Religionslehrer sind in der Schule täglich mit verschiedenen Konfessionen konfrontiert. Im konfessionell getrennten Religionsunterricht besitzen meistens alle SuS (Schülerinnen und Schüler) die gleiche Konfession. Da wir heute im 21. Jahrhundert leben und es innerhalb einer Konfession verschiedene Kirchen und Strömungen gibt, kann man hier leider nicht von einer Einheit sprechen.
Ich habe mich entschieden, über das Thema „Kirche und Kirchen“ diese Hausarbeit zu schreiben, da durch die von mir besuchten Vorlesungen an der Pädagogischen Hochschule Weingarten im Fach Kirchengeschichte mein Interesse für die Thematik geweckt wurde. Zudem beschäftige und interessiere ich mich auch privat mit Kirchengeschichte sowie mit dem o.g. Thema. In Bezug auf die Schule ist es ein Thema, mit welchem jeder Religionslehrer lernen muss umzugehen. Aus diesem Grund ist es sinnvoll, sich mit der Thematik intensiv zu beschäftigen.
Auf den folgenden Seiten werde ich zuerst einen Einblick in die gesamte Kirchengeschichte geben, beginnend bei der sog. Urgemeinde bis heute. Das Thema der Kirchentrennungen werde ich anhand der methodistischen Kirche darstellen.
In meiner Forschungsfrage gehe ich der Frage nach, ob eine Gemeinschaft der Kirchen ein Traum oder Wirklichkeit ist.
Ich habe mich bemüht, dieses sehr umfangreiche Thema in aller Kürze darzustellen, ohne wichtige Dinge wegzulassen.
Das Ziel dieser Hausarbeit soll sein, dass der Leser / die Leserin einen umfangreichen und objektiven Einblick in das Thema erhält.
In meiner abschließenden persönlichen und subjektiven Reflexion werde ich meine eigenen Gedanken niederschreiben.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Die Geschichte der Kirche(n)
2.1 Die Entstehung der Kirche(n) – die Urgemeinde
2.2 Kirche von ca. 100 - 1500 n. Chr.
2.3 Kirchentrennungen, bzw. -gründungen am Beispiel der methodistischen Kirchen
2.4 Kirche(n) heute
3 Forschungsfrage: Gemeinschaft der Kirche(n) – Traum oder Wirklichkeit?
4 Reflexion
4.1 Didaktische Ansätze für die Schule
4.2 Persönliche Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Hausarbeit untersucht die geschichtliche Entwicklung und die Pluralität der christlichen Kirchen mit dem Ziel, die Möglichkeiten und Grenzen einer Gemeinschaft der Kirchen in der heutigen Zeit kritisch zu hinterfragen.
- Historische Entwicklung der Kirche von der Urgemeinde bis zur Gegenwart
- Analyse von Kirchenspaltungen am Beispiel der methodistischen Kirche
- Unterscheidungskriterien zwischen Freikirchen und Sekten
- Theologische Reflexion zum Konzept des Leibes Christi
- Didaktische Konzepte zur Behandlung der Konfessionsvielfalt im Religionsunterricht
Auszug aus dem Buch
2.3 Kirchentrennungen, bzw. -gründungen am Beispiel der methodistischen Kirchen
Exemplarisch für die Kirchengeschichte stelle ich im Folgenden die Trennung von der Kirche, bzw. die Gründung des Methodismus vor.
Der Methodismus entstand aus der anglikanischen Kirche, welche sich um 1560 n. Chr. von der röm. kath. Kirche trennte. Aus der anglikanischen Kirche entstanden ebenfalls die Baptisten und die Quäker, jedoch vor der meth. Kirche, welche um 1730 gegründet wurde.
Die Trennung von der anglikanischen Kirche hin zur meth. Kirche ist geradezu charakteristisch für Kirchentrennungen. Über Jahre hinweg gab es religiöse Zwistigkeiten in der anglikanischen Kirche. Viele Kirchenanhänger hatten Probleme mit dem Katholizismus und dem Puritanismus. Die Kirchentrennung vollzog sich nicht an einem Tag, sondern entwickelte sich über Jahre hinweg. Theologische Differenzen und Streitigkeiten waren nicht zu überwinden, woraufhin man sich von der anglikanischen Kirche trennte und die „eigene“ Kirche gründete.
