Die Arbeit widmet sich der Fragestellung, ob ein ständiges Wachstum notwendig und mit einem nachhaltigen bzw. umweltbezogenen Ansatz vereinbar ist. Hierzu werden die Bezüge der gängigen volkswirtschaftlichen Ansätze zur Ökologie sowie daraus resultierende Argumentationen für bzw. gegen Wachstum behandelt.
Ist es möglich, die Ressourcen für ein Jahr zu verbrauchen? Wie kann man verhindern oder verzögern, dass dieser Fall eintritt? Welche Rolle spielen hierbei Wirtschaft, Politik und Gesellschaft?
In den vergangenen Jahren sind die benannten Fragen wieder stark in den Vordergrund des gesellschaftlichen Diskurses gerückt. Die Friday-for-Future-Bewegung zum Beispiel fordert Gesellschaft und Politik heraus, ihr Werteverständnis und ihre Verhaltensweisen zu hinterfragen. Lautstark wird dabei auch die schon länger existierende Forderung vorgetragen, das ständige volkswirtschaftliche Wachstum zu hinterfragen. Demgegenüber steht der Einwand, dass volkswirtschaftliches Wachstum eine Grundvoraussetzung für eine stabile Ökonomie und Gesellschaft ist und somit eine gewisse Alternativlosigkeit diesbezüglich vorherrscht.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Definitionen
1.1 Wachstum
1.2 Umwelt und Nachhaltigkeit
2 Wachstumstheorien in Berücksichtigung ökologischer Aspekte
3 Das Verhältnis von Wachstum und Umwelt
4 Kritische Würdigung populärer Argumente
4.1 Notwendigkeit von Wachstum bzw. Nullwachstum
4.2 Ressourcenknappheit als Risiko oder Chance
4.3 externe Faktoren und Wohlfahrtsökonomie
5 Resümee
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die grundlegende Fragestellung, ob ein ständiges volkswirtschaftliches Wachstum mit ökologischen Anforderungen und einem nachhaltigen Ansatz vereinbar ist. Dabei wird analysiert, inwieweit bestehende Wachstumstheorien ökologische Aspekte integrieren und welche wirtschaftspolitischen Handlungsoptionen bestehen, um einen Zielkonflikt zwischen ökonomischer Stabilität und dem Schutz natürlicher Lebensgrundlagen zu lösen.
- Interdependenzen zwischen Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch
- Kritische Analyse neoklassischer und endogener Wachstumstheorien
- Diskurs um Nullwachstum (DeGrowth) und Postwachstumsökonomie
- Internalisierung externer Effekte und staatliche Allokationspolitik
Auszug aus dem Buch
4.2 Ressourcenknappheit als Risiko oder Chance
Die Knappheit der natürlichen Ressourcen steht im im volkswirtschaftlichen Diskurs außer Debatte. Es ist jedoch möglich diesen Umstand aus unterschiedlichen Blickwinkeln zu betrachten und somit ständiges Wachstum als Grundlage ökologischer Chancen zu beachten oder als Risikofaktor für Umwelt und natürliche Ressourcen.
Im Sinne der endogenen Wachstumstheorie kann das Humankapital als Investition in Forschung und Entwicklung verstanden werden, also einen elementaren Beitrag dazu leisten natürliche Ressourcen auf langfristige Sicht zu substituieren. Hierdurch kann die Ressourcenknappheit also als eindrücklichstes Druckmittel zur Investition in die notwendigen Bereiche verstanden werden. Auch wird dem technischen Fortschritt im Allgemeinen eine zentrale Rolle als Determinant für Wirtschaftswachstum zugesprochen (Engelkamp, 2017, S. 308). Hepburn (2012, S. 6) verweist zudem darauf, dass der materielle Durchsatz der Wirtschaft physisch begrenzt ist, aber der Wert von Gütern und Dienstleistungen unbegrenzt wachsen kann.
Auch in Anbetracht einer langfristigen Lösung ist es wichtig sich nicht rein auf die Verringerung des Ressourcenverbrauchs oder der Umweltbelastung zu fokussieren, sondern die Potenzialnutzung als längerfristiges Ziel anzustreben (vgl. Mattauch, 2017, S. 7-12).
