Hausarbeiten logo
Shop
Shop
Tutorials
De En
Shop
Tutorials
  • How to find your topic
  • How to research effectively
  • How to structure an academic paper
  • How to cite correctly
  • How to format in Word
Trends
FAQ
Zur Shop-Startseite › Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Friedrich Nietzsche: Erkenntnis und Moral als Selbstaufhebung

Titel: Friedrich Nietzsche: Erkenntnis und Moral als Selbstaufhebung

Diplomarbeit , 2007 , 106 Seiten , Note: 1

Autor:in: Johann Platzer (Autor:in)

Philosophie - Philosophie des 20. Jahrhunderts

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In diesem Buch versuche ich eine fundierte Untersuchung des Verhältnisses von Friedrich Nietzsches früher Sprachkritik zu dessen späteren Destruierung gängiger Vorstellung von Erkenntnis und Ethik am Leitmotiv des Theorems der Selbstaufhebung zu entfalten. Dabei findet Nietzsches radikale Skepsis gegenüber der Sprache als Instrument erfolgreicher Reflexion auf seine eigene Analyse der Moral, die er vor allem in seinem Spätwerk Zur Genealogie der Moral. Eine Streitschrift vorlegt, Anwendung.
Nietzsches erkenntniskritisches Argument – „Das vernünftige Denken ist ein Interpretieren nach einem Schema, welches wir nicht abwerfen können“ –, das bereits in seiner frühen Schrift Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinn ausgeführt wird, macht ja, konsequent zu Ende gedacht, auch vor seinen späteren philosophischen Konzeptionen nicht Halt. Der latente Vorwurf der Selbstwidersprüchlichkeit, respektive mangelnder Selbstanwendbarkeit, der uns in bestimmten Verwerfungen der Nietzsche-Rezeption begegnet, wird von mir dadurch entkräftet, indem ich aufzeige, wie sehr Nietzsche seinen eigenen Ansprüchen auch in seinen (späteren) Reflexionen über die Moral gerecht bleibt.
Nietzsches „These“ der Selbstaufhebung, dass alle endgültigen Interpretationen des Lebens, die einen absoluten Anspruch erheben, zum Scheitern verurteilt sind, wird dabei unter dem Aspekt seiner sprach- und erkenntniskritischen Perspektive genauer beleuchtet. Hierbei versuche ich zu zeigen, dass das Erkennen und Darstellen der Selbstaufhebungsfiguren nicht im Vakuum des Nihilismus enden muss, sondern auch als Möglichkeit einer Fortentwicklung des Menschen betrachtet werden kann, um dadurch einer oftmals diagnostizierten „Selbstverkleinerung“ des Menschen entgegenzuwirken.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Vorwort

