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Zur Shop-Startseite › Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Wolfgang Goethes "Die Wahlverwandtschaften" und Dieter Wellershoffs "Der Liebeswunsch"

Einer vergleichende Studie

Titel: Wolfgang Goethes "Die Wahlverwandtschaften" und Dieter Wellershoffs "Der Liebeswunsch"

Examensarbeit , 2008 , 121 Seiten , Note: 3

Autor:in: Jinan Kauf (Autor:in)

Germanistik - Komparatistik, Vergleichende Literaturwissenschaft

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Im Rahmen dieser Arbeit werden Johann Wolfgang Goethes "Die Wahlverwandtschaften" sowie Dieter Wellershoffs "Der Liebeswunsch"einer vergleichenden Analyse unterzogen. Hierbei werden zunächst die einzelnen Figuren für sich als auch in ihren Beziehungen untersucht, um anschließend die unterschiedlichen Erzählstile beider Werke eingehender zu betrachten.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Stilvergleich

2.1. Der Ironiker

2.2. Das Rauschen

3. Vergleich der Beziehungsverläufe

4. Vergleich der Figuren und Liebesbeziehungen

4.1. Die Vernünftigen: Der Hauptmann und Marlene

4.1.1. Der Hauptmann

4.1.1.1. Der Charakter des Hauptmanns

4.1.1.2. Liebe als Hochachtung: Der Hauptmann und Charlotte

4.1.2. Marlene

4.1.2.1. Marlenes Charakter

4.1.2.2. Erst Liebe, dann Freundschaft: Marlene und Leonhard

4.1.2.3. Liebe als Mittel zur Selbstverwirklichung: Marlene und Paul

4.1.3. Zwischenresümee: Der Angepasste versus die Individualistin

4.2. Die Moralischen: Charlotte und Leonhard

4.2.1. Charlotte

4.2.1.1. Charlottes Charakter

4.2.1.2. Liebe in Erinnerung: Charlotte und Eduard

4.2.1.3. Pflicht statt Liebe: Charlotte und der Hauptmann

4.2.2. Leonhard

4.2.2.1. Leonhards Charakter

4.2.2.2. Freundschaft statt Liebe: Leonhard und Marlene

4.2.2.3. Liebe als lebensstrategisches Projekt: Leonhard und Anja

4.2.3. Zwischenresümee: Schuldgefühl versus Schuldspruch

4.3. Die Leidenschaftlichen: Eduard und Paul

4.3.1. Eduard

4.3.1.1. Eduards Charakter

4.3.1.2. Liebe aus Trotz: Eduard und Charlotte

4.3.1.3. Liebe als Selbsthingabe: Eduard und Ottilie

4.3.2. Paul

4.3.2.1. Pauls Charakter

4.3.2.2. Prestigegewinn durch Liebe: Paul und Marlene

4.3.2.3. Liebe als Heilmittel: Paul und Anja

4.3.3. Zwischenresümee: Hingabe versus Statusdenken

4.4. Die Empfindsamen: Ottilie und Anja

4.4.1. Ottilie

4.4.1.1. Ottilies Charakter

4.4.1.2. Liebe als Ausdruck vollkommener Selbstlosigkeit: Ottilie und Eduard

4.4.1.3. Selbstopfer und Heiligung: Ottilies stiller Hungertod

4.4.2. Anja

4.4.2.1. Anjas Charakter

4.4.2.2. Die Liebe einer anderen: Anja und Leonhard

4.4.2.3. Eine erpresserische Liebe: Anja und ihr Sohn Daniel

4.4.2.4. Liebeskrank: Anja und Paul

4.4.2.5. Die Sehnsucht, aufgefangen zu werden: Anjas Sprung in den Tod

4.4.3. Zwischenresümee: Die Heilige versus die Heimsuchung

5. Resümee

6. Literatur

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Hausarbeit untersucht vergleichend die Beziehungsverläufe und Figurenkonstellationen in Johann Wolfgang Goethes „Die Wahlverwandtschaften“ und Dieter Wellershoffs „Der Liebeswunsch“. Das primäre Ziel ist es, herauszuarbeiten, wie gemeinsame Motive wie Untreue, Ehebruch und die zerstörerische Kraft der Leidenschaft in den unterschiedlichen Epochen der Klassik/Romantik und der zeitgenössischen Literatur verhandelt werden.

  • Vergleichende Analyse von Beziehungsverläufen und Figurencharakteren.
  • Gegenüberstellung von rationalen/moralischen Figuren und leidenschaftlichen Charakteren.
  • Untersuchung der psychologischen Tiefe und Gesellschaftskritik in beiden Werken.
  • Analyse der Bedeutung von Schuldgefühl, Statusdenken und dem Wunsch nach Selbstverwirklichung.
  • Betrachtung der unterschiedlichen literarischen Erzählstile (Ironie vs. Multiperspektivität).

