Die nachfolgende Hausarbeit wird sich dem Aspekt der schulischen Leseförderung in der Sekundarstufe I widmen. Es soll die Komplexität des Lese- und Texterschließungsprozesses erarbeitet und in diesem Kontext Lesekompetenz und Lesemotivation als Leitbegriffe in den Blick genommen, terminologisch aufgearbeitet und auf ihre Förderung hin untersucht werden. Dabei ist das Hauptanliegen dieser Arbeit, effektive didaktische Zugangswege beziehungsweise Fördermöglichkeiten zu erörtern, die sowohl die Lesekompetenz als auch die Lesemotivation von Schülerinnen und Schülern in der Sekundarstufe I verbessern können. Dabei gilt es, die anvisierte Zielgruppe entsprechend zu berücksichtigen, denn in der Sekundarstufe I stehen Lehrkräfte vor einer besonderen Herausforderung: „Die Lehrperson muss allen gerecht werden; sie wird Maßnahmen ergreifen, welche die Lesefähigkeit steigern und solche, die der Erschließung pragmatischer und literarischer Texte in unterschiedlichen Medien dienen.“
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theoretischer Hintergrund und Standortbestimmung
2.1 Terminologie und Lesen als Prozess
2.2 Begründung des Förderbedarfs
3. Die effektive Förderung von Lesekompetenz und Lesemotivation
3.1 Allgemeine Aspekte eines förderliche Leseunterrichts
3.2 Zwei besonders förderliche Aspekte – Strategievermittlung sowie Handlungs- und Produktionsorientierung
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, effektive didaktische Zugangswege und Fördermöglichkeiten für den Deutschunterricht in der Sekundarstufe I zu identifizieren, um sowohl die Lesekompetenz als auch die Lesemotivation von Schülern nachhaltig zu verbessern.
- Analyse der theoretischen Grundlagen von Lesekompetenz und Lesemotivation.
- Empirische Begründung des Förderbedarfs an deutschen Schulen mittels Standortbestimmung.
- Untersuchung allgemeiner Aspekte eines förderlichen Lese- und Literaturunterrichts.
- Erläuterung der systematischen Vermittlung von Lesestrategien.
- Darstellung des handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterrichts als Brücke zwischen Lese- und Schreibdidaktik.
Auszug aus dem Buch
3.2 Zwei besonders förderliche Aspekte – Strategievermittlung sowie Handlungs- und Produktionsorientierung
Bei der Auseinandersetzung mit der Förderung von Lesekompetenz und Lesemotivation wurden zwei Aspekte in der relevanten Forschungsliteratur immer wieder als besonders wirksame Förderelemente herausgestellt, die vor allem dem dritten von Philipp benannten Problembereich entgegenwirken könnten, nämlich die systematische Vermittlung von Lesestrategien sowie die Handlungs- und Produktionsorientierung im Rahmen des Literaturunterrichts. Daher soll auf diese nun noch einmal gesondert eingegangen werden.
Zunächst zur Leistung und systematischen Vermittlung von Lesestrategien. Das Nomen Strategie stammt ursprünglich aus der Kriegsführung. Im Krieg geht es bekanntlich darum, aus verschiedenen Manövern bzw. Techniken situationsadäquat diejenigen auszuwählen, die der agierenden Partei dabei helfen, am Ende siegreich zu sein. Ähnlich lassen sich Lesestrategien betrachten. Die/der Stratege/in ist hier jedoch kein/e Feldherr/in oder ähnliches, sondern die Leserin bzw. der Leser. Es stehen der/dem Leser/in nach entsprechender Vermittlung verschiedene Lesetechniken, wie z.B. den Text überfliegen, unterstreichen und markieren oder Randnotizen machen etc., zur Verfügung. Der/die Leser/in muss nun die passenden Techniken auswählen und sich daraus eine Strategie basteln, mit der das Ziel der Texterschließung gelingen kann: „Solche Lesetechniken werden erst dadurch zu Lesestrategien, dass sie in einer Handlungssituation bewusst dazu eingesetzt werden, um ein spezifisches Leseziel zu erreichen.“36 Über die Effektivität der Vermittlung und des Einsatzes von Lesestrategien besteht weitgehend Konsens37, doch gerade ihre Vermittlung ist eine lange und schwierige Aufgabe sowohl für Lernende als auch für Lehrende.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Bedeutung des Lesens als zentrale Kulturtechnik und stellt das Forschungsziel dar, Fördermöglichkeiten für Lesekompetenz und Lesemotivation in der Sekundarstufe I zu erörtern.
