Im Rahmen dieser Hausarbeit wird der Frage nachgegangen, wo die Grenzen und Möglichkeiten des deutschen Schulsystems in Bezug auf die Prävention von Jugenddelinquenz sind. In diesem Zusammenhang werden diesbezüglich bestehende mögliche Defizite seitens des Schulsystems beleuchtet, um sichtbar zu machen, an welchen Stellen die Soziale Arbeit ansetzen und unterstützen sollte. Im Fokus soll hierbei die Arbeit der Lehrer*innen stehen, um herauszustellen, wie die Soziale Arbeit die Arbeit der Lehrer*innen in der Delinquenzprävention unterstützen kann.
Durch die aktuelle Situation der Covid-19-Pandemie werden in Zukunft neue Herausforderungen auf die Gesellschaft und dementsprechend auch auf die Institution Schule und dessen Lehrer*innen und Sozialarbeiter*innen zukommen. Die Schulschließungen haben dazu geführt, dass Kinder und Jugendliche auf das Familiensystem zurückgeworfen werden. Dies kann gravierende Folgen haben, wenn die Schule in der Prävention einen großen Stellenwert einnimmt. Dies gilt es zu untersuchen.
Um die Fragestellung zu beantworten, werde ich zunächst die Begriffe Jugend und Jugenddelinquenz definieren. In diesem Zusammenhang werde ich darüber hinaus kurz auf die Besonderheiten des Jugendalters eingehen, um im nächsten Schritt die Theorien zur Entstehung von Jugenddelinquenz zu erläutern. Im vierten Kapitel wird es dann um die Institution Schule als Sozialisations- und Präventionsraum gehen. Zu sprechen komme ich in diesem Zusammenhang auf den Bildungs- und Erziehungsauftrag mit seinen Bildungs- und Erziehungszielen und den Einfluss des Klassenkontextes. Darauf aufbauend gibt es einen Exkurs in die Praxis der Delinquenzprävention, in dessen Zusammenhang ich insbesondere auf die schulische Delinquenzprävention in Niedersachsen eingehe. Außerdem werden kurz die Herausforderungen erläutert, die im Rahmen der Covid-19-Pandemie auf die Gesellschaft und vorwiegend auf die Schulen zukommt. Aus den gewonnenen Erkenntnissen ziehe ich abschließend ein Fazit und beantworte die bestehende Fragestellung nach den Grenzen und Möglichkeiten des deutschen Schulsystems in Bezug auf die Prävention von Jugenddelinquenz.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition
2.1 Jugend
2.2. Jugenddelinquenz
3. Theorien zur Entstehung von Jugenddelinquenz
3.1 Lerntheorie
3.2 Familiäre Sozialisation
3.3 Theorie der sozialen Desorganisation
3.4 psychologische und soziologische Besonderheiten der Jugendphase
3.5 Zwischenfazit
4. Schule als Sozialisations- und Präventionsraum
4.1 Bildungs- und Erziehungsziele
4.2 Wertebildung als multiprofessionelle Aufgabe
4.3 Der Einfluss des Klassenkontextes
4.4 Schulische Delinquenzprävention
4.4.1 Delinquenzprävention in Niedersachsen
4.4.2 Herausforderungen der Schulschließungen im Rahmen der Covid-19- Pandemie
5. Fazit
Zielsetzung & Themenbereiche
Die vorliegende Arbeit untersucht das deutsche Schulsystem als zentralen Sozialisationsort und analysiert dessen Potenziale sowie Grenzen bei der Prävention von Jugenddelinquenz. Besonderer Fokus liegt dabei auf der unterstützenden Rolle der Sozialen Arbeit für Lehrkräfte sowie den Auswirkungen des Klassenkontexts und der schulischen Wertebildung in Zeiten gesellschaftlicher Herausforderungen wie der COVID-19-Pandemie.
- Theoretische Grundlagen zur Entstehung von Jugenddelinquenz
- Die Rolle der Schule als Ort der Wertebildung und Prävention
- Einfluss von Peers und Klassenkontext auf delinquente Tendenzen
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Schule, Jugendhilfe und Polizei
- Auswirkungen schulischer Distanz-/Schließungsphasen auf delinquentes Verhalten
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
Alexander Sutherland Neill, Pädagoge und Gründer der demokratischen Schule Summerhill, sagte „[d]ie Jugendkriminalität läßt sich nur beseitigen, wenn die Gesellschaft von ihrer moralischen Pflichtvergessenheit und der damit verbundenen amoralischen Gleichgültigkeit kuriert wird“ (Alexander Sutherland Neill 1970). Anhand dieses Zitates wird deutlich, dass die Gesellschaft eine tragende Rolle in der Bekämpfung von Jugenddelinquenz hat.
