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Depolitisierung der europäischen Integration als Strategie zur Abschwächung von Populismus

Titel: Depolitisierung der europäischen Integration als Strategie zur Abschwächung von Populismus

Seminararbeit , 2022 , 33 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: Anonym (Autor:in)

Politik - Region: Westeuropa

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Angesichts der Dimension der Bedrohung durch populistische Gruppierungen für etablierte Parteiensysteme erscheint es geboten, einen näheren Blick auf ihr Zusammenwirken mit dem Phänomen der Depolitisierung zu werfen. Dies gilt umso mehr, da in der darzustellenden politikwissenschaftlichen Debatte, bezogen auf die europäische Integration, Thesen eines bewussten Gebrauchs von der Depolitisierung als strategisches Instrument entworfen werden. Aus der dargelegten Problemstellung leiten sich die beiden Forschungsfragen der vorliegenden Untersuchung ab: Wird die europäische Integration bewusst mit dem Ziel depolitisiert, Populismus abzuschwächen? Kann Depolitisierung als eine geeignete Strategie zur Abschwächung von Populismus zur europäischen Integration gelten? Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht in der Prüfung der Argumente, die in der wissenschaftlichen Diskussion zum Thema vorgebracht werden, und der Erarbeitung einer hervorgehend fundierten Position. Dazu wird insbesondere die fachwissenschaftliche Debatte seit dem gescheiterten Verfassungsvertrag als Literatur erörtert.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

1.1 Populismus in der Postmoderne

1.2 „Hinterzimmer-Politik“?

1.3 Relevanz des Themas und Vorgehensweise

2. Theoriegeleitete Annäherung an den Untersuchungsgegenstand

2.1 Populismusbegriff

2.2 Populismus in der Europäischen Union

2.3 Politisierung und Depolitisierung

2.4 Postfunktionalismus

3. Depolitisierung und politische Strategie

4. Depolitisierung und europäische Integration

5. Depolitisierung und Populismus

6. Conclusio

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Wechselspiel zwischen dem Phänomen der Depolitisierung und dem Aufstieg populistischer Bewegungen innerhalb der Europäischen Union mit dem Ziel, die Strategien etablierter Eliten zu analysieren. Dabei wird der Forschungsfrage nachgegangen, ob die europäische Integration bewusst mit dem Ziel depolitisiert wird, um den Populismus abzuschwächen, und ob dieser Ansatz als strategisch geeignet interpretiert werden kann.

  • Populismustheorien und die Rolle des Populismus in der EU
  • Die Mechanismen der Politisierung und Depolitisierung in der Politikwissenschaft
  • Der Postfunktionalismus als theoretische Basis zur Einordnung der europäischen Integration
  • Die gezielte Depolitisierung als strategisches Instrument politischer Eliten
  • Die Auswirkungen der Depolitisierung auf die Stabilität demokratischer Systeme

Auszug aus dem Buch

1.1 Populismus in der Postmoderne

„The ideal subject of totalitarian rule is not the convinced Nazi or the convinced Communist, but people for whom the distinction between fact and fiction (i.e., the reality of experience) and the distinction between true and false (i.e., the standards of thought) no longer exist“1, warnte Hannah Arendt in ihrem 1951 erstveröffentlichten Hauptwerk mit dem deutschen Titel „Elemente und Ursprünge totaler Herrschaft”. Arendt, die mit ihrer Philosophie wesentlich zur Politischen Theorie des Populismus beitrug, betonte die Nationalsozialismus und Stalinismus einende Rolle populistischer Agitation.

Auch abseits von Totalitarismus, Genozid und „Banalität des Bösen“2 gelten Populismus und Desinformation als zentrale Gefahren für den Fortbestand der demokratisch konstituierten, die Menschenrechte achtenden Staaten der Gegenwart. Sinkende Wahlbeteiligung und Mitgliedschaft in Parteien sowie die häufig beschworenen Erscheinungen von Politikverdrossenheit, Demokratiedefizit und Systemkrise der repräsentativen Demokratie3 werden mit den seit der Zeit Hannah Arendts entstandenen neuen Möglichkeiten zur Massenkommunikation in Verbindung gebracht.4 Die seit dem ausgehenden 20. Jahrhundert aufgekommene Digitale Revolution und insbesondere die Etablierung sogenannter sozialer Medien haben nicht nur die Entwicklung hin zur Mediendemokratie begünstigt, sondern schaffen ebenso noch vor wenigen Jahren ungeahnte Gefahren durch Populismus und Desinformation. Das Microtargeting in Wahlkämpfen kann hier als anschauliches Beispiel dienen.5

Im Fokus der medialen und wissenschaftlichen Aufmerksamkeit stehen dabei die Staaten Europas und insbesondere die Mechanismen des Populismus innerhalb der Europäischen Union. Den vorläufigen Höhepunkt der Umwälzungen des klassischen Parteiensystems bildet hierbei die französische Präsidentschaftswahl im April 2022. Nach Amtsinhaber Emmanuel Macron erhielten im ersten Wahlgang Marine Le Pen vom rechts-

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Das Kapitel führt in die Problematik des Populismus in der Postmoderne ein, beleuchtet das Narrativ der „Hinterzimmer-Politik“ und erläutert die Forschungsfragen sowie die Vorgehensweise der Untersuchung.