Einleitung

I. Friedrich Nietzsche – Methodische Vorbehalte

1. Gedanken zu Nietzsches Text-Korpus

1.1 Vorbemerkungen

1.2 Zum Verhältnis von „Notizen“ und „Kompositionen“

1.3 Postulate einer philologisch-historisch fundierten Lektüre

2. Hinführung zu Nietzsches Arbeits-Stil

2.1 Nietzsches Stil: Aphorismen statt systematische Begrifflichkeit

2.2 Nietzsches Perspektivismus: Experimente statt Dogmen

2.3 Nietzsches Genealogie: „Herkunft“ statt „Ursprung“

3. Wege zur Lektüre

3.1 Nicht „Lehren“, sondern „Zeichen“

3.2 Die Liebe zur Maske

3.3 Zum eigenen Interpretationsweg

4. Zusammenfassung

II. Über die menschliche Sprache

1. Vom Ursprung der Sprache

1.1 Sprache im Vor- und Umfeld von Nietzsches Wahrheitsschrift

1.2 Die tropische Struktur der Sprache

1.3 Zur Bedeutung der Wahrheitsschrift

2. Von der Entstehung und dem Wesen der Wörter und Begriffe

2.1 Die Wortbildung

2.2 Die Begriffsbildung

3. Vom Wesen der Sprache und des Bewusstseins

3.1 Unbewusstes und Bewusstes

3.2 Die Funktion der Sprache

4. Zusammenfassung

III. Über die sprachliche Struktur von Erkenntnis und Moral

1. Von der Erkenntnis

1.1 Die Herkunft des Triebes zur Wahrheit

1.1.1 Das Pathos der Wahrheit

1.1.2 Die ersten Gesetze der Wahrheit

1.2 Wesen und Wert der Wahrheit

1.2.1 Was ist Wahrheit?

1.2.2 Vom Wert und der Funktion der Wahrheit

1.2.3 Von der Tragik und der Leidenschaft der Erkenntnis

1.3 Sprache und Erkenntnis – Resümierende und weiterführende Gedanken

1.3.1 Zusammenfassung

1.3.2 Von der Philosophie der Grammatik

2. Von der Moral

2.1 Der Ursprung der Sittlichkeit der Sitte

2.1.1 Vom Schuldner- und Gläubiger-Verhältnis

2.1.2 Von der Schuld und dem schlechten Gewissen

2.2 Die Herkunft und das Wesen der moralischen Vorurteile

2.2.1 Von der Moralisierung des schlechten Gewissens

2.2.2 „Gut und Böse“ – „Gut und schlecht“

2.2.3 Vom asketischen Ideal

2.3 Sprache und Moral – Resümierende und weiterführende Gedanken

2.3.1 Zusammenfassung

2.3.2 Das Sichbewusstwerden der Verführung der Sprache

IV. Über die sprachliche Selbstaufhebung von Erkenntnis und Moral

1. Selbstaufhebungen als Denkfigur

1.1 Selbstaufhebung der Erkenntnis

1.2 Selbstaufhebung der Moral

2. Selbstaufhebungen und die Konsequenzen

2.1 Zur Aktualität der Diagnose

2.2 Von der Diagnose zu den Prognosen

2.2.1 Selbstaufhebung als „Selbstauflösung“

2.2.2 Selbstaufhebung als „Selbsterhebung“

3. Fazit: Selbstaufhebung als Metamorphose

Zielsetzung und Themen

Die Arbeit untersucht die sprachliche Strukturiertheit von Erkenntnis und Moral im Werk Friedrich Nietzsches, wobei der Schwerpunkt auf den Schriften "Ueber Wahrheit und Lüge im aussermoralischen Sinn" (1873) und "Zur Genealogie der Moral" (1887) liegt. Das Ziel ist es, Nietzsches sprachkritische Ansätze als Ausgangspunkt für seine erkenntnis- und moralkritischen Überlegungen freizulegen und die daraus resultierenden "Selbstaufhebungsfiguren" zu analysieren.

  • Nietzsches methodische Vorbehalte und Arbeitsstil
  • Die sprachkritische Genese von Begriffen und Erkenntnis
  • Die Abhängigkeit von Sprache, Grammatik und Bewusstsein
  • Die genealogische Analyse von Schuld, Gewissen und moralischen Vorurteilen
  • Die Selbstaufhebung von Erkenntnis und Moral als philosophische Denkfigur

Auszug aus dem Buch

Die ersten Gesetze der Wahrheit

[W]eil aber der Mensch zugleich aus Noth und Langeweile gesellschaftlich und heerdenweise existiren will, braucht er einen Friedensschluss und trachtet darnach dass wenigstens das allergröbste bellum omnium contra omnes aus seiner Welt verschwinde. Dieser Friedensschluss bringt aber etwas mit sich, was wie der erste Schritt zur Erlangung jenes räthselhaften Wahrheitstriebes aussieht. Jetzt wird nämlich das fixiert, was von nun an „Wahrheit“ sein soll d. h. es wird eine gleichmässig gültige und verbindliche Bezeichnung der Dinge erfunden und die Gesetzgebung der Sprache giebt auch die ersten Gesetze der Wahrheit: denn es entsteht hier zum ersten Male der Contrast von Wahrheit und Lüge (KSA 1, 877 – WL 1).

Die „Wahrheit“ ist demnach bloß eine Konvention, die sich nach dem Urzustand des Krieges aller gegen alle einstellt, damit die Menschheit überlebt. Diese Einigung beruht auf der Anerkennung der zur Verständigung notwendigen Regeln der Sprache. Das Motiv der Nützlichkeit treibt den Menschen somit zur Erfindung von Begriffen für die Bezeichnung der Dinge, damit Wahrheitstrieb befriedigt wird. Die Differenz von Wahrheit und Lüge beruht somit auf dem Kriterium der Einhaltung der gesellschaftlichen Konventionen. Ein Mensch wird dann als „Lügner“ bezeichnet, wenn er gegen die gesellschaftlichen Übereinkünfte der Bedeutung und Verwendung von Begriffen verstößt, um sich einen Vorteil zu verschaffen: „Wenn er dies in eigennütziger und übrigens Schaden bringender Weise thut, so wird ihm die Gesellschaft nicht mehr trauen und ihn dadurch von sich ausschliessen“ (KSA 1, 878 – WL 1).

Hier sehe ich bereits eine erste Übertragung der auf den Gesetzmäßigkeiten der Sprache beruhenden Gesetze der Wahrheit auf die Moral: Menschen halten sich an eine verbindliche Bezeichnung der Dinge nicht „aus Liebe zur Wahrheit“, sondern aufgrund einer für sie Nutzen bringenden Verpflichtung gegenüber der Gemeinschaft, um in ihr existieren zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Friedrich Nietzsche – Methodische Vorbehalte: Dieses Kapitel erläutert die methodischen Grundlagen für die Nietzsche-Interpretation, insbesondere die kritische Distanz zwischen Nachlassnotizen und durchkomponierten Werken sowie die Bedeutung des aphoristischen Stils.

