Die veränderten Bedingungen in der heutigen wesentlich dynamischeren Umwelt wirken im Zuge von Globalisierung und Internationalisierung auf Unternehmungen zunehmend ein. Die daraus resultierende Sättigung der Märkte, Homogenität der Produkte auf dem Weltmarkt sowie der beschleunigte technologische Fortschritt erhöhen den Wettbewerbsdruck für das einzelne Unternehmen immens. Trotz dieser wachsenden Anforderungen darf die Zielsetzung einer ganzheitlichen und langfristigen Kundenorientierung nicht aus dem Betrachtungsfokus rücken. Diese Gründe haben dazu geführt, dass sich Unternehmen bei der strategischen Ausrichtung des Marketing-Mix verstärkt auf die Kommunikationspolitik stützen.
Unter den bereits fokussierten Gesichtspunkten, besonders der lang andauernden Kundenbindung, ist allerdings nicht zu verkennen, dass die heutige mediale Vielfalt sowie unüberschaubare Variationen von Kommunikationsinstrumenten die Sinne des Konsumenten geradezu überfluten. Aus dieser Reizüberflutung entsteht bei vielen Konsumenten ein generell ablehnendes Verhalten gegenüber Werbung. Hiermit gestaltet es sich für Unternehmungen deutlich schwieriger den Kunden vom vorhandenen Leistungsangebot und der Unternehmung selbst nachhaltig zu überzeugen. Anzustreben ist deshalb ein individualisierter Kommunikationsauftritt mit Hilfe hervorstechender kommunikationspolitischer Instrumente um die erfolgsnotwendige Aufmerksamkeit der Konsumenten zu erlangen statt in der Anonymität der Werbemengen zu versinken.
Messen bilden in diesem Kontext eine besonders relevante Form der Umsetzung von Marketingaktivitäten. Die Eigenheit der höchstmöglichen Ballung von Angebot und Nachfrage in kurzer Zeit und vor allem auf überschaubarem Raum ermöglichen hierbei eine direkte und persönliche Kundenansprache mit hohem Aktivierungspotenzial im Zuge des face-to-face-Mediums. Der Live- und Erlebnischarakter von Messen, welcher mit der Grundformel Touch and Go prägnant zu beschreiben ist, wird zunehmend einen strategischen Erfolgsfaktor im nationalen wie auch internationalen Wettbewerb für Unternehmungen ausmachen.
Inhaltsverzeichnis
1 Aktuelle Marktentwicklungen und die besondere Bedeutung von Messen für die Kommunikationspolitik von Unternehmen
2 Begriffliche Grundlagen: Theoretische Darstellung und Abgrenzung des Problemfeldes
2.1 Begriffsdefinition von Messen sowie Betrachtung des damit verbundenen Beziehungsgeflechtes verschiedener Interessengruppen
2.2 Darstellung des Begriffes Entertainment mit Fokussierung auf Kongruenzen zum Eventverständnis
3 Theoretische Auseinandersetzung mit dem Entertainmentcharakter von Messen mit spezieller Fokussierung auf die CeBIT 2008 und deren Eventveranstaltungen
3.1 CeBIT 2008 - von der Historie zur aktuellen Reformierung mit Blick auf den Entertainmentgedanken
3.2 Herausarbeitung aktueller Anforderungen für gelungene Events - Verdeutlichung anhand dem TrekStor Entertainment-Park
3.3 Aktuelle Problemfelder der CeBIT 2008 und damit verbundene Auswirkungen auf den Entertainmentcharakter der Messe
4 Empirischer Teil: Überprüfung der geschilderten Tendenzen im Entertainmentbereich anhand der Befragung von Ausstellern und Besuchern während der CeBIT 2008
4.1 Vorgehensweise und Zielsetzung der empirischen Befragung
4.2 Graphische Darstellung der ausgewerteten Befragungsergebnisse zur CeBIT 2008
4.3 Interpretationsansätze - Kritische Analyse und Würdigung der Personenbefragung mit Bezug zu den vorher analysierten Problemfeldern
5 Fazit und Ausblick - Die Zukunft von Messen unter Berücksichtigung der Wertschätzung von Entertainment
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Bedeutung und den Wandel des Entertainmentcharakters von Messen am Beispiel der CeBIT 2008. Ziel ist es, durch eine theoretische Analyse und eine empirische Befragung von Ausstellern und Besuchern zu ermitteln, inwieweit Entertainment als Erfolgsfaktor in der modernen Messekommunikation fungiert und wie aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen diesen Trend beeinflussen.
- Bedeutung von Messen als strategisches Kommunikationsinstrument
- Konzeptionelle Analyse des Entertainmentbegriffs in Event-Settings
- Fallstudie: Der TrekStor Entertainment-Park auf der CeBIT 2008
- Kritische Analyse der Auswirkungen von Budgetkürzungen auf Messe-Events
- Empirische Untersuchung der Akzeptanz von Entertainment-Angeboten durch Aussteller und Besucher
Auszug aus dem Buch
3.2 Herausarbeitung aktueller Anforderungen für gelungene Events - Verdeutlichung anhand dem TrekStor Entertainment-Park
Bereits im theoretischen Teil konnten Events als Träger von erlebbaren Inszenierungen und Messen als Ort mit den idealen Rahmenbedingungen dafür herausgestellt werden. Die Übersättigung des heutigen Messebesuchers mit Erlebnissen macht es dabei unausweichlich Events mit etwas Besonderem, gar dem Streben nach dem Ereignis der Superlative, auszustatten, wenn eine nachhaltige Wirkung erreicht werden soll. Events, deren Inszenierung anderen Veranstaltungen ähnelt, werden gestempelt mit dem Prädikat der Mittelmäßigkeit und bereits am Ende des Messetages aus den Köpfen der Besucher gestrichen sein.
