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Hexen als imaginäre Randgruppe

Titel: Hexen als imaginäre Randgruppe

Hausarbeit , 2009 , 37 Seiten , Note: 1,3

Autor:in: Manuela Thoma (Autor:in)

Geschichte - Sonstiges

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Hexe
Der Begriff polarisiert wie kaum ein anderer – damals und heute.
Gelehrte, Theologen, Juristen, Ärzte und Philosophen, darunter namhafte Köpfe wie Montaige, Descartes, Althusius, Hobbes und Thomasius, stritten von Beginn der Hexenverfolgung an, ob es Hexen überhaupt gibt oder ob sie doch nur Hirngespinste, doch nur Imagination sind. Und wenn es sie gibt, wie ist mit ihnen umzugehen? Ein Thema an dem nunmehr das ganze Volk Interesse zeigte – entweder weil es sich von Hexen bedroht fühlte oder weil es die „Verhexten“ für verrückt hielt und nicht zuletzt weil jedem, unabhängig von seinem Geschlecht, Status oder seiner Funktion, eine Hexereibeschuldigung und damit eine Hinrichtung drohte.
Zauberei war im Mittelalter und in der Frühen Neuzeit nicht nur denkbar, sondern gehörte fest ins Weltbild der Bevölkerung. Wenn man nun an Zauberei glaubte, so war es nur konsequent, deren Missbrauch unter Strafe zu stellen. Und genau an diesem Punkt stoßen wir wieder auf das Problem der Imagination. Die „Waffe“ Zauberei wurde im Verborgenen eingesetzt und war nicht nachweisbar, man war sich nicht einmal sicher, in welchem Umfang und mit welchen Folgen und vor allem, von wem sie eingesetzt werden konnte.
Im Folgenden soll zunächst ein kurzer Abriss über den Ablauf der Hexenverfolgungen in der frühen Neuzeit, sowohl in den Städten als auch auf dem Land, und eine so allgemein wie möglich gehaltene Veranschaulichung der daraus resultierenden Hexenprozesse zu der Frage, wer eigentlich die Opfer solcher Verfolgungen und Prozesse waren, führen. Dabei wird das Hauptaugenmerk auf der Region „Südostdeutschland“, also dem alten Herzogtum Bayern, Ostschwaben, Mittelfranken und der Oberpfalz liegen, da vor allem Bayern die umfassendste Hexengesetzgebung Europas entwickelte und auf der anderen Seite der süddeutsche Raum, hauptsächlich der schwäbische Raum, politisch so unübersichtlich war, das er zu einer Zufluchtsstätte für andernorts verfolgte Gruppen wurde. Mit Hilfe dieser Betrachtungen soll daraufhin versucht werden, die Frage nach dem Gruppenstatus der Hexen in der frühen Neuzeit zu beantworten. Wie sehr sich hier Realität und Vorstellung unterscheiden, soll vor allem im zweiten Punkt dieser Hausarbeit aufgezeigt werden, wenn untersucht wird, wie sich die Vorstellung von Hexen als Gruppe über Himmlers Hexenkartothek hinweg bis in unsere heutige Zeit hinein gehalten hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

I. Hexenverfolgung und Hexenprozesse

I.1. Ablauf der Verfolgung

I.1.1. Erste Hexenverfolgungen

I.1.2. Verfolgungswellen 1562 - 1580

I.1.3. Hexenverfolgung 1585 - 1630

I.2. Ablauf des Prozesses

I.3. Wer waren die Opfer?

I.4. Hexen als Gruppe?

II. Hexen bis heute?

II.1. Himmlers Hexenkartothek

II.2. Hexengruppen heute?

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Phänomen der Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit mit Fokus auf den süddeutschen Raum und analysiert kritisch den Konstruktcharakter von "Hexen" als vermeintliche soziale Gruppe, sowohl historisch als auch in Bezug auf spätere ideologische Instrumentalisierungen und moderne Rezeptionen.

  • Historische Analyse der Hexenverfolgung und Prozessabläufe in Südostdeutschland.
  • Untersuchung der soziologischen Zusammensetzung der Opfer.
  • Kritische Aufarbeitung von Himmlers "Hexenkartothek" im Nationalsozialismus.
  • Betrachtung gegenwärtiger Hexenglaubensformen und feministischer Symbolik.

Auszug aus dem Buch

I.4. Hexen als Gruppe?

Gab es Hexen oder gab es sie nicht? Behringer drückt es so aus: Hexen im Sinne des elaborierten Hexenbegriffs gab es sicherlich nicht, doch gab es Personen, die sich dafür hielten. In der uns fremd gewordenen Welt der frühen Neuzeit gab es Menschen, die glaubten, fliegen zu können, mit Engeln, Teufeln, guten Geistern, Gott, Maria, den Heiligen, wandernden Seelen, Rückkehrern aus dem Jenseits in Verbindung zu stehen. Manche von ihnen wurden heilig gesprochen – z.B. Theresia von Avila - , andere wurden als Hexen verbrannt, da viele der in der Bevölkerung verbreiteten Vorstellungen dem neuen Hexenbegriff subsumiert wurden.“

Dies und die Betrachtungen über die Hexenprozesse lassen natürlich nur den Schluss zu, dass es keine Hexengruppen im eigentlichen Sinne gab. Hexen als große Hexenverschwörung oder als gemeinsam um den Blocksberg tanzende Gemeinschaft existierten nur in den Köpfen der Menschen. In der Realität fand natürlich nichts dergleichen statt – mögen sich nun einige, aus welchen Gründen auch immer, tatsächlich für magisch begabt gehalten haben, so sind dies Einzelpersonen und sicherlich keine Hexenzirkel.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Es wird die Ambivalenz des Begriffs Hexe aufgezeigt und die Forschungsfrage nach dem Gruppenstatus der Hexen unter Einbeziehung regionaler Besonderheiten Südostdeutschlands formuliert.

