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Gewalt in Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo"

Title: Gewalt in Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo"

Term Paper , 2022 , 21 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Wiebke Brünger (Author)

Literature - General

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Kleists Geschichte thematisiert die haitianische Revolution und ist einer der bekanntesten Texte der deutschen Literatur über die Geschehnisse auf Haiti in den Jahren zwischen 1791 und 1804. Jedoch geht es in der Erzählung weder um die historisch korrekte Wiedergabe der haitianischen Revolution noch um die Anerkennung oder Rechtfertigung der Gewaltanwendung durch die Revolutionäre. Viel mehr schafft Kleist einen historischen Rahmen für die Handlung seiner Erzählung, die nach dem Verhältnis von Staat und Individuum fragt und von menschlichem Verhalten handelt.

Die außergewöhnliche Quantität und Härte der Gewaltdarstellung in Kleists Werken sind in der Forschung unumstritten und anders als andere Dichter und Autoren seiner Zeit, wie z.B. Goethe oder Schiller, teilte Kleist nicht die gleiche Abscheu vor Gewalt. Allerdings ist er auch kein Gewaltverherrlicher“, denn das Moment der Gewalt tritt in seinen Werken niemals motivations- oder grundlos auf. Auch in Die Verlobung in St. Domingo kann das Recht auf Rache, List und Gewalt als zentrales Thema der Erzählung angesehen werden.

Ziel dieser Arbeit ist es das Motiv der physischen Gewalt näher zu untersuchen und Unterschiede und Gemeinsamkeiten schwarzer und weißer Gewaltanwendung herauszuarbeiten. Der Zusammenhang von der Ausübung physischer Gewalt und der Legitimationsanspruch dafür, sollen erläutert werden. Abschließend soll bewertet werden, ob es in der Erzählung wirklich nur um die unterschiedliche Art und Weise der Gewaltausübung geht. In diesem Zusammenhang soll auch die Rolle des Erzählers näher betrachtet werden und sich die Frage gestellt werden, inwieweit dieser durch seine Erzählperspektive die Gewaltanwendung dramatisiert oder verherrlicht.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Die Erzählung Die Verlobung in St. Domingo

2. Gewalt in Die Verlobung in St. Domingo

2.1. Historischer Hintergrund der Erzählung

2.2. Weiße Gewalt

2.3. Schwarze Gewalt

3. Schlussbetrachtung

5. Anhang

5.1. Inhaltsangabe

5.2. Tödliche Gewalt in Die Verlobung in St. Domingo

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Motiv der physischen Gewalt in Heinrich von Kleists „Die Verlobung in St. Domingo“ und analysiert Unterschiede sowie Gemeinsamkeiten zwischen schwarzer und weißer Gewaltanwendung im Kontext der haitianischen Revolution.

  • Systematische vs. affektgeleitete Gewaltformen
  • Die Rolle des historischen Hintergrunds und Kolonialismus
  • Einfluss der Erzählperspektive auf die Bewertung der Charaktere
  • Legitimationsansprüche von Gewalt und deren Grenzen
  • Die Bedeutung von Rache, Verrat und Liebe im Handlungsverlauf

Auszug aus dem Buch

2.2. Weiße Gewalt

Denkt man heutzutage an die Sklaverei und das damit einhergehende System der Unterdrückung, erkennt man sofort die Ungerechtigkeit und Unmenschlichkeit, auf der die damalige Gesellschaft aufbaute. In Die Verlobung in St. Domingo wird dieses System zwar nicht kritisiert, jedoch wird durch Gustav die Ungerechtigkeit zugegeben:

Der Fremde [Gustav] erwiderte betroffen: durch das allgemeine Verhältnis, das sie, als Herren der Insel, zu den Schwarzen hatten, und das ich, die Wahrheit zu gestehen, mich nicht unterfangen will, in Schutz zu nehmen; das aber schon seit vielen Jahrhunderten auf diese Weise bestand! Der Wahnsinn der Freiheit, der alle diese Pflanzungen ergriffen hat, trieb die Negern [sic!] und Kreolen, die Ketten, die sie drückten, zu brechen, und an den Weißen wegen vielfacher und tadelnswürdiger Mißhandlungen, die sie von einigen schlechten Mitgliedern derselben erlitten haben, Rache zu nehmen.

