Inwiefern haben sich die Führungsansätze im Laufe der Zeit verändert und wie hat sich dies auf die persönliche Gesamtentwicklung der Autorin ausgewirkt?
Die Führung der dynamischen, komplexen und zunehmend virtuellen Zusammenarbeit innerhalb und außerhalb eines Unternehmens nimmt einen immer gewichtigeren Stellenwert ein. Das wird gerade durch die Digitalisierung und Globalisierung mit ihren unterschiedlichen Herausforderungen, Führungskräftemangel, dem demographischen Wandel mit zunehmend älteren Beschäftigten, Aufeinandertreffen verschiedener Generationen sowie ein allgemeiner Wertewandel hin zu mitbestimmender und sinnstiftender Tätigkeit deutlich. Dabei gibt es eindeutige Führungstrends: Mitbestimmung, Partizipation, Individualisierung und Flexibilisierung stehen verstärkt im Fokus. Die „klassische“ autoritäre Art der Führung hat es somit zunehmend schwerer, sich durchzusetzen. Das Thema Führung ist derzeit ein sehr aktuelles Thema, da sich durch die Corona Pandemie das Arbeitsleben in den letzten Monaten dramatisch gewandelt hat. Somit gab es auch für die Führungsebene der Unternehmen neue Herausforderungen und Veränderungen. Durch die aktuell dominierende Arbeitsform Home-Office, die durch die Pandemie eine ganz neue und essenzielle Bedeutung bekommen hat, stehen Führungskräfte vor der Herausforderung, hybride Teams mit virtuellen Strukturen und Arbeitnehmern in Präsenz und im Home-Office effektiv zu leiten. Die Arbeitsform, die bis dato nur eine Randerscheinung auf dem deutschen Arbeitsmarkt dargestellt hat, ist nun vermehrt der Standard. Der Trend zu physisch verteilten Arbeitnehmern benötigt eine veränderte Haltung und Rolle der Führungskräfte in ihrer Arbeitsumgebung.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Begriffliche Abgrenzungen
2.1 Führung und Leadership
2.2 Menschenbilder
3 Führungsansätze
3.1 Traditionelle Führungsansätze
3.1.1 Eigenschaftsorientierter Ansatz
3.1.2 Verhaltensorientierter Ansatz
3.1.3 Situationsorientierter Ansatz
3.2 New Leadership
3.3 Anforderungen an eine moderne Führungspersönlichkeit
4 Konfliktmanagement
4.1 Die Konflikteskalation nach Glasl
4.2 Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
5 Persönliche Reflexion und Kompetenzentwicklung
5.1 Entwicklungen der Leadership-Kompetenzen während des Wintersemesters 2020/2021
5.2 Kompetenzentwicklung im Bereich Konfliktmanagement durch Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg
6 Fazit und Handlungsempfehlungen für das Leadership der Zukunft
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische Transformation von Führungsansätzen und analysiert, wie diese Veränderungen die persönliche Kompetenzentwicklung der Autorin prägen. Im Zentrum steht die Verknüpfung theoretischer Leadership-Modelle mit praktischer Selbstreflexion unter Berücksichtigung moderner Herausforderungen.
- Evolution von klassischen Führungsstilen hin zu New Leadership
- Bedeutung von Menschenbildern für den Führungserfolg
- Anforderungen an moderne Führungspersönlichkeiten in virtuellen Arbeitswelten
- Konfliktmanagement durch Eskalationsmodell nach Glasl und Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg
Auszug aus dem Buch
4.2. Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall B. Rosenberg
Die Gewaltfreie Kommunikation nach Marshall Rosenberg stellt eine effiziente Intervention dar, wenn in Gesprächen oder Verhandlungen ein Konflikt überkocht. Mit Hilfe der Schritte der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg ist es möglich, in Konfliktgesprächen zu deeskalieren. Im ersten Schritt wird von einer betroffenen Person der sachliche Hintergrund des Problems beschrieben. Das ist wichtig, da innerhalb eines sachlichen Rahmens persönliche Wertungen außer Acht gelassen werden. Im zweiten Schritt stellt der Betroffene dar, wie er sich fühlt. Er muss sich dabei selbst über seine Bedürfnisse und Gefühle im Klaren sein. Zudem bleibt diese Aussage eine „Ich-Botschaft“, womit ein verbaler Angriff auf die gegnerische Partei vermieden wird. Der dritte Schritt dient dazu, dass der Betroffene klarstellt, was seine Bedürfnisse sind und was er braucht. Im vierten Schritt geht es darum, dass er verbalisiert, was er will. Beide Schritte sollten wieder in „Ich-Botschaften“ formuliert werden. Folglich wird in Schritt drei und vier deutlich, was zwingend notwendig ist und in welche Richtung die Reise gehen soll, ohne verbale Angriffe. In jedem Fall sind das mehr Informationen, als zuvor während des Konflikts bei dem Konfliktpartner angekommen sind und der Konflikt wird in strukturierter und hilfreicher Form dargelegt. Die Gewaltfreie Kommunikation dient dazu, mit uns selbst und unseren Mitmenschen so in Kontakt zu treten, dass sich unser natürliches Einfühlungsvermögen ausbreiten kann. Durch die Gewaltfreie Kommunikation werden Respekt und Empathie sowie intensives Zuhören gefördert und der Wunsch, von Herzen zu geben, ist auf beiden Seiten präsent. Sie kann helfen, um persönliche Beziehungen zu vertiefen, aber auch um bessere Kontakte am Arbeitsplatz zu schaffen. Daher wird im nächsten Kapitel darauf eingegangen, inwiefern die Anwendung der Gewaltfreien Kommunikation der Autorin innerhalb ihrer Arbeitsstelle von Nutzen sein kann.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz moderner Führung in Zeiten der Digitalisierung und Home-Office ein und formuliert die Forschungsfrage zur Veränderung der Führungsansätze.
