Es ist bei der vorliegenden Thematik natürlich nicht einfach, eine Einschränkung vorzunehmen. Der sehr subjektiv besetzte Terminus des „Bösen“ bietet ausreichend Platz zu Interpretation und der Frage nach Ursprung und Wirkung.
In dieser Arbeit soll der Versuch unternommen werden, eine möglichst objektive Sichtweise auf das Phänomen des Bösen zu gewinnen. Wie steht die Bibel zu diesem Thema? Wo stößt man im Alten Testament, in der zwischentestamentlichen Literatur und im Neuen Testament auf die Existenz des Bösen bzw. des Teufels? Wie wurden und werden diese Aussagen der Heiligen Schrift interpretiert? Und hierbei stellt sich gleichsam die Frage, wer diese Interpretationen durchgeführt hat.
In der folgenden Arbeit soll vor allem die Philosophie des Augustinus untersucht werden. Hierbei wird die Theorie des „Dämonenpakts“ in den Mittelpunkt gestellt. Welche Intention veranlasste Augustinus, eine solche Theorie zu entwickeln? Und wie wirkte sich diese auf seine unmittelbare Gegenwart und auch auf seine Zukunft aus?
Im Folgenden soll eine Antwort auf diese Fragen gefunden werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Allgemeines zum Thema
2 Der Teufelsglaube in der Heiligen Schrift
2.1 Das Alte Testament
2.2 Zwischentestamentliche Literatur
2.3 Das Neue Testament
3 Der Dämonenpakt bei Augustinus
3.1 Die spätantike Dämonologie als Grundlage für Augustinus
3.2 Die wichtigsten inhaltlichen Aspekte des Dämonenpakts
3.3 Die Rezeption des Dämonenpaktes
a) Allgemeine Rezeption
b) Exemplarische Untersuchungen der Schriften des Thomas von Aquin unter dem Aspekt der Philosophie des Dämonenpaktes bei Augustinus
3.4 Bewertung der oben genannten Punkte und ihre Relevanz
4 Schlussbemerkung
Zielsetzung und Themen der Arbeit
Die vorliegende Arbeit untersucht die Entstehungsgeschichte der Theorie des Dämonenpakts bei Augustinus und verfolgt deren theologische Rezeption bis hin zu Thomas von Aquin. Dabei steht die Forschungsfrage im Mittelpunkt, welche Intentionen Augustinus zur Entwicklung dieser Theorie veranlassten und wie diese Lehre das christliche Verständnis von der Koexistenz zwischen Mensch und Dämonen nachhaltig prägte sowie als Rechtfertigungsgrundlage für spätere inquisitorische Prozesse diente.
- Theologische Analyse des Bösen und Teufelsglaubens in der Heiligen Schrift
- Entwicklung und philosophische Fundierung des Dämonenpakts bei Augustinus
- Vergleichende Untersuchung der Dämonologie bei Augustinus und Thomas von Aquin
- Historische Einordnung und die Rolle der Dämonentheorie in der Inquisition
Auszug aus dem Buch
Die wichtigsten inhaltlichen Aspekte des Dämonenpakts
Augustinus ist einer der bis heute einflussreichsten und wichtigsten Theologen der gesamten Kirchengeschichte. Er wurde als Sohn einer christlichen Mutter geboren, fand aber erst nach einigen anderen religiösen Erfahrungen zum Christentum. Nach seiner Taufe im Jahre 387 wurde er zunächst Priester und schließlich Bischof der nordafrikanischen Stadt Hippo Regius. Augustinus lebte im Bewusstsein seiner Zeit und wurde immer wieder mit den diversen heidnischen und abergläubigen Weltanschauungen konfrontiert.
Die Tatsache, dass seine Schriften bis heute einen Einfluss auf die Kirche haben, bedeutet nicht, dass sie eine gewisse „voraufklärerische“ Note hatten, sondern in ihrere Zeit neu waren und ein Gewisses Interesse erregten. In vielen Dingen mochte Augustinus für die damalige Zeit fortschrittlich und visionär gedacht haben, aber die Lehre des Dämonenpakts sollte für seine Nachwelt schwerwiegende Folgen haben. Es ist unnötig zu erwähnen, dass die augustinischen Ausführungen historisch kritischen Parametern unterliegen, welche die Basis für die Untersuchung in dieser Arbeit sind.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Darstellung der Problemstellung bezüglich des Phänomens des Bösen und Einführung in die zentrale Forschungsfrage nach der Intention hinter Augustinus’ Theorie des Dämonenpakts.
2 Der Teufelsglaube in der Heiligen Schrift: Untersuchung der Entwicklung des Teufelsbildes und der Vorstellung vom Bösen durch das Alte Testament, die zwischentestamentliche Literatur bis hin zum Neuen Testament.
3 Der Dämonenpakt bei Augustinus: Analyse der spätantiken Grundlagen, der inhaltlichen Kernelemente der Pakt-Theorie bei Augustinus sowie deren spezifische Rezeption durch Thomas von Aquin und die Bewertung der inquisitorischen Relevanz.
4 Schlussbemerkung: Zusammenfassende Einordnung der Bedeutung beider Theologen und explizite Distanzierung von der theologischen Instrumentalisierung für Verfolgung und Gewalt.
Schlüsselwörter
Augustinus, Thomas von Aquin, Dämonenpakt, Teufelsglaube, Hexenverfolgung, Inquisition, Civitas Dei, Civitas Terrena, Dämonologie, Scholastik, Aberglaube, Böses, Theologie, Kirchengeschichte, Exorzismus.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert die Entstehung der Theorie eines Dämonenpakts bei Augustinus und deren Einfluss auf das christliche Denken sowie die spätere Rechtfertigung der Inquisition.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Im Zentrum stehen der biblische Teufelsglaube, die augustinische Philosophie der Dämonologie, die scholastische Rezeption durch Thomas von Aquin und die historische Auswirkung auf die Hexenverfolgung.
Welches primäre Ziel verfolgt die Autorin?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Augustinus das „do-ut-des“-Verhältnis zwischen Mensch und Dämon theologisch begründete und welche destruktiven Nachwirkungen diese Lehre in der europäischen Geschichte entfaltete.
Welche wissenschaftliche Methode wird in dieser Arbeit verwendet?
Die Arbeit nutzt eine historisch-theologische Analyse, die primäre Quellen der Kirchenväter und Scholastiker mit historischem Kontextwissen verknüpft.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine biblische Herleitung des Bösen, eine detaillierte Ausarbeitung der augustinischen Pakt-Theorie und eine vergleichende Untersuchung der theologischen Positionen von Thomas von Aquin.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit am besten?
Zu den wichtigsten Begriffen gehören Dämonenpakt, Augustinus, Thomas von Aquin, Inquisition und die christliche Dämonologie.
Inwiefern unterscheidet sich die Sichtweise von Thomas von Aquin von der des Augustinus?
Während beide an die Existenz von Dämonen glauben, gibt es Differenzen, etwa in der Bewertung der Astrologie oder in der Frage, ob Engel über eine körperliche Natur verfügen.
Warum ist der „Hexenhammer“ für diese Arbeit relevant?
Der „Hexenhammer“ dient als Beispiel, wie die theologischen Konzepte von Augustinus und Thomas von Aquin instrumentalisiert wurden, um die Inquisition und die Verfolgung von Hexen dogmatisch zu legitimieren.
- Arbeit zitieren
- Caterina Scherg (Autor:in), 2007, Der Dämonenpakt bei Augustinus, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/124715