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Stadtplanung und Gesellschaft vor dem Hintergrund des historischen Erbes

Feministische Kritik an Stadtplanung

Titel: Stadtplanung und Gesellschaft vor dem Hintergrund des historischen Erbes

Hausarbeit , 2021 , 15 Seiten , Note: 1,0

Autor:in: Sonja Sladek (Autor:in)

Soziologie - Wohnen und Stadtsoziologie

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

In der folgenden Arbeit steht die Frage im Fokus, ob das historische Erbe der Stadtplanung der 1950er bis 1980er Jahre einen konstitutiven Charakter für die gegenwärtige Gesellschaft ausstrahlt, der in der Lage ist, traditionelle Arbeitsteilung nach dem Leitbild des Ernährer-Modells zu begünstigen.

Im Lichte der Stadtsoziologie wird städtischer Raum in gleichem Maß als Produkt als auch als notwendige Bedingung sozialen Handelns verstanden. Die Gestalt einer Stadt wird also durch gesellschaftliche Strukturen geformt und umgekehrt. Diese „Dualität“ zeigt sich beispielsweise im Blickwinkel auf Stadt vor ihrem geschichtlichen Hintergrund. Stadtplanung stellte seit jeher die notwendige Bedingung der Menschheitsgeschichte und Kultur für die Entwicklung von Arbeitsteilung, Gütertausch, Herrschafts- und Lebensformen, Verkehrssysteme, Versorgungstechniken und jegliche Formen kulturschaffender Elemente (Schäfers, 2006, S. 14). Im Lichte dessen wird deutlich, dass durch Stadtplanung nicht nur der Raum geordnet, sondern auch die Gestaltung der gesellschaftlichen Organisation maßgeblich mitbestimmt wird. Die kommunale Stadtplanung ist vor diesem Hintergrund im weitesten Sinne also auch als Gesellschaftsplanung zu verstehen, indem der zukünftige Rahmen für die inhaltliche und infrastrukturelle Gesamtentwicklung einer Gemeinde manifestiert wird.
Bis zum Jahr 1977 galt in Deutschland die sog. „Hausfrauenehe“ und damit eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung und hierarchische Machtverteilung in der Ehe als gesetzlich normiertes gesellschaftliches Leitbild, welches mit der Reform des ersten Gesetzes zur Reform des Ehe- und Familienrechts von 1976 durch das Partnerschaftsprinzip abgelöst wurde (Gerhard, 2008). Von einem emanzipatorischen Erkenntnisinteresse geleitet, beleuchten die nachfolgenden Ausführungen, inwiefern das bis 1977 gesetzlich geregelte Leitbild der „Hausfrauenehe“ – im Folgenden auch „Ernährer-Modell“ genannt - gleichsam auch in die Bestrebungen städtebaulicher Planungen übersetzt wurde und in welcher Form es sich in der Stadtgestalt vieler deutscher Städte verankert hat.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Stadtplanung und Gemeinwohl in den 1950er bis 1980er Jahren

III. Das historischen Erbe im Verhältnis zur Gegenwartsgesellschaft

IV. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den konstitutiven Charakter der Stadtplanung der 1950er bis 1980er Jahre als historisches Erbe, das bis heute traditionelle Arbeitsteilungen und Geschlechterrollen in der Gesellschaft beeinflussen kann.

  • Wechselbeziehung zwischen städtischem Raum und gesellschaftlichen Strukturen
  • Rolle der "Charta von Athen" und des Konzepts der funktionellen Stadt
  • Historische Ausrichtung der Stadtplanung am Ernährer-Modell
  • Konfliktfeld zwischen Produktions- und Reproduktionsarbeit
  • Entwicklung des Gemeinwohlbegriffs im städtebaulichen Kontext

Auszug aus dem Buch

II. Stadtplanung und Gemeinwohl in den 1950er bis 1980er Jahren

Das kommunale Stadtplanungsrecht handelt im Rahmen des geltenden Bauplanungsrechts und legitimiert sich durch das in Art. 28 grundgesetzlich verankerte Selbstverwaltungsrecht der Gemeinden. Der Leitsatz, dem dieses Selbstverwaltungsrecht und damit auch die Stadtplanung unterstellt ist, ist das Gemeinwohl. So heißt es nach dem Wortlaut der Gemeindeordnung NRW in Paragraph 1, dass Gemeinden das Wohl der Einwohner in freier Selbstverwaltung durch ihre von der Bürgerschaft gewählten Organe fördern und gleichsam in Verantwortung für die zukünftigen Generationen handeln. Die grundlegende Maxime „Gemeinwohl“ wurde bereits mit dem erstmaligen Beschluss der Gemeindeordnung NRW im Jahr 1952 determiniert und erweckt Stadtplanung seither zu einem stetigen Aushandlungsprozess, der immerzu mit neuen Inhalten belebt werden kann. Denn die Definition dessen, was das angestrebte Gemeinwohl beinhaltet liegt zum einem im Geist der Zeit und zum anderen in der Perspektive der Definitionsgeber – sprich der am Stadtplanungsprozess beteiligten Personen.

