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Frauenhandel und Zwangsprostitution mit osteuropäischen Frauen

Titel: Frauenhandel und Zwangsprostitution mit osteuropäischen Frauen

Seminararbeit , 2008 , 15 Seiten

Autor:in: Alexander Biegler (Autor:in)

Politik - Region: Osteuropa

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Sklavenhandel ist die Bezeichnung für die vollständige ökonomische und rechtliche
Abhängigkeit eines Menschen von einem anderen Menschen. Jene, die in solchen
Abhängigkeiten stehen, erfahren eine substanzielle Minderung ihrer Existenz als Mensch. Die
Vokabel Sklavenhandel ist bekannt aus der Geschichtsschreibung und steht stellvertretend für
ein verbreitetes Phänomen in der Zeit des europäischen Kolonialismus des 16. bis 18.
Jahrhunderts, in der Menschen vor allem aus Afrika als Ware weltweit gehandelt wurden.
Der erste Blick in die modernen westeuropäischen Gesellschaften lässt vermuten, dass es
keinen Handel mit Menschen mehr gibt und es sich lediglich um eine anachronistische
Bezeichnung für Vorgänge längst vergangener Zeiten handelt. Tatsächlich jedoch findet
moderner Sklaven- und Menschenhandel in einer sehr geschlechtsspezifischen Form nahezu
alltäglich statt und die ihn bestimmenden Vorgänge sind von permanenter Aktualität und
Gegenwärtigkeit. Das Nachschlagen des Stichworts “Menschenhandel” in einem
Standardlexikon verrät die faktische Gleichsetzung von Menschenhandel und Frauenhandel,
denn hauptsächlich sind Frauen, aber auch Kinder betroffen.
Obwohl Menschenhandel ausgehend von der statistische Analyse folgerichtig als
Frauenhandel bezeichnet werden könnte, kennen die Strafgesetzbücher nur die
geschlechtsneutrale Begrifflichkeit des Menschenhandels.
Die „Ware Mensch“ ist den Tatsachen gemäß zuallererst weiblich und der feminine Körper,
nahezu egal welchen Alters, ist ein globales Tauschobjekt mit hoher Nachfrage und wird einer
allgemeinen Handelsware ähnlich überall auf der Welt vertrieben und verfügbar gemacht. Das
internationale Geschäft mit Frauen ist nicht nur lukrativ und umsatzstark, sondern lässt
vorrangig Männer von der ökonomischen und gesellschaftlichen Marginalisierung von Frauen
profitieren.
Die Statistiken über den weltweiten Menschenhandel sind hinsichtlich des Geschlechts
eindeutig, aber divergieren zum Teil beträchtlich hinsichtlich des quantitativen Ausmaßes und
tatsächlichen Umfanges des Handels mit Frauen. Einerseits zeigt das Fehlen zuverlässiger
Erhebungen, wie unvollkommen die Schnittstellen zwischen Regierungen, Exekutivorganen
und den Organisationen, die sich gegen den Handel mit Frauen einsetzen, bisher sind. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen von Menschenhandel

3. Menschenhandel in Deutschland anhand des Bundeslageberichts

4. Marktgesetze, Freier und Freierbestrafung

5. Die wirtschaftliche Situation der MOE-Staaten

6. Migrationsmotive der Frauen und Ansatzpunkte der Täter

7. Schluss

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht die komplexen Strukturen des Menschenhandels mit Fokus auf Zwangsprostitution osteuropäischer Frauen und analysiert dabei das Zusammenspiel von ökonomischen Notlagen, geschlechtsspezifischer Marginalisierung und strafrechtlichen Rahmenbedingungen.

  • Strukturelle Ursachen von Menschenhandel und Prostitution
  • Rechtliche Definitionen und strafrechtliche Umsetzung in Deutschland
  • Marktmechanismen der Sexindustrie und abolitionistische Perspektiven
  • Sozioökonomische Transformationsprozesse in den MOE-Staaten
  • Migrationsmotive und Rekrutierungsstrategien der Täter

Auszug aus dem Buch

6. Migrationsmotive der Frauen und Ansatzpunkte der Täter

Wie schon angedeutet, ist das stigmatisieren der Frauen als Opfer eine ungerechtfertigte Vereinfachung der komplexen Prozesse des Menschenhandels. Es darf nicht vernachlässigt werden, dass Frauen aus den unterschiedlichsten Lebens- und Erfahrungshintergründen kommen und urteils- und handlungsfreie Menschen sind, die zumeist eigenen Strategien des Überlebens folgen. Dazu gehört auch, dass sie in der Prostitution tätig sein wollen. Das Scheitern von Überlebensstrategien ist häufig den rechtlichen, sozialen und wirtschaftlichen Einschränkungen geschuldet, deshalb müssen die Prioritäten auf den Anspruch der Frauen gegenüber ihren grundlegenden Menschenrechten, einer würdigen Behandlung, Sicherheit und auf eigene Handlungsspielräume gelenkt werden. Das muss konsequenterweise auch bedeuten, dass wenn Frauen sich dazu entscheiden in der Prostitution tätig zu sein, sie durch Gesetze ihrer sozialen und wirtschaftlichen Bewegungsfreiheit sicher sein können.

