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Sexualität und Jungfräulichkeit in der Legende "Von der heiligen Margareta"

Tabus in der Literatur des Mittelalters

Title: Sexualität und Jungfräulichkeit in der Legende "Von der heiligen Margareta"

Term Paper , 2007 , 13 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katja Losensky (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies

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Summary Excerpt Details

„Selig seid ihr, wenn ihr um meinetwillen beschimpft und verfolgt und auf alle mögliche Weise verleumdet werdet. Freut euch und jubelt. Euer Lohn im Himmel wird groß sein. Denn so wurden schon vor euch die Propheten verfolgt.“ (Matthäus 5,3-12) (1079)

Das Festhalten am Glauben gegen jegliche Anfeindung, trotz der den Leib marternden heidnischen Ungläubigen oder andere Christen, die Hingabe an Gott bis zur Aufgabe der eigenen irdischen Existenz in Erwartung des Heils durch Gott sind Charakteristika von christlichen Märtyrern wie sie in den mittelalterlichen Heiligenlegenden dargestellt sind. Nicht immer nimmt das Martyrium ein den Leib zerfleischendes Ausmaß an, nicht jede Märtyrergestalt stirbt tausend Tode bevor die Erlösung, die Heiligung durch Gott erfolgt. „Seit alters her boten asketische Praktiken eine alternative Möglichkeit.“ In deren Rahmen kann „Jungfräulichkeit als Ersatzmartyrium“ fungieren. An der Figur der heiligen Margareta , die sich der von den Eltern verfügten Eheschließung entzieht und unter Namen und Maskerade eines Mannes in ein Kloster eintritt, wird eine solche Art des Martyriums, in Form von selbstgewählter Enthaltsamkeit zusätzlich einer von außen aufgezwungenen Askese, vorgeführt. Margareta, die sich Pelagius nennt, wird von den Klosterbrüdern für würdig befunden, dem anliegenden Frauenkloster vorzustehen. Nach einer Zeit frommen Lebens und Lehrens wird sie unter der Anschuldigung eine Frau geschwängert zu haben, zur Buße in einen Kerker geworfen, wo sie, ihre Identität als Frau verbergend, im Tod die Erlösung durch Gott findet.
Ingrid Kasten bezeichnet „die Unterscheidung in einen reproduktiven 'weiblichen' und einen nicht 'reproduktiven' männlichen Körper“ als für die Gattung der Legende konstitutiv. Daher richte sich das Virginitätsideal, wie es auch von Margarete/Pelagius verkörpert wird, in erster Linie an den weiblichen, durch die Fähigkeit zur Reproduktion markierten Leib, der sich durch Jungfräulichkeit eben dieser entzieht. „Paradox“ wirke daher vor diesem Hintergrund „Virginität (...) als Lebensentwurf für Männer, die sich zwecks Heiligung der – sexuelle Enthaltsamkeit einschließenden – Askese verschrieben haben“ . Männliche Virginität sei gleichsam stets eingebunden in die Abwehr und Kontrolle des Weiblichen als dem Reproduktiven und in „die Vergewisserung männlicher Omnipotenz“ . ........

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Christentum, Kirche und Sexualität

2.1. Jungfräulichkeits- und Keuschheitsideal

2.2. “mulier naturaliter est minoris virtutis”

2.2.1. ratio inferior

2.2.2. Geist und Körper

2.3. Sündhafte Lust

2.4. Asketisches Leben und Begehren

3. Reproduktion

4. „Min name were eins mannes name“ – Der Mönch Pelagius

5. Schluss

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Konzept der Jungfräulichkeit in der Legende der heiligen Margareta. Dabei steht die zentrale Forschungsfrage im Fokus, wie Margareta durch die Maskerade als Mönch Pelagius versucht, dem als sündhaft geltenden, reproduktiven weiblichen Körper zu entfliehen, um eine spirituelle Vollkommenheit zu erreichen, die im mittelalterlichen Kontext primär männlich konnotiert ist.

  • Die christliche Bewertung von Sexualität, Keuschheit und Jungfräulichkeit.
  • Die Konstruktion von Geschlechterrollen und die Zuschreibung von Tugenden in der mittelalterlichen Literatur.
  • Der Dualismus zwischen dem als schwach geltenden weiblichen und dem als ideal angesehenen männlichen Körper.
  • Die Rolle der Askese als Mittel zur Heiligung und als Abgrenzung von der sündhaften Welt.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. ratio inferior

Körper und Geist der Frau gelten als schwächer. Die Frau ist anfälliger für die Sünde, für unkontrollierbare Fleischeslust, denn mit Eva wurde die erste aller Frauen verführt, durch sie kam die Sünde in die Welt. Nicht Adams Verführbarkeit durch Eva wird, wenn auch thematisiert, da auch er als schuldig gilt, gewichtet, sondern die Evas durch die Schlange, durch das Böse. Diese wird „als Ausfluß unbedingter Tugendschwäche interpretiert.“ Innerhalb dieser Interpretation ist Adam „Träger einer „ratio superior“ und Eva hingegen (...) [Trägerin] eine[r] „ratio inferior“. Dies erhöht den Wert Margaretas Virginität, da Keuschheit für Frauen mit einer höheren Selbstkontrolle und dementsprechend mit mehr Standfestigkeit und Anstrengung verbunden ist. In diesem Zusammenhang gibt Margareta ihre weibliche Geschlechtsidentität auf und behauptet ihren männlichen Geist, so dass sie von sich sagen kann sie sei „menlich kein des tuvels stric“. Sie beweist damit gleichsam Kraft und Willensstärke, die über die ihr zugeschriebene Natur hinausgehen, wodurch ihre Besonderheit, ihr potentiell heiliger Status hervorgehoben wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung führt in das Thema der Legende der heiligen Margareta ein und skizziert das Spannungsfeld zwischen weiblicher Identität, asketischem Leben und dem mittelalterlichen Virginitätsideal.

