Meine Arbeit handelt ausschließlich von der weiblichen Sozialfigur Model. Im Hinblick auf die historische Ausdifferenzierung dieser Sozialfigur soll nur am Rande die des männlichen Models dargestellt
werden. Dennoch wäre es interessant, auch dieses Phänomen, das des männlichen Models oder Dressman, zu untersuchen.
Im ersten Teil der vorliegenden Arbeit geht es um die Vorgänger der Models. Hierbei soll gezeigt werden, dass es das Phänomen "Model" noch nicht immer gab und es soll dargestellt werden, auf welche Art und Weise modische Erscheinungen an die Frau gebracht wurden und welche Möglichkeiten man zu früherer Zeit hatte, die Verbreitung der Mode in Gang zu halten.
Im zweiten Teil soll die allmähliche Entwicklung des Berufes als Model aufgezeigt werden, die mit dem Auftreten er Haute Couture ihre Anfange fand. Des Weiteren möchte ich darlegen, wie sich mit dem aufkommenden Beruf des Models auch Schönheitsideale entwickelt haben, zwei Dinge, die reziprok zueinander stehen und mit den Neuerungen der Mode sich stets mitverändert haben. Hierbei soll, jedoch in nicht zu sehr ausschweifendem Maße, auf einzelne berülunte Persönlichkeiten emgegangen werden, die die entsprechenden
Idealvorstellungen personifiziert haben.
Des Weiteren gehe ich kurz auf die Fotografie em, die einen entscheidenden Einfluss auf ein neues Gebiet, nämlich das der abgelichteten Modedarstellungen, hatte.
Wie eine regelrechte Vermarktung von Frauen, ausgehend von Amerika,
stattgefunden hat, erläutert der Abschnitt, in dem ich mich mit der Entstehung von Model-Agenturen befasst habe.
Der dritte Teil meiner Arbeit handelt vor allem von den Models der Gegenwart und von den durch sie verbreiteten Schönheitsidealen. Zudem soll dem heutigen Model-Business Beachtung geschenkt werden, der nicht immer unbedingt ein Traumberuf sein muss. Wie vielfaltig jedoch der Beruf eines Models sein kann, und sich nicht ausschließlich auf die Präsentation exklusiver Designerkleidung
beschränkt, soll außerdem nachgewiesen werden.
Im vierten und letzten Teil memer Arbeit stellt von mir erarbeitete
Unterrichtsbausteine zum Thema "Die Sozialfigur Model" dar, die in der Realschule durchgeführt werden könnten. Diese von mir entworfene Vorschläge sind für die neunte Klasse gedacht, m der der Bildungsplan am ehesten die Verbindung aufweist.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
