Da die Beschäftigung mit der Französischen Revolution im Ganzen den Rahmen einer Hauptseminararbeit um Weiten sprengen würde, geht diese Arbeit in ihrem Hauptteil ausschließlich auf die eingegrenzte Zeitspanne der jakobinischen Schreckensherrschaft, auch la Terreur genannt, ein. Als weiterer thematischer Schwerpunkt wird ein regionaler Aspekt gewählt: Hier soll nicht die Stadt Paris, die mit ihren Stadtteilen und Vororten gerne als Hauptaustragungsort gesehen wird, sondern die Provinz am Beispiel Straßburg im Vordergrund stehen. Auf die Idee, Straßburg als Spezialisierung zu verwenden, kam ich über Anregungen meines Seminarleiters, der mich im Hinblick auf ein Hausarbeitsthema beraten hat. Die Fragen wie der Terror nach Straßburg gelangte, von wem er vertreten wurde und welche Auswirkungen er dort hatte, sollen im Folgenden möglichst genau dargestellt werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
1.1 Definition la terreur
1.2 Forschungsstand
2. Regionale Begrenzung auf Straßburg
2.1 Gründung der Verfassungsfreunde
2.1.1 Probleme der Verfassungsfreunde
2.2 Der Weg in die Terreur
2.3 Hauptphase der Terreur
2.4 Ende der Terreur
3. Schluß
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Schreckensherrschaft während der Französischen Revolution, wobei der Fokus gezielt von den Ereignissen in Paris auf die regionalen Entwicklungen in der Grenzstadt Straßburg verlagert wird. Ziel ist es, die Radikalisierungsprozesse, die Entstehung von Feindbildern und das komplexe Zusammenspiel zwischen zentralen Vorgaben aus Paris und lokalen Gegebenheiten in Straßburg zu analysieren.
- Die Definition und zeitliche Einordnung der "Terreur".
- Die Rolle des Straßburger Jakobinerclubs als Akteur der Radikalisierung.
- Der Einfluss von konfessionellen Konflikten und sprachlicher Vielfalt auf die politische Stimmung.
- Die Auswirkungen der "Représentants du peuple" auf die lokale Verwaltung und Autonomie.
Auszug aus dem Buch
2.1 Die Gründung der Verfassungsfreunde
Die Vorgeschichte der Gründung des Jakobinerclubs liegt weitgehend im Dunkeln. Aber da sich die Mitglieder des Clubs als patriotes bezeichneten und es Überschneidungen in der Mitgliederliste mit den Teilnehmern der Reformbewegungen von 1789 gibt, liegt die Vermutung nahe, dass sich die patriotische Partei (parti patriotes) durch die Gründung der „Revolutionsgesellschaft“ ein Forum schaffen wollte, um ihre teilweise erneuerte Politik fortzuführen. Der Club befand sich also zum Zeitpunkt seiner Gründung zwischen altem und neuem Regime. Die Patrioten konnten sich als Gewinner eines lokalen und revolutionären Konflikts fühlen, da der letzte Magistrat seine Macht verloren hatte und nur noch auf das Ende seiner Regierung wartete.
Am 15. Januar 1790 trafen sich dann gut vierzig Männer bei ihrem Straßburger Gastgeber, dem Commissaire de Guerre Barbier de Tinan um „eine Gesellschaft nach dem Vorbild der Pariser Société de la Révolution zu gründen“. Die zu bewältigenden Aufgaben sollten darin bestehen den Anschluss der Grenzstadt Straßburg an die Revolution beizubehalten, aber auch die Berücksichtigung der lokalen Bedingungen, „welche durch die position frontière und un grand nombre d’intérêts particuliers entstünden.“ Der erste Schritt des Jakobinerclubs in Straßburg war somit getan. Zweck dieser Gründung – Barbier de Tinan wurde sogleich als erster Präsident gewählt – sollte ein „über ganz Frankreich gespanntes Netz von Revolutionsgesellschaften sein“, dem besonders die Erziehung der Franzosen zu guten Bürgern am Herzen lag. So heißt es auch im Clubprotokoll vom 15. Januar 1790: „Il faut travailler à régénérer les moeurs publiques, sel appui certain des bonnes lois.“
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die historische Bedeutung der Französischen Revolution ein und begründet den Fokus auf die regionale Betrachtung der jakobinischen Schreckensherrschaft am Beispiel Straßburg.
2. Regionale Begrenzung auf Straßburg: Dieses Kapitel analysiert die Gründung und Entwicklung des Straßburger Jakobinerclubs sowie die Faktoren, die zur Radikalisierung und Etablierung des Terrors in der Grenzstadt führten.
3. Schluß: Der Schlussteil fasst zusammen, dass die Terrorherrschaft in Straßburg stark durch das Wechselspiel zwischen lokalen Entwicklungen und zentralen Einflüssen aus Paris geprägt war.
Schlüsselwörter
Französische Revolution, Terreur, Schreckensherrschaft, Straßburg, Jakobiner, Radikalisierung, Wohlfahrtsausschuss, Représentants du peuple, Konfessionskonflikt, Bilingualismus, Zivilverfassung, Eidverweigerer, Politische Exklusion, Mainzer Republik, Maximilien Robespierre.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der Schreckensherrschaft (Terreur) während der Französischen Revolution unter besonderer Berücksichtigung der regionalen Situation in Straßburg.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Zentral sind die Entstehung des Straßburger Jakobinerclubs, die Auswirkungen der Kirchen- und Sprachpolitik auf das gesellschaftliche Klima sowie die Rolle von aus Paris entsandten Volksvertretern.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die spezifischen Dynamiken der Radikalisierung in einer Grenzstadt zu beleuchten und zu klären, wie lokale Autonomie und zentralistische Ideologie interagierten.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Fachliteratur, zeitgenössischen Quellen wie Protokollen und Flugblättern sowie modernen historischen Untersuchungen basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit genau behandelt?
Der Hauptteil analysiert den Aufstieg der Jakobiner, die Verschärfung von Feindbildern (wie den Eidverweigerern), den Einfluss des Bilingualismus und die Implementierung von Terrorinstrumenten durch das Regime.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Radikalisierung, Terreur, Jakobiner, Straßburg und politische Ausgrenzung geprägt.
Welche Rolle spielte die Konfession bei der Radikalisierung in Straßburg?
Die religiöse Spaltung zwischen Protestanten und Katholiken, insbesondere nach der Zivilverfassung des Klerus, lieferte einen wesentlichen Nährboden für die Definition politischer Feindbilder.
Wie wirkten sich die aus Paris entsandten Repräsentanten auf die Stadt aus?
Sie fungierten als Katalysatoren des Terrors, indem sie in die lokale Autonomie eingriffen, die Stadtverwaltung säuberten und Institutionen zur Repression etablierten.
- Arbeit zitieren
- Eva Sailer (Autor:in), 2007, Der Weg in die Terreur , München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/123419