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Von den Ursprüngen des europäischen Theaters

„Drei Marien am Grabe“ (Visitatio sepulchri)

Titel: Von den Ursprüngen des europäischen Theaters

Seminararbeit , 2005 , 19 Seiten , Note: Sehr Gut

Autor:in: MMag. Silvia Kornberger (Autor:in)

Theaterwissenschaft, Tanz

Leseprobe & Details   Blick ins Buch
Zusammenfassung Leseprobe Details

Das Mittelalter stellt eine – aus heutiger Sicht – vielleicht etwas unterschätzte Epoche dar. So „dunkel“ wie immer gemeinhin behauptet wird, war es weder in sozialhistorischer noch politikhistorischer Sicht, von grundlegenden Entwicklungen im Bereich des europäischen Theaters ganz zu schweigen. In der folgenden Arbeit möchte ich mich daher mit folgenden Fragestellungen auseinandersetzen: Was kann man unter einer „visitatio sepulchri“ verstehen und welche Bedeutung birgt sie für das europäische Schauspiel? Wie kommt es, dass sich aus einem Teil der kirchlichen Ostermesse schließlich große, weltliche Spiele mit Volksfestcharakter entwickeln? Ab wann gab es dezidierte Regieanweisungen? Wie sahen die ersten Kostüme aus und wie haben sich diese durch den Auszug aus dem heiligen Kirchenbereich allmählich verändert? Welche Rolle spielt das Publikum während der Aufführung – was auch im Kontext mit der Bühnengestaltung gesehen werden kann. Nicht zu vergessen ist auch der Wandel der Sprache, in diesem Fall vom Kirchenlatein zur Volkssprache: Wodurch kam es hierzu, bzw. wo tauchen die ersten landessprachlichen Texte auf?
Um Antworten darauf zu finden, griff ich vor allem auf Arbeiten Dr. Greiseneggers wie „Die Realität im religiösen Theater des Mittelalters“ und „Der Wandel der Farbigkeit auf dem Theater vom Mittelalter bis zur Goethezeit“ zurück, die sich sehr ausführlich mit der Thematik des geistlichen und weltlichen Spiels im Mittelalter beschäftigen. Als ebenfalls äußerst hilfreich erwiesen sich u.a. die Publikationen Heinz Kindermanns sowie Manfred Braunecks, sowie einiger wissenschaftlicher Einträge im Internet. Abgesehen von wenigen vertiefenden Werken sowie einigen Standardwerken, die einen Überblick über die Thematik verschaffen, entdeckte ich nur relativ wenig Fachliteratur zur „Visitatio sepulchri“. Leider erwies sich das Mittelalter in dieser Hinsicht – etwa im Vergleich mit Romantik oder Klassik – dennoch als etwas düster. Im Vergleich der Quellen ergab sich ebenfalls so manche Unstimmigkeit, deren Deutung schließlich nach eigenem Ermessen, unter Heranziehung besonders logisch erscheinender Arbeiten, erfolgte.

Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

0. Prolog

1. Die „Visitatio sepulchri“ – Ursprung und Bedeutung

2. Die Entwicklungsgeschichte der „Visitatio sepulchri“ zum weltlichen Spiel

2.1. Frühformen der Veranschaulichung des Heilgeschehens

2.2. Ausweitung der „Visitatio sepulchri“ – die Entwicklung szenischer Darstellung

2.3. Darstellungsabsichten

2.4. Regieanweisung im geistlichen Spiel

2.5. Vom geistlichen zum bürgerlichen Darsteller

2.6. Der Wandel der sprachlichen Form

2.7. Formen der Bühnengestaltung vom Kirchenraum bis auf dem Marktplatz

2.8. Kostüme und Requisiten als Spiegel der Entwicklung

2.8.1. Kostümgestaltung und deren farbliche Bedeutung

2.8.1.1. Die Christusdarstellung

2.8.1.2. Die drei Marien

2.8.1.3. Die Engel

2.8.2. Die Requisiten

3. Epilog

4. Appendix

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Ursprung und die Entwicklung des europäischen Theaters ausgehend von der „Visitatio sepulchri“, einer liturgischen Osterfeier, bis hin zum weltlichen volkssprachlichen Spiel des Mittelalters. Der Fokus liegt dabei auf der Analyse der Transformation von rituellen Handlungen zu dramatischen Inszenierungen sowie der damit einhergehenden Veränderungen in Darstellung, Sprache, Bühnengestaltung und Ausstattung.

