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Graffiti - Vandalismus mit poetischem Potential

Urbane Graffiti im Vergleich mit konkreter und visueller Poesie

Title: Graffiti - Vandalismus mit poetischem Potential

Bachelor Thesis , 2008 , 44 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Art Vandalay (Author)

German Studies - Comparative Literature

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Summary Excerpt Details

Zum Wesen des urbanen Raumes gehören seit mehreren Jahrzehnten die ihm unfreiwilllig aufgeschminkten Graffiti, die schleichend und anonym nahezu jegliche Wand und Oberfläche der Öffentlichkeit mit ihrer Kryptik okkupieren und heute wesentlich das Gesicht einer Stadt prägen. Vom Großteil der Passanten als sinnlose und kriminelle Krakelei aufgefasst, werden diese nächtlichen Farb- und Wortanschläge meist in der alltäglichen Wahrnehmung ausgeblendet und übersehen. Die dahinter stehenden Aktivisten, deren Motive ebenso rätselhaft wirken wie die hinterlassenen Zeichen, bleiben größtenteils unbekannt und wollen auch nicht in Erscheinung treten. Für sie zählen lediglich die zumeist mittels Marker oder Sprühlack aufgebrachten Buchstabenansammlungen und Wörter.
Wendet man sich diesen oftmals farben- und formenreichen Äußerungen einmal bewusst rezeptionsästhetisch zu, so stellt sich aufgrund des semantischen und graphischen Gehalts schnell die Frage, ob diese primär als Texte oder als Bilder aufzufassen sind. Eine eindeutige Zuordnung lässt sich durch den Doppelcharakter nicht treffen, vielmehr handelt es sich um ein Hybridformen aus Schrift und Graphik, wenn nicht sogar aus Literatur und bildender Kunst, die am Ende einer langen Traditionslinie stehen. Sie verweisen indirekt auf die mannigfaltigen Symbioseformen beider Kunstgattungen, welche durch avantgardistische Zirkel zu Beginn des letzten Jahrhunderts jenseits ihrer medienspezifischen Grenzen hervorgebracht wurden und die zu den unterschiedlichsten Kunst- und Literaturströmungen führten.[...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Worte werden Bilder

2.1 Ursprünge der Text-Bild-Vermischung und deren Folgen

2.2 Konkrete und visuelle Poesie

2.2.1 Konkrete Kunst

2.2.2 Konkrete Poesie

2.2.3 Visuelle Poesie

2.3 Graffiti

2.3.1 Entwicklungsgeschichte des Graffiti-Writings

2.3.2 Inhalt/ Absicht / Rezeption

3. Direkter Vergleich der Ausdrucksformen

3.1 Gemeinsamkeiten

3.1.1 Skripturale Materialästhetik

3.1.2 Moderne Poesie und nachbürgerliche Gesamtkunst

3.1.3 Kreativität, Nonkonformismus und Freiheit

3.2 Differenzen

4. Schlussbetrachtungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht das Verhältnis zwischen Graffiti und den literarischen Strömungen der konkreten und visuellen Poesie, um zu ergründen, ob Graffiti als eine neue, synthetische Form von "Gesamtkunst" oder als Ausdruck von "urban poetry" betrachtet werden kann. Im Zentrum steht dabei die Frage nach der Materialität der Schrift und der medialen Grenzüberschreitung.

  • Analyse der historischen Entwicklung von Graffiti als visuelle Ausdrucksform.
  • Untersuchung der theoretischen Grundlagen der konkreten und visuellen Poesie.
  • Vergleich von Intentionen, Produktionsweisen und Rezeptionsästhetik.
  • Reflexion über die gesellschaftliche Funktion und den nonkonformistischen Charakter der untersuchten Ausdrucksformen.
  • Diskussion des Begriffs der "Gesamtkunst" im Kontext von urbanen Raum und Schriftbildern.

Auszug aus dem Buch

2.3.2 Inhalt/ Absicht / Rezeption

„Writing your name identifies who you are. The more you write your name, the more you begin to think about and the more you begin to be about who you are. Once you start doing that, you start to assert your individualism and when you do that, you have an identity.”

Spätestens mit der Entdeckung der Spraydose durch die Graffitisten hatte sich eine Untergrundbewegung formiert, die ihre eigenen ungeschriebenen Gesetze, Proportionen und Farben jenseits der Massenkultur und staatlicher Kontrolle besaß. Aus dem Fokus auf die Ästhetisierung der Schriftzeichen entwickelte sich ein einzigartiger Buchstabenkult mit religiösen Parallelen, dessen farblicher Götzendienst auf der Straße und den U-Bahnen vollzogen wird. Bislang blieb jedoch ungeklärt, wer sich wirklich hinter den Zeichen verbirgt, an wen sie adressiert sind und warum die „Graffiteure“ überhaupt damit begannen.

