Die Arbeit widmet sich folgenden Fragen: Welche Bedeutung hat die Verbreitung eines Schönheitsideals für die Selbstdarstellung von Nutzerinnen auf Instagram? Welche Rolle spielen dabei Influencerinnen? Wie stellen sich Nutzerinnen auf Instagram dar? Zunächst wird Instagram und dessen Konzept beschrieben, um nachvollziehen zu können, wie die App Selbstdarstellungen beeinflussen kann.
Im nächsten Schritt sollen Selbstdarstellungen auf Instagram analysiert werden. Dieser Punkt wird untergliedert in die virtuelle Selbstdarstellung heranwachsender Mädchen und die Selbstdarstellung der Influencerinnen. Anschließend werden die Auswirkungen auf Nutzerinnen betrachtet. Anhand der negativen Auswirkungen auf die Gesellschaft wird hier die Bedeutung der Thematik erkenntlich.
Ein königliches Gewand, perfekt inszenierte Posen und ein selbstbewusstes Auftreten sind Charakteristika der Ölgemälde, in denen sich der französische Sonnenkönig Louis XIV um 1700 selbst abbilden ließ. Diese prunkvollen Darstellungen wurden ausschließlich von König*innen, Adeligen oder Künstler*innen verwendet, um ihre Macht zu demonstrieren. Schon damals wurde das makellose Auftreten nach außen als wichtig empfunden.
Heute, etwa drei Jahrhunderte später, sind kaum Unterschiede in der Art, wie sich Personen darstellen, ersichtlich. Die Ölgemälde der damaligen Zeit wurden in der Digitalisierung durch Medien wie Fotografie, Film und Fernsehen, die zudem Ideale schnell distribuieren, ersetzt. Insbesondere das Schönheitsideal von Frauen hat sich über die Zeit verändert und entspricht heutzutage einem zunehmend schlankeren Körper. Mit dem Hinzukommen des Smartphones und Apps wie Facebook, Snapchat und Instagram wurden für Frauen die Möglichkeiten erweitert, sich selbst zu inszenieren. Auch Influencerinnen sind auf diesen Apps, vor allem Instagram, präsent.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Das Konzept von Instagram
3 Selbstdarstellungen auf Instagram
3.1 (Virtuelle) Selbstdarstellung heranwachsender Mädchen auf Instagram
3.2 Selbstdarstellung von Influencerinnen auf Instagram
4 Auswirkungen auf Nutzerinnen
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Selbstdarstellung von Nutzerinnen auf der Social-Media-Plattform Instagram und analysiert dabei kritisch, welche Rolle Influencerinnen als Identitätsstifterinnen und Vorbilder in diesem Prozess einnehmen.
- Struktur und Funktionsweise von Instagram
- Virtuelle Selbstinszenierung heranwachsender Mädchen
- Einfluss von Influencerinnen auf die Selbstwahrnehmung
- Psychologische Auswirkungen wie Körperunzufriedenheit und Schönheitsideale
- Spannungsfeld zwischen inszeniertem "Schein" und medialer "Realität"
Auszug aus dem Buch
3.1 (Virtuelle) Selbstdarstellung heranwachsender Mädchen auf Instagram
Der Begriff der Selbstdarstellung hängt stark mit der Persönlichkeit eines Menschen zusammen, das heißt dem Verhalten und die Wirkung auf andere (Winter, 2016). Der Mensch stimmt seine Darstellung daher auf Wahrnehmungen, Beurteilungen und Bewertungen der Mitmenschen ab. Um sich jedoch möglichst positiv zu präsentieren, wird durch die Hervorhebung positiver Merkmale versucht, negative Merkmale eines Selbst in den Hintergrund zu drängen (ebd., 2016).
Hierbei ist die virtuelle Selbstdarstellung von großer Bedeutung, da sie Nutzerinnen ermöglicht, ungewollte Eigenschaften durch Bearbeitungsfunktionen oder Filtern von Instagram zu retuschieren (Winter, 2016). Eine Face-to-Face-Untersuchung im Rahmen einer Mehrthemenbefragung zeigte zum Beispiel, dass ein Drittel der Jugendlichen Filter vor dem Hochladen ihrer Fotos benutzen. Mädchen benutzen mit einer Quote von 49% jedoch häufiger Filter als Jungen (27%) (Götz, 2019b). So ist es ihnen möglich das erwünschte Ideal zu kreieren und anderen zu gefallen (Jun, 2022). Denn durch Instagrams Funktionen wie dem Liken, Kommentieren und Teilen, erhoffen sich Nutzerinnen Aufmerksamkeit und Bestätigung der Identität (ebd., 2022).
Die virtuelle Darstellung auf Instagram ermöglicht zudem die eigene Identität zu präsentieren und sie zu entfalten (Riesmeyer et al., 2021). Das Spielen mit Identitätsfacetten ist zwar essenziell für die Weiterentwicklung von Jugendlichen, wobei vor allem soziales Feedback wichtig ist, um sich selbst besser einschätzen zu können (Kneidinger-Müller, 2016). Dem gegenüber steht jedoch der Aspekt, dass Nutzerinnen dadurch dazu neigen könnten mehr „Schein als Sein“ zu präsentieren. In der selben Studie von Götz gibt die 15-jährige Lara beispielsweise zu: „Ich habe auch eine App, mit der kann ich auch meine Beine verlängern, was ich manchmal mache“‘ (Götz, 2019b). Durch ihre Aussage wird ersichtlich, dass die Optimierung von Körperproportionen als wichtig erscheint und die Darstellung somit nicht mehr der Realität entspricht.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Entwicklung der Selbstdarstellung ein, leitet zum Fokus auf Instagram über und formuliert die Forschungsfrage bezüglich der Darstellung von Nutzerinnen und der Rolle von Influencerinnen.
