Für diese Arbeit entwickelte sich die Forschungsfrage, inwiefern sich das subjektive Befinden der Bewohner* innen durch sportliche Aktivitäten während des Lockdowns im Kontext der Corona Pandemie verändert. Die Aktualität der Corona Pandemie gab den Anlass, die Zentrale Unterbringungseinrichtung für Asylsuchende hinsichtlich der Folgen der Corona Pandemie zu beforschen. Das Ziel dieser Arbeit ist es, einen Einblick in die Thematik der Corona Pandemie und der sportlichen Aktivität zu geben.
Durch das Eintreten des neuartigen Corona Virus ist es auf allen globalen Ebenen weltweit zu Einschränkungen und neuen Regelungen gekommen. Besonders in der zentralen Unterbringungseinrichtung war dies ersichtlich. In der Einrichtung leben Geflüchtete, welche durch asylrechtliche und unterbringungsspezifische Regularien eingeschränkt sind. Darüber hinaus haben die Bewohner* innen nur wenige Möglichkeiten zur Gestaltung ihrer Lebensumstände in Deutschland. Bislang blieb ihnen zumindest die Option, das Gelände tagsüber zu verlassen und an einigen festen Angeboten auf dem Gelände teilzunehmen. Die fortschreitende Ausbreitung des Corona Virus hat diesen wenigen Gelegenheiten, Selbstwirksamkeit zu erfahren, noch einmal deutlich reduziert.
Die pandemische Entwicklung hatte eine Ausgehbeschränkung zur Folge und somit war die Durchführung sportlicher Aktivitäten stark beeinträchtigt. Allerdings fand die Entwicklung eines Sportprojektes statt, welches verschiedene sportliche Aktivitäten in Gruppen anbot. Unter Berücksichtigung der zulässigen Anzahl sozialer Kontakte war die Teilnahme frei für Alle, unabhängig von Alter und Geschlecht. Die Idee war dabei, die sportliche Aktivität als Möglichkeit, Selbstwirksamkeit in einer Zeit des "Erstarrens" des öffentlichen Lebens zu erfahren. Dies bezog sich auf die Situation als Person, die sich im Status "wartend" auf die Entscheidung über das Asylverfahren befindet, als auch hinsichtlich der Auswirkungen der globalen Pandemie.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Grundlagen
2.1 Einführung Landeseinrichtung ZUE
2.2 Corona und seine Auswirkungen
2.3 Sportliche und Körperliche Aktivität
3. Forschungsprojekt
3.1 Entwicklung und Forschungsfrage
3.2 Aktueller Forschungsstand
4. Untersuchungsdesign
4.1 Darstellung der Methode
4.2 Begründung der Auswahl der Methode
5. Forschungsergebnisse
5.1 Darstellung der Forschungsergebnisse
5.2 Interpretation der Forschungsergebnisse
5.3 Einordnung in Thematik und Forschungsstand
6. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, inwiefern sich sportliche Aktivitäten auf das subjektive Befinden von Bewohnern einer zentralen Unterbringungseinrichtung für Asylbewerber während des pandemiebedingten Lockdowns ausgewirkt haben, um Strategien zur Selbstfürsorge in isolierten Lebenslagen zu evaluieren.
- Einfluss der Corona-Pandemie auf das psychische Wohlbefinden von Geflüchteten
- Sport als Ressource zur Förderung der Selbstwirksamkeit in isolierten Umgebungen
- Qualitative Analyse der Alltagsgestaltung und Bewältigungsstrategien
- Bedeutung von Alltagsstrukturen und Beschäftigung für die psychische Stabilität
- Vergleich der Wirksamkeit von Individual- und Gruppensport
Auszug aus dem Buch
Machtlosigkeit
„B: Ich glaube sieben bis acht, weil alle Menschen hatten Angst. Die Zeit ist nicht vergangen. Wir hatten keine Aufgaben und ich habe viele gedacht...overthinking...Viel Denken und viele Gedanken über negative Gedanken. Die Situation ist nicht gut für Flüchtlinge viele haben negative Gedanken aus ihr altes Land. Jetzt in Deutschland du versucht neu zu machen einen Job finden, eine Aufgabe haben, eine Zukunft, eine Studium vielleicht an der University oder viel viel. Und jetzt ich sage the life stop....“ (Interview 1, Z. 144- 149)
In diesem Textausschnitt wird deutlich, wie hoch das Stressempfinden während der Corona Pandemie war. Durch das Wegfallen der eigentlichen Möglichkeiten in der Einrichtung entstand eine fehlende Alltagsstruktur. Demnach kam es zu einem Gefühl der Machtlosigkeit und Hilflosigkeit. Der monotone Alltag und die fehlenden Aufgaben sind der Auslöser für die negativen Gedanken. Die höhere globale Gewalt durch die Einschränkungen der Corona Pandemie führen dazu, dass die eigene Macht der Gestaltung des Alltags komplett wegfällt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Hier wird die Problematik der eingeschränkten Lebensumstände von Geflüchteten während der Corona-Pandemie dargelegt und die Forschungsfrage zur Wirkung sportlicher Aktivitäten formuliert.