Es bleibt jedoch kritisch zu begutachten ob eine Substituierbarkeit natürlicher Ressourcen überhaupt möglich ist und das Wirtschaftswachstum durch den technischen Fortschritt von natürlichen Ressourcen und Umwelt entkoppelt werden kann (Mattauch, 2017, S. 4). Dem folgt auch die Fragestellung inwieweit ein ständiges Wachstum bei limitierten Ressourcen nicht unweigerlich auf einen Peak zuläuft, da die Entropiezunahme unbremsbar sei und somit die Ressourcenverteilung sowie -gewinnung Schwierigkeiten bereiten und irgendwann nicht mehr ausreichen wird (Vieweg, 2019, S. 57)
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die aktuelle Dringlichkeit des Themas durch globale Umweltberichte und gesellschaftliche Protestbewegungen, die das ständige Wachstum kritisch hinterfragen.
1 Definitionen: Hier werden zentrale Begriffe wie Wirtschaftswachstum (BIP), Umwelt im volkswirtschaftlichen Kontext sowie der komplexe Nachhaltigkeitsbegriff präzise definiert und abgegrenzt.
2 Wachstumstheorien in Berücksichtigung ökologischer Aspekte: Dieses Kapitel prüft verschiedene ökonomische Theorien – von der Neoklassik bis zur Postwachstumsökonomie – auf ihre Fähigkeit, ökologische Limitationen zu integrieren.
3 Das Verhältnis von Wachstum und Umwelt: Es wird die historische und strukturelle Kopplung von Wirtschaftswachstum und Ressourcenverbrauch aufgezeigt sowie die Bedeutung der Industriellen Revolution als Zäsur hervorgehoben.
4 Kritische Würdigung populärer Argumente: Dieser Abschnitt analysiert die Notwendigkeit von Wachstum im Vergleich zu Nullwachstum, bewertet Ressourcenknappheit und diskutiert die Internalisierung externer Kosten.
5 Resümee: Das Resümee fasst zusammen, dass eine Vereinbarkeit von Wachstum und Umwelt entscheidend von staatlichen Lenkungsinstrumenten und politischen Rahmenbedingungen abhängt.
Schlüsselwörter
Wirtschaftswachstum, Umweltökonomie, Nachhaltigkeit, Ressourcenknappheit, Nullwachstum, Bruttoinlandsprodukt, externe Effekte, Postwachstumsökonomie, Neoklassik, ökologische Nachhaltigkeit, Wohlfahrtsökonomie, Strukturwandel, Internalisierung, planetare Grenzen, technischer Fortschritt
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert das Spannungsfeld zwischen stetigem volkswirtschaftlichem Wachstum und den begrenzten ökologischen Kapazitäten unseres Planeten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Definition von Wachstum und Nachhaltigkeit, die Einordnung verschiedener Wachstumstheorien in einen ökologischen Kontext sowie die Rolle des Staates bei der Internalisierung von Umweltkosten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Beantwortung der Frage, ob ein ständiges Wachstum notwendig ist und ob dieses mit einem umweltorientierten bzw. nachhaltigen Ansatz vereinbar sein kann.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse und der Auswertung volkswirtschaftlicher Modelle sowie ökologischer Konzepte basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden Wachstumstheorien (u.a. Neoklassik, endogene Wachstumstheorie, ökologische Ökonomie) verglichen, das Verhältnis von BIP und Umweltbelastung kritisch diskutiert und politische Steuerungsinstrumente beleuchtet.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wesentlichsten Begriffe sind Wirtschaftswachstum, ökologische Limitationen, Nachhaltigkeit, Ressourcenknappheit, externe Effekte und politische Steuerung.
Warum wird die neoklassische Wachstumstheorie kritisiert?
Die Kritik richtet sich vor allem dagegen, dass ökologische Aspekte ausgeklammert werden und ein unbegrenztes Substitutionsverhältnis zwischen Natur- und Sachkapital unterstellt wird.
Welche Rolle spielt die Politik bei der Harmonisierung von Wachstum und Umwelt?
Der Politik kommt gemäß dem Resümee eine zentrale Rolle bei der Gestaltung von Allokationsprozessen, der Bepreisung externer Effekte und der Etablierung gesellschaftlicher Nachhaltigkeitsstandards zu.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2019, Wachstum und Umweltökonomie. Verträgt sich ein ständiges Wachstum mit der Umwelt?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1250286