In der Vergangenheit wurden allerdings häufig die Eltern in die Verantwortung genommen und kritisiert, wenn es um die Entstehung von Jugenddelinquenz geht. Ihnen wird oftmals die alleinige „Schuld“ zugesprochen. Aus eigener Erfahrung zeigt sich jedoch, dass Eltern in der Regel nur das Beste für ihr Kind wollen, und oftmals schlichtweg überfordert mit ihrer Erziehungsaufgabe sind, insbesondere wenn es um das Thema Jugenddelinquenz geht. An dieser Stelle muss die Gesellschaft in die Verantwortung genommen werden.
Es fragt sich, an welchen konkreten Ansatzpunkten die Gesellschaft die Möglichkeit hat, erzieherisch auf die Delinquenzentwicklung von Kindern und Jugendlichen einzuwirken und Eltern in der Delinquenzprävention zu unterstützen. In diesem Zusammenhang geraten die Bildungseinrichtungen in den Fokus. Hier stellt sich die Frage, wo die Grenzen und Möglichkeiten des deutschen Schulsystems in Bezug auf die Prävention von Jugenddelinquenz sind. Dieser Frage wird im Rahmen dieser Hausarbeit nachgegangen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die gesellschaftliche Verantwortung bei der Prävention von Jugenddelinquenz und stellt die Forschungsfrage nach den Möglichkeiten und Grenzen des deutschen Schulsystems.
2. Definition: In diesem Kapitel werden die Begriffe Jugend und Jugenddelinquenz differenziert definiert und rechtlich sowie entwicklungspsychologisch eingeordnet.
3. Theorien zur Entstehung von Jugenddelinquenz: Das Kapitel bietet einen Überblick über verschiedene wissenschaftliche Erklärungsansätze zur Entstehung von Delinquenz, darunter Lerntheorien, familiäre Einflüsse und soziologische Desorganisationstheorien.
4. Schule als Sozialisations- und Präventionsraum: Dieser Hauptteil analysiert die Schule als zentralen Ort für Bildung und Werteerziehung sowie die Rolle der Schulsozialarbeit und den Einfluss von Klassenstrukturen auf das Verhalten von Jugendlichen.
5. Fazit: Das Fazit fasst die Ergebnisse zusammen und unterstreicht die Notwendigkeit einer multiprofessionellen Zusammenarbeit, um Schule effektiv als Präventionsraum zu nutzen.
Schlüsselwörter
Jugenddelinquenz, Sozialisation, Schule, Prävention, Schulsozialarbeit, Wertebildung, Klassenkontext, Deliktsbegehung, Adoleszenz, Erziehungsauftrag, COVID-19-Pandemie, Resilienz, Peergroups, Jugendgerichtsgesetz, Sozialraum.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Aufgabe des deutschen Schulsystems, präventiv gegen die Entstehung von Jugenddelinquenz zu wirken.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die Definition von Jugenddelinquenz, Theorien ihrer Entstehung, die Rolle der Schule als Sozialisationsinstanz und die Möglichkeiten schulischer Interventionsstrategien.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Was sind die Grenzen und Möglichkeiten des deutschen Schulsystems in Bezug auf die Prävention von Jugenddelinquenz?
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Es handelt sich um eine theoretisch orientierte Hausarbeit, die den aktuellen Forschungsstand anhand einschlägiger Literatur, Theorien und empirischer Studien zusammenfasst.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Familie und das soziale Umfeld als Einflussfaktoren, die Rolle von Werten, den Einfluss des Klassenkontexts sowie konkrete präventive Programme in Niedersachsen.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Begriffe wie Jugenddelinquenz, schulische Prävention, Sozialsozialarbeit, Wertebildung und Sozialisationsraum sind zentral für die Arbeit.
Welchen Stellenwert nimmt die Sozialsozialarbeit in der Prävention ein?
Die Arbeit betont, dass Schulsozialarbeit als zentrale Schnittstelle zwischen Jugendhilfe und Schule agiert und Lehrkräfte in der multiprofessionellen Delinquenzprävention maßgeblich unterstützt.
Wie beeinflusste die COVID-19-Pandemie die Delinquenzprävention?
Die Pandemie schränkte durch Kontaktverbote sowohl delinquentes Verhalten als auch die gewohnten Präventionsarbeit ein, forcierte jedoch neue digitale Beratungsansätze.
- Arbeit zitieren
- Sarah Holweg (Autor:in), 2022, Prävention von Jugenddelinquenz. Grenzen und Möglichkeiten des deutschen Schulsystems, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1248109