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Sind Ornamente "optische Sirenen"?

Titel: Sind Ornamente "optische Sirenen"?

Essay , 2004 , 6 Seiten , Note: gut

Autor:in: Ursula Mock (Autor:in)

Kunst - Allgemeines, Kunsttheorie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Sirenen sind in der griechischen Mythologie, in den Erzählungen Homers, Wesen, die vorbeifahrende Seeleute mit ihrem Gesang verführten. Die Seeleute segelten daraufhin zu den Sirenen und zerschellten mit ihren Booten an den Klippen.
Ich möchte nun in meinem Aufsatz Ornamente und Muster auf Verführung hin untersuchen. Inwieweit verführen sie, wie die Sirenen?

Muster haben etwas Verführerisches. Wenn man sie anschaut verliert man sich in ihnen, wenn eine Mustertapete im Raum ist, ertappt man sich ständig dabei darauf zu gucken und mit den Augen den Formen des Musters zu folgen. Sind Muster „optische Sirenen“?

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Analyse der Verführungskraft von Ornamenten und Mustern

2.1 Ordnungssinn und Wahrnehmung

2.2 Historische Perspektiven und Industrialisierung

2.3 Wahrnehmungsmechanismen: Redundanz und Extrapolation

2.4 Visuelle Effekte und psychologische Wirkung

3. Literarische Beispiele der Verführung durch Muster

4. Synthese: Sind Muster „optische Sirenen“?

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die psychologische und ästhetische Anziehungskraft von Ornamenten und Mustern und hinterfragt, inwiefern diese als „optische Sirenen“ fungieren, die den Betrachter auf ähnliche Weise verführen wie die mythologischen Figuren den Seemann. Dabei wird analysiert, wie Wahrnehmungsprozesse auf die Redundanz und Struktur von Mustern reagieren und welche Rolle der historische Kontext sowie die Industrialisierung bei der Bewertung von Verzierungen spielen.

  • Psychologische Grundlagen der Musterwahrnehmung
  • Die Rolle von Ordnungssinn und Redundanz bei der Verarbeitung visueller Reize
  • Historische Bewertung von Ornamentik und der Wandel durch Massenproduktion
  • Die Wirkung von Op-Art und visuellen Kontrasten auf den menschlichen Apparat
  • Literarische und kulturelle Reflexionen über die suggestive Macht der Dekoration

Auszug aus dem Buch

Wahrnehmungsmechanismen: Redundanz und Extrapolation

Gombrich nennt neben der Eigenschaft der einfachen Formen, die Ornamente aufweisen auch die Rhythmik, in der sie immer wiederkehren. Muster sind ähnlich aufgebaut wie Ziegelsteine, die aneinandergesetzt sind. Die Struktur einer Mauer könnte man als Muster bezeichnen.

Wenn etwas immer wiederkehrt erkennt der menschliche Wahrnehmungsapparat schnell die Regelmäßigkeit. Dies nennt Gombrich die „Redundanz“ des Musters. Ein Element wiederholt sich in einem Muster immer wieder und ist eigentlich nach mehreren Wiederholungen eine überflüssige Information. Dies führt dazu, dass sich der Wahrnehmungsapparat im Voraus an das Muster anpasst. Der Wahrnehumgsapparat stellt die These auf „Dieses Element hat sich schon so-und-so-oft wiederholt, deshalb wird es sich immer so wiederholen“. Dieses Voraus-Anpassen nennt Gombrich „extrapolieren“. Wenn nun ein Bruch im Muster stattfindet, stimmt die These nicht oder nur eingeschränkt.

Da der menschliche Wahrnehmungsapparat schnell extrapoliert, untersucht er das Muster nur noch auf die Brüche hin. Die Brüche sind es auch, die ein Muster flackern lassen. Nämlich dann, wenn zu viele von ihnen vorhanden sind. Das Muster wirkt „unruhig“, weil sich das Auge unruhig bewegt, weil es nicht weiß, wo es zuerst hinschauen soll.

