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Sprach- und Sprechschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen

Was? Welche? Wie? Eine Informationsbroschüre zu ausgewählten Sprachstörungen

Titel: Sprach- und Sprechschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen

Seminararbeit , 2008 , 23 Seiten , Note: 1,7

Autor:in: André Lach (Autor:in), Nils Freund (Autor:in), Thomas Lemme (Autor:in)

Psychologie - Diagnostik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Da ein Kind nicht von Anfang an über Sprache verfügt, kann davon ausgegangen werden, dass „die entscheidenden Faktoren [für den Beginn] der Sprachentwicklung […] nicht im äußeren Milieu des Kindes [liegen], sondern in den Reifungsprozessen des wachsenden Organismus (anlagebedingt) zu suchen sind. Es handelt sich bei den sprachlichen Abläufen um arttypische motorische Koordinationen, d.h. um Erbkoordinationen“ (Wirth, 1994, S.89). Da deren genauere Betrachtung nicht Ziel dieser Arbeit ist und darüber hinaus den Rahmen dieser sprengen würde, werden sie im folgenden Kapitel nur am Rande erwähnt, so dass man sich mehr mit den Grundlagen der kindlichen Sprachentwicklung befassen kann, wobei auch hier aufgrund der Literaturfülle das Thema auf die wesentlichen Merkmale eingegrenzt wurde. Im darauf folgenden Kapitel soll der Begriff ‚Sprach- bzw. Sprechstörungen’ (allgemein) er-läutert werden, worauf ein Überblick über deren Systematik (und Ursachen) erfolgt, so dass die sich anschließenden Kapitel 4 und 5 mit den Sprachstörungen ‚Stottern’ bzw. ‚Lispeln’ spezieller befassen. Am Ende eines jeden speziellen Kapitels soll versucht werden, Anregungen und Tipps zur Hilfestellung bei der Sprachförderung von Kindern und Jugendlichen zu geben. Letztendlich erhoffen wir uns mit der vorliegenden Broschüre, dass Sie (als Zielgruppe) am Ende ein erstes Wissen und erste Kenntnisse über Sprachstörungen erwerben konnten, um ggf. rechtzeitig solche zu erkennen, mit fachlicher Hilfe zu entscheiden, ob es sich um eine Störung handelt, bei der eine individuelle Behandlung des Kindes notwendig wird, und eine (gezielte) Sprachförderung in Gang setzen zu können.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Kindliche Sprachentwicklung – Grundlagen

3 Sprachstörungen im Überblick

4 Stottern

4.1 Definitionen, Merkmale und begriffliche Abgrenzungen des Stotterns

4.2 Erscheinungsformen sowie Symptome des Stotterns

4.3 Aspekte zur Epizootiologie des Stotterns

4.4 Hinweise für Erzieher und Lehrer im Umgang mit stotternden Kindern

5 Sigmatismus

5.1 Wesen von Sigmatismen

5.2 Übersicht der Arten von Sigmatismen

5.2.1 Psychisch bedingte Sigmatismen

5.3 Schlussfolgerungen aus pädagogischer Sicht

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit dient als Informationsbroschüre für Eltern, Familienangehörige, Schüler und Studenten, um ein grundlegendes Verständnis für Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern und Jugendlichen zu schaffen. Ziel ist es, Wissen zur Prävention und Früherkennung zu vermitteln, um betroffene Kinder durch angemessene Förderung und fachliche Unterstützung in ihrer Entwicklung zu begleiten.

  • Grundlagen der kindlichen Sprachentwicklung
  • Systematik und Kategorisierung von Sprachstörungen
  • Symptomatik, Erscheinungsformen und Umgang mit Stottern
  • Arten und pädagogische Perspektiven bei Sigmatismus (Lispeln)
  • Handlungsempfehlungen für Erzieher und Lehrer

Auszug aus dem Buch

4.2 Erscheinungsformen sowie Symptome des Stotterns

Die äußeren Symptome unterliegen einer großen Variabilität. Die Schwere des Stotterns kann interindividuell von kaum wahrnehmbar bis zu extrem auffälligen Erscheinungen variieren. Man findet keine zwei Personen, die auf dieselbe Art und Weise stottern. Jede stotternde Person scheint ihr eigenes Repertoire an Stottersymptomen zu besitzen. Hinzu kommt, dass auch die Symptomatik einer einzelnen Person stark in der Schwere schwanken und sich im Laufe der Zeit verändern kann. Jede stotternde Person kennt „gute“ und „schlechte“ Tage (vgl. Natke, 2005, S. 16).

Einen Sonderfall stellen stotternde Personen dar, bei denen ein Laie nicht in der Lage ist, Stottern festzustellen. Das Stottern ist hier durch bestimmte Strategien in eine sozial akzeptablere Form umgewandelt worden. Diese Strategien können im Substituieren von Wörtern, im Umstellen von Sätzen oder im Einfügen von unbemerkten Pausen bestehen (vgl. Bindel, 1987, S. 3-4).

