In dieser Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, inwieweit Schülerinnen und Schüler mit einem Migrationshintergrund in Deutschland in Sachen Bildung benachteiligt werden und welche Ursachen dieser Benachteiligung zugrunde liegen. Zuerst werden jedoch eine Definition für die zwei Kernbegriffe Migrationshintergrund und Bildungsbenachteiligung dieser Arbeit gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definitionen
3. Die Gründe für Bildungsbenachteiligung in Deutschland
3.1 Die institutionelle Diskriminierung
3.2 Die primären und sekundären Effekten der sozialen Herkunft
4. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Ursachen und Ausprägungen der Bildungsbenachteiligung von Kindern und Jugendlichen mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungssystem, mit einem besonderen Fokus auf institutionelle Mechanismen und sozioökonomische Faktoren.
- Analyse der institutionellen Diskriminierung in Schulen
- Bedeutung der sozialen Herkunft nach Raymond Boudon
- Einfluss der Sprachkompetenz auf Schullaufbahnempfehlungen
- Zusammenhang zwischen Migrationshintergrund und Bildungsbenachteiligung
- Forderungen nach Reformen zur Erhöhung der Bildungsgerechtigkeit
Auszug aus dem Buch
3.1 Die institutionelle Diskriminierung
„Schulerfolg oder -misserfolg hängt nicht nur von den eigenen Leistungen der Schüler/innen, sondern auch von Entscheidungspraktiken der Schulen ab, die in ihren institutionellen und organisatorischen Strukturen eingelassen sind“ (Gomolla/ Radtke 2002, S. 334). Allochthone Kinder werden im Vergleich zu Kindern ohne Migrationshintergrund häufiger auf Förderschulen für Lernbehinderte verwiesen und dort beschult (vgl. Fereidooni 2011, S. 25). Grund hierfür sind nicht kognitive Defizite seitens der Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund, sondern die unbewussten negativen ethnisch-kulturellen Zuschreibungen seitens der Lehrer und Lehrerinnen. Ein weiterer Grund sind die „lokalen institutionellen Gegebenheiten“ (vgl. Fereidooni 2011, S. 25). Um Schulschließungen zu vermeiden und um die bestehenden schulischen Kapazitäten erhalten zu können, werden überwiegend Schüler und Schülerinnen mit Migrationshintergrund an Förderschulen verwiesen. „Die systematisch betriebene Überweisung allochthoner Schüler an Förderschulen geschieht ‚im Sinne der Bestandssicherung‘ von der Mehrheitsgesellschaft ‚minder angesehener Bildungsangebote‘“ (Fereidooni 2011, S. 25).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problematik der Bildungsungleichheit ein und verdeutlicht unter Bezugnahme auf PISA-Studien den Zusammenhang zwischen sozialer bzw. ethnischer Herkunft und Bildungserfolg.
2. Definitionen: Hier werden die Kernbegriffe der Arbeit, „Migrationshintergrund“ gemäß des Statistischen Bundesamtes sowie „Bildungsbenachteiligung“, präzise definiert.
3. Die Gründe für Bildungsbenachteiligung in Deutschland: Dieses Kapitel erläutert die Ursachen der Benachteiligung durch institutionelle Diskriminierung sowie die primären und sekundären Effekte der sozialen Herkunft.
4. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und fordert systemische Reformen, um die Bildungsgerechtigkeit unabhängig von der Herkunft zu verbessern.
Schlüsselwörter
Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, soziale Herkunft, Chancengleichheit, PISA-Studie, Bildungsgerechtigkeit, primäre Effekte, sekundäre Effekte, Sprachkompetenz, Schullaufbahnempfehlung, Schulsystem, Selektionsdenken, Bildungschancen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Benachteiligung von Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Schulsystem und untersucht, welche strukturellen und sozialen Ursachen dazu führen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themenfelder umfassen institutionelle Diskriminierung, die Rolle der sozialen Herkunft (nach Boudon), Sprachkompetenz als Selektionskriterium und die Auswirkungen bildungspolitischer Strukturen.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, die Ursachen zu identifizieren, die dazu führen, dass Schüler mit Migrationshintergrund in Deutschland bei der Bildung benachteiligt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse aktueller Studien (wie PISA und IGLU) sowie theoretische Konzepte zur Bildungsungleichheit.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die institutionelle Diskriminierung und die primären sowie sekundären Herkunftseffekte detailliert als Ursachen für Ungleichheit analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Bildungsbenachteiligung, Migrationshintergrund, institutionelle Diskriminierung, Chancengerechtigkeit und soziale Herkunft.
Was besagt die Theorie der „primären und sekundären Effekte“ nach Boudon in diesem Kontext?
Primäre Effekte betreffen die kognitiven Ausgangsbedingungen der Kinder durch das Elternhaus, während sekundäre Effekte die bildungsbezogenen Entscheidungen der Eltern hinsichtlich der Schullaufbahn der Kinder beschreiben.
Warum wird die „institutionelle Diskriminierung“ als kritisch hervorgehoben?
Sie beschreibt, wie durch unbewusste Vorurteile von Lehrkräften und organisatorische Strukturen (wie die frühe Selektion) systemische Benachteiligung statt individueller Förderung entsteht.
Welche Lösungsvorschläge bietet der Autor im Fazit an?
Der Autor schlägt eine Reform des Bildungssystems vor, insbesondere durch stärkere Sprachförderung, bessere Unterstützung der Muttersprache und eine Sensibilisierung angehender Lehrkräfte während des Studiums.
- Arbeit zitieren
- Alexia Soraia Pimenta Gomes Zonca (Autor:in), 2021, Bildungsbenachteiligung von Schülerinnen und Schülern mit Migrationshintergrund im deutschen Bildungswesen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1271685