Dass das Gesundheitssystem in Österreich seit längerer Zeit „kränkelt“, beziehungsweise die Angst vor Unfinanzierbarkeit umgeht, wird immer öfters medial aufgegriffen. Uneinigkeit existiert vor allem in der Ursachenforschung. Während Experten der einen Seite auf die Überalterung der Bevölkerung mit all ihren Auswirkungen für die Leistbarkeit dieser hinweist, wird auf anderer Seite über den möglichen Einzug von neoliberalistischen Tendenzen am Angebotsmarkt „Gesundheit“ nachgedacht. Die Wirksamkeit von den politisch Verantwortlichen umgesetzten Reformen ist ebenso strittig wie die Frage nach entsprechend Ausgaben dämpfenden Steuerungsinstrumenten. Die Nachfrage nach einem lösungsorientiertem und das bisherige Sozial- und Gesundheitssystem absichernden Vorgehen wird jedoch von fast allen Beteiligten geteilt und
gewünscht.
Inhaltsverzeichnis
- Abstract
- Ungerechtes Finanzierungssystem
- Sinkende Löhne und steigende Kosten
- Sozialhilfe für Reiche
- Steuerbelastung und Gesundheitsausgaben
- Entkoppelung von sinkenden Löhnen und Einnahmen
- Betrug im Gesundheitswesen
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Hausarbeit untersucht die Finanzierungsprobleme des österreichischen Gesundheitswesens. Ziel ist es, die wesentlichen Ursachen dieser Probleme zu identifizieren und konkrete Maßnahmen zur Lösung vorzuschlagen.
- Ungerechtes Finanzierungssystem aufgrund der Höchstbeitragsgrundlage
- Einfluss sinkender Löhne und steigender medizinisch-technischer Kosten auf die Finanzierbarkeit
- Zusammenhang zwischen Steuerbelastung und Gesundheitsausgaben
- Auswirkungen von Betrug und falschen Abrechnungspraktiken auf die Kassen
- Notwendigkeit eines gerechteren Finanzierungsmodells
Zusammenfassung der Kapitel
Der Abstract fasst die Problematik der Finanzierung des österreichischen Gesundheitswesens zusammen und zeigt die Uneinigkeit in der Ursachenforschung auf. Die Kapitel behandeln ungerechte Finanzierungsstrukturen, die Auswirkungen sinkender Löhne und steigender Kosten, den Aspekt der "Sozialhilfe für Reiche" durch die Höchstbeitragsgrundlage, den Vergleich der Steuerbelastung von Lohneinkommen und Gewinnen, sowie die Problematik von Betrug und Fehlverhalten im Gesundheitswesen. Die Analyse verschiedener Expertenmeinungen beleuchtet unterschiedliche Perspektiven auf die Ursachen der Finanzierungslücke und schlägt mögliche Lösungsansätze vor.
Schlüsselwörter
Finanzierungsprobleme, österreichisches Gesundheitswesen, Höchstbeitragsgrundlage, sinkende Löhne, steigende Kosten, medizinisch-technischer Fortschritt, Steuerbelastung, Betrug im Gesundheitswesen, gerechtes Finanzierungsmodell, Sozialhilfe für Reiche, Lohnquote.
Häufig gestellte Fragen
Warum gilt das österreichische Gesundheitssystem als finanziell gefährdet?
Ursachen sind unter anderem die Überalterung der Bevölkerung, steigende medizinisch-technische Kosten und sinkende Lohnquoten bei gleichzeitigem Ausgabendruck.
Was wird am aktuellen Finanzierungssystem kritisiert?
Kritisiert wird vor allem die Höchstbeitragsgrundlage, die dazu führt, dass Bezieher hoher Einkommen prozentual weniger zum System beitragen ("Sozialhilfe für Reiche").
Welchen Einfluss hat die Lohnentwicklung auf die Kassen?
Da das System primär über Lohnnebenkosten finanziert wird, führen sinkende Reallöhne und eine sinkende Lohnquote zu einer Entkoppelung von den steigenden Gesundheitsausgaben.
Spielt Betrug eine Rolle bei den Finanzierungsproblemen?
Ja, die Arbeit thematisiert Fehlverhalten und falsche Abrechnungspraktiken im Gesundheitswesen als einen Faktor für unnötige Kostenbelastungen.
Gibt es Ansätze für ein gerechteres Finanzierungsmodell?
Diskutiert werden Modelle zur Verbreiterung der Finanzierungsbasis, etwa durch die Einbeziehung von Gewinnen oder die Abschaffung der Höchstbeitragsgrundlage.
Wie wirken sich neoliberale Tendenzen aus?
Es wird untersucht, inwieweit die Privatisierung von Leistungen und marktorientierte Steuerungsinstrumente die soziale Absicherung gefährden oder dämpfen können.
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- Mag. BA pth. Michael Eder (Author), 2006, Die Finanzierungsprobleme im österreichischen Gesundheitswesen, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/122281