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Die Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg

Titel: Die Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg

Hausarbeit (Hauptseminar) , 2008 , 31 Seiten , Note: 1

Autor:in: Christopher Späth (Autor:in)

Germanistik - Ältere Deutsche Literatur, Mediävistik

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der mittelalterlichen Literatur existieren zwei Fortsetzungen von Gottfried von Straßburgs „Tristan“. Zunächst Ulrich von Türheims „Tristan“, den er vermutlich zwischen 1230 und 1235 dichtete, und Heinrich von Freibergs Werk „Tristan und Isolde“ , das zwischen 1273 und 1278 datiert ist. Beide Fortsetzungen reichen jedoch weder sprachlich noch konzeptionell an die Qualität von Gottfrieds Werk heran. Den Autoren wird daher wenig Wertschätzung entgegen gebracht, weshalb die Forschung die beiden Fortsetzungen eher vernachlässigt hat und somit sehr überschaubar ist.
Es muss jedoch berücksichtigt werden, dass zumindest bei Ulrich, der als Vorlage auf den „Tristrant“ von Eilhart von Oberge zurückgriff, die Intention zur Fortsetzung von außen gegeben wurde. Er handelte im Auftrag des Schenks Konrad von Winterstetten.

sît ez alsus nû ist komen,
daz in [Gottfried] der tôt hât hin genomen,
sô hân ich mich genomen an,
als ich aller beste kann,
daz ich diz buoch biz an sîn zil
mit sprüchen vollebringen will.
des hât mit vlîze mich gebeten
Kuonrât der schenke von Winterstetten (U. v. 19ff.)

Es ist der Tod Gottfrieds, der Ulrich dazu veranlasst, sich an eine Fortset-zung des Torsos zu wagen. Die Formulierung Ulrichs (U v. 23ff.) ist weit von einer Demutsbekundung vor Gottfried entfernt und Ulrich scheint ein eigenes Verständnis von Gottfrieds „Tristan“ gehabt zu haben, wie Meissburger in seiner Dissertation 1954 nachweisen konnte.
Die zweite Fortsetzung von Gottfrieds Tristan-Torso verfasste Heinrich von Freiberg. Seine Quellen waren neben Eilhart von Oberge auch die Fortsetzung Ulrich von Türheims und auch die Fortsetzung Heinrichs ist ein Auftragswerk.

in Behemlant ist er geborn,
dem ich diz senecliche mer
mit innecliches herzen ger
vol tichten und vol bringen sol.
…
von Luchtenburg ist er genant.
sin nam in eren ist bekannt
und er ist genant Reymunt. (H. v. 62ff.)

Heinrichs Dichtung ist mit 6890 Versen wesentlich umfangreicher als jene Ulrichs, die nur 3731 Verse aufweist. Eindeutige Versuche, eine ausschweifendere und sprachlich mehr durchdachte Fortsetzung zu schaffen, die sich Gottfried zum Vorbild nimmt, sind auszumachen. [...]

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Die Ehe in der mittelalterlichen Feudalgesellschaft

III. Die Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg

III.1. Werbung

III.2. Hochzeit und Ehevollzug

IV. Die Bewertung von Gottfrieds Minnekonzeption der außer ehelichen Liebe

V. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die unterschiedliche Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg. Dabei wird analysiert, wie beide Autoren das Verhältnis zwischen Tristan und Isolde Weißhand darstellen, welche moralischen und theologischen Voraussetzungen ihre Bewertung beeinflussen und inwieweit sie sich dabei von Gottfried von Straßburgs Minnekonzeption distanzieren oder diese durch zeitgenössische christliche Moralvorstellungen ersetzen.

  • Die Funktion der Ehe in der mittelalterlichen Feudalgesellschaft und der Einfluss der Kirche.
  • Vergleichende Analyse der Brautwerbung und Hochzeitszeremonien bei Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg.
  • Die Darstellung des Ehevollzugs und die Bedeutung des Konsensprinzips.
  • Kritische Auseinandersetzung mit der außerehelichen Liebe und deren Bewertung als Sünde gegenüber der Gottesliebe.
  • Der Einfluss des gesellschaftlichen Wandels auf die literarische Gestaltung des Tristanstoffs.

Auszug aus dem Buch

III.1. Werbung

In Ulrichs Fortsetzung ist Tristan auf sein Seelenheil bedacht. Sein zweifelsfrei ehebrecherisches Verhältnis zur irischen Isolde gibt er reumütig auf, um sich ganz auf Isolde Weißhand aus Arundel zu konzentrieren und damit seine Ehre und sein Seelenheil zu retten. Die Annäherung an Isolde aus Arundel erfolgt nicht kühl berechnend wie noch bei Gottfried, Tristan folgt bei Ulrich vielmehr dem Rat seines Herzens, wodurch die Entscheidung für Isolde Weißhand nachträglich gerechtfertigt werden soll.

,herze, sît dez ist dîn rât, ich will Ysôte vliehen und mich ze Ysôten ziehen – ich meine die wîzgehanden; Ysôt aus Yrlanden muoz nû sîn mînes herzen gast. diu Minne hâz ir swaeren last ûf mich geleit vil mangeg stunt.‘ (U. v. 58ff.)

