Die Suburbanisierung, die letztendlich wohl nichts anderes ist, als eine Phase des Städtewachstums in das Umland, vollzog und vollzieht sich auch in der Zukunft in Industrieländern unseres Planeten. Dieser Prozess hat neben angesprochenen Ursachen auch weit reichende Auswirkungen auf die Wirtschaft, die Planung und die Menschen in solchen Agglomerationsräumen. Letztendlich muss die Raumplanung lernen mit auftretenden Problemen umzugehen, um sie in Zukunft vielleicht sogar vermeiden zu können. Durch die aktuellen Diskussionen um geeignete Instrumente, ob der Suburbanisierung also auf radikalem Wege (durch Eingemeindungen) oder mit sanfteren Methoden (Steueränderungen, u.a.) entgegnet wird, zeigt sich die Aktualität und Notwendigkeit der Steuerung dieser Stadtentwicklungsphase.
Da die Suburbanisierung aber auch nur ein kleiner Teil im Aufgabenspektrum der Raumplaner ist, stellen sich viel weiter reichende Fragen. Wie kann der Flächenverbrauch und die Versiegelungsintensität verringert werden? Wie kann eine nachhaltige Nutzung des knappen Faktors Fläche erreicht werden? Und wie kann dabei die Natur am besten geschützt werden? Diese und weitere Fragen gilt es in naher Zukunft zu beantworten und in Angriff zu nehmen, damit auch nachfolgende Generationen noch Spaß am Leben haben werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Was ist Suburbanisierung?
2. Prozesse der Suburbanisierung
2.1 Verlauf der Suburbanisierung in Ost- und Westdeutschland
2.2 Ursachen und Folgen der Suburbanisierung in Deutschland
3. Planungsverband - Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main
4. Aktuelle Tendenzen und Konsequenzen
5. Lösungsansätze der Raumplanung
5.1 „Harte“ und „Weiche“ Ansätze zur Problemlösung
5.2 Ökonomische Anreize
6. Ziele und Instrumente zur Steuerung der Suburbanisierung
6.1 Regionalplanung stärken
6.2 Verringerung von Flächenverbrauch und Versiegelung
6.3 Erleichterung und Verbilligung der Nachverdichtung und Baulückenschließung
6.4 Verbesserung des Wohnumfeldes
6.5 Flächenrecycling
7. Zusammenfassung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht den komplexen Prozess der Suburbanisierung in Deutschland, analysiert dessen historisch gewachsene Ursachen sowie Folgen und evaluiert planerische Instrumente, um städtische Strukturen zu stärken und einer unkontrollierten Zersiedelung entgegenzuwirken.
- Phasen der städtischen Bevölkerungs- und Beschäftigungsentwicklung
- Differenzierung der Suburbanisierungsprozesse in Ost- und Westdeutschland
- Herausforderungen für den Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main
- Methoden der Raumplanung zur Steuerung von Flächennutzung
- Ökonomische Anreize zur Förderung nachhaltiger Siedlungsentwicklung
Auszug aus dem Buch
1. Was ist Suburbanisierung?
In der heutigen Zeit benutzen viele den Begriff der Suburbanisierung um verschiedene Sachverhalte zu erklären, ohne das wirklich deutlich wird was Suburbanisierung überhaupt bedeutet, in welchem Zusammenhang dieser Prozess steht und welche Auswirkungen damit verbunden sind.
Auch in der Fachwelt gehen die Aussagen bezüglich der Suburbanisierung in den letzten Jahrzehnten auseinander. So beschreiben Friedrichs und Rohr 1975 diesen Prozess als Phase der Expansion einer Stadt in ihr jeweiliges Umland in hoch industrialisierten Ländern (Heineberg 2001, S. 40). Dem entgegen steht die Aussage, dass Suburbanisierung nicht allein als die Ausweitung einer Stadt in ihr Umland verstanden werden darf, sondern dass sich Kernstadt und Umland (Abb. 1) strukturell deutlich unterscheiden, aber eine funktionale Zusammengehörigkeit bezogen auf Kommunikation, Mobilität und Verkehr aufweisen (Gaebe 2004, S. 63).
