Der erläuterte Sachverhalt orientiert sich an der folgenden Fragestellung, die in der bevorstehenden Arbeit untersucht werden soll: Inwieweit haben sich die Grundwerte der heutigen Jugend, im Vergleich zu den 1970er Jahren verändert? Das Ziel ist es, die Interpretierung von grundlegenden und wissenschaftlichen Daten in die darauffolgende objektive Auswertung zu integrieren.
Mittlerweile kennen sogar junge Erwachsene den Gedanken, dass die Jugend von heute anders ist als sie selbst waren. Respektloser, oberflächlicher und mit weniger Prinzipien. Werte und deren Veränderungen sind ein eigenständiges, wissenschaftliches Gebiet. Es gibt auch Untersuchungen, die feststellen, wie sich die Werte in unserer Gesellschaft entwickeln. Um den Begriff "Werte" genauer zu verstehen, definiert die Wissenschaft den Begriff durch Vorstellungen, die auf lange Sicht erstrebenswert sind. Außerdem müssen Werte stabil sein, sodass sich Menschen im Notfall für die Werte und gegen eigene Vorteile entscheiden würden. Bereits zu Anfang der 70er Jahre wurde der Wertewandel im soziokulturellen europäischen Bereich mit dem allgemeinen Wandel als Werteorientierung in der Gesellschaft in Verbindung gebracht. Jedoch ist die bedeutendste Problemlage nicht seine Existenz, sondern vielmehr die aktuelle Herangehensweise, die darauffolgende Aufnahme, sowie die Interpretation und Umsetzung in das Verhalten der Jugendlichen. Junge Menschen erleben in dem Alter von 11 bis 15 Jahren die wichtigsten prägenden Ereignisse, in denen Einflüsse von außerhalb zum ersten Mal am intensivsten wahrgenommen werden können,
Inhaltsübersicht
1. Einleitung
1.1 Zielgerichtete Fragestellung
2. Grundorientierungen des Wertewandels
2.1 Utopischer Optimismus nach Ronald Inglehart
2.2 Moralisierender Pessimismus nach Elisabeth Noelle-Neumann
2.2.1 Das geringe Engagement in der Religion
2.2.2 Der Einfluss von Erziehung
2.2.3 Der Bedeutungsverlust von traditionellen Tugenden
2.2.4 Freizeitorientierung und bürgerliche Leistungsm
2.2.5 Abnahme vom Gemeinschaftssinn
2.3 Kritischer Realismus nach Helmut Klages
2.3.1 Die Traditionalisten
2.3.2 Die Resignierten
2.3.3 Die Idealisten
2.3.4 Die Hedonisten
2.3.5 Die aktiven Realisten
3. Auswertung der Ergebnisse
3.1 Problemanalyse
3.1.1 Abnahme von Selbstständigkeit
3.1.2 Zunahme von Leistungsorientierung
3.1.3 Der Umgang mit dem Wertewandel
4. Fazit
Zielsetzung & Forschungsthemen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Wandel der Grundwerte bei der heutigen Jugend im direkten Vergleich zu den Werten der 1970er Jahre. Ziel ist es, auf Basis wissenschaftlicher Daten zu analysieren, wie sich die Werteorientierung verändert hat und welche gesellschaftlichen Faktoren diesen Prozess maßgeblich beeinflusst haben.
- Analyse konträrer Ansätze der Wertewandelforschung
- Vergleichende Untersuchung generationeller Wertestrukturen
- Einfluss von Erziehungsstilen auf die Jugendlichen
- Die Rolle von Digitalisierung und sozialen Medien bei der Wertebildung
- Typisierung von Charaktergruppen im Kontext des modernen Wertewandels
Auszug aus dem Buch
2.2.1 Das geringe Engagement in der Religion
Anhand der aktuellen Quelle Deutschlands, am Beispiel der evangelischen Zugehörigkeit, wird deutlich, dass vom Jahr 2011 bis 2016 keine beständige Zahl der Konfirmierten vorzufinden ist. Vielmehr wird innerhalb der 5 Jahre ein Rückgang der Konfirmierten festgestellt, der sich um 23% handelt. Begründet sieht Ilg den verträglichen Nachlass der Konfirmierten viel mehr in dem Rückgang der bereits fallenden Zahlen der 14-jährigen Evangelisten (Ilg, 2018, S. 42). Nach Ilg werde das demografische Problem der evangelischen Kirche nicht mehr weit entfernt sein, welches mit Risiken für die Kirche verbunden ist. Zu beobachten sei das Ganze in ländlichen Gegenden, bei denen eine Gruppengröße gemäß den Vorgaben nur durch übergreifende Zusammenarbeit mit anderen Gemeinden zustande kommt. Viel zu selten werden zu diesem Zeitpunkt diese Anliegen bei den Kirchenleitungen diskutiert (2018, S. 43). Der Übergang von der Konfessionslosigkeit zur Kirchlichkeit gestaltet sich auch nur, indem kirchliches Handeln ausreichend hinterfragt wird und entsprechend für die Jugendlichen konzipiert wird. Diese Aufgabe richtet sich teilweise an die Arbeit mit Konfirmand:innen, die erst recht keine familiären Konfessionshintergründe beziehen, denn in ihrem jungen Alter wird das Thema Zugehörigkeit aus der Entwicklungspsychologischen Sicht immer wichtiger (Keuchen, 2021, S. 96). Anders, bei bereits religiösen Interessent:innen, fällt die Entscheidung zur religiösen Dazugehörigkeit durch ein Familienmitglied, das bereits konfirmiert worden ist, leichter, da es sich um direkte Ansprechpartner: innen handelt, die ihre Ansichten weitergeben und im Zuge dessen andere Menschen beeinflussen können (2021, S. 97). Es wurden laut einer Umfrage Daten vom Sinus Institut ausgewertet und auch die Ergebnisse aus Deutschland komplettiert. Nur 20 Prozent geben an, sie wären nicht glücklich, wenn sie nicht an Gott glauben würden. Das Vertrauen in religiöse Institutionen war unter allen befragten Institutionen am geringsten. 83 Prozent vertrauen ihnen wenig oder gar nicht (Weber, 2019).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Einführung in das Thema Wertewandel und Darlegung der zentralen Fragestellung bezüglich der Entwicklung jugendlicher Werte seit den 1970er Jahren.