2 Das Konzept von Instagram: Das Kapitel erläutert die technischen Grundfunktionen der App, wie das Erstellen von Profilen, das Teilen von Inhalten sowie die Bedeutung der Interaktion durch Filter und Feedback-Optionen.
3 Selbstdarstellungen auf Instagram: Dieses Kapitel analysiert die psychologischen und sozialen Aspekte der virtuellen Identitätspräsentation, wobei explizit auf Jugendliche und die steuernde Wirkung von Influencerinnen eingegangen wird.
3.1 (Virtuelle) Selbstdarstellung heranwachsender Mädchen auf Instagram: Hier liegt der Fokus auf der Nutzung von Filtern und Bearbeitungstools durch Mädchen zur Erreichung sozialer Ideale sowie der daraus resultierenden Diskrepanz zwischen realer Identität und digitaler Inszenierung.
3.2 Selbstdarstellung von Influencerinnen auf Instagram: Dieses Kapitel untersucht, wie Influencerinnen durch gezieltes Selbst-Marketing ein authentisches, aber oft perfektioniertes Bild von sich erzeugen, das als Identitätsanker für ihre Follower dient.
4 Auswirkungen auf Nutzerinnen: Dieses Kapitel beleuchtet die negativen Konsequenzen der ständigen Vergleiche mit idealisierten Körperbildern, einschließlich psychischer Belastungen wie Essstörungen oder Minderwertigkeitsgefühlen.
5 Fazit: Die Arbeit fasst zusammen, dass Influencerinnen die Identitätsentwicklung junger Nutzerinnen durch verzerrte Schönheitsideale negativ beeinflussen können und plädiert abschließend für medienpädagogische Initiativen.
Schlüsselwörter
Instagram, Selbstdarstellung, Influencerinnen, Körperbild, Identitätsbildung, Soziale Medien, Schein und Sein, Schönheitsideal, Jugendliche, Medienwirkung, Filter, digitale Inszenierung, Essstörungen, Online-Verhalten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der digitalen Selbstinszenierung von Nutzerinnen auf der Plattform Instagram und untersucht das Spannungsfeld zwischen authentischer Identität und der durch soziale Medien geförderten Darstellung von vermeintlicher Perfektion.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Untersuchung?
Die Schwerpunkte liegen auf der Funktionsweise von Instagram, der psychologischen Motivation hinter der Selbstpräsentation, dem Einfluss von Influencerinnen auf die Nutzerinnen und den potenziellen gesundheitlichen Folgen für Letztere.
Was ist die primäre Forschungsfrage des Autors?
Die Kernfrage lautet, wie sich Nutzerinnen auf Instagram inszenieren und welche spezifische Rolle Influencerinnen bei der Bildung von Identitäten sowie der Beeinflussung von Schönheitsnormen spielen.
Welche wissenschaftliche Methodik wurde in dieser Arbeit angewendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Literaturanalyse und der Auswertung bestehender Studien, um die Zusammenhänge zwischen medienvermittelten Körperidealen und dem Verhalten von Nutzerinnen zu veranschaulichen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil erfolgen die Beschreibung des Instagram-Konzepts, die Analyse der virtuellen Selbstdarstellung bei jungen Mädchen, die Strategien von Influencerinnen zur Selbstvermarktung sowie eine Diskussion der Auswirkungen auf die psychische Gesundheit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren das Werk am besten?
Die wichtigsten Schlagworte sind Instagram, Selbstdarstellung, Identitätsbildung, Schönheitsideale, digitale Inszenierung, Influencerinnen und Medienwirkung.
Warum neigen Nutzerinnen laut der Untersuchung vermehrt dazu, den "Schein" über das "Sein" zu stellen?
Die Autorin argumentiert, dass der Wunsch nach sozialem Feedback, Likes und der Bestätigung durch andere dazu führt, dass Nutzerinnen mithilfe von Filtern und Bearbeitungstools ihre Identität optimieren, um einem gesellschaftlich konstruierten Ideal näherzukommen.
Welche Rolle spielen Influencerinnen konkret bei Essstörungen?
Laut den zitierten Studien vermitteln Influencerinnen durch perfekt inszenierte Bilder unerreichbare Körpermaße. Diese ständige Konfrontation kann bei anfälligen Nutzerinnen Minderwertigkeitsgefühle sowie körperliche Unzufriedenheit auslösen, was in der Arbeit mit der Entstehung von Anorexie oder Bulimie in Verbindung gebracht wird.
- Arbeit zitieren
- Helin Eroglu (Autor:in), 2022, Selbstdarstellung von Frauen auf Instagram. Ein kurzer Überblick zum Einfluss von Influencerinnen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1316006