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Zur Shop-Startseite › Französische Philologie - Linguistik

Kreolisierung als Sprachwandel

Eine Untersuchung zu sozio-kulturellen und linguistischen Faktoren

Titel: Kreolisierung als Sprachwandel

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2009 , 21 Seiten , Note: 1 (sehr gut)

Autor:in: Rico Moyon (Autor:in)

Französische Philologie - Linguistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Den Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit wird eine soziolinguistische Theorie über die Genese der Frankoreolsprachen darstellen, die der französische Sprachwissenschaftler Robert
Chaudenson im Jahre 1992 in seinem Buch 'Des îles, des hommes, des langues' vorstellte.
Um den Rahmen für die kritische und in erster Linie linguistischen Analyse dieses Ansatzes zu schaffen, soll zunächst der Prozess der Kreolisierung mit den grundlegenden Aspekten des Sprachwandels zusammengeführt werden, die sich als Einheit wie ein roter Faden durch die Entwicklung kreolischer Sprachsysteme zu ziehen scheinen.
Im Mittelpunkt der im letzten Teil geführten Analyse der «linguistic creolization» wird insbesondere
das kognitive Prinzip der «language appropriation» stehen, die Chaudenson als die ausschlaggebende Kraft bei der Frankokreolgenese ausgemacht haben will. Hierbei wird dieser
kognitive Prozess geprüft, indem mit ihm typologische Strukturen anderer Kreolsprachen erklären werden sollen, wobei ein kreoltypischer Aspekt im Vordergrund stehen wird: die
Wortfolgemuster.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0 Einleitung

1 Kreolisierung und Sprachwandel

1.1 Sprachwandel nach Coseriu und Martinet

1.2 Der Weg zum Ziel: Symbiose

2 Die Theorie von Robert Chaudenson

2.1 Das 2-Phasen-Modell

2.1.1 Die «homestead society»

2.1.2 Die «plantation society»

2.2 «linguistic creolization»

2.2.1 Kolonisatorensprache und «missing links»

2.2.2 Tempus, Aspekt und Inversion

2.3 Das français avancé

3 Die Theorie auf dem Prüfstand

3.1 Soziolinguistische Komponenten

3.2 Linguistische Aspekte

3.2.1 Die Frage nach der Relexifizierung

3.2.2 And the winner is ... SVO

4 Konklusion und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht kritisch die soziolinguistische Theorie von Robert Chaudenson zur Genese der Frankokreolsprachen. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit Chaudensons Konzepte der „language appropriation“ und „self-regulation“ die typologischen Strukturen der Kreolsprachen, wie etwa Wortfolgemuster, erklären können und welche Rolle dabei universale kognitive Prozesse im Vergleich zu externen Sprachkontakten spielen.

  • Analyse der Kreolisierungstheorie von Robert Chaudenson.
  • Untersuchung sozio-ökonomischer Faktoren in Plantagengesellschaften.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der „language appropriation“ als kognitivem Prinzip.
  • Vergleich der Genese frankokreolischer Sprachen mit nicht-französisch-basierten Kreolsprachen.
  • Evaluation universeller kognitiver Parameter versus Relexifizierungshypothesen.

Auszug aus dem Buch

2.1.2 Die «plantation society»

Die zweite Phase spiegelt sich im Gesellschaftskontaktmodell des «ternary systems» wider: Zu den «Whites» und den «Creole slaves» gesellte sich eine dritte Arbeiterkategorie: die «bozals» – neu eingetroffene Sklaven. (p. 120ff.)

Die Gesellschaftsstruktur verästelte sich zusehends, die Interaktion, der Kultur- und Sprachaustausch zwischen den nunmehr drei unterschiedlichen 'Klassen' wurde durch die massiven Sklavenimporte sukzessive spärlicher. Chaudenson (p. 118) nennt hierbei das Beispiel Bourbons, wo innerhalb von 54 Jahren – im Zeitraum von 1725-1779 – die Sklavenanzahl von 1576 auf 22611 durch den Wechsel zum Kaffee-Anbau anwuchs.