Gustav ist sich der Ungerechtigkeit des Systems bewusst und zeigt einigermaßen Verständnis für das Verlangen nach Freiheit von Seiten der Unterdrückten und der versklavten Bevölkerung. Allerdings spielt er die Grausamkeit dieser Ordnung auch herunter, indem erst sagt, dass es sich um ein System handelte, dass einer jahrhundertealten Tradition folgt und darüber hinaus meint, dass der Ausbruch aus der Sklaverei durch „[den] Wahnsinn der Freiheit“ ausgelöst wurde. Somit wird hier von Kleist das Motiv des Wahnsinns verwendet, dass auch schon in anderen seiner Erzählungen zum Tragen kam und zu Gewaltexzessen führte. Als Beispiel können hier die Erzählungen Die heilige Cäcilie oder die Gewalt der Musik oder auch Penthesilea genannt werden.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Die Erzählung Die Verlobung in St. Domingo: Einführung in das Werk von Heinrich von Kleist und Einbettung in den historischen Kontext der haitianischen Revolution sowie den Forschungsstand.

2. Gewalt in Die Verlobung in St. Domingo: Zentrale Analyse der verschiedenen Gewaltformen, unterteilt in historische Hintergründe, weiße Gewaltstrukturen und schwarze Racheakte.

3. Schlussbetrachtung: Synthese der Untersuchungsergebnisse, die Gemeinsamkeit der Gewaltausübung über ethnische Grenzen hinweg und Ausblick auf weitere Forschungsfragen.

5. Anhang: Bereitstellung ergänzender Materialien wie einer detaillierten Inhaltsangabe und einer Übersicht der tödlichen Gewaltakte im Text.

Schlüsselwörter

Heinrich von Kleist, Die Verlobung in St. Domingo, Gewalt, Sklaverei, Haitianische Revolution, Weiße Gewalt, Schwarze Gewalt, Rache, Rassismus, Kolonialismus, Unterdrückung, Affekt, Schuld, Gustav, Toni

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?

Die Arbeit analysiert die Darstellung und Funktion von Gewalt in Kleists Erzählung „Die Verlobung in St. Domingo“ unter Berücksichtigung verschiedener Diskurse.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Im Fokus stehen die Unterscheidung zwischen weißer und schwarzer Gewalt, die Rolle des Erzählers sowie historische und koloniale Machtverhältnisse.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Motive und Legitimationsmuster physischer Gewaltanwendung bei den verschiedenen Figurengruppen zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Es handelt sich um eine literaturwissenschaftliche Analyse, die den Primärtext mit Forschungsliteratur zur Kleist-Rezeption und postkolonialen Diskursen kontextualisiert.

Was behandelt der Hauptteil der Arbeit?

Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Einordnung und eine detaillierte Gegenüberstellung von systemischer (weißer) und affektgesteuerter (schwarzer) Gewalt.

Welche Schlüsselwörter kennzeichnen diese Analyse?

Kernelemente sind Gewalt, Rache, koloniale Diskurse, Liebe, Misstrauen und der historische Kontext der haitianischen Revolution.

Welche Rolle spielt die Figur Toni in der Gewaltdarstellung?

Toni agiert als Verbindungsglied zwischen den Fronten und ist die einzige Figur, die trotz der allgegenwärtigen Gewalt eine friedliche Absicht verfolgt.

Warum wird Gustavs Suizid als Konsequenz der Gewaltserie interpretiert?

Sein Suizid wird als Folge eines irreparablen Schuldgefühls und der Erkenntnis interpretiert, dass er durch seine Unbesonnenheit und sein Misstrauen den Tod Unschuldiger verursacht hat.

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Details

Title
Gewalt in Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo"
College
University of Rostock  (Institut für Germanistik)
Grade
1,3
Author
Wiebke Brünger (Author)
Publication Year
2022
Pages
21
Catalog Number
V1275674
ISBN (eBook)
9783346720467
ISBN (Book)
9783346720474
Language
German
Tags
Heinrich von Kleist Gewalt Erzählungen Haitianische Revolution
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Wiebke Brünger (Author), 2022, Gewalt in Heinrich von Kleists "Die Verlobung in St. Domingo", Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1275674
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