im Leistungssport: Darstellung psychologischer Motivationsstrukturen wie Leistungsmotiv, Machtmotiv und Anschlussmotiv als Treiber für risikobereites Sportverhalten.
7 Fazit: Zusammenfassende Bewertung der Ergebnisse unter Einbeziehung von Modellen wie der Bedürfnispyramide nach Maslow, um das paradoxe Risikoverhalten der Athletinnen zu erklären.
Schlüsselwörter
Leistungssport, Gesundheit, female athlete triad, Essstörungen, Amenorrhö, Osteoporose, playing hurt, Leistungsdruck, Sportpsychologie, Motivation, Körperbild, Anorexia athletica, Risikokultur, Sportlerinnen, Spitzensport.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht das kritische Gesundheitsdilemma von Athletinnen im Leistungssport, die trotz gesundheitlicher Probleme ihre sportliche Laufbahn fortsetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Themen sind das Gesundheitsrisiko im Spitzensport, die "female athlete triad", das Phänomen "playing hurt" und die psychologischen Motive zur Leistungssteigerung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Die Arbeit hinterfragt, warum Sportlerinnen, die von der "female athlete triad" betroffen sind, ihre Gesundheit wissentlich gefährden und ihr Training trotz Schmerzen unverändert weiterführen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die vorliegende Arbeit stützt sich auf eine theoretische Literaturanalyse aktueller sportwissenschaftlicher und psychologischer Studien.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Definition von Leistungssport, die medizinische Analyse der Triade-Komponenten und die psychologische Aufarbeitung von Motivationsmodellen bei Athletinnen.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk am besten?
Leistungssport, female athlete triad, Schmerzrisiko, Leistungspsychologie und Essstörungen im Sport.
Warum spielt die "female athlete triad" eine so große Rolle?
Sie ist ein prominentes Beispiel für sportspezifische Erkrankungen, bei denen körperliche Belastung, Ernährung und Gesundheit in einem gefährlichen Ungleichgewicht zueinander stehen.
Welche Rolle spielt die Bedürfnispyramide nach Maslow?
Sie verdeutlicht paradoxerweise, warum Athletinnen Bedürfnisse nach gesellschaftlicher Anerkennung und Selbstverwirklichung über ihre basalen Sicherheits- und Gesundheitsbedürfnisse stellen.
- Arbeit zitieren
- Isabel Bohn (Autor:in), 2019, Leistungssport oder Gesundheit? "Playing hurt", "female athlete triad" und geschlechtsspezifische Motive, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1318422