Schon allein diese beiden Definitionen machen deutlich, dass die Suburbanisierung einen Prozess darstellt, der eine hohe Komplexität aufweist und der im Rahmen der Entwicklung einer größeren Region gesehen werden sollte.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Was ist Suburbanisierung?: Definiert den Begriff der Suburbanisierung als komplexen Prozess und beleuchtet unterschiedliche wissenschaftliche Sichtweisen auf die Stadt-Umland-Expansion.
2. Prozesse der Suburbanisierung: Analysiert die zeitlichen und räumlichen Unterschiede zwischen der alten Bundesrepublik und dem nachholenden Prozess in Ostdeutschland sowie die treibenden Faktoren.
3. Planungsverband - Ballungsraum Frankfurt/Rhein-Main: Untersucht anhand einer Fallstudie die spezifische Entwicklung und den Bevölkerungsdruck im Frankfurter Ballungsraum.
4. Aktuelle Tendenzen und Konsequenzen: Diskutiert die langfristigen Auswirkungen, wie den hohen Flächenverbrauch und die Verkehrsbelastung, sowie die künftige Stagnation des Prozesses.
5. Lösungsansätze der Raumplanung: Stellt "harte" (gebietskörperschaftliche) und "weiche" (informelle) Instrumente sowie ökonomische Steuerungsmöglichkeiten vor.
6. Ziele und Instrumente zur Steuerung der Suburbanisierung: Detaillierte Darstellung konkreter Maßnahmen zur Förderung der Nachverdichtung, des Flächenrecyclings und der Aufwertung innerstädtischer Lebensbedingungen.
7. Zusammenfassung: Resümiert die Notwendigkeit einer aktiven Steuerung dieser Phase der Stadtentwicklung durch eine Kombination aus Planung und ökonomischen Anreizen.
Schlüsselwörter
Suburbanisierung, Raumplanung, Flächenverbrauch, Zersiedelung, Stadt-Umland-Wanderung, Stadtentwicklung, Agglomerationsraum, Nachverdichtung, Flächenrecycling, Baulückenschließung, Siedlungsentwicklung, Ballungsraum, Bevölkerungsentwicklung, Infrastruktur, Nachhaltigkeit
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit den Konzepten und Instrumenten der Raumplanung, um den Prozess der Suburbanisierung in Deutschland zu verstehen und dessen negative Folgen wie Zersiedelung zu steuern.
Welches sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Ursachen der Stadt-Umland-Wanderung, der Vergleich der Entwicklungen in Ost- und Westdeutschland sowie die Anwendung planerischer und ökonomischer Instrumente zur Stadtstärkung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Städte ihre Attraktivität gegenüber dem Umland zurückgewinnen können, um Flächenverbrauch zu reduzieren und eine nachhaltige Siedlungsstruktur zu erreichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine literaturbasierte Analyse aktueller raumordnungspolitischer Berichte und Modelle sowie eine Fallstudienbetrachtung des Ballungsraums Frankfurt/Rhein-Main.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Suburbanisierungsprozesse, die Vorstellung konkreter steuerungsrelevanter Instrumente und eine kritische Diskussion ihrer Anwendbarkeit.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Schlüsselwörter sind Suburbanisierung, Raumplanung, Flächenverbrauch, Zersiedelung, Stadt-Umland-Wanderung, Nachverdichtung und Flächenrecycling.
Warum unterscheidet sich die Suburbanisierung in Ost- und Westdeutschland?
In Westdeutschland ist sie ein langjähriger Prozess, während sie in Ostdeutschland erst nach 1989 begann und aufgrund anderer baulicher Voraussetzungen und demographischer Bedingungen als "nachholend" bezeichnet wird.
Welche Rolle spielt die ökonomische Steuerung?
Ökonomische Anreize wie eine Reform der Grundsteuer oder eine versiegelungsabhängige Wassergebühr sollen private Investoren und Kommunen dazu bewegen, sparsamer mit der Ressource Boden umzugehen.
Warum ist das Flächenrecycling so bedeutend?
Es ermöglicht, alte Industriebrachen, die aufgrund ihrer Kontamination oft lange leer stehen, wieder einer Nutzung zuzuführen und so den Druck auf das Umland zu verringern.
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- Michael Wenzel (Author), Bastian Siegmann (Author), 2007, Suburbanisierung: Konzepte und Instrumente der Raum- und Umweltplanung zur Problemlösung, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/125859