Dringender denn je ist die Wahrnehmung über Umweltveränderungen als ökologisches Problem und das Hinterfragen sozialer und wirtschaftlicher Konsequenzen als Auslöser für Umweltprobleme. Das gilt insbesondere auch für Unternehmen. Weil Umweltprobleme vom Menschen verursachte Veränderungen im Ökosystem der Erde sind, ist das nachhaltige Handeln von Unternehmen zur Erhaltung der Umwelt im Sinne der Reaktion des Menschen auf ökologische Probleme von großer Bedeutung. Etliche Unternehmen sind bereits damit zugange, neue Technologien und Prozesse zur Gestaltung ökologischer Nachhaltigkeit zu entwickeln. Allgemeine Umweltinnovationen für mehr Energie- und Ressourceneffizienz, aber auch Konzepte für die Steigerung der Nachhaltigkeit in Wirtschaft und Gesellschaft oder Strategien, die die Mobilität, das Flächenmanagement und den Schutz der Biodiversität fördern, sind in Zukunft entscheidend.
Daher gilt es, im Rahmen dieser Arbeit die Forschungsfrage "Wie wirkt sich das betriebliche Umweltbewusstsein über Umweltprobleme auf die Bereitschaft von Unternehmen aus sich für nachhaltige Innovationsentwicklung als treibende Kraft für eine natürliche Umwelt einzusetzen? Welche Rolle kommt dabei frugalen Innovationen zu?" zu beantworten.
Diese Arbeit gliedert sich in vier Kapitel. In Kapitel zwei werden zunächst das Umweltverhalten in Unternehmen eingeordnet und Bestimmungsfaktoren betrieblichen Umweltverhaltens abgegrenzt. Nachfolgend wird in Kapitel drei der Natural-Resource-based-view of the firm, kurz NRBV, mit dem Unternehmen ihr Umweltbewusstsein äußern, in seinen charakteristischen Eigenschaften konkretisiert und für die Arbeit relevante Begriffe aus angrenzenden Themenfeldern definiert. Anschließend erfolgt eine Einordnung von frugalen Marktleistungen vor dem Hintergrund zu lösender Umweltprobleme. Dabei wird eine Verknüpfung des NRBV und frugalen Ansätzen geschaffen. Das letzte Kapitel fasst die Ergebnisse der vorliegenden Arbeit zusammen und leitet daraus Implikationen für die Forschung ab.
Inhaltsverzeichnis
1. Gegenstand der Untersuchung
2. Untersuchungsobjekt Umweltverhalten in Unternehmen
2.1 Umweltverhalten in Unternehmen
2.2 Bestimmungsfaktoren betrieblichen Umweltverhaltens
3. Umweltverbesserungen durch frugale Innovationen
3.1 Natural-Resource-based view of the firm
3.2 Frugale Innovationen mit Umweltspezifikation
3.3 Verknüpfung NRBV und Frugale Innovationen
4. Zusammenfassung und Implikationen für die Forschung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht den Einfluss des betrieblichen Umweltbewusstseins auf die Bereitschaft von Unternehmen, nachhaltige Innovationsentwicklungen voranzutreiben, und analysiert in diesem Kontext die spezifische Rolle frugaler Innovationen als ökologisch und ökonomisch wertvolle Lösungsansätze.
- Betriebliches Umweltverhalten und dessen Bestimmungsfaktoren
- Natural-Resource-based view (NRBV) als theoretischer Rahmen
- Charakteristika und Potenziale frugaler Innovationen
- Verknüpfung von Nachhaltigkeitsstrategien mit frugalen Ansätzen
Auszug aus dem Buch
3.1 Natural-Resource-based view of the firm
Zwei in der Literatur existierende klassische und häufig diskutierte theoretische Konzepte der strategischen Planung für die Erzielung von Wettbewerbsvorteilen sind der resource-based view und der natural-resource-based view. Letzter hat den Fokus auf der Umwelt (Vgl. Eckert 2017: 44f Köpenick 2009: 60f). Der Resource-based view (RBV) nach Wernerfeldt, Hamel und Prahalad erklärt Wettbewerbsvorteile durch die Nutzung firmenspezifischer, einzigartiger Kompetenzen (Vgl. Soni/Krishnan 2013: 37), die sich aus dem Zusammenspiel der vorhandenen materiellen und nichtmateriellen Ressourcen und der Fähigkeit, diese Ressourcen gewinnbringend einzusetzen, bilden (Vgl. Hart/Dowell 2011: 1465; Ray et al. 2004: 23f).
