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Ludwig Wittgensteins Repräsentations-Kritik des Fremden an James George Frazers „The Golden Bough“ (1937)

Title: Ludwig Wittgensteins Repräsentations-Kritik des Fremden an James George Frazers „The Golden Bough“ (1937)

Term Paper (Advanced seminar) , 2006 , 21 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Christian Finger (Author)

German Studies - Miscellaneous

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In dieser Arbeit wird zunächst Ludwig Wittgensteins Kritik an James George Frazers einflussreichem Werk „The Golden Bough“ und dessen "Entwicklungsmodell" zur Darstellung fremder Gebräuche aufgezeigt. Daran anschließend wird dann Wittgensteins Gegen-Vorschlag, die fremden Gebräuche in einer „übersichtlichen Darstellung“ zu repräsentieren, veranschaulicht. Dabei wird zu zeigen sein, dass es sich bei Wittgensteins Kritik zugleich um eine Kritik der Repräsentation des Fremden über die Sprache handelt. Hierzu ist sowohl auf den „frühen“ Wittgenstein des „Tractatus“ als auch auf der „späten“ Wittgenstein der „Philosophischen Untersuchungen“ einzugehen, um den Einfluss beider „Philosophien“ Wittgensteins (die auf einem unterschiedlichen Verständnis der Funktionsweise von Sprache beruhen) auf die 1937 verfassten „Notizen zu James George Frazers „The Golden Bough“ zu verdeutlichen.
Abschließend wird darauf verwiesen, in wiefern Wittgensteins Kritik an Frazers Methode der Repräsentation des Fremden mit einem Paradigmenwechsel in der Ethnologie einhergeht und welche Bedeutung Wittgenstein auch für die weitere Entwicklung innerhalb der Ethnologie hatte.
Die Arbeit soll dabei im Bewusstsein einer mit dem Voranschreiten der Moderne immer größer werdenden Skepsis der Darstellbarkeit des Fremden und einer zunehmenden Selbstkritik beim Versuch, das Fremde darzustellen, gelesen werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis der Arbeit

1 Das Problem der Repräsentation des „Fremden“

1.1 Eine kurze Begriffsklärung des „Fremden“

1.2 Die Repräsentation des „Fremden“ in der Ethnologie

2 James George Frazers Entwicklungshypothese in „The Golden Bough“

3 Wittgenstein oder: Das Fremde beschreiben – nicht deuten

3.1 Wittgensteins „Notizen zu James George Frazers „The Golden Bough“ (1937)

3.2 Die Methode der „übersichtlichen Darstellung“

4 Wittgenstein und das Problem der Repräsentation des Fremden über die Sprache

4.1 Sagen und Zeigen im „Tractatus logico-Philosophicus“ ( 1921)

4.2 Die Sprachspiele in den „Philosophischen Untersuchungen“ (1953)

5 Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Ludwig Wittgensteins Kritik an James George Frazers Werk „The Golden Bough“, um aufzuzeigen, wie Wittgenstein eine grundsätzliche Kritik an der ethnologischen Repräsentation des Fremden sowie der funktionalen Verwendung von Sprache vollzieht. Dabei wird analysiert, inwiefern Wittgensteins Übergang vom „Tractatus“ zu den „Philosophischen Untersuchungen“ sein Verständnis von Beschreibungsmethoden und Sprachspielen prägte.

  • Kritik an Frazers evolutionistischem Entwicklungsmodell
  • Die erkenntnistheoretische Bedeutung der „übersichtlichen Darstellung“
  • Kontrastierung von Wittgensteins früher „Abbildtheorie“ und späterer „Sprachspieltheorie“
  • Methodik des Beschreibens statt Deutens in der Ethnologie
  • Bedeutung von Wittgensteins Sprachphilosophie für einen Paradigmenwechsel in der Ethnologie

Auszug aus dem Buch

Wittgensteins „Notizen zu James George Frazers „The Golden Bough“ (1937)

Wittgenstein kritisiert gleich zu Beginn in seinem 17 Seiten langen Text an Frazer, daß dessen Darstellung der magischen und religiösen Anschauungen der Menschen unbefriedigend sei, da sie die Anschauungen als Irrtümer erscheinen lasse. Alle Gebräuche würden letztlich als Dummheiten dargestellt, ohne dass jedoch an irgendeiner Stelle plausibel werde, dass die Menschen all dies aus purer Dummheit täten. So lese er unter vielen ähnlichen Beispielen von einem „Regenkönig in Afrika, zu dem die Leute um Regen bitten, wenn die Regenperiode kommt. Aber das heißt doch, dass sie nicht eigentlich meinen, er könne Regen machen, sonst würden sie es in den trockenen Perioden des Jahres [...] machen.“

Um zu widerlegen, dass die Menschen des 20. Jahrhunderts die rituellen Handlungen als Irrtümer erkannt und darum abgelegt hätten, behauptet Wittgenstein, dass man fast sagen könne, der Mensch sei ein zeremonielles Tier: „Das heißt, man könnte ein Buch über Anthropologie so anfangen: Wenn man das Leben und Benehmen der Menschen auf der Erde betrachtet, so sieht man, dass sie außer den Handlungen, die man tierische nennen könnte [...] auch solche ausführen, die einen eigentümlichen Charakter tragen und die man rituelle Handlungen nennen könnte.“

