„Scenarios are not predictions; rather, they start with the assumption that the future is unpredictable and tell alternative stories of how the future may unfold.“
Gemäß dieser Definition basieren Szenarien folglich vor allem auf der Annahme, dass die Zukunft nicht vorhersagbar ist und ein sehr hoher Grad an Unsicherheit vorherrscht.
Bei dem Szenario „MC Skin with Dusty Fries“ werden die Folgen des Klimawandels im Jahr 2040 auf das Verhalten der politischen Entscheidungsträger betrachtet. Die Hauptakteure stellen die Türkei, Syrien und der Irak dar.
Durch die türkische Lage an Euphrat und Tigris, aus denen auch Syrien und der Irak Wasser schöpfen, besitzt die Türkei an den Ursprüngen der Flüsse einen strategischen Standpunkt. Denn es wäre ihr theoretisch möglich, den beiden Anrainerstaaten das Wasser abzudrehen. Auch Syrien und der Irak sind sich dieser Möglichkeit der Türkei bewusst. Vor allem seit dem Beginn des Südostanatolien Staudammprojekts (GAP), hat sich das Risiko einer über das Wasser herrschenden Türkei erhöht.
Inhaltsverzeichnis
1 Erläuterung der Vorgehensweise
2 Formale Darstellung des Szenarios „MC Skin with Dusty Fries“
3 Die Situation im Jahr 2008
3.1 Die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA
3.2 Der Standpunkt der USA im Jahr 2040
3.3 3.3 Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel
3.4 Warum stellt sich Israel im Jahr 2040 nicht auf die Seite der Türkei?
3.5 Das türkisch-syrische Verhältnis
3.6 Was ist die Ursache für das Verhalten Syriens und der Türkei 2040?
3.7 Das irakisch-türkische Verhältnis
3.8 Das irakische Verhalten im Jahr 2040
4 Warum kann es Konflikte um Wasser geben?
5 Was lässt sich aus dem Szenario „MC Skin with Dusty Fries“ folgern?
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert anhand des hypothetischen Szenarios „MC Skin with Dusty Fries“ die Auswirkungen des Klimawandels auf das politische Verhalten der Akteure Türkei, Syrien und Irak im Jahr 2040, wobei die Nicht-Mitgliedschaft der Türkei in der EU als zusätzlicher Faktor berücksichtigt wird.
- Regionale Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserversorgung
- Die strategische Nutzung von Wasser als machtpolitisches Druckmittel
- Einfluss internationaler Akteure wie USA, Israel, UNO und NATO
- Sicherheitspolitische Implikationen der PKK-Aktivitäten
- Geopolitische Dynamiken und das Ziel der Wahrung des Status Quo
Auszug aus dem Buch
3.2 Der Standpunkt der USA im Jahr 2040
In dem Szenario „MC Skin with Dusty Fries“ stellt sich die USA auf die Seite der Türkei. Dies steht in der Tradition der Beziehung zwischen Washington und der Türkei, wie auch Truman bereits die Rolle der Türkei für die USA würdigte.
In dem Szenario wird davon ausgegangen, dass sich die Beziehungen im Jahr 2020 im energiepolitischen Bereich durch den Vertrag „Splitting Oil“ weiter verdichten.
Wie erläutert, erhöhte sich seit den Anschlägen des 11.September 2001 der strategische Stellenwert der Türkei für die USA, da Ankara direkter Nachbar der von Washington betitelten „Schurkenstaaten“ ist. „Im Jahre 2004 beispielsweise nannte das US-Außenministerium sieben Länder als Förderer von Terrorismus: Kuba, Iran, Irak, Libyen, Nordkorea, Sudan und Syrien.“ Deshalb verurteilt die USA im Jahr 2040 Syrien, das die PKK als Instrument benutzt und stellt sich auf die Seite der Türkei.
Des weiteren wird davon ausgegangen, dass die USA es nicht schafft, den Irakkrieg 2003 zu einem positiven Ende zu bringen und deshalb im Jahr 2040 immer noch unter der Niederlage leidet.
Folglich wird das Verhalten der USA im Jahr 2040 deshalb für plausibel gehalten, da neben einer Verdichtung der Beziehungen, auch die amerikanische Aversion gegen Staaten wie Syrien eine Rolle spielt. Zusätzlich sieht Washington die Chance, einen legitimen Grund als Rechtfertigung gegenüber den anderen internationalen Akteuren, zu finden, um innerhalb Syriens agieren zu können.
Insgesamt wird die Position der Türkei durch den Beistand der USA gegenüber Syrien und dem Irak gestärkt.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Erläuterung der Vorgehensweise: Definition der Szenariomethode und Herleitung des gewählten Szenarios „MC Skin with Dusty Fries“ unter Berücksichtigung von Klimawandel und EU-Status.