2. Christentum, Kirche und Sexualität: Dieses Kapitel analysiert das grundlegend negative Bild der Sexualität im christlichen Kontext und beleuchtet, wie Jungfräulichkeit als notwendige Voraussetzung für ein gottgefälliges Leben dargestellt wird.

2.1. Jungfräulichkeits- und Keuschheitsideal: Hier wird untersucht, wie Margareta durch den bewussten Verzicht auf Ehe und Weltlichkeit versucht, dem biblischen Ideal einer reinen Hingabe an Gott zu entsprechen.

2.2. “mulier naturaliter est minoris virtutis”: Dieser Abschnitt widmet sich den mittelalterlichen Vorurteilen gegenüber dem weiblichen Geschlecht, das aufgrund der Erbsünde als schwächer und sündanfälliger eingestuft wurde.

2.2.1. ratio inferior: Die Analyse konzentriert sich auf die theoretische Unterlegenheit des weiblichen Geistes gegenüber dem männlichen und die daraus resultierende Notwendigkeit für Margareta, ihre Geschlechtsidentität zu verbergen.

2.2.2. Geist und Körper: Es wird erörtert, wie der Körper und der Geist der Frau im Gegensatz zum männlichen Modell bewertet werden und warum die Trennung vom körperlichen Dasein als Weg zur Heiligkeit erscheint.

2.3. Sündhafte Lust: Das Kapitel behandelt die moralische Verurteilung der Lust und die Rolle der Buße, um die Reinheit der Heiligen trotz falscher Anschuldigungen zu bewahren.

2.4. Asketisches Leben und Begehren: Hier wird diskutiert, wie Margaretas Leben im Kloster als Gegenentwurf zur heterosexuellen Begierde fungiert und welche Tabus mit der monastischen Lebensweise verknüpft sind.

3. Reproduktion: Dieses Kapitel hinterfragt die Annahme, dass nur der weibliche Körper als reproduktiv betrachtet wird und beleuchtet die Sündhaftigkeit der Vaterschaft im monastischen Kontext.

4. „Min name were eins mannes name“ – Der Mönch Pelagius: Die Analyse zeigt, wie die Maskerade als Mann Margareta den Schutz und die gesellschaftliche Position ermöglicht, die ihr als Frau verwehrt geblieben wären.

5. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die Ergebnisse zusammen und bestätigt, dass Margareta durch den männlich konnotierten Weg der Askese und Virginität ein für das Mittelalter außergewöhnliches Ideal der Vollkommenheit verkörpert.

Schlüsselwörter

Sexualität, Jungfräulichkeit, Heiligenlegende, Margareta, Askese, Geschlechterrollen, Mittelalter, Keuschheit, Körperbild, ratio inferior, Sündenfall, Monastik, Identität, Erlösung, Virginitätsideal.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit befasst sich mit der Darstellung von Sexualität und Jungfräulichkeit in der mittelalterlichen Legende von der heiligen Margareta, die in die Rolle des Mönches Pelagius schlüpft.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zentrale Felder sind die mittelalterliche Theologie der Geschlechter, das Ideal der Keuschheit, die Rolle der Askese und die literarische Inszenierung von Heiligkeit unter dem Aspekt des Geschlechts.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Ziel ist es zu untersuchen, wie Margareta durch ihre Verwandlung in den Mönch Pelagius versucht, den als sündhaft markierten weiblichen Körper und dessen Reproduktionsfähigkeit zu überwinden, um eine männlich konnotierte geistige Vollkommenheit zu erlangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die primär mit theologischen und geschlechtertheoretischen Diskursen des Mittelalters arbeitet und den Primärtext durch eine kritische Rezeption bestehender Forschungsmeinungen interpretiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert die christliche Wertung von Sexualität, die anatomische und spirituelle Abwertung des Weiblichen (ratio inferior), die Rolle der Buße sowie die Bedeutung des Eintritts in ein Männerkloster als Schutzraum und Mittel zur Identitätskonstruktion.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Sexualität, Jungfräulichkeit, Askese, Geschlechterrollen, Heiligenlegende, Virginitätsideal und die Unterscheidung zwischen Körper und Geist.

Warum wählt Margareta den Weg über eine männliche Maskerade?

Da der weibliche Körper im mittelalterlichen Diskurs als sündhaft und weniger vollkommen angesehen wurde, ermöglicht ihr die Maskerade als Mönch einen Zugang zu spiritueller Autorität und eine Flucht vor patriarchaler Verfügungsgewalt und heterosexueller Begierde.

Inwieweit spielt die Sünde eine Rolle in der Legende?

Sünde ist omnipräsent: Sie ist der Grund für den Sündenfall, wird als unkontrollierbare Fleischeslust definiert und dient als moralischer Kontrast, an dem sich Margaretas Standhaftigkeit und Reinheit in der asketischen Lebensführung bewähren müssen.

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Details

Title
Sexualität und Jungfräulichkeit in der Legende "Von der heiligen Margareta"
Subtitle
Tabus in der Literatur des Mittelalters
College
Free University of Berlin  (Philosophie)
Grade
1,7
Author
Katja Losensky (Author)
Publication Year
2007
Pages
13
Catalog Number
V130197
ISBN (eBook)
9783640362004
ISBN (Book)
9783640362332
Language
German
Tags
Sexualität Jungfräulichkeit Legende Margareta Tabus Literatur Mittelalters
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katja Losensky (Author), 2007, Sexualität und Jungfräulichkeit in der Legende "Von der heiligen Margareta", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130197
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