Und es wäre dann unsinnig, so fort zufahren wie Frazer es tun würde, zu sagen, das charakteristische dieser Handlungen sei, dass sie aus fehlerhaften Anschauungen über die Physik der Dinge entsprängen. Auch ist es für Wittgenstein ein grundsätzlicher Unterschied, ob man von „magischen“ oder „religiösen“ Handlungsweisen spricht oder von einer Handlungsweise „deren Status dem unserer durch Wissenschaft oder Erfahrung begründeten Gepflogenheiten entspricht“. Ist also nicht von wissenschaftlichen, sondern von magischen Dingen die Rede, so mache es keinen Sinn, von Wahrheit oder Irrtum zu reden, denn: „Der Unterschied zwischen Magie und Wissenschaft kann dahin ausgedrückt werden, dass es in der Wissenschaft einen Fortschritt gibt, aber nicht in der Magie. Die Magie hat keine Richtung der Entwicklung, die in ihr selbst liegt.“

Zusammenfassung der Kapitel

1 Das Problem der Repräsentation des „Fremden“: Dieses Kapitel definiert den Begriff des „Fremden“ und beleuchtet die ethnologische Reflexionsgeschichte sowie die zunehmende Skepsis gegenüber der Darstellbarkeit anderer Kulturen.

2 James George Frazers Entwicklungshypothese in „The Golden Bough“: Hier wird Frazers evolutionistisches Hauptwerk eingeführt, das die menschliche Kulturgeschichte von der Magie über die Religion zur Wissenschaft unterteilt.

3 Wittgenstein oder: Das Fremde beschreiben – nicht deuten: Dieses Kapitel erläutert Wittgensteins Kritik an Frazers Erklärungszwang und führt den Begriff der „übersichtlichen Darstellung“ als alternatives methodisches Vorgehen ein.

4 Wittgenstein und das Problem der Repräsentation des Fremden über die Sprache: Eine Analyse von Wittgensteins Sprachphilosophie, die den Übergang von der „Abbildtheorie“ zur „Sprachspieltheorie“ nachzeichnet und auf das Verstehen fremder Lebensformen überträgt.

5 Schlußbemerkung: Die Zusammenfassung unterstreicht die Relevanz von Wittgensteins methodischem Ansatz für den Paradigmenwechsel in der Ethnologie hin zu einer interpretativen, nicht wertenden Wissenschaft.

Schlüsselwörter

Ludwig Wittgenstein, James George Frazer, The Golden Bough, Ethnologie, Repräsentation, Fremdheit, übersichtliche Darstellung, Tractatus logico-Philosophicus, Philosophische Untersuchungen, Sprachspiele, Abbildtheorie, Lebensform, Paradigmenwechsel, Clifford Geertz, Magie

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Kritik des Philosophen Ludwig Wittgenstein am ethnologischen Werk James George Frazers, insbesondere an dessen Versuch, „primitive“ Gebräuche durch evolutionistische Hypothesen zu erklären.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Themen umfassen die erkenntnistheoretische Problematik der Repräsentation des „Fremden“, die methodischen Grenzen der Ethnologie sowie die Entwicklung der Sprachphilosophie Wittgensteins.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Wittgensteins Kritik an Frazer zugleich eine grundlegende Reflexion über die Möglichkeiten und Grenzen der sprachlichen Darstellung von kultureller Fremdheit darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode verwendet der Autor?

Der Autor führt eine textanalytische Untersuchung durch, die Wittgensteins eigene Schriften – primär die „Notizen zu Frazer“ sowie den „Tractatus“ und die „Philosophischen Untersuchungen“ – systematisch vergleicht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Kritik an Frazers evolutionistischem Modell, die Einführung der Methode der „übersichtlichen Darstellung“ und die Untersuchung der sprachphilosophischen Wende Wittgensteins.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?

Die zentralen Begriffe sind Repräsentation, Wittgenstein, Frazer, Ethnologie, Sprachspiele, übersichtliche Darstellung und Lebensform.

Wie unterscheidet sich Wittgensteins Blick auf Magie von dem Frazers?

Während Frazer Magie als wissenschaftlichen Irrtum betrachtet, sieht Wittgenstein darin eine eigenständige rituelle Lebensform, die nicht an wissenschaftlichen Kriterien von Wahrheit oder Fortschritt gemessen werden sollte.

Welche Rolle spielen die Sprachspiele in diesem Kontext?

Das Konzept der Sprachspiele verdeutlicht, dass das Verstehen einer fremden Kultur bedeutet, an deren spezifischem Sprachgebrauch und der damit verbundenen Lebensform teilzuhaben, anstatt sie von außen objektiv zu erklären.

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Details

Title
Ludwig Wittgensteins Repräsentations-Kritik des Fremden an James George Frazers „The Golden Bough“ (1937)
College
Humboldt-University of Berlin  (Institut für Deutsche Literatur)
Course
Theorie und Literatur des „Fremden“
Grade
1,0
Author
Christian Finger (Author)
Publication Year
2006
Pages
21
Catalog Number
V126373
ISBN (Book)
9783640321285
ISBN (eBook)
9783640323265
Language
German
Tags
Wittgenstein Frazer Bough Golden Tractatus Philosophische Untersuchungen Sprachspiel Repräsentation Fremden Fremde Repräsentation des Fremden Ethnologie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christian Finger (Author), 2006, Ludwig Wittgensteins Repräsentations-Kritik des Fremden an James George Frazers „The Golden Bough“ (1937), Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/126373
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