Auszug aus dem Buch

4.1.1.1. Der Charakter des Hauptmanns

Auch wenn der Hauptmann einen Typus darstellt, und die Grenzen der Grundidee seiner Figur nicht verlässt, so weist er doch einen vielseitigen Charakter auf. Er lässt sich von den Geschehnissen am wenigsten erschüttern, zumal er in einer eher abhängigen Position ist, in der er seinen Lebensunterhalt verdienen muss. Zu seinen Stärken gehört eine ausgeprägte Anpassungsfähigkeit, Selbstkontrolle und Einsichtsvermögen in das Machbare und Unvermeidliche. Darüber hinaus gehören Fleiß, Bescheidenheit, Wortkargheit, Besonnenheit, Pragmatismus und Ordnungsliebe zu seinen Eigenschaften. So gehört er nicht zu den Menschen, die sich unentbehrlich machen, sondern dafür Sorge tragen, dass nach ihrem Scheiden alles weiterhin reibungslos verlaufen kann:

Denn er hatte den Grundsatz, aus einem übernommenen Geschäft nicht zu scheiden, bis er seine Stelle genugsam ersetzt sähe. Ja er verachtete diejenigen, die, um ihrem Abgang fühlbar zu machen, erst noch Verwirrung in ihrem Kreise anrichten, indem sie als ungebildete Selbstler das zu zerstören wünschen, wobei sie nicht fortwirken sollen.

Als er in das Schloss zu Eduard und Charlotte stößt, befindet er sich zunächst in einer wirtschaftlich eher misslichen Lage, weil er seit einiger Zeit keine ihm und seinen Fähigkeiten angemessene Tätigkeit finden konnte. Im Schloss kommen nun seine vielfältigen Fähigkeiten zum Einsatz. Er misst beispielsweise das Gelände aus und erstellt eine Karte, bringt die Verwaltung auf Vordermann, richtet Polizei und Wohltätigkeitseinrichtungen ein und dergleichen mehr. Zwar werden wir als Leser nicht darüber in Kenntnis gesetzt, ob der Hauptmann adelig oder bürgerlich ist, allein seine Auffassung und Handlungsweisen weisen eindeutig bürgerliche Züge auf. Denn seine Handlungen sind von Rationalität, einer pragmatischen Grundhaltung und Ordnungsliebe durchdrungen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Einführung in die Fragestellung zur Vergleichbarkeit der Romanbeziehungen zwischen Goethe und Wellershoff und Darlegung der Untersuchungsmethodik.

2. Stilvergleich: Untersuchung der unterschiedlichen Erzählweisen, wobei Goethes ironisch-nüchterner Stil dem modernen multiperspektivischen Erzählen bei Wellershoff gegenübergestellt wird.

3. Vergleich der Beziehungsverläufe: Gegenüberstellung der fünf Beziehungsphasen in beiden Werken, die trotz ähnlicher Viererkonstellation unterschiedliche Entwicklungen aufzeigen.

4. Vergleich der Figuren und Liebesbeziehungen: Detaillierte Charakteranalyse und Einteilung der Figuren in die Kategorien Vernünftige, Moralische, Leidenschaftliche und Empfindsame.

5. Resümee: Synthese der Ergebnisse, wobei die unterschiedliche Gesellschaftskritik und die Bedeutung der Treue als zentrales Motiv hervorgehoben werden.

6. Literatur: Verzeichnis der verwendeten Primär- und Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Johann Wolfgang Goethe, Dieter Wellershoff, Die Wahlverwandtschaften, Der Liebeswunsch, Liebesbeziehungen, Leidenschaft, Ehebruch, Rationalität, Moral, Charakterstudie, Literaturvergleich, Gesellschaftskritik, Treue, Postmoderne, Klassik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit vergleicht das Beziehungsverhalten und die Figurenkonstellationen in Goethes „Die Wahlverwandtschaften“ und Wellershoffs „Der Liebeswunsch“.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die menschliche Wahlfreiheit gegenüber dem Determinismus, die Rolle der Leidenschaft, die Bedeutung von Moralvorstellungen und das Scheitern von Lebensentwürfen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist herauszuarbeiten, welche Themen und Aussagen bei beiden Autoren in der Auseinandersetzung mit identischen Motiven wie Untreue und Ehebruch in den jeweiligen Epochen dominieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine vergleichende literaturwissenschaftliche Analyse angewandt, die auf der Charakterisierung einzelner Figuren und einer Gegenüberstellung von Beziehungsphasen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Stilanalyse, eine Untersuchung der Beziehungsverläufe sowie eine tiefgehende Charakterisierung und Kategorisierung der acht Hauptfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Liebesbeziehungen, Leidenschaft, Ehebruch, Rationalität, Moral, Charakterstudie und literaturwissenschaftlicher Epochenvergleich.

Wie unterscheidet sich die Rolle von "Anja" im Vergleich zu den anderen Figuren?

Anja wird als zentrale, aber hochgradig orientierungslose Gestalt bei Wellershoff gezeichnet, deren Handeln massiv durch die Abhängigkeit von ihrer Mutter geprägt ist und die letztlich am Leben scheitert.

Was bedeutet der Titel "Der Liebeswunsch" im Kontext der Analyse?

Der Titel deutet auf die Sehnsucht nach einer Erlösung durch Liebe hin, wobei Wellershoff aufzeigt, dass dieser Wunsch in einer individualistischen Gesellschaft oft zur Selbstzerstörung führt.

Ende der Leseprobe aus 121 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wolfgang Goethes "Die Wahlverwandtschaften" und Dieter Wellershoffs "Der Liebeswunsch"
Untertitel
Einer vergleichende Studie
Hochschule
Justus-Liebig-Universität Gießen
Note
3
Autor
Jinan Kauf (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
121
Katalognummer
V130179
ISBN (eBook)
9783640355952
ISBN (Buch)
9783640356317
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wolfgang Goethes Wahlverwandtschaften Dieter Wellershoffs Liebeswunsch Einer Studie
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Jinan Kauf (Autor:in), 2008, Wolfgang Goethes "Die Wahlverwandtschaften" und Dieter Wellershoffs "Der Liebeswunsch", München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/130179
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