Welche Auswirkungen hat der kompetenzorientierte Unterricht in politischer Bildung auf die Leistungsfeststellung/Leistungsbeurteilung?
Welche Kriterien sind wichtig, um den Kompetenzerwerb in politischer Bildung zu überprüfen?
Um diese Fragen beantworten zu können, widme ich mich zunächst der Grundlage aller Leistungsfeststellungen und Beurteilungen, nämlich der Leistungsbeurteilungsverordnung. Weiters untersuche ich neue Methoden und Zugänge der Leistungsfeststellung, die mit der Einführung des kompetenzorientierten Unterrichts bedeutend sind. Die zunächst banal wirkende Bedeutung der Begriffe „Diagnose“, „Bewertung“, und „Beurteilung“ erscheint mir in diesem Zusammenhang ebenfalls als wichtig. Zuletzt werde ich mich mit dem Aufbau von kompetenzorientierten Aufgabenstellungen auseinandersetzen, sowie einige Möglichkeiten präsentieren, die neben den üblichen Tests und Lernzielkontrollen als Mittel zur Leistungsfeststellung dienen. Im Anhang der Arbeit sind von mir angefertigte Beispiele zu finden. Darunter befinden sich neben einem Vorschlag für einen Concept Cartoon auch ein Test für die Sekundarstufe I sowie eine mögliche Maturaaufgabe. Eine Aufgabe, die sich an dem Werk „Individualisierung und Differenzierung im Politikunterricht“ von Kühberger und Windischbauer orientiert, liegt darin ebenfalls vor.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Theorieteil
2.1 Leistungsbeurteilungsverordnung
2.2 Bezugsnormen
2.3 Diagnose – Bewertung – Beurteilung
3. Praxisorientierter Teil
3.1 Kriterien der punktuellen Feststellung
3.2 Prozessorientierte Feststellungen
4. Fazit
5. Bibliographie
5.1 Literatur
5.2 Weblinks
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Herausforderungen und Möglichkeiten der Leistungsfeststellung im Rahmen des kompetenzorientierten Unterrichts in der Politischen Bildung, um aufzuzeigen, wie traditionelle Beurteilungsformen durch prozessorientierte Verfahren sinnvoll ergänzt werden können.
- Grundlagen der Leistungsbeurteilungsverordnung in Österreich
- Differenzierung zwischen Diagnose, Bewertung und Beurteilung
- Qualitätskriterien und Bezugsnormen für die Kompetenzmessung
- Einsatz und Bedeutung von Operatoren in Aufgabenstellungen
- Methoden der prozessorientierten Leistungsfeststellung (Portfolios, Lernzielkontrollen, Projekte)
Auszug aus dem Buch
3.1 Kriterien der punktuellen Feststellung
In diesem Kapitel möchte ich mich dem Aufbau von kompetenzorientierten Aufgabenstellungen widmen, welche für die punktuelle Leistungsfeststellung in Politischer Bildung geeignet sind. Dabei verwende ich den Begriff „Leistungsfeststellung“ so, wie er in Kühbergers Arbeit definiert wurde, als Oberbegriff von Diagnose, Bewertung und Beurteilung.
Während in den Fächern Englisch, Deutsch und Mathematik bereits seit längerer Zeit kompetenzorientierte Aufgaben vorliegen, da diese in Österreich seit 2009 der Standardüberprüfung unterliegen, sind für das Fach Geschichte und Sozialkunde / Politische Bildung die Aufgabenformate noch nicht in diesem Ausmaß vorhanden. In den letzten Jahren haben FachdidaktikerInnen aber immer mehr Vorschläge für solche Testaufgaben gebracht, an denen sich die Lehrkräfte an den Schulen orientieren. Lehrpersonen können und müssen solche Aufgaben aber auch selbst erstellen, wobei immer einige Punkte zu beachten sind. Wichtig ist zunächst, dass die nicht zu vernachlässigende mangelnde Lesefähigkeit bei der Gestaltung der Testaufgaben berücksichtigt wird. Es darf nicht daran scheitern, dass SchülerInnen die Aufgabenstellung gar nicht oder nur eingeschränkt Sinn erfassend lesen können. Weiters müssen die Aufgaben altersgemäß, sowie an das Lernniveau der SchülerInnen angepasst sein. Um dieses Lernniveau überhaupt zu kennen, sollten die Lehrpersonen vorher bereits eine Leistungsdiagnose durchgeführt haben, wie sie bereits im vorigen Kapitel besprochen wurde. Die kompetenzorientierten Aufgaben müssen außerdem präzise formuliert sein, ohne die eigentlichen Lernziele bereits vorwegzunehmen. Bei vielen Aufgabenstellungen ist den SchülerInnen nämlich nicht klar, welche Arbeitsschritte sie zu setzen haben, um die Aufgabe erfolgreich abzuschließen. Vor allem bei mündlichen Prüfungen, bei denen den SchülerInnen eine gewisse Vorbereitungszeit zur Verfügung gestellt wird (Stichwort Maturaaufgaben), kommt es dann oft nur zu einer oberflächlichen Bearbeitung der Aufgabenstellung. Dies kann nur durch die richtige Verwendung von Operatoren vermieden werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Stellt den Paradigmenwechsel hin zum kompetenzorientierten Unterricht dar und thematisiert die Notwendigkeit neuer Wege in der Leistungsfeststellung in der Politischen Bildung.
