Sirenen sind in der griechischen Mythologie, in den Erzählungen Homers, Wesen, die vorbeifahrende Seeleute mit ihrem Gesang verführten. Die Seeleute segelten daraufhin zu den Sirenen und zerschellten mit ihren Booten an den Klippen.
Ich möchte nun in meinem Aufsatz Ornamente und Muster auf Verführung hin untersuchen. Inwieweit verführen sie, wie die Sirenen?
Muster haben etwas Verführerisches. Wenn man sie anschaut verliert man sich in ihnen, wenn eine Mustertapete im Raum ist, ertappt man sich ständig dabei darauf zu gucken und mit den Augen den Formen des Musters zu folgen. Sind Muster „optische Sirenen“?
Inhaltsverzeichnis
- Sind Ornamente „optische Sirenen“?
- Verführung durch Ornamente
- Muster und Ordnungssinn
- Industrialisierung und Ornamente
- Redundanz und Extrapolation
- Nachbilder und Muster
- Beispiele aus der Literatur
- Fazit
- Literaturverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Der Aufsatz untersucht die Verführungskraft von Ornamenten und Mustern. Er analysiert, inwiefern Ornamente, ähnlich wie die Sirenen der griechischen Mythologie, Menschen in ihren Bann ziehen und verführen können. Der Aufsatz beleuchtet die historische Entwicklung der Wahrnehmung von Ornamenten, die Rolle des Ordnungssinns und der Industrialisierung sowie die psychologischen Mechanismen der Musterwahrnehmung.
- Verführungskraft von Ornamenten
- Wahrnehmungspsychologische Aspekte von Mustern
- Historische Entwicklung der Ornamentik
- Rolle der Industrialisierung
- Vergleich mit der Sirenen-Mythologie
Zusammenfassung der Kapitel
- Der Aufsatz beginnt mit der Frage, ob Ornamente als „optische Sirenen“ betrachtet werden können, die Menschen in ihren Bann ziehen. Er stellt die These auf, dass Muster eine verführerische Wirkung haben, die auf den Ordnungssinn des Menschen zurückzuführen ist.
- Der Autor beleuchtet die historische Entwicklung der Wahrnehmung von Ornamenten und zeigt, wie sie in verschiedenen Epochen unterschiedlich bewertet wurden. Er verweist auf die Ablehnung von Ornamenten in der Klassik und die Begeisterung für sie in Epochen wie dem Barock oder der Op-Art.
- Der Aufsatz analysiert die psychologischen Mechanismen der Musterwahrnehmung. Er erklärt, wie der menschliche Wahrnehmungsapparat mit Redundanz und Extrapolation arbeitet und wie Muster durch Brüche und Helligkeitskontraste eine flackernde oder schlüpfrige Wirkung erzeugen können.
- Der Autor präsentiert Beispiele aus der Literatur, die die Verführungskraft von Mustern beschreiben. Er zitiert Christian Morgenstern und Oskar Wilde, die die Auswirkungen von Mustern auf die menschliche Psyche beleuchten.
Schlüsselwörter
Die Schlüsselwörter und Schwerpunktthemen des Textes umfassen Ornamente, Muster, Verführung, Wahrnehmungspsychologie, Ordnungssinn, Industrialisierung, Sirenen-Mythologie, Op-Art, Redundanz, Extrapolation, Nachbilder, Literaturbeispiele.
Häufig gestellte Fragen
Warum werden Ornamente als "optische Sirenen" bezeichnet?
In Anlehnung an die Sirenen der Mythologie, die Seeleute verführten, besitzen Ornamente und Muster eine verführerische Kraft, die den Blick fesselt und den Betrachter dazu bringt, sich in den Formen zu verlieren.
Welche Rolle spielt der menschliche "Ordnungssinn" bei Mustern?
Muster sprechen unseren natürlichen Drang an, Strukturen und Ordnung in der Umwelt zu erkennen. Das Gehirn nutzt Redundanz und Extrapolation, um Muster fortzusetzen, was eine beruhigende oder faszinierende Wirkung haben kann.
Wie beeinflussen Helligkeitskontraste die Wahrnehmung von Ornamenten?
Starke Kontraste oder Brüche in Mustern können eine flackernde oder "schlüpfrige" Wirkung erzeugen, wie sie besonders in der Op-Art (Optical Art) genutzt wird, um das Auge zu täuschen.
Wie veränderte die Industrialisierung die Bedeutung von Ornamenten?
Durch die industrielle Fertigung wurden Ornamente zu Massenware. Dies führte historisch zu Debatten über den Wert von Dekoration, wobei einige Epochen (wie die Klassik) sie ablehnten, während andere sie feierten.
Gibt es literarische Beispiele für die Wirkung von Mustern?
Ja, Autoren wie Oscar Wilde oder Christian Morgenstern haben in ihren Werken beschrieben, wie Muster auf die menschliche Psyche wirken und den Geist beeinflussen können.
Was versteht man unter "Redundanz" in der Musterwahrnehmung?
Redundanz bedeutet Wiederholung. In Mustern hilft sie dem Auge, Informationen schneller zu verarbeiten, da das Gehirn vorhersagen kann, wie die Form weitergeht.
- Arbeit zitieren
- Ursula Mock (Autor:in), 2004, Sind Ornamente "optische Sirenen"?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130968