Problemstellung
1 Zielsetzung
2 Vorgehensweise
3 Begriffserklärungen
3.1 Sozialfigur Model
3.2 Model
3.3 Mannequin
3.4 Körper
3.5 Schönheit
3.6 Attraktivität
3.7 Schönheitsideale
3.8 Mode
I. Teil: Vorgänger der Models
1 Verbreitung der Mode vom 14. Jahrhundert bis zum Ende des 19. Jahrhunderts
1.1 Modepuppen
1.2 Papierpuppen
1.3 Stiche in Modejournalen
2 Zusammenfassung: Vorgänger der Models
II. Teil: Models der Vergangenheit
1 Verbreitung der Mode ab Ende des 19. Jahrhunderts bis heute
1.1 Verkäuferinnen als Vorführdamen
1.2 Damen der Gesellschaft und Theaterstars
1.3 Die ersten professionellen Models
2 Models und Schönheitsideale im Wandel der Jahrzehnte
2.1 Models der 30er Jahre
2.2 Models der 40er und 50er Jahre
2.3 Models der 60er Jahre
2.4 Models der 70er und 80er Jahre
3 Zusammenfassung: Models der Vergangenheit
III. Teil: Models der Gegenwart
1 Verbreitung der Mode in der Gegenwart
2 Schönheitsideale der Gegenwart
3 Bedeutung von Schönheit in der modernen Gesellschaft
3.1 Bundesweite Umfrage zum Thema Schönheit und Schlankheit durch das Umfrageinstitut EMNID
4 Models als Superstars
4.1 Das Phänomen des Top Models
4.2 Models auf dem Laufsteg
4.3 Models in der Werbung
4.4 Models im Film
4.5 Stellung der Models in der modernen Gesellschaft
5 Der Beruf des Models
5.1 Voraussetzungen
6 Barbie – wie Models ein Vorbild?
7 Zusammenfassung: Models der Gegenwart
IV. Teil: Didaktische Überlegungen
1 Bildungsgehalt
1.1 Sinn- und Sachzusammenhang sowie exemplarischer Gehalt der Unterrichtsbausteine
1.2 Gegenwartsbedeutung
1.3 Zukunftsbedeutung
1.4 Struktur des Inhalts
1.5 Zugang
2 Entwicklungspsychologischer Ansatz zu der idealisierten Lerngruppe einer 9. Klasse
3 Ideen zur Einführung in das Thema
4 Bausteine
4.1 Was ist „Schönheit“
4.2 Körpermaße
4.3 Video: Traumjob Model?
4.4 Kehrseiten des Modelberufes
4.5 Models in den Medien
4.6 Mode und Schönheitsideale im Wandel der Jahrzehnte
4.7 Schnitte zur Schönheit
4.8 Talkshow: Ich will genauso sein wie mein Model-Vorbild
Schluss
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht die historische und soziale Entwicklung der Figur des "Models" sowie deren Einfluss auf heutige Schönheitsideale und das Körperbild junger Menschen. Ziel ist es, durch die Analyse dieser Zusammenhänge didaktische Unterrichtsbausteine für die 9. Klasse an Realschulen zu entwickeln, die Schülerinnen und Schüler dazu anregen, kritisch mit medialen Rollenbildern umzugehen.
- Historische Entwicklung von Modepuppen zu modernen Top-Models
- Wechselwirkung zwischen Mode, Schönheitsidealen und gesellschaftlichem Wandel
- Psychologische Aspekte der Identitätsfindung Jugendlicher und deren Körperwahrnehmung
- Mediale Inszenierung von Models und deren Funktion als Idole
- Didaktische Konzepte zur kritischen Auseinandersetzung mit dem Model-Beruf im Unterricht
Auszug aus dem Buch
3.1 Die Sozialfigur Model
Die Sozialfigur Model definiere ich als eine Person, die mittels ihrer Bekanntheit durch außergewöhnliche physische Attraktivität und beruflichen Erfolges in der modernen Gesellschaft und im sozial-öffentlichen Leben eine zentrale Rolle als Idol, Vorbild und Schönheitsideal einnimmt.
Sozialfiguren sind historisch zu betrachten und bieten die Möglichkeit zur Auseinandersetzung mit ihrer Geschichte und ihrer Funktion. Gemäß dieser Definition nutzt die Sozialfigur Model ihre gesellschaftliche Position und Bekanntheit, um im öffentlichen Raum einer gegebenen Gesellschaft persönlichen Erfolg zu erlangen. Das Model als Sozialfigur wird aufgrund seines Bekanntheitsgrades wahrgenommen und wirkt daher auf viele Themen des öffentlichen Diskurses ein. Das Model wird gemäß dieser Definition somit nicht ideologisch, sondern als Sozialfigur verstanden, das situativ in einem historisch-gesellschaftlichen Kontext handelt. Sie ist von den Denk- und Verhaltensdispositionen ihrer Zeit geprägt und wirkt auch auf diese als Vorbild ein. Dabei ist es interessant zu untersuchen, welche Funktion und Rolle die Sozialfigur Model in der Gesellschaft eines jeweiligen Landes hat.
Die Rolle, die den Sozialfiguren anhaftet, definieren Hartfiel und Hillman folgendermaßen: sie ist „die Summe der Erwartungen und Ansprüche einer Gruppe, umfassenderer sozialer Beziehungsbereiche oder der gesamten Gesellschaft an das Verhalten und das äußere Erscheinungsbild (Rollenattribute) eines Inhabers einer sozialen Position (Status)“.