2. Grundorientierungen des Wertewandels: Darstellung und Diskussion der drei theoretischen Ansätze von Ronald Inglehart, Elisabeth Noelle-Neumann und Helmut Klages inklusive ihrer jeweiligen Schwerpunkte.
3. Auswertung der Ergebnisse: Synthese der theoretischen Erkenntnisse mit Fokus auf Problemanalysen sowie einer detaillierten Betrachtung zu Selbstständigkeit und Leistungsorientierung der heutigen Generation.
4. Fazit: Zusammenfassende Einschätzung der Werteentwicklung bei der Generation Z unter Berücksichtigung von elterlicher Erziehung und digitaler Prägung.
Schlüsselwörter
Wertewandel, Jugendforschung, Generation Z, Werteorientierung, Postmaterialismus, Risikogesellschaft, Erziehungsstil, Tradition, Selbstentfaltung, Leistungsorientierung, Digitalisierung, Gemeinschaftssinn, Traditionalisten, Hedonismus, Religion
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit beschäftigt sich mit der wissenschaftlichen Untersuchung des Wertewandels bei jungen Menschen und vergleicht dabei die Wertehaltung von Jugendlichen heute mit der Generation der 1970er Jahre.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zu den Kernbereichen gehören die verschiedenen soziologischen Theorien des Wertewandels, der Einfluss der Erziehung, die Bedeutung von Religion und Gemeinschaft sowie die Auswirkung digitaler Medien auf die Entwicklung des modernen Individuums.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die objektive Einordnung und Auswertung wissenschaftlicher Daten, um die Veränderung von Grundwerten bei der heutigen Jugend im Vergleich zu früheren Jahrzehnten präzise darzustellen.
Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?
Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse und vergleicht drei etablierte wissenschaftliche Grundorientierungen (Inglehart, Noelle-Neumann, Klages), um darauf aufbauend eine eigene strukturierte Analyse zu erstellen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil werden die Theorien der drei Experten detailliert vorgestellt, wobei auf spezifische Aspekte wie Religionsengagement, Erziehungseinflüsse, den Verlust traditioneller Tugenden und verschiedene Personentypisierungen eingegangen wird.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Wertewandel, Generation Z, Risikogesellschaft, Postmaterialismus, Sozialisation und individuelle Werteorientierung.
Warum wird die „Generation Z“ in der Arbeit als Risikogesellschaft bezeichnet?
Diese Zuschreibung basiert auf den Thesen von Elisabeth Noelle-Neumann, die bei der heutigen Jugend eine signifikante Zunahme an individueller Leistungsorientierung bei gleichzeitigem Verlust an Pflichtbewusstsein und Gemeinschaftssinn kritisch beobachtet.
Welchen Einfluss haben soziale Medien laut der Untersuchung?
Soziale Medien verdrängen laut den Ergebnissen klassische soziale Bindungen, führen zu einem Anstieg von individuellem Leistungsdruck und begünstigen innerhalb der Jugendlichen eine „Jeder-für-sich-Mentalität“.
Welche Rolle spielt die „Generation X“ für das Verhalten der heutigen Jugend?
Die Arbeit stellt heraus, dass die Eltern der heutigen Jugendlichen (Generation X) einen maßgeblichen Erziehungseinfluss ausüben, der durch eine permissive Erziehungshaltung die Selbstständigkeit der Kinder teils eher hemmt als fördert.
- Arbeit zitieren
- Anonym (Autor:in), 2022, Wertewandel der Jugend. Die Bedeutung von Werteorientierung heute im Vergleich zu den 1970er Jahren, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1243091