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Karl Lagerfeld. Der letzte Dandy von Paris?

Title: Karl Lagerfeld. Der letzte Dandy von Paris?

Term Paper (Advanced seminar) , 2014 , 11 Pages , Grade: 1,2

Autor:in: Natalie Rechul (Author)

Design (Industry, Graphics, Fashion)

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Summary Excerpt Details

Journalisten zahlreicher Modezeitschriften feiern das Comeback des sogenannten Dandys, der „Ikone des guten Geschmacks“. Sie suggerieren, dass das Anlegen eines eleganten Sakkos und das Tragen von einem schneeweißen Hemd bereits genügen, um sich in einen zu verwandeln. Sich auf die äußere Ummantelung des Typus Dandy zu beschränken ist jedoch zu trivial. Dandy zu sein ist mehr als nur die textile Hülle.

Der erste Teil der vorliegenden Arbeit skizziert den Typus Dandy in seiner Komplexität. Untersucht wird zunächst, anhand welcher historischen und gesellschaftlichen Umstände die Entstehung des klassischen, englischen Dandys möglich war. Daraufhin werden die fundamentalen Merkmale, Ideale und der Lebensstil dieser Dandys dargestellt. Hinzu kommt das Derivat des französischen Stils.

Der zweite Teil der Arbeit widmet sich dem Modedesigner Karl Lagerfeld, unter der Fragestellung, inwiefern er sich überhaupt von der breiten, Sakko- und schneeweißen Hemden tragenden Masse unterscheidet und ob die Bezeichnung Lagerfelds als Dandy gerechtfertigt ist. Zum Schluss wird darauf eingegangen, inwiefern der Dandyismus in unserem Zeitalter noch praktikabel ist und im Schlusswort beantworte ich die Frage, ob Karl Lagerfeld der letzte Dandy von Paris ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Vorwort

2. Die Entstehung des Dandys

2.1 Historische und gesellschaftliche Voraussetzungen für die Entstehung des Dandys

2.2 Brummell als Pionier des klassischen Dandys

2.3 Weiterentwicklung zum französischen Dandy

3. Welche Parallelen gibt es zwischen dem Dandy und Karl Lagerfeld?

3.1 Das prägende familiäre Umfeld

3.2 Sein polarisierender Charakter

3.3 Lagerfelds Look als Markenzeichen

3.4 Lagerfelds opulenter Lebensstil

3.5 Karriere und Macht

4. Über den Verfalls des Dandyismus

5. Lagerfelds Verkörperung des Dandys (Schlusswort)

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern der Modedesigner Karl Lagerfeld als heutige Repräsentation des historischen Dandy-Typus verstanden werden kann und ob die Bezeichnung "letzter Dandy von Paris" eine fachliche Rechtfertigung findet.

  • Historische Herleitung des Dandyismus im 19. Jahrhundert
  • Vergleich zwischen klassischem Dandy-Ideal und moderner Modeikone
  • Analyse von Ästhetik, Lebensstil und Charakterzügen Lagerfelds
  • Bedeutungswandel des Inszenierungsraums vom Salon zur globalen Öffentlichkeit
  • Kritische Reflexion über den Verfall und die Anpassungsfähigkeit des Dandyismus

Auszug aus dem Buch

2.2 Brummell als Pionier des klassischen, englischen Dandys

Argwöhnisch beobachtete die Aristokratie des viktorianischen Großbritanniens,(1837 - 1901) den „sozialen Wandel“ der Gesellschaft und die immer demokratischer werdende Politik. Der Adel verlor durch das „heuchlerische Bürgertum“ immer mehr an Macht wie auch Überlegenheit. Unter diesen Umständen entstanden erste Protestgruppierungen, die sich gegen die Nivellierung der Unterschiede zwischen den gesellschaftlichen Klassen aussprachen. „Ob sich diese Männer […] Beaux, Liones oder Dandys nannten […]allen eignet der gleiche Charakter des Widerspruchs und der Auflehnung; alle sind Vertreter dessen, […] die Trivialität zu bekämpfen und sie zu vernichten.“ (Baudelaire) Dieses Gedankengut war der Ursprung des Dandys.

Der Gentleman’s Club in der St. Jame‘s Street, London wurde zum Versammlungsort der protestierenden High Society. Sie boten der angreifbaren Aristokratie Zuflucht und der Zugang wurde umso mehr bewacht. Wollte man zu dieser exklusiven Gesellschaft gehören, musste man den Kodex des Verhaltens und Geschmacks beherrschen. Ein Mann von ganz exquisiter Eleganz stach aus der Club-Society heraus. Sein Name steht für den klassischsten aller Dandys: George Bryan "Beau" Brummell. Er gilt als Urvater des Dandyismus.