Auf der diesjährigen CeBIT zeigt TrekStor mit einem 3500m² großen Entertainment-Park in der Halle 18 auf, wie aktuell gefordertes Erlebnismarketing konzeptionell umgesetzt werden kann. In den vergangenen Messejahren präsentierte TrekStor, abgesehen von der Aufnahme einer Standparty in ihr Rahmenprogramm beim Messeauftritt 2007, wesentlich mehr ihre Produkte, deren Features, Preise sowie Verfügbarkeit.
In den folgenden Ausführungen wird zunehmend deutlich wie es TrekStor 2008 mit einem außergewöhnlichen und bis dahin einmaligen CeBIT-Auftritt gelingt, die Besucher in eine Erlebniswelt zu integrieren. Die vorhandenen Exponate werden dabei in die dargestellte TrekStor-Welt eingebunden. Wobei nicht zuletzt der Besucher von diesem Mythos umhüllt werden soll um sich selbst als Teil der Erlebniswelt zu verstehen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Aktuelle Marktentwicklungen und die besondere Bedeutung von Messen für die Kommunikationspolitik von Unternehmen: Das Kapitel erläutert, wie veränderte Umweltbedingungen und Marktsättigung Unternehmen dazu zwingen, Messen als Instrument zur persönlichen Kundenansprache strategisch stärker zu nutzen.
2 Begriffliche Grundlagen: Theoretische Darstellung und Abgrenzung des Problemfeldes: Hier werden Definitionen für Messen und den Begriff Entertainment erarbeitet, wobei letzterer eng mit dem Eventverständnis und der individuellen Erlebniswahrnehmung verknüpft wird.
3 Theoretische Auseinandersetzung mit dem Entertainmentcharakter von Messen mit spezieller Fokussierung auf die CeBIT 2008 und deren Eventveranstaltungen: Dieses Kapitel analysiert die historische Entwicklung der CeBIT hin zur Fachmesse und beleuchtet anhand des TrekStor-Beispiels, wie erfolgreiches Eventmarketing heute gestaltet werden muss.
4 Empirischer Teil: Überprüfung der geschilderten Tendenzen im Entertainmentbereich anhand der Befragung von Ausstellern und Besuchern während der CeBIT 2008: Durch eine standardisierte Befragung werden die theoretischen Annahmen validiert und die teils divergierenden Erwartungen und Bewertungen von Ausstellern und Besuchern graphisch aufgearbeitet.
5 Fazit und Ausblick - Die Zukunft von Messen unter Berücksichtigung der Wertschätzung von Entertainment: Die Arbeit schließt mit dem Ausblick, dass trotz virtueller Trends das Live-Erlebnis zentral bleibt und die Customer Integration als Schlüssel zum zukünftigen Erfolg von Messen anzusehen ist.
Schlüsselwörter
CeBIT 2008, Messen, Eventmarketing, Entertainmentcharakter, TrekStor, Live-Erlebnis, Kommunikationspolitik, Fachmesse, Besucherzufriedenheit, Kundenbindung, Erlebnismarketing, Markenmythos, Messemanagement, Zielgruppenansprache, Empirische Untersuchung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den Wandel von Messen zu Plattformen mit verstärktem Entertainment-Charakter und analysiert die Konsequenzen dieser Entwicklung für die Messe CeBIT 2008.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die Themenfelder umfassen die strategische Bedeutung von Messen in der Unternehmenskommunikation, die Definition von Erlebnismarketing sowie die Analyse von Erfolgsfaktoren für Eventinszenierungen auf Messen.
Welches primäre Ziel verfolgt die Forschungsarbeit?
Ziel ist es, den Mehrwert von Entertainment-Events auf Messen zu bewerten und zu hinterfragen, ob diese Maßnahmen angesichts wachsenden Kostendrucks und sich verändernder Marktbedingungen für Aussteller und Besucher noch effizient und attraktiv sind.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine Kombination aus einer theoretischen Literaturanalyse und einer eigenen empirischen Untersuchung mittels standardisierter Fragebögen bei Ausstellern und Besuchern der CeBIT 2008.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische fundierte Auseinandersetzung mit dem Entertainment-Charakter der Messe, eine detaillierte Fallstudie zum TrekStor Entertainment-Park sowie die Auswertung und kritische Interpretation der empirischen Befragungsdaten.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren diese Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Eventmarketing, CeBIT 2008, Messestrategie, Erlebniswelt, Customer Integration und die Gegenüberstellung von Aussteller- und Besucherinteressen.
Warum wurde das Unternehmen TrekStor als Fallbeispiel gewählt?
TrekStor dient als Beispiel für ein außergewöhnliches und ganzheitliches Eventkonzept, das durch die Inszenierung einer Erlebniswelt erfolgreich versucht, der „Mittelmäßigkeit“ des Messealltags zu entkommen.
Welche Rolle spielen die Kosten für die Akzeptanz von Entertainment?
Die Arbeit zeigt, dass hohe Stand- und Eintrittskosten dazu führen, dass Aussteller den Nutzen von aufwändigem Entertainment kritischer hinterfragen, was wiederum zu einem Rückgang von Entertainment-Angeboten führen kann.
- Arbeit zitieren
- Dipl.Oek. Alexander Depping (Autor:in), 2008, Messen als Plattform mit "Entertainment-Charakter" - Analyse und kritische Würdigung der CeBIT 2008, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/127367