Im Rahmen der Hausarbeit soll das Konzept von Versorgungsstufen, als Grundlage für die Finanzierung von Krankenhausleistungen, näher beleuchtet werden.
Nach § 142 SGB V hat der Sachverständigenrat Gesundheit die Aufgabe, alle zwei Jahre ein Gutachten zur Entwicklung der gesundheitlichen Versorgung in Deutschland zu erstellen. In seinem Gutachten von 2018 gelangt er zu der Auffassung, dass erhebliche Verbesserungspotenziale im Bereich der Krankenhausplanung und -finanzierung bestehen. Zur Hebung dieser Potenziale schlägt er vor, die bisher überwiegend bettenorientierte Krankenhausplanung der Länder durch eine leistungsorientierte Planung auf Grundlage von Versorgungsstufen und -strukturen zu ersetzen. Darauf aufbauend sollen die Krankenhäuser je nach Versorgungsstufe, etwa durch die Nutzung von Multiplikatoren auf die
Bewertungsrelationen, eine unterschiedlich hohe Vergütung erhalten.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Wirtschaftliche Situation des deutschen Gesundheitswesens
Entwicklung der Ein- und Auszahlungen in den Gesundheitsfond
Entwicklung der Krankenhausausgaben
Kostenentwicklung in den Krankenhäusern
Preisentwicklung im Gesundheitswesen
Veränderungsrate (Grundlohnrate)
Orientierungswert
Veränderungswert
Gesamtbewertung der Wirtschaftliche Situation des Gesundheitswesens
3 Krankenhausfinanzierung und wirtschaftliche Auswirkungen
DRG-System
Zuschläge
Sicherstellungszuschlag
Zentren
Notfallversorgung
Investitionsfinanzierung
Wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser
Bewertung der gegenwärtigen Krankenhausleistungsfinanzierung
4 Gestufte Krankenhausfinanzierung
Versorgungsstufen
Versorgungsstufenfinanzierungskonzept
Österreich
Schweiz
Chancen und Risiken
Umsetzbarkeit
5 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Notwendigkeit und praktische Umsetzbarkeit einer Krankenhausfinanzierung auf Basis von Versorgungsstufen, um die dysfunktionalen Wirkungsweisen des gegenwärtigen DRG-Fallpauschalensystems zu überwinden.
- Analyse der aktuellen wirtschaftlichen Lage des deutschen Gesundheitswesens und der Krankenhäuser.
- Untersuchung der Strukturdefizite und Fehlanreize des DRG-Systems.
- Evaluation von Finanzierungsansätzen anhand von Versorgungsstufen als Alternative.
- Vergleichende Betrachtung der Krankenhausfinanzierung in Österreich und der Schweiz.
- Bewertung der notwendigen Voraussetzungen und Hindernisse für eine umsetzungsorientierte Strukturreform.
Auszug aus dem Buch
DRG-System
Im Jahr 2000 wurde die Einführung eines flächendeckenden Fallpauschalensystems beschlossen. Man entschied sich für das G-DRG-System (German DRG) welches sich aus dem Vorbild des australischen DRG-Systems (AR-DRG) ableitete und auf die Besonderheiten des deutschen Gesundheitswesens angepasst wurde. Die Abkürzung DRG steht dabei für Diagnosebezogene Fallgruppen (Diagnosis Related Group). Das DRG-System gilt für alle somatischen Krankenhäuser in Deutschland. Über sie wird der überwiegende Anteil der Betriebskosten eines Krankenhauses vergütet. So liegt der Anteil des DRG-Erlösbudgets bei ca. 74% (Hinzukommen z.B. krankenhausindividuelle Entgelte). Für jede Patientin und für jeden Patienten wird am Ende des stationären oder teilstationären Aufenthalts eine bestimmte DRG abgerechnet, welche mit einem Punktwert bewertet ist (Bewertungsrelation).