2 Begriffliche Abgrenzungen: Hier werden die zentralen Termini Führung und Leadership differenziert und die Bedeutung von Menschenbildern als Basis für Führungshandeln erläutert.
3 Führungsansätze: Dieses Kapitel analysiert traditionelle Konzepte sowie New Leadership und leitet daraus die aktuellen Anforderungen an moderne Führungspersönlichkeiten ab.
4 Konfliktmanagement: Es wird das Eskalationsmodell nach Glasl sowie die Gewaltfreie Kommunikation nach Rosenberg als Werkzeuge für Führungskräfte vorgestellt.
5 Persönliche Reflexion und Kompetenzentwicklung: Die Autorin reflektiert ihre eigene Entwicklung im Bereich Leadership und wendet das Modell von Rosenberg beispielhaft auf einen Konflikt am Arbeitsplatz an.
6 Fazit und Handlungsempfehlungen für das Leadership der Zukunft: Abschließend werden die zentralen Erkenntnisse zusammengefasst und Ansätze für das Coaching und die Motivator-Rolle zukünftiger Führungskräfte abgeleitet.
Schlüsselwörter
Führung, Leadership, New Leadership, Menschenbilder, Konfliktmanagement, Gewaltfreie Kommunikation, Selbstreflexion, Eskalationsmodell nach Glasl, Kompetenzentwicklung, Home-Office, Digitalisierung, Führungspersönlichkeit, Teamkultur, Arbeitnehmer, Führungserfolg.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es primär in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit befasst sich mit der Entwicklung von Führungstheorien und dem Wandel, dem moderne Führungspersönlichkeiten unterliegen, insbesondere im Hinblick auf aktuelle Anforderungen durch die Digitalisierung und hybride Arbeitsformen.
Welche zentralen Themenfelder behandelt die Autorin?
Zentrale Themen sind die Abgrenzung von Disziplinen wie Führung und Leadership, traditionelle vs. moderne Führungsstile, Konfliktmanagement-Methoden sowie die persönliche Selbstreflexion und Kompetenzentwicklung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich Führungsansätze durch den gesellschaftlichen und technologischen Wandel verändert haben, und diese Theorie anhand der persönlichen beruflichen Entwicklung der Autorin zu validieren.
Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse herangezogen?
Die Arbeit nutzt Literaturanalysen zu Führungstheorien und kombiniert diese mit dem Transaktionsanalyse-Modell sowie dem Modell der Gewaltfreien Kommunikation nach Rosenberg, um eigene Erlebnisse kritisch zu reflektieren.
Was steht im inhaltlichen Fokus des Hauptteils?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Betrachtung verschiedener Führungsansätze, die Analyse von Konflikteskalationsstufen und die praktische Anwendung von Deeskalationsmethoden in einem realen Arbeitsumfeld.
Welche Schlüsselwörter beschreiben diese Arbeit am besten?
Führung, Leadership, New Leadership, Konfliktmanagement, Gewaltfreie Kommunikation, Selbstreflexion, moderne Personalführung und Kompetenzentwicklung.
Wie definiert die Autorin den Unterschied zwischen Management und Leadership?
Gestützt durch John P. Kotter interpretiert sie Manager eher als Verwalter, die für Organisation und Kontrolle zuständig sind, während Leader als Visionäre fungieren, die Kreativität, Innovation und Wandel fördern.
Warum wird das Glasl-Eskalationsmodell in der Arbeit verwendet?
Es dient dazu, die Dynamik von Konflikten objektiv analysierbar zu machen, um Führungskräften aufzuzeigen, an welchen Punkten externe Interventionen oder moderative Techniken notwendig sind.
- Quote paper
- Miriam Geerlings (Author), 2021, Anforderungen an die "moderne" Führungspersönlichkeit. Theorie und persönliche Reflexion, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1298506