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Alkoholismus im Russland des frühen 20. Jahrhunderts. Welche Rolle nahmen die Propagandaposter-Kampagnen in den Alkohol-Prohibitionen der UdSSR in den 1920/30er Jahren ein?

Title: Alkoholismus im Russland des frühen 20. Jahrhunderts. Welche Rolle nahmen die Propagandaposter-Kampagnen in den Alkohol-Prohibitionen der UdSSR in den 1920/30er Jahren ein?

Seminar Paper , 2022 , 24 Pages , Grade: 1,30

Autor:in: Julian Leßau (Author)

History of Europe - Ages of World Wars

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Summary Excerpt Details

Die Geschichte des russischen Alkoholismus ist lang und reicht bis ins 15. Jahrhundert zurück. Schon früh erkannten die russischen Herrscher, wie lukrativ der Handel mit Alkohol ist. Erst im 20. Jahrhundert ergriff die zarische und später die sowjetische Administration Maßnahmen gegen den grassierenden Alkoholismus, der Russland plagte.

Welche Maßnahmen die Sowjets ergriffen, wie sie diese umsetzten und welche Auswirkungen eben jene erwirken konnten, wird in dieser Arbeit dargestellt. Besondere Aufmerksamkeit wird dabei den unterstützenden Propagandaposter-Kampagnen der zwanziger Jahre des 20. Jahrhunderts beigemessen. Folgende Frage ist dabei zentral: Welche Rolle nahmen diese "Aufklärungsplakate" ein und trugen sie ihren Teil dazu bei, den einfachen Russen vom "Dämonen des Trinkens" abzubringen? In einem abschließenden Ausblick werden die nachfolgenden Entwicklungen bis zum Russland des 21. Jahrhunderts dargestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Die Prohibition in Russland ab 1914

1.1 Die Prohibitionsversuche des Zaren

1.2 Veränderungen unter den Sowjets ab 1917

2. „Bildung“ über visuelle Medien

2.1. Über Sinn & Zweck von Propagandapostern Anfang des 20. Jahrhunderts

2.2. Die sowjetischen Poster-Kampagnen: Bedeutung & Wirkungen

2.3. Gesellschaft, Stereotype und die Rolle von Frau und Mann im Motiv

Ausblick: „Der Alkohol und Russland- ein beständiges Problem“

Fazit: „Der Dämon, der Russland plagt(e)“

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Propagandaposter-Kampagnen im Rahmen der Alkohol-Prohibitionsversuche in der UdSSR während der 1920er und 1930er Jahre und analysiert deren Wirksamkeit bei der Erziehung zur neuen sowjetischen Identität.

  • Historischer Kontext der Alkoholproblematik in Russland seit dem 15. Jahrhundert.
  • Strukturen und Ziele der sowjetischen Anti-Alkohol-Institutionen.
  • Die Funktion und Ikonografie sowjetischer Propagandaposter als Kommunikationsmittel.
  • Geschlechtsspezifische Stereotype und deren Nutzung in der Anti-Alkohol-Propaganda.
  • Vergleich der staatlichen Bemühungen zwischen Zarenreich, früher Sowjetzeit und Gorbatschow-Ära.

Auszug aus dem Buch

Die sowjetischen Poster-Kampagnen: Bedeutung & Wirkungen

In Russland haben ausschlagekräftige Bilder und damit visuelle Darstellungen eine langlebige Tradition. Man sehe sich nur die prächtigen Bilder innerhalb orthodoxer Kirchen, aber auch im russisch-slawischen Schriftgütern an. Dabei sind die visuellen Traditionen Russlands sehr unterschiedlich und kennzeichnen sich durch einen Bruch den man mit Beginn der sowjetischen Ära ab 1917 klar erkennen kann. So ist die sowjetische Propaganda in ihrer Darstellung sehr eigen und unverwechselbar und immer stark mit den ideologisch-sozialistischen Idealen des Sowjetstaates verbunden: der Arbeit für das Kollektiv und der Erlangung einer kollektivistischen Haltung im Sinne der sowjetischen Gesellschaft, des sowjetischen Staates.

Propagandaposter waren in der UdSSR ein besonders beliebtes Werkzeug des staatlichen Propagandaapparates. Die sowjetische Gelernten betrachten Poster sogar als einer der Hauptkommunikationskanäle zwischen Staat und Volk. Ein weiterer Grund für ihre Wertschätzung war der wichtige Faktor Kosteneffizienz. Das Staatliche Verlagshaus „Gosizdat“ und das sowjetische Gesundheitsministerium sowie die unterstehenden Institutionen waren dabei für den Druck und Verbreitung veratwortlich. Im Kontext der Prohibition sowie im Sinne des allgemeinen Kampfes gegen den Alkoholismus stellten sie laut sowjetischen Hauptbeauftragten ein gutes Werkzeug der Bildung und Aufklärung dar.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische Tiefe des russischen Alkoholismus seit dem 15. Jahrhundert und führt in die staatlichen Regulierungsversuche vom Zarentum bis hin zur frühen Sowjetunion ein.

