Zunächst bildet die vorliegende Arbeit das Spektrum nahezu sämtlicher für den professionellen Spielbetrieb im Profi-Fußball relevanten Versicherungsprodukte ab. Dies geschieht unter Einbezug des rechtlichten Kontextes sowie vor dem Hintergrund der Umwandlung zahlreicher Profi-Fußball-Clubs in Kapitalgesellschaften.
In einem weiteren empirischen Teil wird die Versicherbarkeit des sportlichen und wirtschaftlichen Risikos sowie deren Korrelation erörtert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
(A) GEGENSTAND DER ARBEIT / PROBLEMZUSAMMENHANG
(B) EINGRENZUNG DES THEMENKOMPLEXES / BEGRIFFSDEFINITIONEN
(C) HYPOTHESE / FRAGESTELLUNG
(D) RELEVANZ / BEARBEITUNGSINTENTION
(da) Wissenschaftliche Motivation
(db) Persönliche Motivation
(dc) Praktischer Nutzen
(E) FORSCHUNGSSTAND / EINORDNUNG DER EIGENEN ARBEIT
(F) AUFBAU DER ARBEIT
TEIL I: BESCHREIBUNG VEREINSRELEVANTER VERSICHERUNGSARTEN
1. SOZIALVERSICHERUNG
2. KRANKENVERSICHERUNG
3. UNFALLVERSICHERUNG
3.1 Die gesetzliche Unfallversicherung
3.2 Die private Unfallversicherung
3.2.1 Die Allgemeine Unfallversicherung (AUB-Deckung)
3.2.2 Die Sportinvaliditätsversicherung (AVB-Deckung)
4. BERUFSUNFÄHIGKEITSVERSICHERUNG
5. HAFTPFLICHTVERSICHERUNG
5.1 Grundlagen zur Haftpflichtversicherung
5.2 Vereins- Haftpflichtversicherung
5.3 Veranstalter-Haftpflichtversicherung
5.4 Umwelt- Haftpflichtversicherung
5.5 Produkt- Haftpflichtversicherung
5.6 Betriebs-Haftpflichtversicherung
5.7 Vermögensschaden- Haftpflichtversicherung
5.7.1 Errors and Omission Liability (E&O)
5.7.2 Directors` and Officers` Liability (D&O)
5.7.3 Employment Practices Liability (EPL)
5.7.4 Death and Disgrace Versicherung (D&D)
5.8 Vertrauensschadenversicherung
5.9 Kraftfahrzeug- Haftpflichtversicherung
6. SACHVERSICHERUNG
7. SONDERDECKUNG „PRIZE-INDEMNITY“
8. SONDERDECKUNG „SHORTFALL-GUARANTEE“
9. AUSFALLVERSICHERUNG
10. RECHTSSCHUTZVERSICHERUNG
11. SONDERDECKUNGEN „ENTFÜHRUNG“, „LÖSEGELDERPRESSUNG“, „ATTENTAT“ UND „TERROR“
12. VERSICHERUNGSSCHUTZ DER LANDESSPORTBÜNDE
TEIL II: BEURTEILUNG UND ZUKUNFTSPROGNOSEN HINSICHTLICH DER VEREINSRELEVANTEN VERSICHERUNGSARTEN
13. HYPOTHESE/N
14. METHODIK / OPERATIONALISIERUNG
14.1 Untersuchungsdesign
14.1.1 Forschungsansatz
14.1.2 Untersuchungsinstrument
14.1.3 Untersuchungsszenario
14.1.4 Untersuchungsverfahren
14.2 Untersuchungsobjekte / -subjekte
14.3 Untersuchungsauswertung
15. DARSTELLUNG UND INTERPRETATION DER ERGEBNISSE
15.1 „Frage 1“: Risikominderungspotential der Deckungskonzepte
15.2 „Frage 2“: Risikominderungspotential (zwei-dimensional)
15.3 „Frage 3“: Korrelation des sportlichen und wirtschaftlichen Risikos
15.4 „Frage 4“: Derzeitige Nachfrage
15.5 „Frage 5“: Zukünftige Nachfrage
15.6 „Frage 6“: Gründe für die zukünftige Nachfrage
16. HYPOTHESENDISKUSSION
17. ZUSAMMENFASSUNG UND AUSBLICK
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die Möglichkeiten und Grenzen des Risikomanagements für Profi-Fußball-Clubs in Deutschland, mit dem Ziel zu klären, inwieweit die Versicherungswirtschaft als Träger elementarer wirtschaftlicher Risiken fungiert.
