Wenn man heute in einem Wörterbuch den Begriff „Legasthenie“ nachschlägt, steht dort folgendes geschrieben: „Lese- und Rechtschreibschwäche“. Da diese Erklärung sehr allgemein scheint, muss der Begriff noch weiter definiert werden, was sich im Laufe der Geschichte laut Christine Mann als schwierig herausstellte.
Inhaltsverzeichnis
1. Zur Geschichte der Legasthenieforschung
2. Legasthenie: neue Forschungsansätze und Förderung
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit setzt sich kritisch mit der historischen Entwicklung der Legasthenieforschung sowie modernen Ansätzen zur Diagnose und Förderung betroffener Kinder auseinander, um den Übergang von einer defizitorientierten Betrachtung hin zu einer integrativen Lerntherapie aufzuzeigen.
- Historische Entwicklung der Legasthenie-Definitionen
- Kritik an klassischen Test- und Diagnoseverfahren
- Der Einfluss des Schriftspracherwerbs auf die Entstehung von Lernstörungen
- Differenzierung der Legasthenikertypen nach Frith
- Integrative Ansätze und therapeutische Fördermöglichkeiten
Auszug aus dem Buch
2. Legasthenie: neue Forschungsansätze und Förderung
Die Forschung musste verändert werden, was Sirch in die Wege leitete. Man untersuchte das Wesen der Schrift und stellte fest, dass die Schriftsprache wie auch die akustische Durchgliederung eines Wortes in Phoneme, Fähigkeiten erfordert, die in der Realität der Kinder kaum trainiert werden. Dieses Fehlen der Fähigkeit war keine Schwäche des Kindes, sondern ein Beweis dafür, dass im Erlernen der Schriftsprache ein bestimmter Schritt noch nicht vollzogen wurde. Damit war man sicher, dass Legasthenie keine Krankheit war, sondern eine Art Entwicklungsrückstand, der durch ungünstige Faktoren verstärkt wurde. Daraufhin gab es lernpsychologische, kognitive und medizinische Ansätze, die die Legasthenieursachen untersuchten und erklärten. Ein Kind, das unter Legasthenie leidet, befindet sich in einem Teufelskreis aus verzweifelten Tricks und lästigen Gewohnheiten.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Zur Geschichte der Legasthenieforschung: Dieses Kapitel zeichnet die historische Wahrnehmung der Legasthenie als Krankheit nach und beleuchtet die kritische Auseinandersetzung mit frühen Testverfahren sowie der Rolle des Erstleseunterrichts.
2. Legasthenie: neue Forschungsansätze und Förderung: Hier werden modernere Ansätze diskutiert, die Legasthenie als Entwicklungsrückstand begreifen und therapeutische sowie pädagogische Strategien zur Unterstützung betroffener Kinder vorstellen.
Schlüsselwörter
Legasthenie, Lese-Rechtschreibschwäche, Schriftspracherwerb, Lernstörungen, Lerntherapie, Entwicklungsrückstand, Phoneme, Förderansätze, Pädagogik, Sprachdidaktik, Legasthenieforschung, Teufelskreis, Gruppentherapie, Diagnosekriterien
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Entwicklung des Verständnisses von Legasthenie, von frühen, als Krankheit interpretierten Ansätzen bis hin zu modernen, pädagogisch und psychologisch orientierten Förderkonzepten.
Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?
Die zentralen Felder sind die historische Begriffsentwicklung, die Kritik an traditionellen Testmethoden, die Analyse der Schriftspracherwerbsprozesse sowie verschiedene therapeutische Interventionsmöglichkeiten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist aufzuzeigen, wie sich der Blick auf legasthene Kinder gewandelt hat und welche Voraussetzungen geschaffen werden müssen, um betroffene Kinder individuell zu fördern und psychische Belastungen zu vermeiden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Analyse fachdidaktischer Literatur und Forschungspositionen zur Sprachdidaktik und Legasthenieförderung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die historische Analyse der Legasthenieforschung sowie die Darstellung neuerer Forschungsansätze, die Legasthenie als Entwicklungsphänomen begreifen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zu den prägenden Begriffen gehören Legasthenie, Schriftspracherwerb, Entwicklungsrückstand, Lerntherapie und Sprachdidaktik.
Was unterscheidet die drei Legasthenikertypen nach Frith?
Die Typen unterscheiden sich durch ihre spezifische Herangehensweise an die Schriftsprache: von "Wortbild-Jägern", die das Prinzip der Buchstaben nicht verstehen, über "Kontext-Spekulanten" bis hin zu "Buchstaben-Sammlern".
Warum lehnt die Autorin den Begriff der Krankheit im Kontext von Legasthenie ab?
Basierend auf neueren Forschungsansätzen wird Legasthenie nicht als pathologischer Defekt, sondern als ein Entwicklungsrückstand verstanden, der durch fehlende oder unpassende Lernschritte im Schriftspracherwerb entsteht.
- Arbeit zitieren
- Bachelor of Arts/ Master of Education Ute Heijenga (Autor:in), 2005, Legasthenie - zur Geschichte der Forschung und neue Ansätze , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/128898