2. Theorieteil: Erörtert die gesetzlichen Rahmenbedingungen der Leistungsbeurteilung und definiert die zentralen Begriffe der pädagogischen Diagnostik sowie verschiedene Bezugsnormen.
2.1 Leistungsbeurteilungsverordnung: Analysiert den gesetzlichen Spielraum für Lehrpersonen und die Bedeutung kontinuierlicher Leistungserhebung gegenüber punktuellen Momentaufnahmen.
2.2 Bezugsnormen: Beschreibt die Anwendung von Individual-, Sach- und Sozialnormen zur Einordnung und Bewertung erbrachter Leistungen.
2.3 Diagnose – Bewertung – Beurteilung: Differenziert zwischen der lernförderlichen Diagnose, der Bewertung von Leistungen und der summativen Notengebung.
3. Praxisorientierter Teil: Überführt die theoretischen Erkenntnisse in konkrete Anwendungsformen für den Unterricht.
3.1 Kriterien der punktuellen Feststellung: Behandelt die Konstruktion kompetenzorientierter Aufgabenstellungen und die präzise Verwendung von Operatoren.
3.2 Prozessorientierte Feststellungen: Stellt verschiedene Methoden wie Portfolios, Lehrausgänge und offene Lernphasen vor, die den gesamten Lernprozess abbilden.
4. Fazit: Führt die Argumentationslinie zusammen und betont die Notwendigkeit, traditionelle Prüfungsmythen zu überwinden zugunsten einer förderorientierten Leistungsfeststellung.
5. Bibliographie: Listet die verwendete Fachliteratur und Weblinks zur Thematik auf.
5.1 Literatur: Führt die wissenschaftlichen Quellen zur Didaktik und Leistungsbeurteilung an.
5.2 Weblinks: Verweist auf relevante Online-Ressourcen für den Unterricht.
Schlüsselwörter
Politische Bildung, Kompetenzorientierung, Leistungsfeststellung, Leistungsbeurteilung, Pädagogische Diagnostik, Leistungsbeurteilungsverordnung, Operatoren, Prozessorientierung, Lernzielkontrolle, Portfolio, Bezugsnormen, Didaktik, Individuelle Förderung, Schulleistung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Seminararbeit grundlegend?
Die Arbeit befasst sich mit der Herausforderung, Leistungen im kompetenzorientierten Unterricht der Politischen Bildung adäquat zu messen und zu bewerten, da traditionelle Testformate den neuen didaktischen Anforderungen oft nicht mehr genügen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die zentralen Felder umfassen die gesetzliche Leistungsbeurteilungsverordnung, moderne Gütekriterien für Prüfungen (Objektivität, Reliabilität, Validität) und die Entwicklung neuer, meist prozessorientierter Diagnoseverfahren.
Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?
Das Ziel ist es, Lehrpersonen dabei zu unterstützen, ein breiteres Repertoire an Leistungsfeststellungsmethoden zu nutzen, um SchülerInnen nicht nur selektiv einzustufen, sondern ihre individuelle Lernentwicklung gezielt zu fördern.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturanalyse didaktischer Fachpublikationen und rechtlicher Grundlagen zur österreichischen Leistungsbeurteilungsverordnung, ergänzt durch praxisorientierte Ansätze.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen Theorieteil, der Begrifflichkeiten und Gütekriterien klärt, und einen Praxis-Teil, der den Aufbau kompetenzorientierter Aufgaben (mittels Operatoren) sowie Methoden wie Portfolios und Lernzielkontrollen detailliert beschreibt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Untersuchung?
Wesentliche Begriffe sind Kompetenzorientierung, prozessorientierte Leistungsfeststellung, pädagogische Diagnostik, Operatoren und die differenzierte Beurteilung von Leistungen.
Welche Rolle spielen Operatoren bei der Aufgabenerstellung?
Operatoren dienen als präzise Handlungsanweisungen, die sicherstellen, dass SchülerInnen genau wissen, welche kognitive Leistung (Reproduktion, Transfer oder Reflexion) von ihnen erwartet wird, was zudem die Transparenz der Benotung erhöht.
Warum ist eine Unterscheidung zwischen Diagnose und Beurteilung wichtig?
Die Diagnose dient der Lernsteuerung und Fehlersuche ohne sofortigen Leistungsdruck, während die Beurteilung die summative Bewertung am Ende eines Prozesses darstellt; eine Vermischung führt oft zu einer Einengung des Lernverhaltens auf das reine Auswendiglernen.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2019, Leistungsfeststellung im kompetenzorientierten Unterricht der Politischen Bildung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1288094