In der folgenden Arbeit soll herausgearbeitet werden, welche Möglichkeiten und Chancen die Familienpolitik für Frauen in Deutschland bildet. Darüber hinaus soll der Fokus vor allem auf qualifizierte Frauen liegen, sodass ein Einblick in die Erwerbstätigkeit verschafft werden kann. Im weiteren Verlauf soll zunächst die Familienpolitik in ihren Grundzügen erklärt werden. Dabei wird die Definition, das Modell und die allgemeinen Ziele der Familienpolitik erläutert. Des Weiteren soll ein Überblick in die Familienpolitik im Bezug auf die Frau von früher und heute verschafft und anschließend auf Entwicklungen, die sich im Verlauf der vergangenen Jahre gebildet haben, eingegangen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Familienpolitik
3. Familienpolitik in Zeiten Deutschlands und Stellung der Frau
3.1 Weimarer Republik
3.2 Bundesrepublik
3.3 Deutsch Demokratische Republik
4. Familienpolitik aktuell
4.1 Das Ehegattensplitting
4.2 Erwerbstätigkeit der Frau
5. Fazit
Zielsetzung & Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Familienpolitik seit der Weimarer Republik im Hinblick auf deren Auswirkungen auf Frauen. Dabei wird insbesondere analysiert, inwieweit familienpolitische Instrumente wie das Ehegattensplitting oder Maßnahmen zur Kinderbetreuung die Erwerbsbiografien von Frauen unterstützen oder durch das Fortbestehen tradierter Rollenbilder einschränken.
- Historische Entwicklung der Familienpolitik in Deutschland (Weimarer Republik bis heute).
- Vergleichende Analyse der Familienpolitik in der Bundesrepublik und der DDR.
- Kritische Untersuchung des Ehegattensplittings und dessen Auswirkungen auf die Frauenerwerbstätigkeit.
- Analyse aktueller Barrieren wie geschlechtsspezifische Berufswahl und Karrierelaufbahnen.
- Bewertung des Einflusses moderner "nachhaltiger" Familienpolitik auf die Gleichstellung.
Auszug aus dem Buch
Das Ehegattensplitting
Unter den familienpolitischen Instrumenten kann das Einkommensteuerrecht auch aufgelistet werden. Das Einkommensteuerrecht besagt, dass Steuern durch die individuelle Leistungsfähigkeit bestimmt werden und nur der Teil des Einkommens der Besteuerung unterzogen werden kann, auf die das Individuum freie Verfügung hat (ebenda). Hinzu kommt das Ehegattensplitting, die zur vielen Diskussionen in der Familienpolitik geführt hat und noch immer unterschiedliche Meinungen heranzieht.
Durch des Verfahrens des Ehegattensplittings werden beiden Ehepartnern unterstellt, dass sie den gleichen in der Marktwirtschaft erzielten Einkommen beziehen. Das Einkommen der Ehepartner wird zunächst addiert und die Steuer errechnet, die auf die addierte Summe beider Einkommen entfällt. Anschließend wird der ermittelte Betrag verdoppelt, sodass die Ehepartner unter dem ermittelten Betrag an Steuerpflicht stehen (Sacksofsky 2010). Dieses Verfahren soll die gleichberechtigte Partnerschaft der Ehe kennzeichnen und zeigen, dass sowohl der Mann als auch die Frau den gleichen Einsatz für die Wirtschaftsgemeinschaft bilden (Althammer /Lampert 2014).
Trotz dieser Auffassung bildet das Ehegattensplitting, besonders für Hausfrauen, einige Nachteile. Obwohl der Versuch, mehr Frauen in die Arbeitswelt zu integrieren, noch immer stattfindet, ist der Hauptverdiener nach Ute Sacksofsky meistens der Mann. Die Frau wird weiterhin mit Hausarbeiten konfrontiert. Des Weiteren hat das Leben als Hausfrau ökonomische Risiken. Im Falle einer Scheidung kommt es dazu, dass die Frau im Vergleich zum Hauptverdiener wesentlich schlechter steht (Sacksofsky 2010). Ehepartner, dessen Einkommen große Unterschiede aufweisen, entscheiden sich in den meisten Fällen für eine Steuerklassenkombination der Steuerklassen drei und fünf.
