Einleitung
Die Frage aufzuwerfen, ob Karl der Große ein „Kaiser wider Willen“ war, ist durchaus berechtigt, wenn man die beinahe schon nebelhafte Quellenlage betrachtet, die über jenen geschichtsträchtigen Moment der Kaiserkrönung berichtet. Die vier Hauptquellen (der Liber Pontificalis, die Annales regni Francorum, die Karoli Magni Einhards und die Annales Laureshamenses) kommen mit wenigen Worten aus, was einige Historiker dazu gereizt hat, jenen Vorgang teilweise reichlicher auszuschmücken, als es denn eigentlich nötig ist.
Um einen genaueren Einblick in das damalige Geschehen zu erhalten, möchte ich zunächst Einhards Worte und die Reichsannalen erläutern. Weiterführend ist es unumgänglich, verschiedene Interpretationen darzulegen, die oft gerade deswegen so differenziert sind, da sie schon das Vorfeld der Ereignisse unterschiedlich aufnehmen und analysieren. Daher gilt mein Blick nicht nur der kaiserlichen Krönung selbst, sondern auch den damit verknüpften Zusammenhängen, welche über Aachen, Rom bis hin nach Byzanz reichen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Zeitgenössische Quellen
- Einhards Vita Karoli Magni
- Annales regni Francorum
- P. E. Schramm und seine „Kaiser wider Willen“-These
- Differenzierte Interpretationen
- Die Kaiserkrönung als Schachzug im Kräftemessen mit Byzanz
- Die Idee der Überrumpelung
- Art und Weise der Krönung wider Karls Willen
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Dieser Text untersucht die Frage, ob Karl der Große die Kaiserkrönung im Jahre 800 tatsächlich gewollt hat. Die Analyse stützt sich auf zeitgenössische Quellen und die Interpretationen von Historikern, insbesondere der „Kaiser wider Willen“-These von P. E. Schramm.
- Analyse der Quellenlage, insbesondere Einhards Vita Karoli Magni und der Annales regni Francorum
- Untersuchung der unterschiedlichen Interpretationen der Kaiserkrönung
- Bewertung von Schramms These und dessen Argumentation
- Betrachtung der politischen und religiösen Implikationen der Kaiserkrönung
- Einordnung der Kaiserkrönung in den historischen Kontext der Zeit
Zusammenfassung der Kapitel
Die Einleitung stellt die Frage nach Karls Willen zur Kaiserkrönung und erläutert die Bedeutung der Quellenlage. Das zweite Kapitel analysiert die wichtigsten zeitgenössischen Quellen, Einhards Vita Karoli Magni und die Annales regni Francorum, und zeigt die Unterschiede in deren Darstellung der Kaiserkrönung auf. Das dritte Kapitel widmet sich der „Kaiser wider Willen“-These von P. E. Schramm und seinen Argumenten, die auf einer Interpretation von „staatssymbolischen Einzelakten“ basieren. Das vierte Kapitel präsentiert verschiedene Interpretationen der Kaiserkrönung, die den Fokus auf die politische und religiöse Dimension des Ereignisses legen. Die Zusammenfassung beleuchtet die wichtigsten Ergebnisse der Untersuchung.
Schlüsselwörter
Karl der Große, Kaiserkrönung, 800, Einhard, Vita Karoli Magni, Annales regni Francorum, P. E. Schramm, „Kaiser wider Willen“, Papst Leo III., Byzanz, Quellenanalyse, Interpretation, politische Geschichte, mittelalterliche Geschichte
Häufig gestellte Fragen
War Karl der Große ein „Kaiser wider Willen“?
Diese Frage wird aufgrund widersprüchlicher Quellen wie der Vita Karoli Magni von Einhard diskutiert, in der behauptet wird, Karl hätte die Kirche nicht betreten, wenn er vom Plan des Papstes gewusst hätte.
Was besagt die These von P. E. Schramm?
Schramm vertritt die Ansicht, dass Karl zwar Kaiser werden wollte, aber mit der Art und Weise der Krönung durch den Papst unzufrieden war, da diese die päpstliche Macht über die kaiserliche stellte.
Welche Quellen berichten über die Kaiserkrönung im Jahr 800?
Die vier Hauptquellen sind der Liber Pontificalis, die Annales regni Francorum, Einhards Vita Karoli Magni und die Annales Laureshamenses.
Welche Rolle spielte Byzanz bei der Kaiserkrönung?
Die Krönung war ein diplomatischer Affront gegenüber dem Oströmischen Reich (Byzanz), das den alleinigen Anspruch auf den Kaisertitel erhob. Karl musste sein neues Kaisertum gegenüber Byzanz legitimieren.
Warum ist die Quellenlage zur Krönung so schwierig?
Die Berichte sind oft kurz, parteiisch oder erst Jahre später verfasst worden, was Historikern viel Raum für Interpretationen über Karls tatsächliche Absichten lässt.
- Arbeit zitieren
- Jane Vetter (Autor:in), 2003, Karl der Große - Kaiser wider Willen ?, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/13025