Tristan äußert gegenüber Kädin den Wunsch, sich mit Isolde-Weißhand am Hof von Kädins Eltern niederzulassen. Bei Ulrich wird Isolde Weißhand als Lohn dargestellt, von Tristan erworben durch seine Hilfe bei der Verteidigung des Herzogtums Arundel. Es ist jedoch nicht Tristan, der diesen Lohn einfordert, sondern Kädin, der diese Streithilfe als Argument für die Rechtmäßigkeit von Tristans Werben ansieht und seinen Eltern vorträgt:

nû suln wir in genizieze lân, daz er uns wol gedienet heit und durch ritterlîchen streit, âhî! wan hât nirgen ritterschaft ane prîse alsô grôze kraft als diu Tristandes hât. (U, v. 130ff)

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel stellt die beiden Fortsetzungen des Tristan-Stoffs vor und skizziert die Fragestellung bezüglich der Ehekonzeption und der moralisch-theologischen Bewertung durch die Autoren.

II. Die Ehe in der mittelalterlichen Feudalgesellschaft: Hier wird der historische Kontext der Ehe als weltlicher Akt und der zunehmende Einfluss der Kirche auf Eheschließung und Konsensprinzip erläutert.

III. Die Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg: Dieses zentrale Kapitel vergleicht detailliert die Darstellung von Werbung, Hochzeit und Ehevollzug in beiden Werken.

III.1. Werbung: Analysiert wird die Motivation der Protagonisten bei der Partnerwahl und der Einfluss von Familieninteressen versus persönlicher Entscheidung.

III.2. Hochzeit und Ehevollzug: Beleuchtet werden die rituellen Unterschiede bei der Hochzeit sowie das Scheitern des Ehevollzugs aufgrund von Tristans Bindung an die blonde Isolde.

IV. Die Bewertung von Gottfrieds Minnekonzeption der außer ehelichen Liebe: Untersuchung der moralischen Distanzierung der Autoren von Gottfrieds idealisierter, außerehelicher Liebe zugunsten christlicher Normen.

V. Zusammenfassung: Abschließende Betrachtung, wie beide Fortsetzer den Tristan-Stoff in eine moralisierende, christlich geprägte Erzähltradition einbinden.

Schlüsselwörter

Tristan, Isolde Weißhand, Ehekonzeption, Ulrich von Türheim, Heinrich von Freiberg, Mittelalterliche Literatur, Minne, Ehe, Kirchenrecht, Konsensprinzip, Feudalgesellschaft, Seelenheil, Gottesliebe, Ehevollzug, Tristan-Fortsetzungen

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert und vergleicht die Konzepte von Ehe und Liebe in den literarischen Fortsetzungen des Tristan-Stoffs von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen die christlichen Moralvorstellungen des 13. Jahrhunderts, der Einfluss der Kirche auf das Eherecht und der Kontrast zwischen der höfischen Minneauffassung Gottfrieds von Straßburg und der moralisierenden Sicht der Fortsetzer.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es aufzuzeigen, wie Ulrich und Heinrich die Ehe als gesellschaftliche Institution darstellen und inwiefern sie sich durch die Betonung von christlicher Ehepflicht und Gottesliebe vom ursprünglichen Tristan-Ideal abgrenzen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine literaturwissenschaftliche Analyse und ein komparativer Vergleich der beiden Texte unter Einbeziehung des historischen Kontextes zur Ehepraxis im Mittelalter durchgeführt.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Analyse der Heiratsanbahnung (Werbung), der zeremoniellen Hochzeitsgestaltung, des Scheiterns des Ehevollzugs und der expliziten Bewertung der außerehelichen Liebe als Sünde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind unter anderem Tristan, Ehekonzeption, Minne, Konsensprinzip, christliche Moral, Seelenheil und die beiden Autoren Ulrich von Türheim sowie Heinrich von Freiberg.

Wie unterscheiden sich die Hochzeitsdarstellungen bei Ulrich und Heinrich?

Bei Ulrich von Türheim fehlt fast jedes kirchliche Zeremoniell, während Heinrich von Freiberg die Hochzeit als formellen Akt unter Beteiligung der Kirche und mit Segen durch einen Bischof darstellt.

Warum scheitert Tristan in der Hochzeitsnacht?

Sein Scheitern ist in beiden Werken auf die anhaltende Liebe zur irischen Isolde zurückzuführen, wobei Ulrich dies auf einen überirdischen Minnetrank zurückführt, während Heinrich die Erinnerung und Tristans bewusste Entscheidung als Ursache nennt.

Ende der Leseprobe aus 31 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Die Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg
Hochschule
Ludwig-Maximilians-Universität München  (Institut für deutsche Philologie – Germanistische Mediävistik)
Veranstaltung
Hauptseminar: Tristan
Note
1
Autor
Christopher Späth (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2008
Seiten
31
Katalognummer
V123916
ISBN (eBook)
9783640281862
ISBN (Buch)
9783640284702
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Ehekonzeption Tristan-Fortsetzungen Ulrich Türheim Heinrich Freiberg Hauptseminar Tristan
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Christopher Späth (Autor:in), 2008, Die Ehekonzeption in den Tristan-Fortsetzungen von Ulrich von Türheim und Heinrich von Freiberg, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/123916
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  31  Seiten
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