II. Über die menschliche Sprache: Hier werden die frühen sprachphilosophischen Ansätze Nietzsches analysiert, wobei Sprache als ein tropisch strukturiertes und auf Metaphern beruhendes Konstrukt begriffen wird, das keine objektive Wirklichkeit abbildet.

III. Über die sprachliche Struktur von Erkenntnis und Moral: Das Kapitel untersucht den Zusammenhang zwischen der Sprache als Konvention und der Entstehung von moralischen Werten, wobei Wahrheit als nützliche Fiktion dekonstruiert wird.

IV. Über die sprachliche Selbstaufhebung von Erkenntnis und Moral: Die abschließende Untersuchung behandelt die philosophische Figur der Selbstaufhebung, in der die Suche nach absoluter Wahrheit unweigerlich zu deren eigener Infragestellung und damit zum Ende traditioneller metaphysischer Systeme führt.

Schlüsselwörter

Friedrich Nietzsche, Sprache, Erkenntnis, Moral, Wahrheit, Aphorismus, Genealogie, Perspektivismus, Selbstaufhebung, Metapher, Bewusstsein, Schuld, Gewissen, Nihilismus, Redlichkeit.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die sprachtheoretischen Fundamente im Denken Friedrich Nietzsches und zeigt auf, wie diese die Vorstellungen von Erkenntnis und Moral prägen und schließlich zu einer Selbstaufhebung traditioneller metaphysischer Wahrheitsansprüche führen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die Sprachkritik, die genealogische Herleitung moralischer Werte, das Verhältnis von Bewusstsein und Sprache sowie die Rolle des "Willens zur Wahrheit" in Nietzsches Philosophie.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie sich die sprachliche Strukturiertheit von Erkenntnis und Moral manifestiert und warum ein konsequentes Durchdenken dieser Strukturen in eine "Selbstaufhebung" mündet, die als notwendige Voraussetzung für ein neues, schöpferisches Selbstverständnis verstanden werden kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Der Autor stützt sich vor allem auf die genealogische Methode und hermeneutische Ansätze, insbesondere in der Auseinandersetzung mit Paul Ricoeur, um Nietzsche-Texte unvoreingenommen zu interpretieren, ohne in dogmatische Vereinnahmungen zu verfallen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung von Sprache, die daraus folgende Erkenntniskritik, die moralphilosophische Genealogie der Begriffe wie "Schuld" und "Gewissen" sowie die philosophische Analyse der Selbstaufhebungsfiguren.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Perspektivismus, Genealogie, Selbstaufhebung, Metapher, Sprache, Moral, Wahrheit und Redlichkeit charakterisiert.

Inwiefern beeinflusst der "Trieb zur Metaphernbildung" Nietzsches Erkenntnisverständnis?

Dieser Trieb gilt als Grundcharakteristikum des Menschen, der die Welt in Begriffe und feste Strukturen zwingt, wodurch die ursprünglich individuelle und dynamische Wahrnehmung erstarrt und die Illusion eines "eigentlichen Wesens" oder einer objektiven Wahrheit entsteht.

Was bedeutet die "Selbstaufhebung" in Bezug auf die Moral konkret?

Sie bezeichnet den Prozess, in dem die Moral durch ihre eigene Forderung nach Wahrheit und Redlichkeit dazu gezwungen wird, ihre metaphysischen Grundlagen als menschengemachte Konventionen zu entlarven, was zu einer Krise der bisherigen Werte führt, aber zugleich Raum für neue Sinnentwürfe schafft.

Ende der Leseprobe aus 106 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Friedrich Nietzsche: Erkenntnis und Moral als Selbstaufhebung
Hochschule
Karl-Franzens-Universität Graz
Note
1
Autor
Johann Platzer (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2007
Seiten
106
Katalognummer
V127959
ISBN (Buch)
9783640335220
ISBN (eBook)
9783640335671
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Friedrich Nietzsche Erkenntnis Moral Selbstaufhebung
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Johann Platzer (Autor:in), 2007, Friedrich Nietzsche: Erkenntnis und Moral als Selbstaufhebung, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/127959
Blick ins Buch
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
  • Wenn Sie diese Meldung sehen, konnt das Bild nicht geladen und dargestellt werden.
Leseprobe aus  106  Seiten
Hausarbeiten logo
  • Facebook
  • Instagram
  • TikTok
  • Shop
  • Tutorials
  • FAQ
  • Zahlung & Versand
  • Über uns
  • Contact
  • Datenschutz
  • AGB
  • Impressum