Ziel der Hausarbeit ist es, die Rolle des Entlassungsmanagements im Zusammenhang mit der Versorgungslandschaft und in Hinsicht auf die Senkung der Wiederweinweisungsrate in Krankenhäuser anhand wissenschaftlich fundierter Literatur aufzuzeigen.
Das Entlassungsmanagement im Gesundheitswesen handelt unter anderem von Entlassungen von PatientInnen, welche vorher meistens im stationären Bereich versorgt wurden. Hierbei soll die Patientenversorgung beispielsweise nach einer Entlassung aus dem Krankenhaus gewährleistet werden, da hilfsbedürftige Personen ansonsten auf sich selbst gestellt sind und mit der eigenen Versorgungssituation überfordert werden. Hierbei werden mehrere Schritte eingeleitet, um diverse Möglichkeiten bezüglich der Bewältigung der Versorgung nach einer potentiellen Entlassung aufzustellen. Häufig beginnt das Entlassungsmanagement bereits im Rahmen der Pflegeanamnese, indem die bisherige Versorgung der PatientInnen und deren Hilfsbedürftigkeit eruiert wird. Falls die Einschätzung ergibt, dass der/die Patient/In nach der Entlassung weitere Hilfestellung bezüglich der Versorgung benötigt, wird das pflegerische Entlassungsmanagement zur Beratung der PatientInnen herangezogen. Im Rahmen von mehreren Beratungsgesprächen können diese eine Unterstützung in zahlreichen Bereichen erhalten, wie zum Beispiel bei der Antragstellung von Leistungen durch die Pflegeversicherung. Hierbei muss vor Augen geführt werden, dass das Phänomen des Entlassungsmanagements nicht ausschließlich PatientInnen betrifft sondern auch oftmals deren Angehörige davon betroffen sind.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Hauptteil / Ergebnisse
2.1 Aufgaben des Entlassungsmanagements
2.2 Beispiele für das Entlassungsmanagement
2.3 Problemfelder des Entlassungsmanagements
2.4 Einfluss auf die Versorgungslandschaft
2.5 Zukunftsperspektiven
2.6 Persönliche Reflexion
3 Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle des Entlassungsmanagements im Gesundheitswesen, insbesondere im Hinblick auf eine funktionierende Versorgungslandschaft. Ein zentrales Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch ein effektives Entlassungsmanagement die schnittstellenübergreifende Versorgung verbessert und die Rate von Krankenhaus-Wiedereinweisungen gesenkt werden kann.
- Methoden und Aufgaben des Entlassungsmanagements
- Bewältigung von Schnittstellenproblematiken im Übergang
- Einfluss von Gesundheitskompetenz und Patienteninformation
- Zukunftsperspektiven vor dem Hintergrund des demografischen Wandels
- Interdisziplinäre Zusammenarbeit als Schlüsselfaktor
Auszug aus dem Buch
2.3 Problemfelder des Entlassungsmanagements
Im Rahmen des Entlassungsmanagements treten selbstverständlich auch herausfordernde Aspekte, welche die Planung der weiteren Versorgung erschweren, auf. Als ein Problem kann hierbei die Kommunikation zwischen den verschiedenen Parteien angegeben werden. Kommunikationsfehler zwischen dem Gesundheitspersonal und den Patienten/Innen führen oftmals dazu, dass der Prozess der Entlassung komplexer wird. Häufig werden Patienten/Innen zu schnell entlassen. Die Rahmenbedingungen für die weitere Versorgung, die vereinbart und organisiert werden sollen, werden in dieser kurzen Zeit aufgrund der überraschenden Entlassungssituation lückenhaft geplant. Die Betroffenen erhalten in diesem Fall entweder zu viele Informationen auf einmal oder zu wenig Informationen. Informationen wie Krankheitsbild und -verlauf und die dazu passenden Betreuung sind hiervon besonders betroffen. Beide Fälle führen dazu, dass diese schlussendlich überfordert sind. Darunter leiden die Patienten/Innen in deren weiteren Versorgung, was wiederum zu einer Wiedereinweisung in gesundheitsbezogene Einrichtungen führen kann. Die Kommunikation mit den Anbietern/Innen der jeweiligen Versorgungsform kann ebenfalls Lücken aufweisen. Dabei ist oftmals die Kommunikation zwischen diesen Diensten und dem Krankenhauspersonal nicht ausreichend, da Daten wie Entlassungstermin und die Notwendigkeit der Absprache weiterer Maßnahmen außen vorgelassen werden (Posch, 2010, S. 25).
Als ein weiteres Problemfeld des Entlassungsmanagements kann die Schnittstellenproblematik angegeben werden (Posch, 2010, S. 25). „Unter einer Schnittstelle wird der Übergang in eine andere Versorgungsform oder die Übergabe an eine weitere Berufsgruppe verstanden. Probleme in diesem Bereich sind vor allem Informationsverluste, die durch mangelnde Kommunikation oder Kooperation der Beteiligten entstehen können, aber auch die Gefahr, dass Informationen nicht weitergegeben werden, weil sie als unwichtig oder bekannt vorausgesetzt werden, besteht“ (Posch, 2010, S. 25f). Die Schnittstelle zwischen der gesundheitsbezogenen Einrichtung in welcher die Patienten/Innen versorgt werden und dem ambulanten Setting sind hierbei öfter davon betroffen. Absprache des Medikationsplanes nach der Entlassung sowie finanzielle Aufwendungen sind in diesem Zusammenhang beispielsweise Faktoren, welche nicht ausreichend thematisiert werden und dadurch Schwierigkeiten in der weiteren Versorgung darstellen (Vogt, 2021, S. 5).