  • Entwicklung des religiösen Dramas aus der Liturgie der Osterfeiern.
  • Wandel der Darstellerrolle vom Geistlichen zum bürgerlichen Akteur.
  • Bedeutung der Sprachentwicklung vom Kirchenlatein zur Volkssprache.
  • Veränderungen der Bühnengestaltung vom Kircheninnenraum zum Marktplatz.
  • Symbolik von Kostümen und Requisiten als Spiegel gesellschaftlicher Veränderungen.

Auszug aus dem Buch

2.4. REGIEANWEISUNG IM GEISTLICHEN SPIEL

Erste Regiebemerkungen erfolgten durch den englischen Benediktiner Bischof Ethelwold: Die Regularis Concordia schreibt vor, dass dafür einer der Brüder eine „Alba“ anziehen, zum Grab schreiten solle als ob er etwas zu vollziehen habe und dort als Osterengel ruhig sitzen bleiben solle. Drei andere schreiten dann als Marien vor das Grab (mit weißen Mänteln bekleidet, in den Händen brennende Räucherpannen tragend und vorsichtig wie jemand, der etwas sucht). Dort wird im Wechselgesang zwischen dem Engel und den Marien die Auferstehung des Herrn verkündet. Die Marien übermitteln die von den Engeln empfangene Osterbotschaft „ad chorum“ und stellen sich, als wollten sie das Grab verlassen.

Der Engel stimmt aber „Vellut revocans“ die Antiphon „Venite et Videte“ an, hebt den Vorhang, der das „Grab“ bedeckt, und zeigt, dass nur noch das Tuch in das ein Kreuz (= Jesus) eingewickelt war, im Grab liegt.3 = erster Schritt zur Gewinnung des Theatralischen: Die Klosterbrüder sind zu Darstellern geworden, die eine Handlung, ein Ereignis darstellen. Die „Rollen“ haben mit der Funktion ihrer Träger im Kult nicht notwendigerweise zu tun. Die Darsteller sind austauschbar, die Rollen erweiterbar, die Figuren können beginnen ein bescheidenes Eigenleben zu entwickeln. Und das Wichtigste – die Handlung (Gestik, Mimik) wendet sich an ein Publikum (Kindermann 1980: 14).

Zusammenfassung der Kapitel

0. Prolog: Die Autorin erläutert ihre Motivation für die Themenwahl und skizziert die leitenden Fragestellungen bezüglich der Entwicklung des europäischen Schauspiels im Mittelalter.

1. Die „Visitatio sepulchri“ – Ursprung und Bedeutung: Dieses Kapitel verortet das geistliche Spiel in seinen kultischen Ursprüngen und beschreibt die anfängliche Skepsis der Kirche gegenüber theatralen Ausdrucksformen.

2. Die Entwicklungsgeschichte der „Visitatio sepulchri“ zum weltlichen Spiel: Hier wird der umfassende Transformationsprozess vom liturgischen Ritus hin zum weltlichen, städtischen Festspiel analysiert.

2.1. Frühformen der Veranschaulichung des Heilgeschehens: Die Analyse der ersten szenischen Manifestationen im oströmischen und byzantinischen Raum bis zur Entstehung des Tropus.

2.2. Ausweitung der „Visitatio sepulchri“ – die Entwicklung szenischer Darstellung: Untersuchung der stärkenden Rolle der Klöster und der zunehmenden Individualisierung von Spielgruppen.

2.3. Darstellungsabsichten: Fokus auf die Absicht der Kirche, durch lebensechte Inszenierungen den christlichen Glauben bei den Gläubigen zu stärken.

2.4. Regieanweisung im geistlichen Spiel: Darstellung der frühen Regieansätze anhand der Regularis Concordia und dem Übergang zum bewussten Darstellungsakt.

2.5. Vom geistlichen zum bürgerlichen Darsteller: Betrachtung des Wandels von geistlichen Akteuren hin zu bürgerlichen Spielern und der damit verbundenen Professionalisierung.

2.6. Der Wandel der sprachlichen Form: Analyse des Übergangs von liturgischem Latein zur Volkssprache und den damit verbundenen kulturellen Ursachen.

2.7. Formen der Bühnengestaltung vom Kirchenraum bis auf dem Marktplatz: Untersuchung der räumlichen Entwicklung vom Altar bis zum profanen Marktplatz und der Anwendung des Simultanitätsprinzips.