Sozialfiguren nehmen eine bestimmte Rolle in einem Gesellschaftssystem ein. Als „Persönlichkeitstypen abstrahieren, idealisieren und generalisieren [sie] personengebundene Fähigkeiten, Fertigkeiten und Verhaltensstrategien. Auch sie werden von den Sinnzusammenhängen, in denen sie entstanden sind, losgelöst und auf andere Situationen übertragen“. Im Sozialisationsprozess ist der /die einzelne dazu gezwungen, sich mit propagierten und angebotenen Rollen gleichzustellen oder es sich als Ziel zu setzen, in der Zeit der Identitätsfindung Rollen zu übernehmen, die im Sozialisationsprozess auf die Ich-Findung, dem Klassenindividuum, einfließt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Einführung in die Thematik der Models als Schönheitsideale und deren Präsenz in den Medien.
Problemstellung: Erörterung der Auswirkungen medialer Ideale auf Jugendliche und die Notwendigkeit der Thematisierung im Unterricht.
I. Teil: Vorgänger der Models: Historischer Rückblick auf die Verbreitung von Mode mittels Puppen und ersten Modejournalen bis zum 19. Jahrhundert.
II. Teil: Models der Vergangenheit: Analyse der beruflichen Entwicklung des Models und der sich wandelnden Schönheitsideale im 20. Jahrhundert.
III. Teil: Models der Gegenwart: Untersuchung der heutigen Modebranche, der Rolle von Superstars und der psychologischen Wirkung auf die Gesellschaft.
IV. Teil: Didaktische Überlegungen: Konzeptualisierung und praktische Umsetzung von Unterrichtsbausteinen für die 9. Klasse an Realschulen.
Schlüsselwörter
Models, Sozialfigur, Schönheitsideale, Mode, Körperbild, Identitätsfindung, Jugendliche, Medien, Werbung, Laufsteg, Didaktik, Unterrichtsbausteine, Körpermaße, Superstars, Barbie.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit?
Die Arbeit analysiert die historische Entwicklung der Sozialfigur "Model" und deren Einfluss auf die zeitgenössischen Schönheitsideale, um darauf aufbauend didaktische Ansätze für den Schulunterricht zu formulieren.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der Historie der Modeverbreitung, der Professionalisierung des Model-Berufs, der psychologischen Bedeutung von Schönheitsidealen für Jugendliche sowie der kritischen Medienanalyse.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Hauptziel besteht darin, die Entstehung und gesellschaftliche Bedeutung der Sozialfigur Model zu beleuchten und daraus konkrete, lehrplanrelevante Unterrichtsbausteine für die 9. Jahrgangsstufe zu entwickeln.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine fundierte Literaturrecherche zur Modegeschichte und Soziologie sowie auf die Auswertung sozialwissenschaftlicher Daten, inklusive einer Umfrage des Instituts EMNID aus dem Jahr 2000.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Analyse der Vorgänger des Models, eine Untersuchung der Entwicklung des Berufs im 20. Jahrhundert und eine Betrachtung der modernen Model-Welt und ihrer Auswirkungen auf die Gesellschaft.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Models, Schönheitsideale, Identitätsfindung, Medienwirkung, didaktische Unterrichtsbausteine und das Körperbild.
Warum ist das Thema für die 9. Klasse an Realschulen relevant?
Da sich diese Altersgruppe in der Pubertät und Identitätsfindungsphase befindet, sind Jugendliche besonders empfänglich für mediale Ideale und kämpfen oft mit dem eigenen Körperbild, weshalb eine kritische Reflexion notwendig ist.
Welche Rolle spielt die Barbie-Puppe in der Untersuchung?
Barbie dient als Beispiel für ein idealisiertes, unerreichbares Rollenbild, das Träume und Wünsche kleiner Mädchen formt und mit den realen Bedingungen von Models verglichen wird.
Welche Bedeutung haben die Unterrichtsbausteine?
Sie bieten Lehrkräften konkrete Materialien (Arbeitsblätter, Filmanalysen, Diskussionsregeln), um das Thema "Models" nicht nur theoretisch, sondern handlungsorientiert und kritisch im Unterricht zu bearbeiten.
- Quote paper
- Diana Schmitt-Pozas (Author), 2002, Die Sozialfigur Model - Didaktische Bausteine für den Realschulunterricht, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/122462