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Wolfram von Eschenbach 'Willehalm' - Erzähl- und Darstellungstechnik im Kontext der Toleranzfrage

Titel: Wolfram von Eschenbach 'Willehalm' - Erzähl- und Darstellungstechnik im Kontext der Toleranzfrage

Hausarbeit , 2005 , 30 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: M.A. Janin Taubert (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

„Der Willehalm Wolframs von Eschenbach ist ohne Zweifel das für Toleranzfragen interessanteste Werk der mittelhochdeutschen Literatur.“ Barbara Sabel, deren Dissertation über Toleranzdenken in mittelhochdeutscher Literatur die aktuellste und umfassendste Forschungspublikation zur Frage des Toleranzgehaltes in dem Roman Willehalm von Wolfram von Eschenbach darstellt, trifft mit dieser Äußerung den Kern der problematischen Rezeption dieses Werkes. Einerseits wird es vermieden explizit von Toleranz im Willehalm zu sprechen, indem die Existenz einer Toleranzidee im Mittelalter und damit auch im Willehalm negiert wird. Andererseits gibt es in der Forschung eine Mehrheit, die ausgehend von der Prämisse eines mittelalterlichen Toleranzbegriffes tolerante Gedanken im Willehalm konstatiert. Für viele Autoren zeigt sich in Wolframs Roman sogar eher Humanität als Toleranz. Ausgehend von diesem Humanitätsgedanken wird der Willehalm zuweilen zu einem „der großen Dokumente der Menschlichkeit“ emporstilisiert. Solche unzulässigen Aktualisierungen und weitreichenden Interpretationen zeigen das breite Spektrum auf, in dem sich die Willehalm-Forschung bewegt. Zentrales Problem dieser wissenschaftlichen Auseinandersetzung ist die Unsicherheit im Umgang mit dem Toleranzbegriff. Für jede Arbeit, die sich mit Toleranz im Willehalm auseinandersetzt, ist es demnach unabdingbar zu klären, von welchem Toleranzbegriff die Untersuchung ausgeht. Die bisherige Forschung hat sich vor allem auf die Rede Gyburcs konzentriert. Sabel dagegen fragt, ob „man die Haltung des Erzählers [...] als Toleranzhaltung bezeichnen [kann].“ Dieser Ansatz hat mich zu der Fragestellung inspiriert, inwiefern die Erzähl- und Darstellungsweise Wolframs im Willehalm mit der Frage der Toleranz gegenüber Heiden zusammenhängt. In der folgenden Arbeit werde ich die These vertreten, dass es sich im Willehalm um eine Erzähl- und Darstellungstechnik handelt, die durch distanziertes, kritisches Erzählen, Perspektivenwechsel und die Technik der Widersprüche einen Raum eröffnet, in dem Gegensätzliches ausgehalten werden muss und damit eine Reflexion von Toleranz möglich wird. Es wird zunächst kurz auf den mittelalterlichen Toleranzbegriff eingegangen und dann anhand ausgewählter Aspekte der Narrations- und Darstellungstechnik im Willehalm untersucht, inwiefern diese auf die Infragestellung und Problematisierung des Umgangs mit Andersgläubigen konzipiert ist und damit ein Nachdenken über Toleranz nach sich zieht.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1. Präliminarien

2. Der mittelalterliche ‚tolerantia’- Begriff

3. Erzähl- und Darstellungstechnik als Reflexionsraum als ‚tolerantia’?

4. Die Rolle des Erzählers

4.1. Der distanzierte Erzähler

4.2. Der Perspektivenwechsel

4.3. Der ‚gerechte’ Erzähler

4.4. Der (selbst)kritische Erzähler

5. Die Technik der Widersprüche

fluchte si si noten

Jesus mit der hœhesten hant

der admirat Terramer

6. Fazit

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht, inwiefern die spezifische Erzähl- und Darstellungstechnik in Wolframs von Eschenbach „Willehalm“ dazu dient, den mittelalterlichen Umgang mit Andersgläubigen zu problematisieren und eine Reflexion über den Toleranzbegriff anzuregen.

  • Analyse des mittelalterlichen ‚tolerantia’-Begriffs im Vergleich zur Moderne.
  • Untersuchung der narrativen Rolle des Erzählers und seiner kritischen Distanz.
  • Herausarbeitung der Technik der Widersprüche als Mittel zur Komplexitätssteigerung.
  • Vergleich der Darstellung von Christen und Heiden zur Hinterfragung von Schwarz-Weiß-Ethiken.
  • Diskussion der „narrativen Gerechtigkeit“ als suchendes Erzählen.

Auszug aus dem Buch

4.2. Der Perspektivenwechsel

Die Bedeutung der Perspektive besteht darin, dass sie „nicht nur Darstellungsmittel, sondern [auch] Vermittlungsinstanz der Ethik [ist]“, d.h. die Perspektiventechnik wird als ethisch-moralische Ausdrucksform verstanden. Der Wechsel der Perspektive zwischen Heiden und Christen im Willehalm kann demnach darauf hindeuten, dass damit eine neue kritische Haltung gegenüber der typischen Schwarz-Weiß-Ethik des Rolandliedes verbunden ist.