Der Geist der Zeit zu Beginn des 20. Jahrhunderts war im Hinblick auf die Stadtplanung stark durch das Aufkommen neuer Verkehrstechnologien wie Bahnverbindungen und Automobilverkehr geprägt. Die Möglichkeiten städtischen Raum neu zu entwerfen, wurden durch diese Neuerungen mannigfaltig erweitert. Das Erfordernis einen grundlegenden Umbruch zu vollziehen, sah man seinerzeit in der althergebrachten aber weitestgehend planlosen räumlich engen Verzahnung von Wohnen und Arbeiten, die durch die Industrialisierung jedoch ins „Chaos“ gestürzt wurde (Hilpert, 1988, S.62). Mit Chaos betitelte man dabei die Einbußen der Wohnqualität durch Emissionen umliegender Produktionsstätten, was nebst dem Vorteil kurzer Wegstrecken aus Planersicht überwiegte (Hilpert, 1988, S.126; Mästle, 2006, S.17). Im Zuge dessen formulierte der Architekt Jeanneret-Gris – besser bekannt unter dem Pseudonym „Le Corbusier“ – im Jahr 1943 insgesamt 95 Thesen – die sog. Charta von Athen – die in der Literatur unter dem Oberbegriff der funktionellen Stadt oder der fordistischen Stadt Anklang findet.

Zusammenfassung der Kapitel

I. Einleitung: Dieses Kapitel erläutert die stadtsoziologische Bedeutung des Raumes als Produkt und Bedingung sozialen Handelns und führt in die Fragestellung ein, inwiefern historische Stadtplanung patriarchale Strukturen zementiert hat.

II. Stadtplanung und Gemeinwohl in den 1950er bis 1980er Jahren: Das Kapitel analysiert die fordistischen Leitbilder der "funktionellen Stadt" und deren Einfluss auf die räumliche Trennung von Wohnen und Arbeiten sowie die Konzentration auf das Ernährer-Modell.

III. Das historischen Erbe im Verhältnis zur Gegenwartsgesellschaft: Hier wird der Gegensatz zwischen dem historischen Verständnis von Gemeinwohl und aktuellen Anforderungen an Chancengleichheit und Gendermainstreaming im Bauplanungsrecht gegenübergestellt.

IV. Fazit: Das Fazit bestätigt, dass die städtebaulichen Defizite der Vergangenheit zwar erkannt wurden, aber als soziales Erbe weiterhin die heutigen Geschlechterrollen und Lebensrealitäten beeinflussen.

Schlüsselwörter

Stadtplanung, Gemeinwohl, Geschlechterverhältnisse, Charta von Athen, funktionelle Stadt, Ernährer-Modell, Suburbanisierung, Bauplanungsrecht, Gendermainstreaming, soziale Ordnung, Reproduktionsarbeit, Produktionsarbeit, Urbanität, Raumplanung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen der Stadtplanung der Nachkriegszeit und der Persistenz tradierter Geschlechterrollen in der heutigen Gesellschaft.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Schwerpunkte liegen auf der stadtsoziologischen Theorie, der Geschichte der städtebaulichen Leitbilder (insbesondere der funktionellen Stadt) und der gleichstellungspolitischen Kritik an der Raumplanung.

Was ist die primäre Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird untersucht, ob das historische Erbe der Stadtplanung der 1950er bis 1980er Jahre einen konstitutiven Charakter für gegenwärtige gesellschaftliche Strukturen ausstrahlt und traditionelle Arbeitsteilung begünstigt.

Welche wissenschaftliche Methode wird zur Untersuchung verwendet?

Die Autorin/der Autor nutzt eine literaturbasierte Analyse städtebaulicher Leitbilder und verknüpft diese mit soziologischen Theorien sowie Daten zur Haushalts- und Erwerbsstruktur.

Welche Inhalte werden primär im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil beleuchtet die Definition von Gemeinwohl im historischen Kontext, die Auswirkungen der "Charta von Athen" und die heutige Relevanz dieser Planungsmuster im Lichte des Gendermainstreamings.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren diese wissenschaftliche Arbeit am besten?

Stadtplanung, Geschlechterverhältnisse, Gemeinwohl, funktionelle Stadt, Ernährer-Modell und soziale Ordnung.

Wie definiert die Arbeit das Konzept des "oikos" im städtebaulichen Kontext?

Das Konzept des "oikos" wird als eine männlich dominierte Vorstellung von Haus- und Wirtschaftsgemeinschaft interpretiert, in der die Frau als dem Mann untergeordnet mitgedacht wird.

Welche Bedeutung kommt der "Charta von Athen" in der Argumentation der Arbeit zu?

Die Arbeit identifiziert die Charta von Athen als das zentrale Referenzmodell, das durch strikte Funktionstrennung räumliche Strukturen schuf, welche eine geschlechtsspezifische Arbeitsteilung langfristig festigten.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Stadtplanung und Gesellschaft vor dem Hintergrund des historischen Erbes
Untertitel
Feministische Kritik an Stadtplanung
Note
1,0
Autor
Sonja Sladek (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2021
Seiten
15
Katalognummer
V1224745
ISBN (eBook)
9783346652898
ISBN (Buch)
9783346652904
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Stadtplanung Geschlecht Feminismus Chancengleichheit
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
Sonja Sladek (Autor:in), 2021, Stadtplanung und Gesellschaft vor dem Hintergrund des historischen Erbes, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1224745
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  15  Seiten
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