2. Grundlagen: Dieses Kapitel erläutert die Rahmenbedingungen der Einrichtung, die Auswirkungen der Pandemie auf den Alltag sowie die theoretischen Definitionen von sportlicher und körperlicher Aktivität.
3. Forschungsprojekt: Es wird die Entwicklung der Forschungsfrage im Kontext des Sportprojektes sowie der aktuelle Forschungsstand zur Effektivität von Sport in Krisenzeiten beschrieben.
4. Untersuchungsdesign: Hier erfolgt die Erläuterung der angewandten Methode der qualitativen Inhaltsanalyse nach Mayring und die Begründung, warum diese für das Erkenntnisinteresse geeignet ist.
5. Forschungsergebnisse: Dieser zentrale Abschnitt präsentiert die durch Interviews gewonnenen Erkenntnisse, deren Interpretation und die Einordnung in den bestehenden Forschungsstand.
6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer Reflexion über die Bedeutung von Sport als unterstützendes Element zur Selbstfürsorge und gibt Anregungen für weiterführende Untersuchungen.
Schlüsselwörter
Sportprojekt, Corona-Pandemie, Geflüchtete, Zentrale Unterbringungseinrichtung, subjektives Befinden, Selbstwirksamkeit, Qualitative Inhaltsanalyse, psychische Gesundheit, Alltagsstruktur, Stressbewältigung, Isolation, soziale Integration, Gesundheitsförderung, Flüchtlingshilfe, Bewältigungsstrategien.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen des Corona-Lockdowns auf das subjektive Wohlbefinden von Bewohnern einer zentralen Unterbringungseinrichtung für Asylbewerber und analysiert die Rolle sportlicher Aktivitäten als Bewältigungsstrategie.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die psychosoziale Belastung durch Isolation, die Bedeutung von Alltagsstrukturen sowie der Einsatz von Sport zur Förderung der psychischen und physischen Gesundheit.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es zu ergründen, ob und wie sportliche Aktivitäten während der Pandemie dazu beitragen konnten, negative Gedanken zu verarbeiten und die psychische Verfassung der Bewohner zu stabilisieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Die Autorin nutzte die qualitative Inhaltsanalyse nach Mayring und führte leitfadengestützte Interviews mit Bewohnern durch, die am Sportprojekt der Einrichtung teilnahmen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst die Darstellung der erhobenen Daten, deren Kategorisierung (z. B. Machtlosigkeit, Freizeit, Sport), die Interpretation der Ergebnisse sowie den Vergleich mit dem aktuellen Forschungsstand.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sportprojekt, Corona-Pandemie, psychische Gesundheit, Alltagsstruktur und Bewältigungsstrategien geprägt.
Welche spezifische Rolle spielt der Sport für die befragten Personen?
Sport fungiert als Ressource, um einen „freien Kopf“ zu bekommen, Gedanken an traumatische Erlebnisse oder die Flucht kurzzeitig zu verdrängen und eine tägliche Aufgabe zu haben.
Was waren die größten Herausforderungen bei der Durchführung der Forschung?
Die Schwierigkeiten lagen insbesondere in der Organisation und Motivation der Bewohner sowie in der Komplexität des Themas, das sensible Aspekte wie Fluchterfahrungen und psychische Instabilität berührt.
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- Anonym (Author), 2021, Sportliche Betätigung als Selbstfürsorge in Zeiten einer Pandemie. Inwiefern ändert sich das subjektive Befinden von Asylsuchenden durch sportliche Angebote während des Lockdowns?, Munich, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/1214401