- Analyse des Risikotransfers von Fußball-Clubs auf Versicherungsunternehmen.
- Unterscheidung und Definition sportlicher versus wirtschaftlicher Risiken im Profi-Sport.
- Empirische Untersuchung der Nachfrage nach verschiedenen Versicherungsprodukten.
- Evaluation von Deckungskonzepten und ihrer Eignung zur Risikominderung.
- Zukunftsbetrachtung der Rolle von Versicherungen im Sportmanagement.
Auszug aus dem Buch
3.1 Die gesetzliche Unfallversicherung
Analog zur Gestaltung der Krankenversicherung ist auch der Unfallversicherungsschutz in der BRD auf gesetzlicher sowie privater Basis möglich. Folgt man den Ausführungen von PETRA BELLEM (1991), so stellt die gesetzliche Unfallversicherung (GUV) ebenso wie die GKV als eigenständiger Zweig der Sozialversicherung eine Pflichtversicherung dar, deren gesetzliche Grundlagen durch das SGB VII definiert sind. GABRIELE BROCK (1995) unterscheidet bei der GUV zwei bedeutsame Prinzipien: a) soziales Schutzprinzip und b) Haftungsersetzungsprinzip. Das soziale Schutzprinzip beschreibt die Tatsache, dass die GUV insbesondere eine Versicherung zum Schutz des Arbeitnehmers darstellt, da sie dem Arbeitnehmer z.B. Ansprüche auf Leistungen einräumt, wenn den Arbeitgeber kein Verschulden trifft oder ein Unfall auf dem Weg zur oder von der Arbeit (Wegeunfall) eingetreten ist.
Das Haftungsersetzungsprinzip hingegen zielt auf die Ablösung des Arbeitgebers durch die GUV von dessen Pflicht zur Haftung ab, wenn ein Arbeitnehmer aufgrund eines durch den Arbeitgeber zu verantwortenden Verschuldens zu Schaden kommt (Arbeitsunfall oder Berufskrankheiten). Im Normalfall ergäbe sich eine Haftpflicht seitens des Arbeitgebers aus dem Arbeitsvertrag, die jedoch durch die Unfallversicherung abgedeckt wird. Dies ist auch der Grund, warum HUBERT HOLTHAUSEN ET AL. (2002) der GUV innerhalb der Sozialversicherung einen Sonderstatus beimessen, da sie nicht nur eine Versicherung gegen bestimmte Unfall- und Folgetatbestände, sondern auch eine solche gegen die zivilrechtliche Haftung des Unternehmers (Arbeitgeber) darstellt. Daraus lässt sich auch ableiten, warum ausschließlich der Unternehmer und nicht die versicherten Arbeitnehmer mit der Zahlung von Beiträgen belastet werden.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Sozialversicherung: Dieses Kapitel erläutert die Grundstruktur des deutschen Sozialversicherungssystems und dessen fünf Säulen sowie die spezifische Bedeutung der Sozialversicherungspflicht für Fußball-Clubs.
2. Krankenversicherung: Hier wird das gegliederte System aus gesetzlicher und privater Krankenversicherung (GKV/PKV) analysiert und deren unterschiedliche Abrechnungsprinzipien für Fußballvereine gegenübergestellt.
3. Unfallversicherung: Es erfolgt eine detaillierte Untersuchung der gesetzlichen (GUV) und privaten Unfallversicherung (PUV) sowie eine Differenzierung zwischen Sportinvaliditäts- und allgemeiner Unfallabsicherung.
4. Berufsunfähigkeitsversicherung: Dieses Kapitel bietet einen rudimentären Überblick zur Berufsunfähigkeitsversicherung, die vorrangig für das nicht-sportliche Personal im Fußball-Club relevant ist.
5. Haftpflichtversicherung: Ein umfassender Abriss über die verschiedenen Haftungsrisiken im Verein, unterteilt in deliktische und vertragliche Haftungsgrundlagen sowie spezifische Versicherungsformen wie D&O oder Veranstalterhaftpflicht.