Schaut man sich die amerikanischen Ostküstenstädte und besonders deren ärmere Stadtviertel in den späten 60er Jahre an, so trifft man auf Orte, die an architektonischer Lebensunwirklichkeit und trostlosen Grautönen kaum zu übertreffen sind. Hinzu kommen Anonymität, Arbeitslosigkeit, Drogen, Langeweile und Kriminalität, die in diesen Vierteln vorherrschten. Bei einem Großteil der ersten Tagger und Sprüher handelte es sich um Jugendliche mit migrantivem Hintergrund, die mit den üblicherweise einhergehenden Problemen der Identitätsfindung und der Eingliederung in eine fremde Gesellschaft konfrontiert waren. All diese Umstände markieren die psychologischen und sozialen Voraussetzungen für das Entstehen einer alternativen Gegenkultur, deren Grundwerte sich aus Rebellion, Kreativität und dem Streben nach Ruhm zusammensetzten. Im Kern handelt es sich bei den Graffiti um eine kreative Praxis, die die Selbstreflexion und Identitätsbildung fördert. Diese Gegenkultur eröffnete den Jugendlichen eine Parallel- und Versuchswelt zur Verbotswirklichkeit der Erwachsenen, in der sie sich unter ihresgleichen kreativ messen und sich so die verwehrte Anerkennung bzw. Aufmerksamkeit einholen können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Problematik urbaner Graffiti ein und stellt die Forschungsfrage nach der literarischen Verwandtschaft zu konkreter und visueller Poesie.

2. Worte werden Bilder: Dieses Kapitel erläutert die Ursprünge der Text-Bild-Vermischung und definiert die theoretischen Grundlagen der konkreten und visuellen Poesie sowie die Entwicklungsgeschichte des Graffiti-Writings.

3. Direkter Vergleich der Ausdrucksformen: In diesem Hauptteil werden Gemeinsamkeiten und Differenzen bezüglich Materialästhetik, gesellschaftlicher Einordnung und der künstlerischen Intention zwischen Graffiti und Poesieformen analysiert.

4. Schlussbetrachtungen: Das Fazit fasst zusammen, dass Graffiti und Poesie trotz unterschiedlicher Ansätze eine ästhetische Negation gesellschaftlicher Zustände darstellen und Potenzial für eine neue Gesamtkunstform bieten.

Schlüsselwörter

Graffiti, Konkrete Poesie, Visuelle Poesie, Schriftkultur, Urban Poetry, Intermedialität, Skripturale Materialästhetik, Identitätsbildung, Zeichenkultur, Rebellion, Gesamtkunst, Typographie, Writing, Sprachreflexion, Nonkonformismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert die Ähnlichkeiten und Unterschiede zwischen Graffiti und den literarischen Formen der konkreten und visuellen Poesie im Hinblick auf den Umgang mit Schrift als Bildmedium.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Themen sind die visuelle Gestaltung von Sprache, die historische Entwicklung dieser Ausdrucksformen sowie die Motivationen und die Rezeptionsästhetik der jeweiligen Künstler.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist zu prüfen, ob Graffiti als eine Form von "urban poetry" oder als eine neue, synthetische "Gesamtkunst" betrachtet werden können, die jenseits traditioneller Gattungsgrenzen operiert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es wird eine komparatistische, kulturwissenschaftliche Untersuchungsmethode angewandt, die durch historische Kontexte und medientheoretische Ansätze fundiert wird.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich dem direkten Vergleich von skripturaler Materialästhetik, der Rolle von Kreativität und Freiheit sowie der Analyse von Differenzen in Intention und Wirkung der verschiedenen Ausdrucksformen.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Graffiti, Konkrete Poesie, visuelle Poesie, Intermedialität, Materialästhetik und gesellschaftlicher Nonkonformismus charakterisiert.

Wie unterscheidet sich die Motivation der Graffitisten von der der konkreten Poeten?

Während konkrete Poeten das Material Sprache bewusst reflektieren und analysieren, ist der Graffiti-Ansatz stärker produzentenbezogen, emotional motiviert und zielt auf Identitätsstiftung und Anerkennung im urbanen Raum ab.

Warum wird Graffiti im Buch als "Gegenkultur" bezeichnet?

Graffiti wird als Gegenkultur eingestuft, da es sich gegen die normierte Ordnung des öffentlichen Raumes auflehnt, bewusst illegale Praktiken nutzt und als Reaktion auf soziale Missstände fungiert.

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Details

Title
Graffiti - Vandalismus mit poetischem Potential
Subtitle
Urbane Graffiti im Vergleich mit konkreter und visueller Poesie
College
Free University of Berlin  (AVL)
Grade
1,0
Author
Art Vandalay (Author)
Publication Year
2008
Pages
44
Catalog Number
V122324
ISBN (eBook)
9783640261109
Language
German
Tags
Graffiti Vandalismus Potential
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Art Vandalay (Author), 2008, Graffiti - Vandalismus mit poetischem Potential, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/122324
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