I. Hexenverfolgung und Hexenprozesse: Dieser Abschnitt analysiert die Wellen der Verfolgung sowie die juristischen und sozialen Hintergründe der Prozesse in der Frühen Neuzeit.

I.1. Ablauf der Verfolgung: Detaillierte Betrachtung der zeitlichen und räumlichen Konzentrationen der Hexenverfolgungen in Europa.

I.1.1. Erste Hexenverfolgungen: Analyse der kirchlichen Rolle und der Entwicklung des Hexenbildes bis zum 15. Jahrhundert.

I.1.2. Verfolgungswellen 1562 - 1580: Untersuchung der sozioökonomischen Faktoren wie Klimaverschlechterung und Krisen, die die Verfolgungswellen befeuerten.

I.1.3. Hexenverfolgung 1585 - 1630: Erörterung der intensivsten Phase der Verfolgungen vor dem Hintergrund von Agrarkrisen und politischen Machtkämpfen.

I.2. Ablauf des Prozesses: Darstellung des Inquisitionsverfahrens, der Rolle der Folter und der gerichtlichen Praxis.

I.3. Wer waren die Opfer?: Statistische und soziologische Analyse der betroffenen Personen, unter Berücksichtigung von Geschlecht, Status und Alter.

I.4. Hexen als Gruppe?: Schlussfolgerung, dass Hexengruppen als kollektive Verschwörung lediglich ein Konstrukt der zeitgenössischen Vorstellung waren.

II. Hexen bis heute?: Untersuchung der Nachwirkung des Hexenbildes im Nationalsozialismus und in der heutigen Zeit.

II.1. Himmlers Hexenkartothek: Aufarbeitung des NS-Forschungsprojekts zur Erfassung von Hexenprozessen unter ideologischen Gesichtspunkten.

II.2. Hexengruppen heute?: Analyse aktueller Phänomene wie Wicca oder feministischer Hexen-Symbolik im Vergleich zu historischen Vorstellungen.

Fazit: Zusammenfassende Einschätzung, dass sowohl das historische als auch das ideologische Hexenbild auf Imagination und Konstruktion beruhen.

Schlüsselwörter

Hexenverfolgung, Hexenprozesse, Frühe Neuzeit, Inquisition, Hexenhammer, Himmlers Hexenkartothek, Nationalsozialismus, Wicca, Volksglaube, Imagination, Sozialgeschichte, Sündenbock, Folter, Geschlechtergeschichte, Aberglaube.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die historische Hexenverfolgung in der frühen Neuzeit, hinterfragt die Existenz von "Hexengruppen" und analysiert, wie dieses Bild bis in die Moderne instrumentalisiert wurde.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Das Spektrum reicht von den historischen Prozessabläufen und der soziologischen Opferanalyse über die NS-Ideologie bis hin zu modernen Hexenglaubensformen wie dem Wiccatum.

Was ist das primäre Ziel der Forschung?

Das Hauptziel ist es, aufzuzeigen, dass Hexen als organisierte Gruppe lediglich ein imaginiertes Konstrukt sind, das sowohl von der frühneuzeitlichen Gesellschaft als auch von späteren Ideologien für eigene Zwecke genutzt wurde.

Welche wissenschaftliche Methode wird primär angewandt?

Die Arbeit basiert auf einer tiefgehenden Literaturanalyse und der Auswertung historischer Regionalstudien sowie zeitgenössischer Dokumente und Statistiken zur Hexenverfolgung.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der Verfolgungswellen und Prozesse sowie in eine kritische Auseinandersetzung mit der Rezeption des Hexenbildes in der Geschichte und Gegenwart.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese Publikation am besten?

Schlüsselbegriffe sind Hexenverfolgung, Inquisition, Konstrukt, Imagination, Himmlers Hexenkartothek, Sozialgeschichte und Genderaspekte.

Warum stand laut der Arbeit der Bamberger Bürgermeister Johannes Junius symbolisch für die Eskalation der Prozesse?

Er dient als Beispiel für eine standesübergreifende Hexenbeschuldigung, bei der auch Mitglieder der Oberschicht durch erzwungene Geständnisse unter Tortur Opfer der Verfolgung wurden.

Inwiefern unterscheidet sich die moderne Wicca-Bewegung von den historischen Vorstellungen?

Die Wicca-Bewegung definiert sich als Religion oder magisches Handwerk, distanziert sich von der mittelalterlichen Dämonologie und betont Gleichberechtigung sowie Naturverbundenheit, statt an eine "böse Verschwörung" zu glauben.

Ende der Leseprobe aus 37 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Hexen als imaginäre Randgruppe
Hochschule
Eberhard-Karls-Universität Tübingen  (Historisches Seminar)
Veranstaltung
Hauptseminar "Randgruppen in der frühen Neuzeit"
Note
1,3
Autor
Manuela Thoma (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2009
Seiten
37
Katalognummer
V125136
ISBN (Buch)
9783640306411
ISBN (eBook)
9783640308279
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Hexen Randgruppe Himmler Wikka Hexenkartothek Hexenverfolgung H-Akten frühe Neuzeit Gruppenbild Nationalsozialismus Hexe
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Manuela Thoma (Autor:in), 2009, Hexen als imaginäre Randgruppe, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/125136
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  37  Seiten
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