Während die meisten Autoren (vgl. Becker & Wlassowa, 1988, S. 104-112; Homburg & Teumer, 1989, S. 121; Johannsen, 2003, S. 151-152; Mannhard & Scheib, 2005, S. 71-74; Scherer, 1995, S. 13-16; Stengel, v. der Hude & Meiwald, 1997, S. 39; Wendlandt, 1992, S. 255-256; Wirth, 1994, S. 505-508) die Symptome des Stotterns sehr unstrukturiert, oberflächlich und/oder unvollständig präsentieren, liefert Natke (2005) die am besten strukturierte und ausführlichste Darstellung der Symptome des Stotterns (vgl. S. 16-25). Auch Bindel (1987) bietet vergleichbare Erkenntnisse zur Stottersymptomatik an (vgl. S. 3-5).

Demnach werden äußere und innere Symptome des Stotterns unterschieden. Die äußeren Symptome bestehen aus unmittelbar von der Umwelt hör- bzw. sichtbaren Kennzeichen. Die inneren Symptome dagegen bezeichnen Gefühle und Einstellungen des Stotternden.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung verdeutlicht die Relevanz sprachlicher Kompetenzen für die gesellschaftliche Integration und erläutert die Zielsetzung der vorliegenden Broschüre als Hilfestellung zur Früherkennung.

2 Kindliche Sprachentwicklung – Grundlagen: Dieses Kapitel beschreibt den Prozess der Sprachentwicklung anhand der Metapher des „Sprachbaums“ und betont die Bedeutung förderlicher Rahmenbedingungen durch das soziale Umfeld.

3 Sprachstörungen im Überblick: Hier werden Beeinträchtigungen der Sprachentwicklung definiert und eine systemische Einteilung der Störungsbilder vorgenommen, um die Grundlage für die spezifischen Kapitel zu schaffen.

4 Stottern: Dieser Abschnitt behandelt die Definitionen, Symptome und Erscheinungsformen des Stotterns und gibt wertvolle Hinweise für den pädagogischen Umgang mit betroffenen Kindern.

5 Sigmatismus: Das Kapitel erläutert die verschiedenen Arten des Sigmatismus, geht auf organische sowie psychische Ursachen ein und formuliert pädagogische Schlussfolgerungen für den Schulalltag.

Schlüsselwörter

Sprachentwicklung, Sprachstörungen, Stottern, Sigmatismus, Lispeln, Sprachförderung, Frühdiagnostik, pädagogische Hilfestellung, Artikulation, Kommunikation, Redefluss, Lautbildung, Sprachheilpädagogik, Prävention, Schulalltag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit bietet eine informative Übersicht über Sprach- und Sprechstörungen bei Kindern und Jugendlichen, um Eltern, Lehrern und Interessierten ein Basiswissen zur Verfügung zu stellen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder sind die kindliche Sprachentwicklung, die Differenzierung verschiedener Störungsbilder sowie spezifische Informationen zu Stottern und Sigmatismus.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist die Vermittlung von Grundlagenwissen, das dazu beitragen soll, Sprachstörungen rechtzeitig zu erkennen und eine angemessene Sprachförderung einzuleiten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Aufarbeitung und Zusammenfassung des aktuellen fachwissenschaftlichen Kenntnisstandes aus der Pädagogik und Psychologie.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in Grundlagen der Sprachentwicklung, einen allgemeinen Überblick über Sprachstörungen sowie die vertiefende Analyse der Phänomene Stottern und Sigmatismus.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Sprachentwicklung, Stottern, Lispeln (Sigmatismus), Sprachförderung und pädagogische Intervention beschreiben.

Warum wird Stottern als ein Problem des Sprechbeginns bezeichnet?

Wie im Kapitel 4 beschrieben, liegt beim Stottern das Kernverhalten meist bei Repetitionen, Prolongationen oder Blocks, die vorwiegend am Wortanfang auftreten.

Welche Rolle spielt die Psyche bei Sigmatismen?

Wie in Kapitel 5.2.1 aufgezeigt, können psychische Faktoren bei ansonsten organisch bedingten Störungen das Ausbrechen oder die Verstärkung von Sprachfehlern verursachen.

Warum sollte man bei stotternden Kindern nicht korrigierend eingreifen?

Korrigierende Anweisungen während des Sprechens wirken laut der Arbeit verunsichernd und können den Zeitdruck erhöhen, was die Sprechschwierigkeiten weiter verstärken kann.

Ende der Leseprobe aus 23 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Sprach- und Sprechschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen
Untertitel
Was? Welche? Wie? Eine Informationsbroschüre zu ausgewählten Sprachstörungen
Hochschule
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg  (Institut für Psychologie)
Veranstaltung
Hauptseminar: Besonderheiten im pädagogischen Feld – Lern- und Verhaltensschwierigkeiten
Note
1,7
Autoren
André Lach (Autor:in), Nils Freund (Autor:in), Thomas Lemme (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
23
Katalognummer
V124348
ISBN (eBook)
9783640293483
ISBN (Buch)
9783640293728
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Sprach- Sprechschwierigkeiten Kindern Jugendlichen Hauptseminar Besonderheiten Feld Lern- Verhaltensschwierigkeiten
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
André Lach (Autor:in), Nils Freund (Autor:in), Thomas Lemme (Autor:in), 2008, Sprach- und Sprechschwierigkeiten bei Kindern und Jugendlichen , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/124348
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Leseprobe aus  23  Seiten
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