Das zentrale Motiv zum Verlassen des Herkunftslandes ist die Sicherung der physischen Existenz, die die Frauen durch die akute Armut bedroht sehen. Nach den subjektiven Befragungen osteuropäischer Mädchen durch Alexandra Geisler trat die Motivierung zur Migration aber erst durch die Anwerbung der Menschenhändler ein. Die Bedingungen für den Menschenhandel bilden demnach die gesellschaftlichen Faktoren. Als zusätzlicher Wirkfaktor kann die irreführende Illusion von Westeuropa angesehen werden, die in den Massenmedien vermittelt wird und als Kontrast zu den lokalen Realitäten zur Triebkraft für die Migration wird.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die historische und aktuelle Relevanz des Menschenhandels und verdeutlicht die geschlechtsspezifische Dimension sowie die Diskrepanz zwischen statistischer Erfassung und gesellschaftlicher Wahrnehmung.

2. Definitionen von Menschenhandel: Dieses Kapitel definiert Menschenhandel auf Basis internationaler Protokolle und erläutert die rechtliche Implementierung sowie Differenzierung innerhalb des deutschen Strafrechts.

3. Menschenhandel in Deutschland anhand des Bundeslageberichts: Es werden polizeiliche Erkenntnisse und Statistiken zum Menschenhandel in Deutschland analysiert, wobei besonders die Herkunftsländer und die Anwerbemethoden der Täter im Fokus stehen.

4. Marktgesetze, Freier und Freierbestrafung: Das Kapitel diskutiert die polarisierte Debatte zwischen Abolitionisten und Regularisten und untersucht die Rolle der männlichen Nachfrage im Kontext der Sexindustrie.

5. Die wirtschaftliche Situation der MOE-Staaten: Hier werden die ökonomischen Folgen des Systemwechsels in den postsozialistischen Staaten dargestellt, die den Nährboden für soziale Not und Migrationsentscheidungen bilden.

6. Migrationsmotive der Frauen und Ansatzpunkte der Täter: Es wird analysiert, warum Frauen zur Migration neigen und wie Täter durch gezielte Ausnutzung von Zwangslagen und Abhängigkeitsverhältnissen agieren.

7. Schluss: Das Schlusskapitel fasst die interdependenten Faktoren zusammen und betont die Notwendigkeit, ökonomische und gesellschaftliche Rahmenbedingungen zu schaffen, um Frauen vor Ausbeutung zu schützen.

Schlüsselwörter

Menschenhandel, Zwangsprostitution, Osteuropa, Migration, Ausbeutung, Sexindustrie, Abolitionismus, Armut, Bundeslagebericht, Menschenrechte, Transformationsprozess, Geschlechtsspezifische Gewalt, Prostitution, Arbeitsmarkt, Überlebensstrategie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Problematik des Menschenhandels und der Zwangsprostitution, insbesondere unter Berücksichtigung der Situation von Frauen aus osteuropäischen Staaten.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen umfassen rechtliche Definitionen, ökonomische Transformationsprozesse in den MOE-Staaten, Marktmechanismen der Sexindustrie sowie gesellschaftliche und politische Debatten über Prostitution.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, ein differenziertes Verständnis für die Entstehung von Zwangslagen im Kontext von Migration und Prostitution zu entwickeln und die strukturellen Hintergründe aufzuzeigen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt eine Literaturanalyse, die offizielle Bundeslageberichte, rechtswissenschaftliche Grundlagen und sozioökonomische Daten kombiniert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Untersuchung der Rechtslage, eine Analyse polizeilicher Statistiken, eine Diskussion marktökonomischer Aspekte der Prostitution sowie eine Betrachtung der wirtschaftlichen Lage in Osteuropa.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind Menschenhandel, Zwangsprostitution, Migration, ökonomische Transformation und der abolitionistische Diskurs.

Wie unterscheidet sich die Situation in den MOE-Staaten von Westeuropa?

Während Westeuropa über funktionierende soziale Sicherungssysteme verfügt, sind viele Länder Osteuropas nach dem Systemwechsel von Armut, Arbeitslosigkeit und dem Abbau sozialer Errungenschaften geprägt.

Warum kritisieren manche Beobachter die rechtliche Einstufung durch § 232 StGB?

Kritiker bemängeln eine Konstruktionsschwäche des Paragraphen, da er die Autonomie der Migrantinnen oft negiert und die tatsächlichen sozialen Zwangslagen nur unzureichend adressiert.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Frauenhandel und Zwangsprostitution mit osteuropäischen Frauen
Hochschule
Freie Universität Berlin  (Otto-Suhr-Institut für Politikwissenschaft)
Veranstaltung
Migration von Frauen und Männern
Autor
Alexander Biegler (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
15
Katalognummer
V129551
ISBN (Buch)
9783640625338
ISBN (eBook)
9783640625352
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Frauenhandel Zwangsprostitution Frauen
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Alexander Biegler (Autor:in), 2008, Frauenhandel und Zwangsprostitution mit osteuropäischen Frauen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/129551
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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