Der Gründer der Kirche war John Wesley, welcher ein anglikanischer Geistlicher war. Die reformatorischen Wurzeln sind in seinen Lehren leicht zu erkennen, da er meist Buße, Rechtfertigung und Heiligung predigte. Entscheidend war für ihn nicht die Lehre, sondern die Praxis. Die Seele anderer Menschen zu retten war für ihn zentral. Diese Themen stehen noch heute im Mittelpunkt der methodistischen Lehre. Weltweit hat die methodistische Kirche heute ca. 50 000 000 Anhänger und Mitglieder. In Deutschland gehören mit ca. 100 000 Anhängern im Vergleich zu Nordamerika mit über 32 000 000 wenige Menschen den methodistischen Kirchen an.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung thematisiert die Relevanz der Konfessionsvielfalt für den Religionsunterricht und erläutert die persönliche Motivation des Autors für die Themenwahl.
2 Die Geschichte der Kirche(n): Dieses Kapitel gibt einen Überblick über den Ursprung der Kirche von der Urgemeinde über die Epochen des Mittelalters bis hin zur Entstehung der Freikirchen.
3 Forschungsfrage: Gemeinschaft der Kirche(n) – Traum oder Wirklichkeit?: Der Autor diskutiert die Utopie einer geeinten Kirche und plädiert für eine Einheit im Glauben an die Trinität trotz konfessioneller Unterschiede.
4 Reflexion: Der letzte Teil enthält didaktische Überlegungen zur Umsetzung des Themas im Unterricht sowie eine persönliche abschließende Betrachtung des Autors.
Schlüsselwörter
Kirchengeschichte, Konfessionen, Urgemeinde, Methodismus, Freikirchen, Sekten, Glaubensentscheidung, Trinität, Ökumene, Religionsunterricht, Didaktik, Kirchenspaltung, Leib Christi, Christentum, Konfessionsvielfalt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der historischen Entwicklung und der Vielfalt der christlichen Konfessionen sowie der Frage nach einem gemeinsamen Kernverständnis des Glaubens.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen die Kirchengeschichte, die Mechanismen von Kirchenspaltungen, die Abgrenzung von Freikirchen zu Sekten sowie didaktische Ansätze für die Schule.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, zu untersuchen, ob eine Gemeinschaft der Kirchen realisierbar ist oder ob sie ein unerreichbarer Traum bleibt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor nutzt eine kirchenhistorische Analyse und verbindet diese mit theologischer Reflexion sowie praktischen pädagogischen Überlegungen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss, eine Fallstudie zum Methodismus, eine Charakterisierung heutiger Freikirchen und eine theologische Auseinandersetzung mit der Einheit der Christen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den zentralen Begriffen gehören Kirchengeschichte, Konfessionen, Freikirchen, Leib Christi, Didaktik und die Frage nach der christlichen Gemeinschaft.
Warum wird der Methodismus als Beispiel für eine Kirchengründung herangezogen?
Der Methodismus dient als exemplarisches Modell, um aufzuzeigen, wie theologische Differenzen und religiöse Zwistigkeiten über Jahre hinweg zu einer eigenständigen Kirchengründung führen können.
Wie unterscheidet der Autor zwischen einer Kirche und einer Sekte?
Der Autor orientiert sich an Merkmalen wie dem Umgang mit der Heiligen Schrift, der Exklusivität des Heils durch Jesus Christus und der Frage, ob das Heil exklusiv an die Mitgliedschaft in der jeweiligen Gruppe gebunden ist.
Welche Bedeutung kommt dem Konzept des "Leibes Christi" zu?
Das Konzept dient dem Autor als theologisches Argument dafür, dass die Gemeinschaft der Christen nicht an konfessionelle Grenzen gebunden ist, sondern alle Gläubigen umfasst, die Jesus Christus als Mittelpunkt haben.
Welche didaktischen Methoden schlägt der Autor für den Unterricht vor?
Der Autor schlägt methodische Ansätze wie Stationenlernen, Gruppenpuzzles oder Rollenspiele vor, um Schülern die Vielfalt und die Konfliktpotenziale zwischen den Kirchen erfahrbar zu machen.
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- Simeon Handte (Author), 2009, Kirche und Kirchen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130579