2.8. Kostüme und Requisiten als Spiegel der Entwicklung: Analyse der zunehmenden Bedeutung von Ausstattung und Farbe zur Verdeutlichung von Identität und Rang.

2.8.1. Kostümgestaltung und deren farbliche Bedeutung: Detaillierte Untersuchung der Farbsymbolik und ihrer Wirkung auf den Betrachter.

2.8.1.1. Die Christusdarstellung: Analyse der symbolischen Darstellung Christi und seines Kostümwechsels.

2.8.1.2. Die drei Marien: Untersuchung der Rollenausgestaltung und ihrer farblichen Differenzierung.

2.8.1.3. Die Engel: Beschreibung der Ausstattung der Engel als Festgewand der Römer mit symbolischen Farben.

2.8.2. Die Requisiten: Betrachtung der zunehmenden Ausdifferenzierung von Requisiten zur Steigerung der realistischen Wirkung.

3. Epilog: Zusammenfassende Betrachtung der Entwicklung des mittelalterlichen Theaters bis hin zur Loslösung von der rein rituellen Symbolhandlung.

4. Appendix: Enthält das Literaturverzeichnis der verwendeten Quellen.

Schlüsselwörter

Visitatio sepulchri, Mittelalter, europäisches Theater, liturgisches Spiel, Osterfeier, weltliches Spiel, Regieanweisung, Kostümgestaltung, Farbsymbolik, Simultanitätsprinzip, Volksfestcharakter, Geistliches Spiel, Theatralik, Kirchengeschichte, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der Genese des europäischen Theaters aus der mittelalterlichen „Visitatio sepulchri“ und dessen Entwicklung hin zu weltlichen, volkssprachlichen Spielen.

Was sind die zentralen Themenfelder der Publikation?

Im Zentrum stehen die Entwicklung des geistlichen Spiels, der Wandel der darstellerischen Mittel, die sprachliche Transformation sowie die räumliche und visuelle Ausstattung der Aufführungen.

Was ist die primäre Forschungsfrage?

Die Arbeit untersucht, wie sich aus liturgischen Osterfeiern komplexe weltliche Spiele entwickelten und welche Faktoren diesen Wandel in Bezug auf Regie, Sprache, Bühne und Kostüme beeinflussten.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theaterwissenschaftliche Analyse, die auf der Auswertung von Fachliteratur, zeitgenössischen Regieanweisungen und historischen Quellen basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert detailliert die Entwicklungssprünge vom rituellen Gesang zur szenischen Darstellung, den Wechsel der Darstellerrollen, den Sprachwandel sowie die Evolution der Bühnentechnik und Kostümkunde.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind unter anderem Visitatio sepulchri, Geistliches Spiel, Simultanitätsprinzip, Farbsymbolik und die Transformation vom Kirchenraum zum Marktplatz.

Welche Bedeutung kommt dem Kostümwechsel in der Christusdarstellung zu?

Der Kostümwechsel symbolisiert den seelischen Wandel und die Enthüllung der göttlichen Identität, wobei der Übergang von dunklen Farben für die Gärtnerrolle zu strahlenden Gewändern die Auferstehung verdeutlicht.

Warum ist das Simultanitätsprinzip für das mittelalterliche Theater so wichtig?

Es kennzeichnet eine Nebeneinanderordnung verschiedener Spielstände, die es dem Publikum ermöglicht, durch Blickwanderung am Geschehen teilzunehmen, ohne dass klassische Kulissenwechsel im modernen Sinne notwendig sind.

Ende der Leseprobe aus 19 Seiten  - nach oben

Details

Titel
Von den Ursprüngen des europäischen Theaters
Untertitel
„Drei Marien am Grabe“ (Visitatio sepulchri)
Hochschule
Universität Wien  (Institut für Theater-, Film- und Medienwissenschaften)
Veranstaltung
(Proseminar) Regie- und Schauspielkunst
Note
Sehr Gut
Autor
MMag. Silvia Kornberger (Autor:in)
Erscheinungsjahr
2005
Seiten
19
Katalognummer
V121251
ISBN (eBook)
9783640255825
ISBN (Buch)
9783640256563
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Theatergeschichte Religion Osterspiele Europa Kunst und Kultur
Produktsicherheit
GRIN Publishing GmbH
Arbeit zitieren
MMag. Silvia Kornberger (Autor:in), 2005, Von den Ursprüngen des europäischen Theaters, München, GRIN Verlag, https://www.hausarbeiten.de/document/121251
Blick ins Buch
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Leseprobe aus  19  Seiten
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