Zusammenfassung der Kapitel

0 Einleitung: Vorstellung des Schwerpunkts der Arbeit: die soziolinguistische Theorie von Robert Chaudenson zur Genese der Frankokreolsprachen.

1 Kreolisierung und Sprachwandel: Einordnung der Kreolgenese in den allgemeinen Sprachwandel unter Einbeziehung interner und externer Faktoren.

2 Die Theorie von Robert Chaudenson: Erläuterung des 2-Phasen-Modells, der „language appropriation“ und der Rolle von „missing links“.

3 Die Theorie auf dem Prüfstand: Kritische Analyse von Chaudensons Thesen hinsichtlich soziolinguistischer Repräsentativität und linguistischer Aspekte wie Relexifizierung und SVO-Wortfolge.

4 Konklusion und Ausblick: Zusammenfassendes Urteil über die Theorie und Plädoyer für die stärkere Einbeziehung kognitionswissenschaftlicher Ansätze.

Schlüsselwörter

Kreolisierung, Sprachwandel, Robert Chaudenson, Frankokreolsprachen, language appropriation, self-regulation, Soziolinguistik, Plantagengesellschaft, Sklaven, Sprachkontakt, Relexifizierung, Wortfolgemuster, SVO, kognitive Evolution, Genese.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die soziolinguistische Theorie von Robert Chaudenson über die Entstehung (Genese) der Frankokreolsprachen und prüft diese kritisch auf ihre wissenschaftliche Haltbarkeit.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Zentrale Themen sind der Sprachwandelprozess bei der Kreolgenese, die Auswirkungen sozio-ökonomischer Bedingungen in Plantagengesellschaften und die Rolle kognitiver Prinzipien beim Spracherwerb.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, Chaudensons Erklärungsmodell der „language appropriation“ zu hinterfragen, indem untersucht wird, ob seine Theorie auch typologische Besonderheiten wie SVO-Wortfolgemuster in anderen Kreolsprachen schlüssig erklären kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Analyse verwendet?

Die Arbeit verwendet eine kritische Literaturanalyse, bei der Chaudensons Thesen mit empirischen Beispielen aus verschiedenen Frankokreolsprachen sowie mit anderen Ansätzen der Kreolistik (z.B. der Relexifizierungshypothese) verglichen werden.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der Theorie Chaudensons (2-Phasen-Modell) und deren anschließende kritische Prüfung anhand soziolinguistischer und linguistischer Kriterien (wie Tempus-Aspekt-System und Wortfolge).

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Wichtige Begriffe sind Kreolisierung, Sprachwandel, language appropriation, Frankokreolsprachen und kognitive Evolution.

Warum spielt das „Berbice Dutch“ in der Argumentation eine besondere Rolle?

Das Berbice Dutch dient als Gegenbeispiel zu Chaudensons Theorie, da es als nicht-französisch-basierte Kreolsprache ebenfalls eine SVO-Wortfolge aufweist, obwohl seine Ausgangssprachen SOV-Strukturen bevorzugten, was Chaudensons Fokus auf das Französische entkräftet.

Was kritisiert der Autor an Robert Chaudensons „Mechanismus-Kulisse“?

Der Autor argumentiert, dass Chaudensons Theorie „nur durch Zufall“ funktioniert, da sie zu sehr auf spezifischen französischen Strukturen basiert, anstatt universale kognitive Prinzipien einzubeziehen, die für alle Kreolsprachen gelten würden.

Ende der Leseprobe aus 21 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Kreolisierung als Sprachwandel
Untertitel
Eine Untersuchung zu sozio-kulturellen und linguistischen Faktoren
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Institut für Romanistik)
Veranstaltung
Sprachwandel
Note
1 (sehr gut)
Autor
Rico Moyon (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
21
Katalognummer
V127378
ISBN (Buch)
9783640345762
ISBN (eBook)
9783640345946
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Kreolisierung Kreolsprachen Chaudenson plantation society homestead society Universalien Sprache Pidgin Identität Kreol Réunion Bourbon Satzstellung Wortfolgemuster Sprachwandel Linguistik
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Rico Moyon (Autor:in), 2009, Kreolisierung als Sprachwandel, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/127378
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Leseprobe aus  21  Seiten
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