Brummell war nicht vom adeligen Stand, sondern stammte aus einer reichen bürgerlichen Familie. Hohes Prestige wurde ihm dennoch entgegengebracht, da er Student der Oxford University war und mit dem Prince of Wales, späteren König George IV, verkehrte. Der Prince of Wales schätze ihn sehr als Freund und Modeexperten. Diese außergewöhnliche Freundschaft sowie sein geistreiches und elegantes Auftreten, hob ihn in die englische Club-Society.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Vorwort: Die Einleitung umreißt die Komplexität des Dandy-Begriffs und stellt die Forschungsfrage nach der Einordnung Karl Lagerfelds als Dandy.

2. Die Entstehung des Dandys: Erläutert die historischen und gesellschaftlichen Umstände sowie die Entwicklung des Dandy-Phänomens vom englischen Ursprung bis zur französischen Ausprägung.

3. Welche Parallelen gibt es zwischen dem Dandy und Karl Lagerfeld?: Dieser Hauptteil analysiert spezifische biografische und stilistische Merkmale Lagerfelds im Vergleich zum historischen Dandy-Ideal.

4. Über den Verfalls des Dandyismus: Diskutiert die Schwierigkeiten des Dandyismus im Zeitalter der modernen Massenkultur und veränderter öffentlicher Räume.

5. Lagerfelds Verkörperung des Dandys (Schlusswort): Synthetisiert die Ergebnisse und bestätigt, dass Lagerfeld eine moderne, globalisierte Form des Dandyismus erfolgreich verkörpert.

Schlüsselwörter

Dandyismus, Karl Lagerfeld, Mode, George Bryan Brummell, Aristokratie, Bürgertum, Ästhetik, Selbstinszenierung, Stil, Kulturgeschichte, Inszenierungsraum, High Society, Eleganz, Modeikone, Moderne.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Dandyismus und prüft, inwiefern der Modedesigner Karl Lagerfeld als legitimer Nachfolger dieses Ideals im 21. Jahrhundert bezeichnet werden kann.

Was sind die thematischen Schwerpunkte der Untersuchung?

Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Begriffsdeutung, der Analyse des klassischen Stils nach Beau Brummell sowie dem Vergleich mit Lagerfelds Auftreten, Arbeitsethik und Medienpräsenz.

Was ist die zentrale Forschungsfrage?

Die zentrale Frage lautet, ob die gängige mediale Bezeichnung Karl Lagerfelds als "letzter Dandy von Paris" wissenschaftlich gerechtfertigt ist oder ob er nur einen oberflächlichen Stil imitiert.

Welche wissenschaftliche Methodik wurde angewendet?

Es wurde eine theoretische Analyse durchgeführt, die historische Konzepte des 19. Jahrhunderts mit einer biografischen und soziologischen Untersuchung der Person Karl Lagerfeld vergleicht.

Welche zentralen Aspekte werden im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Herleitung der Dandy-Figur und einen direkten Abgleich zentraler Attribute wie Familiärer Hintergrund, Charakter, Stil, Lebensstil sowie Karriere und Macht.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Die wichtigsten Termini sind Dandyismus, Selbstinszenierung, Mode als Ausdrucksmittel, Aristokratie sowie der soziologische Wandel des Inszenierungsraums.

Worin unterscheidet sich Lagerfeld vom klassischen Dandy-Ideal gemäß der Analyse?

Während der historische Dandy oft durch Dilettantismus gekennzeichnet war, zeichnet sich Lagerfeld durch ein ausgeprägtes Berufsethos und eine aktive, globale Selbstvermarktung aus.

Warum ist der "Inszenierungsraum" für das Fazit der Arbeit so wichtig?

Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass Lagerfeld den Dandyismus durch die Adaption der modernen, globalen Massenmedien als Inszenierungsraum gerettet und in die Moderne übersetzt hat.

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Details

Title
Karl Lagerfeld. Der letzte Dandy von Paris?
College
University of Osnabrück
Course
Körperkult und Ästhetik: Männer, Mode, Schönheit
Grade
1,2
Author
Natalie Rechul (Author)
Publication Year
2014
Pages
11
Catalog Number
V1282079
ISBN (eBook)
9783346735782
Language
German
Tags
Dandy Mode Modegeschichte Biografi Karl Lagerfeld
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Natalie Rechul (Author), 2014, Karl Lagerfeld. Der letzte Dandy von Paris?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1282079
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