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Bedeutung des Entlassungsmanagements für die patientenorientierte Versorgung ein und definiert die zentrale Fragestellung der Projektarbeit.
2 Hauptteil / Ergebnisse: Dieser Teil analysiert die Aufgaben, Beispiele, Problemfelder, den Einfluss auf die Versorgungslandschaft sowie zukünftige Herausforderungen des Entlassungsmanagements und integriert eine persönliche Reflexion des Autors.
2.1 Aufgaben des Entlassungsmanagements: Der Abschnitt erläutert die verschiedenen Beratungs- und Informationsbedarfe, die bei der Vorbereitung einer Entlassung durch das Entlassungsmanagement abgedeckt werden.
2.2 Beispiele für das Entlassungsmanagement: Hier werden anhand von Long-COVID-Patienten und chronisch erkrankten Personen die praktische Anwendung und Bedeutung des Entlassungsmanagements veranschaulicht.
2.3 Problemfelder des Entlassungsmanagements: Dieses Kapitel thematisiert Kommunikationsbarrieren, Schnittstellenproblematiken und die Herausforderung durch komplexe Versorgungsstrukturen als Ursachen für Rehospitalisierungen.
2.4 Einfluss auf die Versorgungslandschaft: Der Text beschreibt, wie unzureichende Entlassungsplanung und mangelnde Gesundheitskompetenz der Patienten die Effektivität des gesamten Gesundheitssystems belasten.
2.5 Zukunftsperspektiven: Dieses Kapitel beleuchtet, wie demografischer Wandel und Fachkräftemangel die Anforderungen an ein zukünftiges Entlassungsmanagement weiter verschärfen werden.
2.6 Persönliche Reflexion: Der Autor reflektiert als diplomierter Gesundheits- und Krankenpfleger seine Erfahrungen mit der Versorgungsproblematik im Krankenhausalltag.
3 Zusammenfassung der Ergebnisse und Fazit: Das Fazit fasst die Arbeit zusammen und betont die Notwendigkeit zukünftiger Strategien zur Bewältigung der identifizierten Problemfelder.
Schlüsselwörter
Entlassungsmanagement, Gesundheitswesen, Versorgungslandschaft, Wiedereinweisungsrate, Krankenhaus, Pflegeüberleitung, Schnittstellenmanagement, Patientenberatung, Multimorbidität, Gesundheitskompetenz, Versorgungsqualität, stationäre Versorgung, ambulante Pflege, interdisziplinäre Zusammenarbeit, Demografischer Wandel.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Projektarbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der zentralen Rolle des Entlassungsmanagements in stationären Gesundheitseinrichtungen und dessen Bedeutung für die Qualitätssicherung der Patientenversorgung nach der Entlassung.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die Arbeit behandelt die Aufgaben des Entlassungsmanagements, die Bewältigung von Schnittstellenproblematiken, den Einfluss von Patienten-Informationsdefiziten sowie zukünftige Herausforderungen durch den demografischen Wandel.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch ein qualitativ hochwertiges Entlassungsmanagement die fachübergreifende Versorgung verbessert und unnötige Wiedereinweisungen in das Krankenhaus verhindert werden können.
Welche wissenschaftliche Methode verwendet die Arbeit?
Die Arbeit basiert auf einer wissenschaftlich fundierten Literaturrecherche und der Analyse von Theorieansätzen, ergänzt durch Fallbeispiele und die persönliche klinische Reflexion des Autors.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Kernprozesse der Entlassungsplanung, identifiziert Ursachen für Schnittstellenprobleme, diskutiert die Auswirkungen auf die Versorgungslandschaft und hinterfragt kritisch aktuelle Entwicklungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Entlassungsmanagement, Versorgungslandschaft, Schnittstellenproblematik, Wiedereinweisungsrate und Patientenaktivierung.
Welche Rolle spielt die Gesundheitskompetenz der Patienten laut Autor?
Eine mangelnde Gesundheitskompetenz wird als wesentlicher Faktor für Verständnisfehler und damit verbundene Rehospitalisierungen identifiziert, was die Notwendigkeit für eine bessere Informationsvermittlung unterstreicht.
Wie bewertet der Autor die Zukunft des Entlassungsmanagements?
Der Autor sieht aufgrund der alternden Gesellschaft und zunehmender Multimorbidität eine wachsende Bedeutung des Themas, fordert jedoch dringende strukturelle Verbesserungen, um steigenden Anforderungen gerecht zu werden.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2022, Die Rolle des Entlassungsmanagements in einer funktionierenden Versorgungslandschaft, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1234648