2 Formale Darstellung des Szenarios „MC Skin with Dusty Fries“: Beschreibung der Ausgangslage im Jahr 2040, geprägt durch die EU-Absage 2023 und die extremen Auswirkungen des Klimawandels auf die Wasserressourcen.
3 Die Situation im Jahr 2008: Analyse der historischen und außenpolitischen Ausgangslage der Türkei im Verhältnis zu den wichtigsten regionalen Akteuren.
3.1 Die Beziehungen zwischen der Türkei und den USA: Untersuchung der Allianz zwischen Ankara und Washington und deren strategischer Bedeutung für beide Seiten.
3.2 Der Standpunkt der USA im Jahr 2040: Begründung der Parteinahme der USA für die Türkei im Konfliktfall aufgrund langjähriger strategischer Interessen.
3.3 3.3 Die Beziehungen zwischen der Türkei und Israel: Analyse der sicherheitspolitischen Zusammenarbeit und der Rolle Israels als Partner im Nahen Osten.
3.4 Warum stellt sich Israel im Jahr 2040 nicht auf die Seite der Türkei?: Erörterung der israelischen Interessen am Status Quo und der Vermeidung neuer Konflikte.
3.5 Das türkisch-syrische Verhältnis: Darstellung der Spannungen durch die Wasserfrage und die Rolle der PKK als syrisches Instrument.
3.6 Was ist die Ursache für das Verhalten Syriens und der Türkei 2040?: Analyse der Rolle des Klimawandels und der zunehmenden Wasserknappheit als Sicherheitsbedrohung.
3.7 Das irakisch-türkische Verhältnis: Bewertung der komplexen Beziehungen zwischen Irak und Türkei, insbesondere in Bezug auf die PKK und die Wasserressourcen.
3.8 Das irakische Verhalten im Jahr 2040: Analyse der Entscheidung des Iraks, sich im Konflikt gegen die Türkei zu positionieren.
4 Warum kann es Konflikte um Wasser geben?: Diskussion über geografische Gegebenheiten, internationales Recht und die Unmöglichkeit einer friedlichen Einigung.
5 Was lässt sich aus dem Szenario „MC Skin with Dusty Fries“ folgern?: Abschließende Betrachtung der Ergebnisse und Reflexion über die Bedeutung von Umweltpolitik und Unsicherheit.
Schlüsselwörter
Türkei, Klimawandel, Wasserknappheit, Syrien, Irak, USA, Israel, PKK, Geopolitik, Außenpolitik, Szenario, Wasserressourcen, Sicherheitspolitik, EU-Mitgliedschaft, Naher Osten.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht in Form eines Szenarios die möglichen politischen Entwicklungen im Nahen Osten im Jahr 2040 unter dem Druck eines fortschreitenden Klimawandels.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind Wasser als sicherheitspolitischer Faktor, die Beziehungen der Türkei zu ihren Nachbarstaaten und der Einfluss globaler Akteure auf die Region.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich das Verhalten der Türkei verändern könnte, wenn sie nicht EU-Mitglied wird und der Klimawandel die Wasserressourcen drastisch verknappt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird die Szenariomethode angewandt, um auf Basis aktueller Daten (Stand 2008) eine plausible, wenngleich nicht vorhersagbare, zukünftige Entwicklung (2040) zu konstruieren.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die bilateralen Beziehungen der Türkei zu den USA, Israel, Syrien und dem Irak sowie die Rolle der Wasserproblematik und des Klimawandels.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Wasserknappheit, Klimawandel, Geopolitik, die Rolle der Türkei als Regionalmacht sowie das Spannungsfeld Sicherheit und Ressourcen.
Warum spielt die EU im Szenario eine untergeordnete Rolle?
Da das Szenario davon ausgeht, dass die Türkei keine EU-Mitgliedschaft erhält, verliert die EU ihre primäre Möglichkeit, durch den Beitrittsprozess mäßigenden Einfluss auf Ankara auszuüben.
Welche Rolle spielt die PKK bei den Konflikten im Jahr 2040?
Die PKK dient Syrien und dem Irak als politisches Instrument, um die Türkei unter Druck zu setzen, was die Situation zwischen den Staaten zusätzlich verschärft.
Warum stellt sich Israel im Jahr 2040 gegen die Türkei?
Israel priorisiert die Bewahrung des Status Quo und möchte die Entstehung neuer Feindbilder vermeiden, weshalb es eine aggressive Vormachtstellung der Türkei ablehnt.
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- Felicia Brandt (Author), 2008, Zukunftszenario über die Situation der Türkei um Jahr 2040, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130474