Die Zielsetzung dieser Arbeit besteht darin, mittels dieser Schriftstücke sowie geeigneter Sekundärliteratur eine Übersicht über die Vorbereitung, Feiergestalt, Deutung und theologische Durchdringung der Feier der Initiationssakramente zur Zeit des Ambrosius zu geben und diese im Lichte der veränderten Rahmenbedingungen, die die Konstantinische Wende für Kirche und Gesellschaft mit sich brachte, zu deuten.
Dabei soll zunächst auf die verschiedenen Phasen der Vorbereitung der christlichen Initiation eingegangen werden, bevor in einem weiteren Kapitel die Riten, die vor bzw. nach dem eigentlichen Taufgeschehen erfolgten, analysiert werden sowie eine Darstellung und theologische Interpretation des eigentlichen Taufaktes erfolgen. Abschließend sollen die gewonnenen Erkenntnisse unter besonderer Berücksichtigung der soziologischen Einflüsse auf die sakramentale Initiation zur Zeit des Ambrosius in einer Zusammenschau resümiert werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Phasen der Vorbereitung der Feiern der Initiation
1.1. Entfernte Vorbereitung auf die sakramentale Initiation
1.2. Unmittelbare Vorbereitung auf die Initiationsfeiern
2. Die Feiern der Initiation
2.1. Präbaptismale Riten
2.2. Das eigentliche Taufgeschehen
2.3. Postbaptismale Riten und Abschluss der sakramentalen Initiation
3. Fazit
Zielsetzung & Themen
Diese Arbeit analysiert die christliche Initiationspraxis im 4. Jahrhundert anhand der mystagogischen Katechesen „De sacramentis“ und „De mysteriis“ des Ambrosius von Mailand. Ziel ist es, die Vorbereitung, den Ablauf und die theologische Deutung der Taufe vor dem Hintergrund der gesellschaftlichen Veränderungen durch die Konstantinische Wende zu untersuchen.
- Soziologische Einflüsse der Konstantinischen Wende auf das Taufgeschehen
- Strukturierung des Katechumenats in entfernte und unmittelbare Phasen
- Theologische Interpretation des Taufritus als „Sakrament des Kreuzes“
- Bedeutung von Exorzismus, Salbung und postbaptismalen Riten
Auszug aus dem Buch
2.2.Das eigentliche Taufgeschehen
Der eigentliche Taufakt begann mit einer „[D]urchquer[ung] d[e]s […] Taufbeckens“139 durch die Täuflinge, in dem eine Parallele zum Durchzug der „Israeliten […] durch das Rote Meer“140 gesehen werden kann.141 Ambrosius verwendete in seinen Schriften für diesen Vorgang das Wort „transitus“142 und beschreibt so die „unsichtbare[] gnadenhafte[] Umwandlung des Menschen“143, die sich in der Taufe vollzieht. An diesen „transitus“144 schloss sich das dreimalige „interrogatorische[] […] Glaubensbekenntnis“145 an, bei dem jeder Antwort des „Täufling[s]“146 eine „mersio“147 folgte148, um so zum Ausdruck zu bringen, dass durch das dreifache Bekenntnis jeder der drei Personen der Trinität gleiche Ehre erwiesen wird.149
Ambrosius verstand die Taufe vor allem als ‚Sakrament des Kreuzes‘150, eine Behauptung, die besonders anhand seiner Aussagen zur „Taufwasserweihe“151, sowie der zweiten Tauffrage, die nicht nur den Glauben an Christus, sondern auch das explizite „Bekenntnis des Täuflings zum Kreuz [Jesu]“152, erforderte153, bewiesen werden kann, da zwischen diesen beiden Elementen der christlichen Initiation, dieser Meinung ist zumindest der Verfasser dieser Arbeit, eine Parallele besteht. So ist einerseits die „praedicatio crucis“154 konstitutiv für die Heilswirkung des Taufwassers (vgl. sacr. 2,13), andererseits aber stellt der Glaube an das Kreuz Jesu, die notwendige Voraussetzung für die „heilbringende [Wirkung]“155 der Taufe dar156, da sie „vom Kreuz Christi [und damit] aus [seinem] Tod [stammt]“157 (vgl. sacr. 2,6), wodurch sich ein neuer Deutungshorizont für die ambrosianische Auffassung von Taufe, eröffnet.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Phasen der Vorbereitung der Feiern der Initiation: Dieses Kapitel erläutert die Umstrukturierung des Katechumenats in eine entfernte und eine unmittelbare Phase, bedingt durch den gesellschaftlichen Wandel zur Zeit des Ambrosius.
2. Die Feiern der Initiation: Hier werden die rituellen Abläufe der Taufe, von den präbaptismalen Vorbereitungen über das Taufbad bis hin zu den postbaptismalen Riten und deren theologischer Bedeutung detailliert dargestellt.
3. Fazit: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die ambrosianische Tauftheologie und ordnet sie in den historisch-soziologischen Kontext der Konstantinischen Wende ein.
Schlüsselwörter
Ambrosius von Mailand, De sacramentis, De mysteriis, Christliche Initiation, Taufe, Konstantinische Wende, Katechumenat, Sakrament des Kreuzes, Taufwasserweihe, Postbaptismale Riten, Mystagogie, Sündenvergebung, Dreifaltigkeit, Römische Staatsreligion, Liturgiegeschichte
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die sakramentale Initiation und deren Gestaltung sowie Theologie im 4. Jahrhundert unter Bezugnahme auf die Schriften des Bischofs Ambrosius von Mailand.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesellschaftliche Transformation durch die Konstantinische Wende, die Entwicklung des Katechumenats und die spezifische Bedeutung der Riten rund um die Taufe.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist eine Übersicht über die Vorbereitung, Feiergestalt und theologische Durchdringung der Initiationssakramente bei Ambrosius unter Berücksichtigung des geänderten gesellschaftlichen Kontextes.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Analyse der Primärquellen (De sacramentis, De mysteriis) unter Einbeziehung relevanter wissenschaftlicher Sekundärliteratur zur Liturgiegeschichte.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorbereitungsphasen des Katechumenats sowie die detaillierte Analyse der Tauffeier, inklusive der Riten vor, während und nach dem eigentlichen Taufakt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Ambrosius von Mailand, Initiation, Taufe, Katechumenat, Sakrament des Kreuzes und Konstantinische Wende.
Warum ist das "Sakrament des Kreuzes" für Ambrosius so zentral?
Ambrosius sieht in der Taufe nicht nur die Wiedergeburt, sondern eine Teilhabe am Tod und der Auferstehung Christi, weshalb das Kreuz für ihn das notwendige konstitutive Element der sakramentalen Heilswirkung darstellt.
Welche Rolle spielt die Osteroktav in der Initiationspraxis?
Die Osteroktav dient durch die mystagogischen Katechesen dazu, die Neophyten tiefer in das Verständnis der sakramentalen Gnade einzuführen, damit sie am Sonntag nach der Taufe vollumfänglich an der Eucharistiefeier teilnehmen können.
- Arbeit zitieren
- Martin de Germareskauuensis (Autor:in), 2020, Die sakramentale Initiation nach der Konstantinischen Wende, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1214948