1. Die Prohibition in Russland ab 1914: Dieses Kapitel analysiert die Prohibitionsbemühungen des Zarenreichs und deren Fortsetzung sowie Verschärfung durch die Bolschewiki nach der Oktoberrevolution 1917.

2. „Bildung“ über visuelle Medien: Hier wird die Bedeutung von Propagandapostern als zentrales, kosteneffizientes Kommunikationsmittel analysiert, wobei besonderer Wert auf die Ikonografie und die Zielgruppenansprache gelegt wird.

Ausblick: „Der Alkohol und Russland- ein beständiges Problem“: Der Ausblick betrachtet das Scheitern der Kampagnen unter Stalin sowie die späteren Versuche unter Gorbatschow und konstatiert die anhaltende Abhängigkeit des Staates von Alkoholeinnahmen.

Fazit: „Der Dämon, der Russland plagt(e)“: Das Fazit resümiert, dass die propagandistischen Maßnahmen zwar ein wichtiges Instrument des Regimes waren, aufgrund ihrer bürokratischen Steuerung und des Ignorierens der sozialen Realität jedoch das Ziel einer dauerhaften Abstinenz verfehlten.

Schlüsselwörter

Sowjetunion, Alkoholismus, Propagandaposter, Prohibition, Bolschewiki, Aufklärung, Visuelle Medien, Geschichte Russland, Sozialistische Ideale, Staatsfinanzen, Gesundheitspolitik, Ethnische Stereotype, Kollektivismus, Anti-Alkohol-Kampagne, Propagandaapparat

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Seminararbeit?

Die Arbeit untersucht die Wechselwirkung zwischen staatlichen Anti-Alkohol-Kampagnen und dem Einsatz von Propagandapostern in der UdSSR der 1920er und 1930er Jahre.

Welche zentralen Themenfelder behandelt der Autor?

Die Arbeit behandelt die historischen Ursprünge des Wodka-Monopols, die Rolle sowjetischer Gesundheitsinstitutionen sowie die visuelle Rhetorik auf Propagandaplakaten.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die Forschungsfrage lautet, welche Rolle die Propagandaposter-Kampagnen innerhalb der Alkohol-Prohibitionen der Sowjetunion einnahmen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Verfasser nutzt eine historische Analyse von Primärquellen, insbesondere Propagandaplakaten, und deren Einbettung in den politisch-sozialen Kontext der Zeit.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung zaristischer Prohibitionsversuche, die sowjetische Strategie zur visuellen Bildung und die Analyse spezifischer Poster-Motive.

Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?

Zentrale Begriffe sind Sowjetunion, Propaganda, Abstinenzbewegung, Alkoholprohibition und Identitätsbildung des „neuen sowjetischen Menschen“.

Inwiefern hat die Rolle des Staates die Wirksamkeit der Plakate beeinflusst?

Da der Staat einerseits den Alkoholismus bekämpfte, andererseits jedoch massiv auf Steuereinnahmen aus dem Alkoholhandel angewiesen war, wirkten die Kampagnen oft unglaubwürdig.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen „Sowjet-Mann“ und „Frau“ eine Rolle?

Die Propaganda nutzte geschlechtsspezifische Stereotype: Männer wurden als Akteure oder Opfer dargestellt, Frauen und Kinder dienten als moralische Positivbeispiele, um Mitleid zu erzeugen und Männer zur Abstinenz zu bewegen.

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Details

Title
Alkoholismus im Russland des frühen 20. Jahrhunderts. Welche Rolle nahmen die Propagandaposter-Kampagnen in den Alkohol-Prohibitionen der UdSSR in den 1920/30er Jahren ein?
College
Dresden Technical University  (Institut für Geschichte)
Course
Einführungsseminar
Grade
1,30
Author
Julian Leßau (Author)
Publication Year
2022
Pages
24
Catalog Number
V1308533
ISBN (eBook)
9783346822864
ISBN (Book)
9783346822871
Language
German
Tags
Alkoholismus Russland Sowjetunion Osteuropa Gesundheitsgeschichte Wodka
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Julian Leßau (Author), 2022, Alkoholismus im Russland des frühen 20. Jahrhunderts. Welche Rolle nahmen die Propagandaposter-Kampagnen in den Alkohol-Prohibitionen der UdSSR in den 1920/30er Jahren ein?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1308533
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