Hinzu kommt, dass man ein Muster auf viele verschiedene Arten lesen kann. Beim Schachbrettmuster z.B. können die weißen Kästchen vor den schwarzen Kästchen sein, oder die schwarzen Kästchen vor den weißen Kästchen. Der Wahrnehmungsapparat kann zwischen den beiden Sichtweisen hin- und herschalten. Da das Schachbrettmuster noch ein relativ „simples“ Muster ist, kann man sich vorstellen, was passiert, wenn es konvexe und konkave Formen gibt, bei denen die eine die andere oder umgekehrt verdrängen kann, wenn das Muster aus vielen unterschiedlichen Formen besteht, und der Wahrnehmungsapparat zunächst die Redundanz der einen Form überprüft, danach die Redundanz der anderen Form usw.. Schon kann ein Muster rutschig oder schlüpfrig erscheinen, weil unsere Wahrnehmung immer zwischen den verschiedenen Sichtweisen hin und herschaltet, aber eine Sichtweise auch nicht halten kann. Man muss bei einigen Mustern dann schon den Finger zu Hilfe nehmen, um zu sehen, wie es funktioniert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das mythologische Bild der Sirenen ein und stellt die zentrale Forschungsfrage, ob Ornamente und Muster eine vergleichbare, verführerische Wirkung auf den Menschen ausüben.

2. Analyse der Verführungskraft von Ornamenten und Mustern: Dieser Hauptteil beleuchtet die psychologischen Grundlagen, historischen Entwicklungen wie die Industrialisierung und spezifische Wahrnehmungsphänomene, die die Attraktivität von Mustern erklären.

3. Literarische Beispiele der Verführung durch Muster: Hier werden Zitate von Christian Morgenstern und Oskar Wilde genutzt, um die beklemmende oder fast verrückt machende Wirkung von Mustern in der Literatur zu illustrieren.

4. Synthese: Sind Muster „optische Sirenen“?: Das Fazit zieht den Vergleich zur Mythologie und kommt zu dem Schluss, dass Muster zwar eine verführerische Anziehungskraft ausüben, diese aber im Gegensatz zu den Sirenen nicht lebensgefährlich ist.

Schlüsselwörter

Ornamente, Muster, Wahrnehmung, Sirenen, Gombrich, Psychologie, Ordnungssinn, Redundanz, Extrapolation, Op-Art, Industrialisierung, Ästhetik, Verführung, Klassik, Visuelle Wahrnehmung

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die psychologische Faszination, die Ornamente und Muster auf den Menschen ausüben, und nutzt dafür den metaphorischen Vergleich zu den Sirenen der griechischen Mythologie.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die zentralen Themen sind die visuelle Psychologie, die Geschichte der Ornamentik, der Einfluss der Industrialisierung auf die Wahrnehmung von Mustern sowie deren Darstellung in der Literatur.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu ergründen, warum Muster eine unwiderstehliche Anziehungskraft besitzen und wie unsere Wahrnehmung auf Strukturen, Wiederholungen und Kontraste reagiert.

Welche wissenschaftliche Perspektive wird eingenommen?

Die Autorin stützt sich maßgeblich auf die psychologischen Erkenntnisse von Ernst Gombrich zur Wirkung dekorativer Formen und auf kunstgeschichtliche sowie literarische Betrachtungen.

Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?

Im Hauptteil wird analysiert, wie der Mensch als Ordnung suchendes Wesen auf redundante Muster reagiert und wie dieser Prozess bei zu hohen Komplexitätsgraden in „optische Verführung“ oder visuelle Überforderung umschlägt.

Welche Schlagworte charakterisieren diese Arbeit?

Wahrnehmung, Ordnungssinn, Redundanz, optische Sirenen, Verführung, Kunstgeschichte und psychologische Wirkung sind die prägenden Begriffe.

Wie unterscheidet sich die Wirkung von Mustern laut der Autorin von den mythischen Sirenen?

Während die Sirenen der Sage nach den sicheren Tod brachten, ist die Verführung durch Muster zwar intensiv und kann als irritierend empfunden werden, führt aber nicht zu existentiellen Gefahren, da man sich ihr durch Wegschauen entziehen kann.

Warum spielt die Industrialisierung eine wichtige Rolle in der Argumentation?

Die Industrialisierung dient als Beispiel für den Wandel, bei dem Ornamente durch Massenproduktion vom exklusiven Luxusgut zum alltäglichen Gebrauchsgegenstand wurden, was ihre soziale und psychologische Funktion veränderte.

Ende der Leseprobe aus 6 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sind Ornamente "optische Sirenen"?
Hochschule
Hochschule für Bildende Künste Hamburg  (Kunsttheorie)
Veranstaltung
Die Macht der Sirenen- Kunst, Kultur, Kino
Note
gut
Autor
Ursula Mock (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2004
Seiten
6
Katalognummer
V130968
ISBN (eBook)
9783640402168
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kunst Ornamente Muster Sirenen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Ursula Mock (Autor:in), 2004, Sind Ornamente "optische Sirenen"?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130968
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Leseprobe aus  6  Seiten
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