Kapitelzusammenfassungen
Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Thematik ein und erläutert die zentrale Fragestellung zur Rolle der Frau in der Familienpolitik sowie die Bedeutung von Instrumenten wie Mutterschutz und Elternzeit.
Familienpolitik: Es wird der Begriff "Familie" definiert und die Rolle der Familienpolitik als Schutzinstrument dargestellt, wobei die fünf zentralen Funktionen der Familie und die gesetzlichen Rahmenbedingungen erläutert werden.
Familienpolitik in Zeiten Deutschlands und Stellung der Frau: Die historische Entwicklung von der Weimarer Republik über die Bundesrepublik bis zur DDR wird aufgezeigt, wobei besonders die unterschiedlichen Ansätze zur Erwerbstätigkeit von Frauen hervorgehoben werden.
Familienpolitik aktuell: Dieses Kapitel analysiert moderne familienpolitische Ansätze der 2000er Jahre, den Rechtsanspruch auf Teilzeit und die Transformation zur sogenannten "nachhaltigen" Familienpolitik.
Das Ehegattensplitting: Eine kritische Betrachtung des Steuersystems, das durch die Steuerklassen drei und fünf die Arbeit von Frauen finanziell weniger attraktiv macht und traditionelle Rollenbilder zementieren kann.
Erwerbstätigkeit der Frau: Hier wird der Fokus auf Beschäftigungsquoten, geschlechtsspezifische Barrieren im Beruf und die Unterrepräsentanz von Frauen in Führungspositionen gelegt.
Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Bilanz der Fortschritte in der Familienpolitik, mahnt jedoch an, dass trotz Verbesserungen strukturelle Männerdominanz und veraltete Geschlechterrollen weiterhin die Chancen von Frauen limitieren.
Schlüsselwörter
Familienpolitik, Frauenerwerbstätigkeit, Ehegattensplitting, Hausfrauenmodell, Gleichstellung, Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Erziehungsgeld, Geschlechterrollen, Arbeitsmarkt, Sozialpolitik, Mutterschutz, Karrierechancen, Steuerklassen, Nachhaltige Familienpolitik, Männerdominanz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die Entwicklung der deutschen Familienpolitik in den letzten Jahrzehnten und deren spezifische Auswirkungen auf die Chancen und Möglichkeiten von Frauen in der Gesellschaft und Arbeitswelt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung des Familienbildes, der Vereinbarkeit von Beruf und Familie, steuerlichen Anreizsystemen sowie den strukturellen Barrieren für Frauen auf dem Arbeitsmarkt.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Es soll herausgearbeitet werden, inwiefern die Familienpolitik Frauen in ihrer Erwerbstätigkeit tatsächlich unterstützt oder durch veraltete Strukturen, wie etwa das Ehegattensplitting, indirekt weiterhin in traditionelle Rollen drängt.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und der Auswertung statistischer Daten des Statistischen Bundesamtes zu Beschäftigungsquoten, zur Einkommensverteilung und zu Führungspositionen von Frauen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in einen historischen Abriss (Weimarer Republik bis heute), eine Analyse aktueller familienpolitischer Instrumente sowie eine Untersuchung der Erwerbssituation von Frauen, einschließlich der Hürden durch Steuerklassen und geschlechtsspezifische Stereotype.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Familienpolitik, Gleichstellung, Ehegattensplitting, Frauenerwerbstätigkeit und Geschlechterrollen.
Welchen Einfluss hatte der Vergleich zwischen BRD und DDR auf das Ergebnis?
Der Vergleich verdeutlicht zwei gegensätzliche Ansätze: Während die BRD lange am klassischen Hausfrauenmodell festhielt, zwangen wirtschaftliche Notwendigkeiten in der DDR zu einer frühzeitigen und konsequenten Integration von Frauen in den Arbeitsmarkt.
Wie bewertet die Autorin die Auswirkungen des Ehegattensplittings?
Das Ehegattensplitting wird als ein Instrument bewertet, das ökonomische Risiken für Frauen birgt, besonders im Falle einer Scheidung, da es den Zweitverdiener (meist die Frau) durch die Steuerklasse fünf benachteiligt und dessen Erwerbstätigkeit finanziell entwertet.
- Arbeit zitieren
- Zeynep Sahintürk (Autor:in), 2022, Die Rolle und die Chancen der Frau im Geschlechterrollenverständnis der Familienpolitik, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1252699