6. Sachversicherung: Hier werden Konzepte zur Absicherung von Vereinsvermögen wie Stadien, Gebäude und Inventar gegen Gefahren wie Feuer, Sturm oder Einbruch behandelt.
7. Sonderdeckung „Prize-Indemnity“: Analyse von Contingency-Versicherungen, die finanzielle Verluste bei sportlichem Erfolg oder Misserfolg (z.B. Auf-/Abstieg) absichern sollen.
8. Sonderdeckung „Shortfall-Guarantee“: Untersuchung der Erlösausfallversicherung, die Veranstaltern garantierte Mindesteinnahmen bei Ticketverkäufen ermöglichen kann.
9. Ausfallversicherung: Darstellung von Deckungskonzepten gegen den Total- oder Teilausfall von Veranstaltungen sowie Sponsoring- und TV-Risiken.
10. Rechtsschutzversicherung: Erläuterung der Bedeutung des Rechtsschutzes zur Absicherung bei juristischen Auseinandersetzungen im Vereins- und Unternehmensumfeld.
11. Sonderdeckungen „Entführung“, „Lösegelderpressung“, „Attentat“ und „Terror“: Eine Analyse hochspezifischer Risikodeckungen für exponierte Personen und Großveranstaltungen unter besonderer Berücksichtigung der Sicherheitslage seit dem 11. September 2001.
12. Versicherungsschutz der Landessportbünde: Zusammenfassung der kollektiven Rahmenverträge der Landessportbünde, die eine Basisabsicherung für Vereine und Mitglieder darstellen.
Schlüsselwörter
Risikomanagement, Profi-Fußball, Sportversicherung, Versicherungswirtschaft, Unfallversicherung, Haftpflichtversicherung, Sportinvalidität, Risikotransfer, betriebliche Absicherung, Vereinsmanagement, Ausfallrisiko, Prize-Indemnity, Sportrecht, Sponsoring, Haftung.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Diplomarbeit untersucht die Rolle und Möglichkeiten der Versicherungswirtschaft beim Management von Risiken, denen moderne Profi-Fußball-Clubs in Deutschland ausgesetzt sind.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Felder umfassen die rechtlichen Grundlagen der Haftung, die Absicherung von sportlichen und wirtschaftlichen Risiken durch spezialisierte Versicherungspolicen sowie die empirische Analyse der Nachfrage nach diesen Produkten.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist die Überprüfung der Hypothese, ob die Versicherungswirtschaft als zentraler Träger der elementaren wirtschaftlichen Risiken von Fußball-Clubs fungiert.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung des Versicherungswesens kombiniert mit einer qualitativen Expertenbefragung unter führenden Sportversicherungsexperten und Maklern.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte deskriptive Analyse verschiedener Versicherungssparten (von Sozial- bis zur Spezialdeckung) sowie eine empirische Untersuchung der Expertenmeinungen zum Risikominderungspotential dieser Produkte.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Risikomanagement, Sportversicherung, Profi-Fußball, Haftung, Invalidität, Unternehmensrisiko und Risikotransfer sind die zentralen Begriffe.
Welche Bedeutung hat das sportliche Risiko für Fußball-Clubs?
Es wird als konstitutives Merkmal betrachtet, da die Unvorhersehbarkeit von sportlichen Ergebnissen direkt mit wirtschaftlichen Konsequenzen, wie beispielsweise Einnahmeverlusten oder Personalproblemen, korreliert.
Wie unterscheidet sich die Sportinvaliditätsversicherung von der allgemeinen Unfallversicherung?
Während die allgemeine Unfallversicherung Unfälle des täglichen Lebens deckt, ist die Sportinvaliditätsversicherung speziell auf Berufssportler zugeschnitten und fungiert eher wie eine Berufsunfähigkeits- oder Lebensversicherung, um das Karriereende finanziell abzufedern.
Welche Rolle spielen Landessportbünde bei der Absicherung?
Sie bieten über kollektive Rahmenverträge eine wichtige Basisversicherung für Vereine und deren ehrenamtliche oder aktive Mitglieder, die jedoch nur als Ergänzung zu individuellem Schutz dienen.
- Arbeit zitieren
- Helmut Henke (Autor:in), 2003, Riskmanagement im Profi-Fußball, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/123233