2. Theoriegeleitete Annäherung an den Untersuchungsgegenstand: Dieser Abschnitt definiert zentrale Begriffe wie Populismus, Politisierung und Depolitisierung und führt das Konzept des Postfunktionalismus zur Analyse der europäischen Integration ein.

3. Depolitisierung und politische Strategie: Kapitel drei untersucht, wie Depolitisierung als bewusstes Instrument politischer Eliten eingesetzt wird, um Konfliktpotenziale zu reduzieren und die eigene Machtbasis zu sichern.

4. Depolitisierung und europäische Integration: Hier wird analysiert, wie die supranationale Ebene der EU depolitisiert wird, um mit dem wachsenden Legitimationsdruck und den Anforderungen an die Integration umzugehen.

5. Depolitisierung und Populismus: Das fünfte Kapitel stellt den direkten Zusammenhang zwischen dem Kartellparteien-Modell, der bewussten Depolitisierung und dem Anstieg populistischer Bewegungen dar.

6. Conclusio: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Depolitisierung als Strategie den Niedergang der EU eher befördert als aufhält und das Risiko einer langfristigen Konterrevolution erhöht.

Schlüsselwörter

Populismus, Europäische Integration, Depolitisierung, Politisierung, Postfunktionalismus, Kartellparteien, Demokratiedefizit, Politische Strategie, Mediendemokratie, Rechtsstaatlichkeit, Wahlsystem, Regierungsführung, Europäische Union, Politische Kommunikation, Konterrevolution.

Häufig gestellte Fragen

Was ist das zentrale Thema der Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Strategie der Depolitisierung im Kontext der europäischen Integration und untersucht, wie diese als Mittel eingesetzt wird, um auf den Aufstieg populistischer Bewegungen zu reagieren.

Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?

Die wesentlichen Schwerpunkte sind die Definitionen von Populismus, das theoretische Konzept der Depolitisierung, die Architektur der europäischen Integration sowie die Machtstrategien traditioneller Parteien.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, zu prüfen, ob die europäische Integration bewusst depolitisiert wird, um den Populismus in Europa abzuschwächen, und ob dies eine erfolgreiche Strategie darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoriegeleitete Untersuchung, die politikwissenschaftliche Debatten und aktuelle Literatur heranzieht, um die Hypothesen an empirischen Beispielen zu validieren oder zu falsifizieren.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Fundierung, die Analyse von Depolitisierung als Strategie, die Untersuchung des Integrationsprozesses unter dem Aspekt der Depolitisierung sowie die Korrelation zwischen diesen Prozessen und dem Erfolg populistischer Akteure.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Analyse?

Zentrale Begriffe sind Depolitisierung, Populismus, Postfunktionalismus, Kartellparteien, permissiver Dissens und Repolitisierung.

Wie bewerten die untersuchten Autoren die Erfolgsaussichten der Depolitisierung?

Die meisten Autoren kommen zu dem Schluss, dass der Versuch der Depolitisierung langfristig erfolglos bleiben wird, da die tieferen Ursachen der Politisierung weiterhin intakt sind und die Strategie zudem ein Risiko für eine künftige, starke Repolitisierung birgt.

Was bedeutet der Begriff „Kartellparteien“ im Kontext dieser Untersuchung?

Der Begriff bezieht sich auf die Theorie, dass traditionelle Regierungsparteien durch die strategische Depolitisierung unliebsamer Themen und intransparente Zusammenarbeit den politischen Wettbewerb zu ihren Gunsten gestalten, was den Aufstieg von Populisten begünstigt.

Ende der Leseprobe aus 33 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Depolitisierung der europäischen Integration als Strategie zur Abschwächung von Populismus
Hochschule
Universität Passau  (Jean-Monnet-Lehrstuhl für Europäische Politik)
Veranstaltung
Populismus in der EU
Note
1,7
Autor
Anonym (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2022
Seiten
33
Katalognummer
V1302378
ISBN (eBook)
9783346770646
ISBN (Buch)
9783346770653
Sprache
Deutsch
Schlagworte
depolitisierung integration strategie abschwächung populismus
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Anonym (Autor:in), 2022, Depolitisierung der europäischen Integration als Strategie zur Abschwächung von Populismus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1302378
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Leseprobe aus  33  Seiten
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