Der Natural-Resource-based View (NRBV), der den RBV um die Herausforderungen der natürlichen Umwelt erweitert, wird durch Hart geprägt (Vgl. Hart 1995: 987, 991; Rousseau 2017: 726ff). Nach Harts Ansicht ist die Umwelt als knappe und erfolgskritische Ressource in mehreren Schritten zu berücksichtigen. Zum einen sollen Vermeidung und Verschwendung, wie etwa durch Abfall- oder Schadstoffe in der Produktion vermieden werden, zum anderen geht es um die Produktverantwortung zum Schutz der Umwelt. Die umfassende Nachhaltigkeitsorientierung, die globale Gerechtigkeitsfragen in unternehmerische Entscheidungen einfasst, ist ebenso unumgänglich. Unternehmen versuchen die Umwelt mithilfe von Innovationen aus eigenen Ressourcen zu schützen (Vgl. Hart 1995: 990ff; Rousseau 2017: 729f). Sie sollten sich unter Berücksichtigung des NRBV-Ansatzes auf die Nachhaltigkeit des Geschäftsmodells als auch auf die Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell fokussieren. Bei erstem geht es um die Frage, wie die Produktion von Produkten als auch das Produkt selbst sowie das wirtschaftliches Ertragsmodell innerhalb ökologischer und gesellschaftlicher Grenzen aussehen sollen. Die Nachhaltigkeit als Geschäftsmodell umfasst den Gedanken der Akquise und Kombination absolut begrenzter ökologischer Ressourcen als kritische Erfolgsgrößen durch Eco-Entrepreneure. Eine knappe Umweltressourcenlage mit drohender Ausbeutung der Umwelt wird also zum Ausgangspunkt neuer Geschäftsmodelle (Vgl. Rousseau 2017: 729f.; Hart 1995: 993f).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Gegenstand der Untersuchung: Einführung in die Relevanz des betrieblichen Umweltbewusstseins vor dem Hintergrund des Klimanotstands und Darlegung der Forschungsfrage.
2. Untersuchungsobjekt Umweltverhalten in Unternehmen: Analyse von Umweltbewusstsein im unternehmerischen Kontext sowie Identifikation der entscheidenden Kriterien für ein umweltgerechtes Verhalten.
3. Umweltverbesserungen durch frugale Innovationen: Definition des NRBV-Ansatzes sowie Untersuchung frugaler Innovationen als Instrument zur ökologischen und ökonomischen Effizienzsteigerung.
4. Zusammenfassung und Implikationen für die Forschung: Synthese der Ergebnisse sowie Empfehlungen für weiterführende empirische Forschungsansätze im Bereich frugaler Innovationen.
Schlüsselwörter
Umweltbewusstsein, Nachhaltigkeit, Frugale Innovationen, NRBV, Wettbewerbsvorteil, Klimanotstand, Innovationsmanagement, natürliche Umwelt, Ressourcenmanagement, ökologische Effizienz, umweltgerechtes Verhalten, Geschäftsmodellinnovation, soziale Nachhaltigkeit.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, wie ein gesteigertes Umweltbewusstsein die Bereitschaft von Unternehmen beeinflusst, durch nachhaltige Innovationen ökologische Verantwortung zu übernehmen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf betrieblichem Umweltverhalten, dem theoretischen Rahmen des Natural-Resource-based view (NRBV) und der Rolle von frugalen Innovationen.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, frugale Innovationen als wissenschaftlich fundierte Maßnahmen zur Verbesserung der Umweltbilanz in Unternehmen einzuordnen und deren Potenzial zu bewerten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine konzeptionelle Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturrecherche und der Analyse von Fallstudien basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Erläuterung des Umweltverhaltens, die Vorstellung des NRBV-Konzepts sowie die Untersuchung frugaler Innovationen, illustriert durch Fallbeispiele.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Nachhaltigkeit, Frugale Innovationen, Natural-Resource-based view und ökonomische bzw. ökologische Verantwortung.
Wie unterscheidet sich der NRBV vom klassischen RBV?
Der Natural-Resource-based view (NRBV) erweitert den klassischen Resource-based view (RBV) um die explizite Berücksichtigung der natürlichen Umwelt als knappe und erfolgskritische Ressource.
Wird das Konzept frugaler Innovationen nur in Entwicklungsländern angewendet?
Nein, die Arbeit zeigt auf, dass frugale Ansätze zunehmend auch für westliche Unternehmen an Bedeutung gewinnen, da sie Effizienz mit ökologischer Nachhaltigkeit kombinieren.
Welche Bedeutung hat das Beispiel "Black Rock City" in der Arbeit?
Es dient als Fallbeispiel für eine frugale Innovation, da das Konzept auf konsequente Ressourcenbegrenzung und das Hinterlassen ökologischer Spurenfreiheit setzt.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse für die zukünftige Forschung?
Die Arbeit betont die Notwendigkeit, das Manko fehlender empirischer Untersuchungen zu beheben und die verschiedenen Ebenen, auf denen frugale Innovationen stattfinden, tiefergehend zu analysieren.
- Arbeit zitieren
- Sabrina Pracz-Groenen (Autor:in), 2022, Betriebliches Umweltbewusstsein. Die Bereitschaft von Unternehmen, sich für nachhaltige Innovationsentwicklung als treibende Kraft für eine natürliche Umwelt einzusetzen, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1247087