Zunächst möchte ich zeigen, dass das Geschehen vom Erzähler von unterschiedlichen Standorten präsentiert wird, so dass Nähe und Distanz divergieren. Gemeint ist, dass der Erzähler zum einen in auktorialer Position das Ganze überblickt, aber auch Nähe zum Dargestellten evoziert, wenn er sich als Augenzeuge in das Schlachtgeschehen begibt. Bereits bei der Beschreibung der ersten Schlacht wird deutlich, dass der Erzähler vor der Schilderung der Einzelkämpfe den Beginn der Schlacht von einem übergeordneten, fernen Standpunkt aus beobachtet und das Aufeinanderzustürmen von Christen und Heiden darstellt.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Präliminarien: Dieses Kapitel erörtert die Forschungsgeschichte zur Toleranzfrage im „Willehalm“ und begründet die Notwendigkeit, den mittelalterlichen Begriff der ‚tolerantia’ präzise abzugrenzen.

2. Der mittelalterliche ‚tolerantia’- Begriff: Hier wird der historische Toleranzbegriff als schmerzvolles Ertragen und Duldung von Andersgläubigen definiert, der im Gegensatz zum modernen Verständnis von Akzeptanz steht.

3. Erzähl- und Darstellungstechnik als Reflexionsraum als ‚tolerantia’?: Dieses Kapitel führt die methodische Frage nach dem „Wie“ des Erzählens ein und postuliert, dass die narrative Struktur selbst den Raum für Reflexion öffnet.

4. Die Rolle des Erzählers: Dieser Abschnitt untersucht den distanzierten, perspektivwechselnden und selbstkritischen Erzähler, der sich als eigenständige Instanz zwischen den Fronten positioniert.

5. Die Technik der Widersprüche: Hier wird analysiert, wie Wolfram durch die bewusste Nebeneinanderstellung unauflösbarer Konflikte – wie Kreuzzugsideologie versus Schonungsgedanke – zum Nachdenken anregt.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Toleranz im „Willehalm“ durch die innovative Erzählweise und die Weigerung, einfache Antworten zu geben, erzielt wird.

Schlüsselwörter

Willehalm, Wolfram von Eschenbach, Toleranz, tolerantia, Erzähltechnik, Perspektivenwechsel, Widersprüche, Mittelalter, Narratologie, Glaubenskrieg, Caritas, Humanität, Rolandslied, Ambivalenz.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit primär?

Die Arbeit untersucht die Erzähl- und Darstellungstechnik in Wolframs „Willehalm“ und deren Verbindung zur Problematisierung des Umgangs mit Andersgläubigen im Mittelalter.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Im Fokus stehen die Rolle des Erzählers, die mittelalterliche Auffassung von Toleranz (‚tolerantia’) und die narrativen Techniken, die eine einseitige Sichtweise auf den Konflikt zwischen Christen und Heiden hinterfragen.

Welche Forschungsfrage leitet die Untersuchung?

Die Arbeit fragt, inwiefern die Art und Weise, wie die Geschichte erzählt wird (das „Wie“), dazu beiträgt, den Umgang mit Andersgläubigen zu problematisieren und eine Reflexion über Toleranz zu ermöglichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird in der Arbeit verwendet?

Die Arbeit nutzt erzähltheoretische Ansätze, insbesondere nach Genette, um die Perspektivierung, die Fokalisierung und die Rolle des Erzählers im Text präzise zu analysieren.

Was wird im Hauptteil des Buches behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung des mittelalterlichen Toleranzbegriffs, die Analyse der Erzählerrolle (vom distanzierten bis zum selbstkritischen Erzähler) und die Analyse der „Technik der Widersprüche“.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Toleranz (‚tolerantia’), Erzähltechnik, Perspektivenwechsel, narrative Gerechtigkeit, Widerspruchstechnik und die Ambivalenz der Figuren.

Wie unterscheidet sich die Darstellung der Heiden im „Willehalm“ vom Rolandslied?

Im Gegensatz zum Rolandslied, das Heiden oft als homogene, feindliche Masse oder „Teufelskinder“ darstellt, ermöglicht der „Willehalm“ durch Perspektivenwechsel und differenzierte Schilderungen eine humanere Wahrnehmung der Gegner.

Welche Funktion hat die „Technik der Widersprüche“ laut dem Autor?

Diese Technik soll den Leser dazu zwingen, Gegensätze (wie z.B. religiöse Pflicht und menschliches Mitleid) auszuhalten, anstatt sie durch eine glatte Synthese zu vereinfachen, was ein eigenständiges Nachdenken provoziert.

Ende der Leseprobe aus 30 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Wolfram von Eschenbach 'Willehalm' - Erzähl- und Darstellungstechnik im Kontext der Toleranzfrage
Hochschule
Humboldt-Universität zu Berlin  (Institut für deutsche Literatur)
Veranstaltung
Hauptseminar Wolfram von Eschenbach: Willehalm
Note
1,0
Autor
M.A. Janin Taubert (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
30
Katalognummer
V127760
ISBN (Buch)
9783640337774
ISBN (eBook)
9783640340842
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wolfram Eschenbach Willehalm Erzähl- Darstellungstechnik Kontext Toleranzfrage
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
M.A. Janin Taubert (Autor:in), 2005, Wolfram von Eschenbach 'Willehalm' - Erzähl- und Darstellungstechnik im Kontext der Toleranzfrage, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/127760
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