Diese Bewertungsrelation wird mit dem sogenannten Landesbasisfallwert multipliziert. Das Ergebnis ist der Betrag, den die Krankenkasse zur Deckung der laufenden Kosten der Krankenhausbehandlung an das Krankenhaus zahlen muss. Welche DRG für die Abrechnung herangezogen werden muss, ist abhängig von der jeweiligen Fallkonstellation. Der Fallpauschalenkatalog enthält eine Auflistung aller abrechenbaren DRGs ebenso wie Zu- und Abschläge für Über- oder Unterschreitungen der durchschnittlichen Verweildauern und Zusatzentgelten für nicht oder nicht ausreichend über das DRG-System abgebildete Leistungen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Kritik am DRG-System und führt in die Fragestellung ein, ob eine Finanzierung nach Versorgungsstufen eine sinnvolle Reformoption darstellt.
2 Wirtschaftliche Situation des deutschen Gesundheitswesens: Dieses Kapitel analysiert die Einnahmen- und Ausgabenentwicklungen im Gesundheitssystem sowie die kritische Kostenentwicklung innerhalb der Krankenhäuser.
3 Krankenhausfinanzierung und wirtschaftliche Auswirkungen: Hier wird das bestehende DRG-Finanzierungssystem samt seiner Zuschlags- und Investitionsmechanismen detailliert betrachtet und auf seine Fehlsteuerungen hin bewertet.
4 Gestufte Krankenhausfinanzierung: Dieses Kapitel diskutiert das Konzept der Versorgungsstufen, zieht internationale Vergleiche zu Österreich und der Schweiz und analysiert Chancen sowie Hürden der praktischen Umsetzbarkeit.
5 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass eine Reform notwendig ist, aber eine einheitliche Definition von Versorgungsstufen und eine solide Kalkulationsbasis für den Erfolg entscheidend sind.
Schlüsselwörter
Krankenhausfinanzierung, Versorgungsstufen, DRG-System, Fallpauschalen, Gesundheitsökonomie, Investitionsfinanzierung, Krankenhausplanung, Wirtschaftlichkeit, Fallpauschalenkatalog, Vergütung, Gesundheitswesen, Strukturreform, Betriebskosten, Leistungsorientierung, Fehlsteuerung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Hausarbeit setzt sich kritisch mit dem bestehenden deutschen DRG-Fallpauschalensystem auseinander und prüft das Potenzial einer Krankenhausfinanzierung, die sich an Versorgungsstufen orientiert.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Untersuchung umfasst die wirtschaftliche Situation der Krankenhäuser, die Probleme bei der Investitionsfinanzierung sowie die theoretische und praktische Einordnung gestufter Vergütungsmodelle.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Hauptziel ist zu klären, ob eine Finanzierung auf Grundlage von Versorgungsstufen notwendig ist und ob sie praktisch umgesetzt werden kann, um Fehlanreize des aktuellen Systems abzubauen.
Welche wissenschaftliche Methode wurde gewählt?
Die Autorin nutzt eine tiefgehende Analyse der wirtschaftlichen Lage, der Finanzierungsmechanismen und zieht einen internationalen Vergleich zu den Systemen in Österreich und der Schweiz heran.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil erörtert die Funktionsweise des DRG-Systems, die Rolle von Zuschlägen und Investitionsmitteln sowie die Herausforderungen einer Umstellung auf Versorgungsstufen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit fokussiert sich auf Begriffe wie Krankenhausfinanzierung, Versorgungsstufen, DRG-System, Wirtschaftlichkeit und Strukturreform.
Wie unterscheidet sich die österreichische LKF vom deutschen System?
Die österreichische leistungsorientierte Krankenanstaltenfinanzierung (LKF) erlaubt eine stärkere Berücksichtigung regionaler und einrichtungsbezogener Besonderheiten wie Auslastung und apparative Ausstattung.
Warum hält der Sachverständigenrat eine Differenzierung nach Versorgungsstufen für notwendig?
Der SVR argumentiert, dass eine stärkere Differenzierung eine angemessenere Betriebskostenfinanzierung ermöglicht – insbesondere für kleinere Grundversorger sowie hochspezialisierte Universitätskliniken.
Welche Rolle spielt die Krankenhausplanung bei diesem Finanzierungsmodell?
Krankenhausplanung und -finanzierung müssen laut der Autorin Hand in Hand gehen, da erst durch eine bundeseinheitliche Definition der Versorgungsstufen eine sachgerechte Zuweisung und Vergütung möglich wird.
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- Vicky Pfirsig (Author), 2021, Finanzierung von somatischen Krankenhausleistungen. Sind Versorgungsstufen eine gute Grundlage?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1271877