2. Theoretischer Hintergrund und Standortbestimmung: Dieses Kapitel klärt die Leitbegriffe Lesekompetenz und Lesemotivation und begründet den dringenden Förderbedarf an deutschen Schulen anhand von PISA-Ergebnissen und aktuellen Studien.
3. Die effektive Förderung von Lesekompetenz und Lesemotivation: Hier werden konkrete didaktische Wege für den Leseunterricht aufgezeigt, insbesondere durch die Vermittlung von Lesestrategien sowie handlungs- und produktionsorientierte Ansätze.
4. Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick: Die Arbeit resümiert, dass individuelle, systematische Leseförderung notwendig ist und appelliert an Lehrkräfte, diese Aspekte stärker in den Schulalltag zu integrieren.
Schlüsselwörter
Lesekompetenz, Lesemotivation, Leseförderung, Sekundarstufe I, Deutschunterricht, Lesestrategien, Leseerziehung, Textverstehen, Literaturdidaktik, Mehrebenenmodell, Handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht, Leseselbstkonzept, Sprachschulung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Grundlagen der Lesekompetenz und Lesemotivation und untersucht, wie diese im Deutschunterricht der Sekundarstufe I effektiv gefördert werden können.
Welche zentralen Themenfelder stehen im Mittelpunkt?
Die Arbeit befasst sich schwerpunktmäßig mit den Definitionen von Lesekompetenz, dem Zusammenhang mit Lesemotivation, der Standortbestimmung des aktuellen Leseverhaltens bei Jugendlichen und didaktischen Förderkonzepten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Hauptanliegen ist es, didaktische Zugangswege aufzuzeigen, die über reines Abprüfen hinausgehen und durch Strategievermittlung sowie Handlungsorientierung die Lesefähigkeiten der Schüler verbessern.
Welche wissenschaftliche Methode liegt der Arbeit zugrunde?
Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche und didaktische Facharbeit, die aktuelle Forschungsergebnisse und Konzepte, wie das Mehrebenenmodell des Lesens, theoretisch aufarbeitet und in den schulpraktischen Kontext einordnet.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Begründung des Förderbedarfs und eine detaillierte Auseinandersetzung mit wirksamen Förderelementen, namentlich Lesestrategien und dem handlungs- und produktionsorientierten Literaturunterricht.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die inhaltliche Ausrichtung?
Zentrale Begriffe sind Lesekompetenz, Lesemotivation, Lesestrategien, handlungs- und produktionsorientierter Literaturunterricht und die nachhaltige Förderung im Schulalltag.
Welche Bedeutung hat das Mehrebenenmodell des Lesens nach Rosebrock und Nix in dieser Arbeit?
Es dient als theoretisches Gerüst, um Lesen nicht nur als kognitive Fähigkeit zu verstehen, sondern auch die Subjektebene (Motivation/Selbstkonzept) und soziale Ebene des Lesens für Lehrkräfte greifbar zu machen.
Warum wird der "Handlungs- und produktionsorientierte Literaturunterricht" als besonders wirksam hervorgehoben?
Weil dieser Ansatz die Lernenden vom passiven Konsumenten zum aktiven Gestalter macht, was kognitive und affektive Fähigkeiten gleichermaßen fördert und dadurch die Lesemotivation nachhaltig stärkt.
- Arbeit zitieren
- Master of Education Oliver Fröhlich (Autor:in), 2021, Lesen lehren will gelernt sein. Zur Förderung von Lesekompetenz im Deutschunterricht der Sekundarstufe I, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1315551